Gemälde werden abgehängt, Skulpturen vernichtet, Filmhelden ausradiert: Ein heftiger Kulturkampf durchzieht die Museen, Kinos und Theater. Sogar ein Gedicht wird übermalt. Droht das Ende der Kunstfreiheit, wie manche sagen? Eine Zensur von unten? Oder ist es höchste Zeit, wie andere meinen, dass die Kulturwelt der Metoo-Bewegung folgt und mehr Gleichheit einklagt? Hanno Rauterberg zeigt, was sich hinter der Debatte um Moral und Ästhetik verbirgt: Warum wirken Bilder so bedrohlich? Gefährdet politische Korrektheit die Autonomie der Künstler? Und wieso streiten wir gerade heute über diese Fragen? Ein Essay über die wichtigste Kunstdebatte seit Langem, die viel verrät über die Krise des Liberalismus und die neuen Tabus einer sich wandelnden Gesellschaft.
"Zeit"-Journalist Rauterberg greift aktuelle Fallbeispiele für Kunstzensur auf, um die Widersprüche zu diskutieren, die zu Tage treten, wenn Kunst einen moralischen Standard verteidigen oder durch ihre Vieldeutigkeit aufweichen soll. Seine Kapitel kreisen um Dana Schutz' "Open Casket" (Schutz ist weiß und malte ein Portrait des gelynchten Emmett Till), die Balthus-Ausstellung in Basel (der Maler hat u.a. ein sehr junges Mädchen mit hochgerutschtem Rock porträtiert), Chuck Close (ihm wurde sexuelle Belästigung vorgeworfen), Eugen Gomringer (dessen Gedicht "Avenidas" an der Wand einer Hochschule übermalt wurde, weil es von einigen Studierenden als sexistisch empfunden wurde) sowie die Karikaturen in "Charlie Hebdo".
Rauterberg: Die Kunst "ist das wahre Opfer der neuen Kulturkämpfe. Sie wird von den einen gehasst und von den anderen missbraucht. Die einen schreckt die Polyvalenz, weil das Moralische für sie mehr Gewicht hat und Moral nach Eindeutigkeit verlangt. Die anderen instrumentalisieren die Polyvalenz, um ihr Ziel, die Illiberalität, verlockend schillern zu lassen. Die einen wie die anderen machen die Freiheit unfrei."
Raut beschäftigt sich mit sogenannter Kunstzensur und greift dabei sowohl auf Beispiele aus der zeitgenössischen Kunst, als auch aus der Moderne auf. Leider finde ich seine Argumentation sehr einseitig und die Rechtfertigung die Gefühle von Minderheiten/betroffenen Personen einzuschränken, äußert privilegiert und ignorant...
Most amazing thoughts on our freedom today and why some are trying to eradicate freedom and replace it with their influence. Most highly recommended read that enables understanding of the cultural and identity conflicts of our time.
Schwierig. Bin mir nicht sicher ob 3 oder 4. Teilweise langes geschwafel und vermisst ein Struktur. Nicht jede Argumentation sehr stark und einige schwer verständlich.