Nordamerika im Jahr 2335. Vor mehr als 200 Jahren wurde hier der Staat Last Haven als internationales Projekt zur Lösung der Überbevölkerung der Erde gegründet. Als einziger Ort auf der Welt bietet er Sicherheit und Lebensqualität – zumindest denjenigen, die ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten. Doch was passiert, wenn man dazu nicht mehr in der Lage ist? Wie schnell es dazu kommen kann, erfährt die 18-jährige Aida am eigenen Leib, als sie sich bei einem Arbeitsunfall verletzt. Auf einmal steht sie selbst auf dem Prüfstand und muss ihren Wert unter Beweis stellen. Zum Glück gibt es da jemanden, der ihr bei ihrem Kampf um einen Platz in der Gesellschaft eng zur Seite steht. Denn Last Haven ist gnadenlos gegenüber allen, die dem Land auf der Tasche liegen...
Nordamerika im Jahr 2335: Vor mehr als 200 Jahren ist der Staat Last Haven entstanden. Während rundherum Bürgerkriege toben, sollen die Menschen hier Sicherheit und Lebensqualität erfahren – zumindest denjenigen, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Doch was passiert, wenn man dazu nicht mehr in der Lage ist? Wie schnell es dazu kommen kann, erfährt die 18-jährige Aida Green am eigenen Leib. Während ihrer Arbeit beim Waffenproduzenten Techraid stürzt sie und verletzt sich schwer. Mit der Hilfe des Arztes Dr. Romulus Henderson erhält sie die Chance, sich in einer neuen Umgebung zu beweisen. Dabei ahnt sie anfangs nicht, wie sehr sie und andere sich in tödlicher Gefahr befinden…
„Last Haven – Tödliche Geheimnisse“ ist der erste Band einer dystopischen Trilogie von Lisbeth Jarosch.
Meine Meinung: Der Roman besteht aus 22 Kapiteln. Erzählt wird im Präsens in chronologischer Reihenfolge, und zwar in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Aida. Dieser Aufbau funktioniert gut.
Der Schreibstil ist angenehm, anschaulich und flüssig, aber auch recht einfach. Der Einstieg in die Geschichte fällt leicht.
Mit Aida Green steht eine eigenwillige Hauptprotagonistin im Mittelpunkt, die eine Entwicklung erlebt. Sie war mir nicht auf Anhieb sympathisch, allerdings habe ich gerne mit ihr mitgefiebert. Auch viele weitere Charaktere sind reizvoll angelegt und differenziert gezeichnet.
Die Geschichte nimmt nur langsam Fahrt auf und wird erst ab dem zweiten Drittel spannend. Die erschaffene Welt und der Verlauf der Handlung wirken zwar größtenteils glaubwürdig. Insgesamt haben mir beim Worldbuilding aber noch einige Details gefehlt. Dennoch lässt sich die Geschichte gut nachverfolgen und es kommt keine Langeweile auf, denn es gibt mehrere Wendungen. Das Ende ist schlüssig und bildet einen guten Abschluss, lässt aber gleichzeitig noch Raum für eine Fortsetzung.
Mit dem Schwerpunkt auf dem Leistungsgedanken nimmt der Roman Bezug auf aktuelle Tendenzen. In dieser Hinsicht hat die Geschichte eine gesellschaftskritische Komponente, was ich definitiv als weiteren Pluspunkt bewerte.
Ich habe die Geschichte als ungekürztes Hörbuch gehört, gelesen von Katja Sallay. Die Sprecherin hat eine angenehme Stimme. Ihr gelingen jedoch nur wenige Variationen zwischen den einzelnen Personen.
Das Cover des Hörbuchs unterscheidet sich von dem der Printausgabe. Mir gefallen beide Versionen, wobei ich die Gestaltung des Taschenbuches inhaltlich noch etwas passender finde. Auch der Titel ist treffend gewählt.
Mein Fazit: „Last Haven – Tödliche Geheimnisse“ von Lisbeth Jarosch ist eine weitestgehende spannende Dystopie, die zwar kleinere Schwächen hat, mir aber unterhaltsame Stunden beschert hat. Auf die Fortsetzung bin ich neugierig.
Ich hatte mich mal wieder auf eine gute Dystopi gefreut, leider wurden meine Erwartungen nicht wirklich erfüllt. Der Schreibstil sowie die Protogonisten konnten mich nicht überzeugen und ich habe mich oft dabei erwischt, wie ich einzelne Seiten einfach überflogen habe.
Mir hat die Geschichte gut gefallen. Der Schreibstil war flüssig, die Figuren sympathisch - obwohl Aida mich schon manchmal genervt hat - und die Story hatte ein paar überraschende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.
Dieses Buch ist der erste Band der dystopischen Last-Haven-Trilogie von Lisbeth Jarosch. Es zeichnet das Bild einer leistungsorientierten, kompromisslosen Zukunft in einer überbevölkerten Welt, die von Kriegen, Epidemien und Hungersnöten beinahe komplett zerstört ist. Das einzige Land, das noch Schutz und Sicherheit bietet, ist Last Haven. Das System, das auf Disziplin, Verzicht und Kontrolle baut, wurde in einem wissenschaftlichen Experiment erprobt. Es begann, noch ehe die Weltwirtschaft zusammenbrach und alles im Chaos versank, um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Als sich die Lage dann zuspitzte, haben die Verantwortlichen beschlossen, aus dem Staatenbund der USA auszutreten und ihre Unabhängigkeit zu erklären. Seither sind etwa 200 Jahre vergangen.
Aida, die Ich-Erzählerin lebt in Last Haven. Ihr Platz ist in Ring C, dem Industriebezirk des Landes. Dort ist sie aufgewachsen und dort wird sie bis zu ihrem Ruhestand Tag für Tag arbeiten. Zumindest war das der Plan.
Die Geschichte startet an Aidas 18. Geburtstag, dem Tag ihrer zweiten Gesundheitsprüfung. Zu diesem Zeitpunkt ist noch alles normal, Aidas Leben verläuft wie geplant. Doch schon kurz darauf verletzt sie sich und nichts ist mehr, wie es vorher war.
Das Buch beginnt ein bisschen schleppend. Aida ist naiv und gutgläubig. Sie nimmt die Welt so wahr, wie es von der Regierung vorgesehen ist. Doch durch eine Entscheidung, die sie aus Trotz trifft, ändert sich das schlagartig. Sie sieht etwas, das nicht für ihre Augen bestimmt war, und wacht endlich auf. Danach ist nicht nur ihr Weltbild völlig verändert, sondern auch ihre Persönlichkeit. Diese Entwicklung fand ich etwas zu drastisch - nicht ihre Erkenntnisse und die damit einhergehende Ernüchterung, sondern die 180-Grad-Wendung ihres grundlegenden Wesens.
Dass aus dem schüchternen, zuvorkommenden, freundlichen Mädchen wie auf Knopfdruck eine draufgängerische, streitsüchtige und zynische Zicke wird, war für mich nicht nachvollziehbar. Auch ihr Umgang mit dem Mentalin passte für mich nicht so richtig ins Bild. Irgendwie kam das alles zu plötzlich. Die Unbeherrschtheit, die Aidas neue Haupteigenschaft ist, geht so gar nicht mit dem Mädchen vom Anfang konform. Einzig ihre Ängste und die immerwährende Grübelei bleiben von Aidas ursprünglicher Persönlichkeit erhalten.
Dass Aida eine Entwicklung in diese Richtung durchmacht, ist durchaus plausibel in Anbetracht der Umstände. Ich kann den Gedanken dahinter schon verstehen, aber die Umsetzung ist für mein Empfinden nicht gut genug geglückt. Das alles wäre viel realistischer, wenn es nicht so plötzlich passieren würde. Man muss einer Charakterentwicklung auch ein wenig Raum geben. Doch das scheint ein Grundproblem der Geschichte zu sein, denn auch andere Figuren haben mich irritiert.
Da wäre zum Beispiel Melody, die ein Wrack ist, sobald sie nicht vor der Kamera steht. Sie scheint wirklich eine außergewöhnlich gute Schauspielerin zu sein, wenn sie ihre seelische Verfassung so gut verbergen kann. Warum muss der Kontrast denn so groß sein? Für Titus gilt im Prinzip das Gleiche. Bei ihm geht es um die plötzliche Härte, die so gar nicht zu seinem verschmitzten Wesen passt. Scheinbar ist auch er ein guter Schauspieler ...
Ivy steckt ebenfalls voller Widersprüche, doch die sind viel besser nachzuvollziehen. Der gute Doktor Henderson hingegen ist zwar ein wenig geheimnisvoll und distanziert, handelt jedoch nie widersprüchlich. Er ist mit seiner ruhigen, aber entschlossenen Art einer meiner Lieblingscharaktere. Seinen seelenvollen Blick, der Aida so gut durchschauen kann, konnte ich mir ohne Probleme vorstellen. Seine Müdigkeit war genauso spürbar wie seine Stärke. Ich habe Romulus Henderson sofort ins Herz geschlossen - genau wie Ivy. Bei allen anderen habe ich mich ein wenig schwergetan.
Die Geschichte an sich, das Weltbild und der Spannungsbogen haben mir sehr gut gefallen. Die menschlichen Abgründe wurden von der Autorin sehr überzeugend in Szene gesetzt. Der Schreibstil ist flüssig und mitreißend, bildlich und gerade emotional genug. Am Ende gibt es keinen Cliffhanger, sondern einen guten Abschluss für die erste Etappe des Weges. Das ist ein zusätzliches Plus, denn obwohl ich unbedingt wissen will, wie es weitergeht, brauchen die Charaktere und ich jetzt erst einmal eine kurze Verschnaufpause.
Fazit: Dieser erste Band der Trilogie bietet ein wirklich gut gelungenes Dystopie-Szenario mit ausreichend Spannung und Raum zum Nachdenken. Bei den Charakteren besteht zwar noch Steigerungspotenzial, aber darüber hinaus kann ich die Reihe nur empfehlen!
Wertung: 4 Punkte
Anmerkung: Dieses Buch ist ebenfalls als Audiobook erschienen und auch wenn die Sprecherin Katja Sallay etwas gewöhnungsbedürftig ist, wäre die Hörversion eine gute Alternative zum Print bzw. eBook! Denn nach einer Anlaufphase konnte ich mich fallenlassen und der Geschichte ohne Probleme folgen. Wer sich diesen ersten Band der Trilogie also lieber vorlesen lassen möchte, kann gerne zum Hörbuch greifen - es ist im Großen und Ganzen wirklich gut gelungen.
Gutes Erstlingswerk mit einem interessanten Gedanken
Aida lebt in Last Haven. Einem sicheren Land inmitten einer Welt voller Krankheit, Tod und Verderben. Die Welt ist aufgrund der Überbevölkerung kollabiert und nur in Last Haven gibt es noch ausreichend Nahrung und eine geregelte Gesellschaft. Doch die Menschen müssen hier mit strenger Disziplin ihren Beitrag leisten, denn Last Haven akzeptiert keine Systemschmarotzer. Als Aida sich bei einem Arbeitsunfall verletzt, muss sie plötzlich ihren Wert unter Beweis stellen. Doch sie hat jemanden, der ihr bei dieser Prüfung zur Seite steht und als sich plötzlich alles ändert ist Aida mittendrin.
Als ich den Klappentext von „Last Haven“ gelesen habe, hat mich der Grundgedanke dieser Gesellschaft sehr interessiert. Ich finde grade das an einer Dystopie so spannend. In „Last Haven“ geht es ums Funktionieren. Der Mensch ist eine Resource und die muss vorhanden sein, sonst nützt dieser Mensch nichts. Diese Gesellschaft ist komplett auf diesem Prinzip aufgebaut. Doch schon wie in Orwells „Animal Farm“ sind auch in „Last Haven“ einige Menschen gleicher als andere und viele von ihnen sind skrupellos und gehen für das Wohlergehen aller über Leichen. Es ist sehr spannend beschrieben, wie „Last Haven“ aufgebaut ist und wie es dort mit der Nahrungsmittelverteilung, der Arbeit usw. aussieht. Auch die Regierung und die Zustände außerhalb werden gut aufgezeigt. Aida ist ein Charakter der eine wirklich spürbare Entwicklung mit macht. Ich finde es gut, dass diese Entwicklung wirklich an Ereignissen festzumachen ist. Es gefällt mir auch, wie sie alles in Frage stellt und nicht einfach die Dinge hin nimmt oder kalt und abgebrüht ist. Sie ist keine Katniss, sie ist Aida die manchmal ein wenig naiv, impulsiv und mit einem viel zu großen Gewissen daher kommt. Doch das macht ihre Rolle in dieser Geschichte aus und sie ist eine gute Hauptfigur. Alle anderen Figuren sind gut gewählt. Es gibt nicht nur Sympathieträger, sondern auch welche die man echt auf den Mond wünscht. Positiv fand ich auch, dass es keine typische Liebesgeschichte in diesem Buch gibt. Hier wird nicht das Klischee bedient, um auch noch die Romantiker anzusprechen. Das hat mir gut gefallen. Der Storyverlauf ist an sich schlüssig und gut geschrieben. Leider hat der Mittelteil in meinen Augen sehr an Spannung verloren, weswegen mich das Buch nicht vollends überzeugen konnte. Aber so interessant wie der Anfang war, so spannend war der Schluss. Zu Beginn liest man Seite um Seite, nur um mehr über „Last Haven“ zu erfahren und am Ende liest man Seite um Seite, um der actiongeladenen Szenerie zu folgen. Alles in allem hat mir dieses Buch gut gefallen und als Dystopie-Fan begeht man hiermit auf keinen Fall einen Fehler.
Nordamerika im Jahr 2335. Vor mehr als 200 Jahren wurde hier der Staat Last Haven als internationales Projekt zur Lösung der Überbevölkerung der Erde gegründet. Als einziger Ort auf der Welt bietet er Sicherheit und Lebensqualität – zumindest denjenigen, die ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten. Doch was passiert, wenn man dazu nicht mehr in der Lage ist? Wie schnell es dazu kommen kann, erfährt die 18-jährige Aida am eigenen Leib, als sie sich bei einem Arbeitsunfall verletzt. Auf einmal steht sie selbst auf dem Prüfstand und muss ihren Wert unter Beweis stellen. Zum Glück gibt es da jemanden, der ihr bei ihrem Kampf um einen Platz in der Gesellschaft eng zur Seite steht. Denn Last Haven ist gnadenlos gegenüber allen, die dem Land auf der Tasche liegen...
Das Amerika, das wir kennen, gibt es nicht mehr. Das Bevölkerungssystem wurde "optimiert", jeder leistet seinen Beitrag dazu solange er kann. Aida ist wie alle Bewohner in ihrer Firma groß geworden, ihre Eltern kennt sie nicht. Deswegen bricht für sie eine Welt zusammen als sie diese Firma verlassen muss und in eine Klinik kommt. Bei einer einem Intelligenztest kommt jedoch heraus, dass sie ziemlich intelligent ist. Sie wird daher dem Verteidigungsministerium zugeteilt und soll dort in der Waffenentwicklung arbeiten.
Aida ist zu Anfang schüchtern und zurückhaltend, im Lauf der Geschichte entwickelt sie sich jedoch persönlich weiter, was mir sehr gut gefallen hat. Ich fand es großartig, dass sie nicht von Anfang an die große Rebellin, die Heldin war, sondern im Prinzip langsam erwachsen geworden ist.
Die Geschichte wird aus Aidas Sicht erzählt, was ich sehr mochte, weil ich so ihre kompletten Gedanken und Gefühle mitbekommen konnte. Besonders die Angst ist immer allgegenwärtig. Die Geschichte startet mit dem alltäglichen Leben in der Firma, kurz bevor Aida ihren Arbeitsunfall hat. Von da an beginnt die eigentliche Geschichte, die Spannung wird langsam aufgebaut und zum Ende sind Umgebung und Ereignisse teilweise schon sehr heftig.
Durch den sehr detaillierten und bildgewaltigen Schreibstil wirkte die Welt auf mich sehr echt, ich konnte mich deswegen gut in die Szenen einfühlen. Ich muss jedoch leider sagen, dass mich die Dystopie anfangs sehr an den ersten Band von "Das Juwel" erinnert hat.
Alles in allem eine tolle Dystopie, mit einem sehr real wirkenden Worldbuilding. Für Genreliebhaber und Anfänger gut geeignet.
Last Haven, ein Land, was funktioniert, draußen herrscht Krieg aufgrund einer Überbevölkerung auf der Erde. Die Menschen sind im Krieg und leiden an Hungersnöten. In Last Haven ist es nicht so, denn die Leute haben ihre Arbeit, sind in ihren Bereichen geschützt, es gibt keine Gewalt und jeder geht seinen Verpflichtungen nach.
So schön das auch klingen mag, aber dafür muss man auch auf einiges verzichten. Man arbeitet ab dem 8. Lebensjahr, kennt seine Erzeuger nicht und man arbeitet jeden einzelnen Tag im Jahr.
Aida gefällt dieses Leben, sie ist 18 Jahre alt, hat ihre Freunde und ihren Job. Sie ist gut in dem, was sie macht. Doch eines Tages rutscht sie durch ein dummes Versehen aus und verletzt sich die Hand, sodass sie längere Zeit arbeitsunfähig wird und sogar ihre alte Arbeit nicht mehr aufnehmen kann.
Was soll sie nun machen? Wenn sie in keine neue Arbeit eingegliedert wird, dann kann sie ja eigentlich nur zum Sozialschmarotzer werden und wer möchte das schon? Keiner will Last Haven auf der Tasche liegen. Zum Glück gerät sie an einen Arzt, der ihr noch eine Chance gibt sich zu beweisen. So kommt sie in einen höher aufgestellten Ring des Landes und stellt eine etwas andere Lebenssituation fest. Wie kann das sein?
Der Roman „Last Haven – Tödliche Geheimnisse“ von Lisbeth Jarosch entführt uns in eine dystopische Welt, die mich vom Anfang bis zum Ende schockiert und dennoch in seinen Bann gezogen hat. Immer wieder tauchten bei mir Fragen auf, weshalb ich wie gebannt dem Lesefluss folgte und wissen musste, was als nächstes passiert. Der Schreibstil ist wirklich super, gibt einem genau das Informationsmaterial, was man braucht und lässt keine Langeweile aufkommen. Immer wieder treffen einen schockierende Details und eben das macht das Buch so gut.
Ich empfehle es den Freunden von Dystopien herzlich und gebe dem ganzen fünf Sterne, da ich es sehr gern gelesen habe und wahrscheinlich auch erneut lesen werde.
Das Cover zu Last Haven hat mich erstmal nicht sehr angezogen. Der Anker fällt einem gleich ins Auge. Wie die Frau vor der großen Stadt steht mit dem aufkommenden Gewitter wirkt gefährlich und spannend. Der Klapptext war es der meine neugiere erweckt hat. Und die Aussage, dass die Dystopie für Fans für "Die Tribute von Panem" oder "Maze Runner" wäre.
Der Schreibstil ist flüssig und liest sich recht einfach. Das Buch umfasst 22 Kapitel. Die Protagonistin Aida ist 18 und hat noch nicht viel erlebt. Sie ist zwar stärker als sie glaubt, doch kam sie oft naiv und einfältig rüber. Einige andere Charaktere kamen mir persönlich etwas zu kurz, wie Titus oder auch Ben. Trotzdem waren alle gut durchdacht.
Die Idee zur Story ist super - leider zog sie sich zu Beginn etwas und war ziemlich vorhersehbar. Zum Ende hin hat es sich gesteigert und konnte mich nochmals richtig packen und mitreißen - schade, dass die richtige Spannung erst am Ende begann.
Normalerweise lese ich zwei bis drei Bücher parallel. Meist ein englisches und ein deutsches. Eines vorm Schlafengehen, eines unterwegs. „Last Haven“ war ursprünglich mein abendliches Buch. Man kennt das: Abends fallen nach drei Seiten die Augen zu und so kam ich eher Stück für Stück voran. Nach dem ersten Drittel habe ich das gute Werk allerdings auf eine längere Zugfahrt mitgenommen (das andere Buch könnte mir ja mal langweilig werden und ich was anderes lesen wollen…) und seitdem ich ein wenig am Stück lesen konnte, musste ich eine Ausnahme machen. Abends und unterwegs habe ich "Last Haven" seitdem verschlungen und zuletzt sogar noch extra am Bahnhof länger gesessen als nötig, um die letzten Seiten gierig aufzusaugen.
Aus der Beschreibung lässt sich sicherlich schon erkennen, dass mich das Buch schließlich sehr gefesselt hat.
Lisbeth Jarosch zeichnet ein recht finsteres Zukunftsbild. Auch wenn ich Vergleiche mit anderen Büchern in der Regel unangemessen finde, sind hier doch deutliche Parallelen zur Welt in Panem zu erkennen. Eine Bevölkerung, in der einige die „Arbeitssklaven“ sind und einige andere die besser gestellten mit Privilegien. Dahinter stecken die nicht unbegründete Sorge in einer vom Krieg zerfressenen Welt die eigene Bevölkerung nicht durchbringen zu können und vor den Tumulten außerhalb von Last Havens Stadtgrenzen zu schützen.
Die Politik hat sich hierzu ein erstmal recht schlüssiges System ausgedacht. Menschen kommen von kleinauf ins Berufsleben, ihren Fähigkeiten entsprechend können sie handwerklich oder strategisch eingesetzt werden. In den Betrieben werden sie als Kinder angelernt und bleiben dann dort bis zu ihrem Ruhestand in einem familiären Kollegenkreis, wo zwar nichts aufregendes los ist, alles in allem das Leben aber aushaltbar ist. Findet Aida.
Aida wird nach ihrer Verletzung plötzlich in eine sehr unangenehme Situation gebracht. Nicht nur muss sie sich in einer fremden Umgebung behaupten, gleichsam steht sie extrem unter Beobachtung und hat irgendwie schon das ungute Gefühl, dass es ihr sehr schlecht ergehen wird, wenn sie die sehr hohen Anforderungen nicht erfüllt.
Ohne hier die komplette Story nachzuerzählen sei gesagt: Die Welt ist äußerst lebensnah erzählt, man kann sich sehr einfühlen und mit Aida mitempfinden, was sie durchmacht. Ich habe mit ihr gelitten, war mit ihr erschöpft, habe mich mit ihr aufgeregt und alleine gefühlt.
Gefallen hat mir, dass ihr offensichtliches erstes Love Interest doch nicht aufgegangen ist. Sie und der gute Kerl hatten nichts gemeinsam. Ihr späteres Love Interest, auch wenn das Verhältnis eher unbestimmter Natur bleibt, fand ich prima. Es soll ja zwei Fortsetzungsbände geben, vielleicht kommt dann hier etwas mehr Definition in das, was die beiden miteinander verbindet. Ich fände das prima.
Der finale Showdown war sehr fesselnd. Die Uhr im Nacken habe ich sehr mitempfunden und auch den Schrecken über die Geschehnisse. Die Ereignisse überschlagen sich ja nahezu. Diese Kapitel fand ich besonders großartig. Auch war das Buch an keiner Stelle langatmig.
Die Charaktere fand ich rundum gut dargestellt und gezeichnet. Die Indoktrination kommt, wo es sinnvoll ist, gut zur Geltung und auch bei den fieseren Charakteren kann man gut nachvollziehen, dass ihr Verhalten letztlich in ihrer Erziehung und dem Glauben an „das System“ wurzelt. Der Lesestoff hat mich bestens unterhalten und gefesselt.
Zu bemerken sei außerdem, dass ich mir hier selbst nicht das Ende gespoilert hab. Ich mache das oft. Die letzten paar Zeilen mal lesen um zu gucken, wen der Hauptcharakter denn abkriegt, ob alles gut wird, etc. Mir verdirbt das den Spaß auch nicht oder so. In dem Fall hatte ich aber soviel Freude am Nervenkitzel, wie es wohl ausgehen wird, dass ich das habe bleiben lassen.
Nach all dem Lob aber doch auch ein wenig Kritik, weil mich eine Sache etwas intensiver gestört hat. Die erste ist inhaltlicher Natur. Aida, unsere Protagonistin, kommt mir großteils wie eine Mitläuferin vor, die eigentlich nur „reagiert“. Die Momente, in denen sie selbstbewusst vorwärts marschiert, steht sie für gewöhnlich unter Drogen und betont dies dann auch mehrfach. Da war ich nicht so glücklich drüber. Eine Situation wie ihre ist verwirrend, niederschmetternd und beängstigend – und kann daher ein wunderbarer Herd sein um Stärke zu entwickeln. Ich hätte sie mir von daher stellenweise souveräner und entschlossener gewünscht. Menschen wachsen in schlimmen Situationen über sich hinaus. Ihre Verwirrung ist verständlich, ihr guter, moralischer Kern, ehrenwert, aber etwas mehr Entschlossenheit an manchen Stellen hätte sie mir deutlich näher gebracht.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich habe das Buch sehr sehr gerne gelesen und werde mir die beiden Fortsetzungen definitiv auf meine Geburtstagswunschliste setzen. ^_^ Klare Leseempfehlung!
This entire review has been hidden because of spoilers.
Zwischen den Zahnrädern der Maschinerie Last Haven
Last Haven - Tödliche Geheimisse ist das Erstlingswerk von Lisbeth Jarosch, das jüngst in Pipers Digital-Sparte „gefühlvoll“ erschien. Generell stehe ich dem eher skeptisch gegenüber. - Der Klappentext jedoch liest sich verheißungsvoll: Er deutet auf eine tief durchdachte Dystopie hin! Mein Blickwinkel ist also der, einer SciFi-Leserin, die regelmäßig Dystopien verschlingt, selten jedoch aus dem YA-Bereich.
Was passiert?
Seit ihrer Kindheit arbeitet Aida Green bei Techraid, dem „stählernen Herz der Rüstungsinstudrie“, in der Produktion. Mit ihren Kollegen arbeitet, wohnt und verbringt sie ihre Freizeit in der Firma, die zeitgleich Familie und ihr Zuhause ist. Aida ist glücklich mit ihrem Leben und ihren Freunden. Doch ihr Leben verändert sich nachhaltig, als sie sich bei einem Arbeitsunfall verletzt.
Nach dem Unfall darf Aida nicht zu Techraid zurückkehren. Nach zahlreichen Tests weist man sie dem Regierungsbezirk zu. Mit ihren Vorkenntnissen der Waffenproduktion landet sie im Verteidigungsministerium, wo man sie misstrauisch beäugt. Auch Aida fühlt sich vollkommen fehl am Platz, überfordert und ihren neuen Aufgaben nicht gewachsen. Aber was geschieht mit ihr, wenn sie den Anforderungen ihrer neuen Stelle nicht gewachsen ist? Für Sozialschmarotzer, dessen ist man sich einig, ist Last Haven kein Platz.
Das Weltprinzip: Die Dystopie in Last Haven
Nordamerika im Jahre 2335. Die von Übermaßexzessen geprägte Welt befindet sich im Krieg. Die Überbevölkerung hat längst ein kritisches Maß überschritten, der Klimawandel verschob die Küstenlinien weit ins Landesinnere. Extreme Jahreszeiten und Dürre sind der größte Feind der Landwirtschaft. Die Bevölkerung leidet unter schlimmen Hungersnöten.
Inmitten des Chaos liegt die ringförmig aufgebaute Festung Last Haven, ein vor 200 Jahren gestartetes Projekt zur Rettung der Menschheit, in dem durch Geburtenkontrolle und technischer Fortschritt eine autarke Gesellschaft entstand. Um dies aufrecht zu erhalten, duldet man keinen Müßiggang. Gearbeitet wird mit höchster Effizienz. Denn trotz technisch höchstem Standard sind auch die gigantischen Felder von Last Haven von Missernten betroffen. Auch in Last Haven schwindet die Nahrung - und wehe dem, der nicht leistungsfähig genug ist, sie in Denkleistung oder Muskelkraft zurückzuzahlen.
Worum geht´s?
In dieses Szenario rutscht die junge Aida, die nun, ihrer Arbeitskraft beraubt, kaum mehr in das System zu passen scheint. Von ihren Kollegen verachtet, gerät sie in die Rolle des nutzlosen Außenseiters. Für die unsichere Aida ein schwerer Schlag, der sie weitgehend unter Druck setzt. Schlaflos gerät sie in einen Teufelskreis aus Erfolgsdruck, Angst und dadurch bedingtem Scheitern, aus dem sie sich nicht befreien kann. Aida hat eine wirklich harte Zeit.
Doch auch in dieser Zeit findet sie Leute, die es gut mit ihr meinen. Aida knüpft Freundschaften und erfährt einiges über die Machenschaften im Regierungsviertel. Plötzlich sieht sie sich selbst in Gefahr und muss erstmals in ihrem Leben die Initiative ergreifen, um für sich selbst einzustehen. - Im Endeffekt empfand ich Aidas Entwicklung allerdings als eher behäbig: Sie schafft es kaum, erst sehr spät und auch dann nur mit Hilfsmitteln, sich von ihren Bedenken zu befreien. Toll dagegen fand ich, dass sie nicht plötzlich heldenhaft aus ihrer Rolle springt, sondern lernt ihre Mittelmäßigkeit anzunehmen und sich ihrer Stärken bewusst zu werden.
Wie war´s?
Last Haven ist ein emotionaler Dystopie-Roman mitsamt der obligatorischen Romanze, doch liegt hier nicht der Schwerpunkt. Abseits des YA-Erzählstrangs findet sich eine ausgewachsene Dystopie, die in ihrer Durchdachtheit auch Dystopie-Lesern aus dem Sci-Fi-Genre Spaß machen kann. Beeindruckend fand ich das Zusammenspiel der einzelnen Bezirke, genannt: Ringe, die politischen Verwicklungen und Aidas Fähigkeit, sich trotz strikter Regelung einen Weg zu bahnen und das System auszutricksen. Zuletzt wirft der Plot auch einige ethische Fragen auf, über Prioritäten und den Wert menschlichen Lebens. Eine faszinierende Mischung, die meine Lesestunden wie im Flug vergehen ließen.
[Ausführliche Rezi auf meinem Blog.] [Vielen Dank an Lisbeth Jarosch & den Piper-Verlag für dieses Rezi-Exemplar.]
Last Haven hat sich vom Rest der Welt abgeschottet und kümmert sich nur um sich selbst. Es wirkt perfekt durchorganisiert, jeder hat sein Aufgabe um das System zu unterstützen. Aber was ist, wenn man nicht mehr leistungsfähig ist? Die Protagonistin Aida wird es bald erfahren.
Wie üblich bei Dystopien schwappt auch hier von Anfang an etwas düsteres über die Geschichte. Auch wenn vieles durchweg positiv erscheint, merkt man schnell, dass irgendwas im Argen liegt. Gesundheitschecks, die über deine berufliche Zukunft entscheiden und strikte Trennungen der einzelnen Sektoren lassen nicht unbedingt Gutes ahnen.
Die Geschichte liest sich gut und flüssig. Der Schreibstil war sehr angenehm und ich war recht schnell in der Geschichte und konnte mich auch mit den Charakteren gut anfreunden.
Last Haven ist auf jeden Fall eine interessant Geschichte, die aber hin und wieder Längen aufwies. Mir fehlte der besondere Kick, aber die Geschichte hat definitiv Potenzial.
Das Buch "Last haven - Tödliche Geheimnisse" wurde von Lisbeth Jarosch verfasst und erschien 2018 bei Piper gefühlvoll.
Der Autorin gelingt mit diesem Buch eine tolle, zum Nachdenken anregende Dystopie. Die Wortwahl und der Sprachstil sind dem Buch sehr zuträglich. Die Protagonisten und das ganze Szenario sehr lebensecht und speziell dargestellt.
Jeder, der gerne Dystopien liest, kann ich diesem Buch nur ans Herz legen.
Die Geschichte rund um Aida finde ich sehr ansprechend, es liest sich flüssig und leicht von der Hand. Allerdings fehlt mir in Sachen Liebe das ein oder andere, damit man sich einfach noch besser in sie hineinversetzen kann. Ich fand es unzerhaltsam, würde es aber nicht ein zweites mal lesen.