5/5- Definitiv kein „einfach“ zu lesendes Buch, gerade aus zwei Gründen:
1. Ist es - wenig überraschend - erneut nicht sehr einfach geschrieben, weshalb man sehr genau lesen muss, keine Kritik oder Wertung, lediglich eine Anmerkung.
2. Und das ist der elementare, inhaltliche Aspekt: Es räumt mit vielen Mythen über die „Arbeiterklasse“ auf, zeigt, gerade zum Ende, das falsche Sein und Bewusstsein auf und legt auch noch dar, wie und dass sich ebendiese in dieser Rolle zwar nicht wohl, aber zumindest gut abgefunden haben und ein Bewusstsein für das „Nach unten Treten“ entwickelt haben können je ihre Lage in keiner Weise mehr hinterfragen.
In ähnlicher Wirkung hat auch das Kapitel zum Bolschewismus sehr gute Kritik am selbst proklamierenden „Realsozialismus“ dargelegt.
Trotzdem oder gerade deshalb kriegt das Buch jedoch die „Bestbewertung“.
Hinzu kommt der präzise und gut erarbeitete historische Abriss, welcher das Proletariat wie es heute existiert, hat entstehen lassen und wie es dieses „mit sich hat machen lassen“.
Auch dabei lässt sich wieder auf den erkannten Realismus der letzten Kapitel Bezug nehmen: je kritischer das Proletariat seine Rolle wahrnimmt, desto weniger arbeitet sie gegen diese.
Auch mit dem „eigentlichen“ Interesse des Proletariats, wie MLer es gerne definieren, wurde hier gut aufgeräumt.
Es ist eine Empfehlung für jeden, der sich anspruchsvollere Lektüre „zutraut“.