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Kommissar Jennerwein #4

Oberwasser: Alpenkrimi (Kommissar Jennerwein ermittelt 4)

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Wer drunten schwimmt, ist länger tot: Kommissar Jennerweins vierter FallNachts in einem idyllischen alpenländischen Kurort: Dunkle Gestalten schleppen eine leblose Person zur Höllentalklamm. Kommissar Jennerwein erhält einen heiklen Auftrag. Er muss einen verschwundenen BKA-Ermittler finden, aber niemand darf wissen, dass er nach ihm sucht. Während er mit seinem bewährten Team offiziell einem Wilderer nachstellt, forscht er in Gumpen und Schluchten nach dem Vermissten. Derweil erzählen die Einheimischen düstere Legenden von Flößern, die einst das Wildwasser in eine Höhle sog, ein neugieriger Numismatiker entdeckt kryptische Zeichen auf einer alten Goldmünze, und ein Scharfschütze lauert am Bergbach. Kommissar Jennerwein gerät beinahe ins Strudeln…

397 pages, Kindle Edition

First published February 1, 2012

14 people are currently reading
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About the author

Jörg Maurer

53 books53 followers
Librarian Note: There is more than one author in the Goodreads database with this name.

1953 in Bayern, ganz in der Nähe Österreichs geboren, hielt es Jörg Maurer in Garmisch-Partenkirchen nicht lange aus und ging bald nach der Schulzeit nach München, wo er Germanistik, Anglistik, Theaterwissenschaften und Philosophie studierte. Es folgten einige Jahre als Englisch- und Deutschlehrer. Nebenbei verfasste Maurer seinen ersten Roman "Föhnlage", der 2009 erschien und mit dem er viele Leser begeisterte. Neben dem Schreiben gehört Maurers Leidenschaft dem Musikkabarett. Beide zusammen präsentiert er in seinen "musik-kabarettistischen Lesungen". Wiewohl er den Lehrerberuf mochte, so hat Jörg Maurer ihn doch zugunsten der Literatur und Musik aufgegeben.

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Community Reviews

5 stars
88 (25%)
4 stars
154 (44%)
3 stars
78 (22%)
2 stars
18 (5%)
1 star
9 (2%)
Displaying 1 - 18 of 18 reviews
Profile Image for Sonja Rosa Lisa ♡  .
5,171 reviews642 followers
April 3, 2022
Kommissar Hubertus Jennerwein hat einen neuen Fall: Gemeinsam mit seinem Team sucht er zwei verschwundene BKA-Ermittler. Da niemand von diesem Fall erfahren darf, muss ein Alibi-Fall her. Zum Schein jagen die Kommissare einen Wilderer.

* Meine Meinung *
Dieses Buch hat mich wunderbar unterhalten können. Es war spannend und humorvoll und voller Lokalkolorit, was ich sehr mag.
Jennerwein und seine Truppe sind allesamt tolle Charaktere, die immer wieder für Erheiterung sorgen.
Sehr gut gefällt mir, dass es viele verschiedene Handlungsstränge gibt, die zunächst scheinbar gar nicht miteinander harmonieren, die aber im Laufe der Geschichte dann doch zusammengeführt werden. So bleiben die Neugier auf den Fortgang der Geschichte und die Spannung immer hoch.
Fazit: Ein tolles Buch, das vier Sterne von mir bekommt!
Profile Image for Alexandra .
936 reviews371 followers
March 30, 2012
Dieser Alpenkrimi zeichnet sich durch grossartige Fabulierkunst aus. Ich bin wirklich ein Fan davon, wie der Autor Jörg Maurer blumenhafte deutsche Sprachmelodien komponiert, um das Alpenidyll zu beschreiben und diese dann auch noch mit einigen bayrischen Idiomen an der richtigen Stelle und humoristischen Wuchtln würzt.

Die Figuren rund um das Ermittlerteam von Kommissar Jennerwein sind sehr gut entwickelt, jeder hat so seine eigenen Probleme, Voraussetzungen, Vorgeschichten und auch unterschiedliche Ermittlungsansätze, die ein Versprechen auf spannende Polizeiarbeit geben. Auch die Verdächtigen und Nebenpersonen weisen teilweise sehr interessante, innovative und humorisitische Biografien auf, die sich nahtlos und glaubwürdig in die Alpenumgebung einfügen. Alles zusammen ein Cocktail dessen Indgredienzien zwangsläufig einen spannenden Krimispass ergeben müssten?

Leider nein. Die Kriminalstory ist so durchsichtig, dass der Täter schon zu Beginn irgendwie klar ist, Spannung bei den Ermittlungsergebnissen kommt auch nicht auf - es gibt keine einzige überraschende Wende. Am Anfang hatte ich noch gehofft, dass meine Vermutung einfach eine gut gelegte falsche Fährte ist, aber leider habe ich mich getäuscht. Sorry, aber da muss ich streng sein. Ich bin Krimi-Puristin, ein Roman kann noch sprachlich so gut formuliert sein: Wo Krimi draufsteht, müssen für mich auch, Leichen, Spannung, lustiges Mörderraten und überraschende Wendungen drinnen sein.

Fazit als Roman und sprachlich ist dieses Werk ein sehr hoher Genuss der sich die Höchstwertung verdient, als Krimi mit den wesentlichen KO-Kriterien taugt Oberwasser leider nicht so viel.
Profile Image for Bücherfresserin.
342 reviews90 followers
March 28, 2012
"Spannung und Humor versanken schnell inmitten von großen Worten …"

Inhalt:
Kommissar Jennerwein ermittelt in seinem vierten Fall, denn in einem schönen alpenländischen Kurort verschwinden plötzlich zwei verdeckte Ermittler des BKA’s. Jennerweins Team wird her beordert und soll sich unauffällig auf die Suche nach den zwei verschwundenen Ermittlern machen. Eines ist klar: Die top ausgebildeten Ermittler sind nicht einfach so verschollen. Jennerwein ahnt einen dicken und gefährlichen Fisch an der Angel zu haben und ermittelt verdeckt im Kurort. Und so sucht Jennerweins Team offiziell nach einem Wilderer und insgeheim nach den verschwundenen Ermittlern. Doch als wäre dies nicht genug, kursieren wilde Legenden in dem Kurort umher und plötzlich taucht auch das Ex-Bestattertpaar im Dorf wieder auf … Kommissar Jennerwein steckt in lauter von Aufgaben.


Meinung:
“Oberwasser” ist der vierte Alpenkrimi von Jörg Maurer, indem der Kommissar Jennerwein ermittelt. Die Bände sind aber ohne Probleme auch unabhängig voneinander lesbar. Der Titel “Oberwasser” ist hier im wahrsten Sinne des Wortes auch Thema. Jennerwein ermittelt in einem alpenländischen Kurort und so der wird der Roman zu einer Mischung aus Krimi und Komödie.

Kommissar Jennerwein ermittelt in einem brisanten Fall. Bei einer verdeckten Ermittlung verschwinden plötzlich zwei Beamte vom BKA. Niemand weiß wo sich beide befinden und ob sie nicht in eine Fall in Mitten der verdeckten Ermittlung geraten sind. Die Spannung wird hoch angesetzt, durch einen Fall dem Eile geboten ist. Jennerweis Team wird beauftragt, da er uns sein Team im Kurort problemlos ermitteln können. Allerdings darf niemand etwas von den zwei verschollenen Ermittlern erfahren und so muss Jennerweis Team offiziell einer ganz anderen Spur folgen.

Zu Jennerweis Ermittlerteam gesellen sich weitere Handlungsstränge, denn im Dorf gehen unheimliche Legenden über die Höllentalkamm umher. Dazu kommen weitere Personen wie das Ex-Bestatterpaar oder die Holzymaerin Veronika und der Mühlriedl Rudi, die eine heimliche Affäre haben. Alles sehr skurrile Persönlichkeiten, wie auch einen Manager aus der Wirtschaft, der sich in den Alpen dem Extremsport widmet, um dort kreative neue Wirtschaftsmodelle zu entwickeln.

Durch die Vielfalt an Handlungssträngen wird man von dem Autor geradezu durch die Geschichte katapultiert und erst gegen Ende münden die vielen Handlungsstränge ineinander. Einerseits sehr aufregend zu lesen, auch weil man so viel erfährt, was ein einziges Ermittlerteam gar nicht erfassen könnte. Andererseits ist es auch wirklich sehr viel an Input, die der Autor dem Leser zumutet. Mir war es vor allem am Anfang viel zu viel. Der Einstieg war durch die ganzen Sprünge von Person zu Person sehr schwer und so konnte ich der Handlung nur zäh folgen.

Dazu kommt dann der bayerische Part, der einen richtigen süddeutschen Akzent mit in den Krimi bringt. Für mich war dies ab und an ein wirkliches Problem, da ich eine Weile brauchte um diesen Sprachlaut auch flüssig lesen zu können, ohne dass mir jedes Wort andauernd durch den Kopf ging. Beim Lesen erfährt man als nicht-bayrisch-Versteherin leider nicht die Aussprache. Dennoch macht dieser Akzent “Oberwasser” zu einem kleinen Highlight im Krimibereich.

Allerdings ist der Fall indem Jennerwein ermittelt alles andere als schwer. Der zu Beginn gepuschte Plot endet relativ lahm. Alles wirkt sehr gestellt und gekünstelt, als wenn der Autor gerade dies und das einbauen musste, um irgendwie voran zu kommen. Da der Anfang mich wirklich interessiert hat, war ich vom Ende dann leider sehr enttäuscht. Es gibt zwar Ermittlungen und auch Action, aber das Grundkonzept der ganzen Ermittlung ist nichts besonderes. Die Lösung des Falls ist schlicht und ergreifend zu einfach, zu lahm und für einen Krimi nicht intelligent, noch spannend genug. Schade, vor allem weil der Plot sicherlich mehr Potenzial gehabt hätte, gäbe es nicht diese primitive Lösung.

Am wenigstens anfreunden konnte ich mich dann allerdings doch mit diesem gestellten Humor und Witz in “Oberwasser”. Durch viele Worte, unendlich skurril geschilderte Charaktere und angeblich lustigen Textpassagen wird “Oberwasser” geradezu platt gespült. Die Spannung bleibt zwischen Witzen, die nicht lustigen sind hängen. Man muss vielleicht das ein oder andere Mal schmunzeln, aber der ganze Humor erscheint nicht echt, sondern so, als ob der Autor dies und das unbedingt machen wollte. Zudem wirkt “Oberwasser” auf mich auch relativ klischeehaft. Aus Klischee soll hier Humor entstehen, die oft durch Charaktere präsentiert werden sollen, wie das Ex-Bestatterpaar, das zurück in seine Heimat ziehen will, obgleich sie zuvor jahrelang für die Mafia Leichen mit beerdigt haben und nun sich jeden Tag beim Polizeirevier melden müssen. Realistisch wirkt “Oberwasser” dadurch nicht gerade.

Insgesamt konnte mich “Oberwasser” nicht so recht packen. Der Roman wirkt unecht und trumpft mit einem Humor auf, den ich als künstlich empfand. Zudem gibt es viel zu viele Handlungsstränge und lange Worte des Autors, weshalb die Spannung relativ flott zu sinken beginnt. Dies liegt mitunter auch daran, dass der ganze Plot nicht unbedingt gelungen ist. Das verwendete Potenzial des Krimi ist eher bescheiden und das Ende enttäuscht.

“Oberwasser” ist der vierte Teil um den Kommissar Jennerwein und höchstwahrscheinlich eher geeignet für Leser von Herrn Maurer, die die Bücher zuvor schon gelesen und geliebt haben. Als Quereinsteiger war mir “Oberwasser” weder spannend noch intelligent genug, sodass der Humor einskalt an mir abgeperlt ist, schade.

Der Schreibstil ist besonders. Es gibt einen hohen bayerischen Anteil und teils auch witzige Formulierungen. Das ganze ist nicht unbedingt flüssig zu lesen, man muss sich etwas in diesen Schreibstil reinlesen. Zudem ist der Humor manchmal recht vorhersehbar. Dennoch war der Schreibstil des Autors einer der wenigen Dinge, die mich positiv überrascht haben, denn die Formulierungen und Dialoge sind schlau formuliert und nicht zu einfach. Der Schreibstil des Autos ist in jedem Fall ein sehr positiver Punkt, trotz langen Worten.

Das Cover hat Witz. Beim Lesen erfährt man auch, was es mit dem Fluss eigentlich auf sich hat. Zudem finde ich diesen Stil des Cover sehr gelungen und der Roman reiht sich gut in die vorherigen Bände von Jörg Maurer ein. Auch die weitere Aufmachung ist in jeden Fall gelungen und kann begeistern. “Oberwasser” ist gestalterisch gut gelungen und fällt auf den Büchertischen in den Buchgeschäften sicherlich auf.

Fazit:
“Oberwasser” war nett zu lesen. Von einem Krimi mit Humor hätte ich aber mehr erwartet. Obwohl mich der Schreibstil begeistern konnte, ist die Geschichte eher platt. Witz und Spannung wurden an mir vorbei geschwemmt, der ganze Kriminalfall ist spröde und nicht wirklich interessant zu lesen. 2 Sterne für eine ausbaubare Idee, deren Sprache und Setting zwei gute Sterne verdient hat.
Profile Image for I_love_books.
152 reviews
September 1, 2016
Oberwasser ist bereits der vierte Fall von Kommissar Jennerwein und doch hatte ich bisher keine Ahnung von dessen literarischer Existenz. Ich bin also ein absoluter Alpenkrimi-Frischling.

Normaler Weise bin ich kein großer Fan von kabarettistischen Texten und deshalb war ich anfangs recht skeptisch, ob das Buch von Jörg Maurer wohl zuviel Wortwitz für meinen Geschmack beinhaltet. Aber Grundlegend ist es ja ein Krimi, also muss es ja auch etwas für mich sein. :-)

Zum Inhalt:

Im tiefen Bayern gibt es mehr als nur Weißwurschteln, Brezen und Leberkäs’… Die Kurort-Idylle trügt, denn die Mafia treibt dort seit langem ihr Unwesen und während das BKA vor Ort ermittelt, verschwindet einer ihrer Beamten spurlos. Kommissar Jennerwein und sein Team werden mit der Suche beauftragt – jedoch müssen sie undercover agieren und ihre Anwesenheit durch ein fiktives Verbrechen begründen. Die Ermittler saugen sich eine irrwitzige Story über einen Wilderer und einen Mord aus den Fingern und los geht’s mit dem Alpenkrimi.

Mein Fazit:

“Oberwasser” ist ein witziger Krimi, der durchaus Lust macht, noch mehr bayrischen Ermittlern bei ihrer Arbeit über die Schulter zu lunzen. Die Handlung besteht aus mehreren Handlungssträngen und noch mehr Personen. Die Namenvielfalt hat mich irgendwie ein bisschen erdrückt. Gern hätte ich noch mehr Details über die tatsächlichen Geschehnisse in der Höllentalklamm (Folter & Halluzinationen) gehabt.

Zum Schluss muss ich gestehen, dass mich der kleine Bayrische Exkurs – mit den vielen bayrischen Wörtern und Redewendungen, wie z. B. “I muass aufs Heisl” – sehr amüsiert hat. Während des Lesens ist mir außerdem bewusst geworden, dass der Autor einen gewissen Faible dafür hat, eigene Wörter & Redewendungen zu kreieren. Die Passage “Ein homöopathisches Nicken der Nickstärke D20″ ist mir z. B. sehr in Erinnerung geblieben.
Profile Image for Eule.
8 reviews18 followers
October 8, 2012
"Gerade hinter den Geranien lauert das Grauen"
Das zumindest muss Kommissar Jennerwein wieder einmal in seinem vierten Fall fest stellen. Diesmal geht es hoch her in dem kleinen Kurort in den bayrischen Alpen, denn das BKA ermittelt. Denen sind nur leider kürzlich zwei Mitglieder "verschollen" und wer wäre besser geeignet als Jennerwein und sein Team die beiden Vermissten zu finden. Da dass nebenbei auch die Jagt nach einen Wilderer, kryptischen Botschaften auf alten Münzen, geheime Höhlen, alte Legenden und ein Wiedersehen mit alten Gaunern...äh Bekannten beinhaltet, ist das spannende und lustige Durcheinander vorprogrammiert.
Oberwasser ist nach meiner Meinung ein schön kurzweiliger und humorvoller Krimi, der für mich wie ein kleiner Alpenurlaub war. Die Geschichte ist in sich stimmig und durch die verschiedenen Charaktere, die durch den Erzähler abwechselnd beleuchtet werden, sehr schwungvoll. Wie immer in Maurers Büchern wimmelt es nur so von „echten Originalen“ kleinen und großen Gaunereien und viel Regionalflair. Gerade, dass das Team Jennerwein auf seiner Suche nach den beiden BKAlern eigentlich bei jedem Einwohner des kleinen Ortes in der Lage ist, dass ein oder andere (verbotene) Geheimnis zu entdecken, macht das Buch so unterhaltsam.
Einziger Wermutstropfen bei der Lektüre war für mich daher, dass ich nicht so viel mit raten konnte. Sei es, weil der Leser durch die Täterperspektive schon Vorwissen, dass den Ermittlern fehlte, bekommen hat oder einfach nicht genug Informationen (zumindest für mich) im Buch vorhanden waren, die es ermöglicht hätten den/die Täter zu identifizieren.
Profile Image for Domic.
900 reviews18 followers
May 27, 2014
Hah, das hat richtig Spass gemacht! Der Autor liest selbst und kann das richtig gut - alle Charaktere sprechen mit dem passenden Dialekt, ohne dass das bemüht oder aufgesetzt wirken würde. Auch die Story war ziemlich spannend, wenn ich auch zugeben muss, dass es am Anfang etwas verwirrend war, weil alle Handlungsstränge nebeneinander her erzählt werden, ohne dass man blickt, wie das jetzt alles zusammenhängt. Im Zweifel hätte man einige Stränge, wie den Studenten in Marokko auch rauslassen können.
Nichtsdestotrotz: Das ist sicher nicht mein letztes Järg Maurer-Hörbuch!
Profile Image for Sarah.
240 reviews5 followers
March 30, 2012
"Oberwasser" ist für mich der erste "Alpenkrimi" aus Jörg Maurers Jennerwein-Reihe und nein, es hat mir nicht besonders gefallen. Das kann zum einen daran liegen, dass ich die drei Vorgänger Föhnlage, Hochsaison und Niedertracht nicht gelesen habe, zum anderen aber auch daran, dass die Handlung fürchterlich wirr und vieles überflüssig war.

Aber erst einmal zum Inhalt: Im alpenländischen "Kurort mit Bindestrich" verschwinden zwei verdeckt arbeitende BKA-Ermittler. Um jedoch in der Bevölkerung keinen Verdacht zu erwecken, dass das BKA dort kriminellen Machenschaften im großen Stil auf der Spur ist, erfinden Kommissar Jennerwein und sein Team kurzerhand einen Ersatzfall und inszenieren öffentlichkeitswirksam den Mord eines Wilderers an einem Oberforstrat. Unter dem Vorwand, das Versteck des flüchtigen Wilderers zu suchen, macht sich das Team in Wirklichkeit auf die Suche nach den verschwundenen Undercover-Ermittlern. Währenddessen findet ein Abiturient im Marokko-Urlaub eine alte deutsche Münze mit rätselhafter Gravur, ein von Strudeln begeisterter Kajakfahrer treibt sich in den Gewässern rum, ein gefoltertes Entführungsopfer schreibt in einer dunklen Höhle Tagebuch und das Bestatterehepaar Grasegger, kriminell durch und durch, kehrt mitsamt Bewährungsauflagen in den Kurort zurück...

Meine Probleme mit diesem Buch begannen früh: Gefühlt Hunderttausend verschiedene, unzusammenhängende Handlungsstränge mit mindestens ebenso vielen Personen prasselten auf mich als Leser ein. Einen Überblick zu gewinnen war mir gerade am Anfang unmöglich und es wurde bis kurz vor Ende leider auch kaum besser. Es mag hier helfen, die drei Vorgänger schon zu kennen, denn vom Ermittlerteam um Jennerwein selbst erfährt man wenig, vor allem nichts Klares. Unter der Flut von Handlungspersonen, Haupt- und Nebenhandlungen, blieben vor allem die wichtigen Charaktere, die Ermittler, farblos und flach.

Sinnige, schlüssige Beschreibungen wurden oft zugunsten von Sprach- und Situationskomik verkompliziert und mit zur radikalen Überzeichnung der Charaktere ins Lächerliche gezogen. Nur in Ausnahmefällen konnte dieser Humor bei mir punkten. Das kauzige Ehepaar Grasegger zum Beispiel ist in ihrer Mischung aus bayrischer Gutbürgerlichkeit und mafiöser Kriminalität gut gelungen. Über die überspitzen Klischees konnte ich bei Ursel und Ignaz richtig schmunzeln. Jennerwein und seine Mannschaft dagegen entlockten mir mitsamt ihren Anektdötchen kaum Zucken um die Mundwinkel- mit Ausnahme des Polizeiobermeisters Hölleisen vielleicht, der bei seinem Versuch jegliche Verpflegungskosten erstattet zu bekommen einen amüsanten Schriftwechsel mit einem Sachbearbeiter entwickelt, der das deutsche Amtswesen ordentlich verschaukelt. Leider wird dieser Ansatz schnell fallen gelassen, wie überhaupt vieles nur angeschnitten und dann wieder abgewürgt wird.

So auch die Ermittlungen: Das Fake-Verbrechen wird inszeniert, der Wilderer ist unterwegs und liefert recht lustige Zwischenkapitel, die sich mit ihrem Stil vom übrigen Text abheben - wenn ich auch hier leider manchmal die Konsequenz vermisste, denn ich immer wird die stilistische Trennung eingehalten. Nur für wirkliche Ermittlungen, wie sie geplant waren, wird es dann kaum genutzt. Man verliert sich in weiteren Tarnungen und an den Haaren herbeigezogenen Spekulationen und Schlussfolgerungen, die den Leser vielleicht durch ihre Skurrilität zum Lachen bringen sollten, mich aber oft mit ihrer mangelnden Logik genervt haben. Denn dadurch wirken die Ermittlungen einfach langweilig und alles wird hinterher so einfach und wenig intelligent gelöst, dass es mir keinen Spaß gemacht hat.

Leider gibt es dann noch völlig sinnleere Nebenhandlungen, wie zum Beispiel die um den 19jährigen Oliver Krapf, der im Urlaub in Marokko eine alte deutsche Münze findet, auf die einige Buchstaben eingeritzt wurden. Schon allein der Versuch von Jugendsprache entlockte mir nur mitleidige bis genervte Gefühlsregungen - bestimmt kein Schmunzeln - und auch die wirren Versuche des kleinen Computer-Nerds die rätselhaften Gravur auf der Münze zu entschlüsseln sind so absurd, dass sie nicht mehr lustig, sondern nur noch peinlich waren. Traurig, dass ausgerechnet der Protagonist dieser unsinnigen Nebenhandlung derjenige war, der meiner Meinung nach die meiste charakterliche Tiefe abbekam.

Das Ende fand ich dann auch recht enttäuschend, da nicht alle Handlungsstränge zufriedenstellend aufgelöst wurden und der Höhepunkt der Ermittlungen, die Lösung des Vermisstenfalls, mich auch einfach nicht überzeugen konnte. Zu einfach, zu platt und der für mich spannenste Charakter bleibt ein ungelöstes Rätsel, das kaum Beachtung findet. Warum es diese Handlungsstrang überhaupt gab? Keine Ahnung. Vielleicht mussten die 400 Seiten voll werden.
Sprachlich hätte ich mit viel mehr bairischen Dialekt gewünscht und weniger gestelztes Drum-Herum-Gerede. Es war einfach nicht flüssig zu lesen und der Humor verlor sich in ärgerlichen, unlogischen Nebenerzählungen, sodass manchmal auf vielen, vielen Seiten rein gar nichts gesagt wurde.

Mein Fazit: Lieber nicht. Skurrilen Humor und Klischees mag ich, wenn sie ausgereift sind, gerne. Hier verlor er sich für mich aber in größtenteils zu flachen Charakteren und einer teilweise unzumutbar lachhaften Ermittlung, die die Bezeichnung "Krimi" nicht verdient. Unübersichtliche Nebenhandlungen, viel zu viel Drum-Herum und unzureichende Spannung taten dann ihr übriges, um mir dieses Buch zusätzlich zu verderben. Es ist nicht witzig genug für eine gute Komödie und nicht spannend genug für einen guten Krimi. Ein paar gute Aspekte in jeder Menge Unfug ergeben 2 von 5 Sternen.
Profile Image for Airi Forssell.
163 reviews3 followers
October 13, 2020
Drei... oder vier. Ich habe endlich, endlich, den Buch durchgelesen, mit Deutschkenntnisse aus der Schule seit viele Jahrzente, und wenig gesprochen seitdem. (Und schreibe jetzt ohne Grammatikbuch zur Hand.) Ja, es war toll, und ja, man kann die Sprache wirklich geniessen - aber es war einfach zu viel. Zu viel alles. Es passiert so alles mögliches, Bis die letzte Seite war ich ganz ermattet.
Profile Image for Kaja.
47 reviews
June 16, 2012
Inhalt:
Schräg geht es vor in Jörg Maurers “Oberwasser”, denn nichts ist wie es scheint. Eine vermeintliche Leiche inklusive Tatort entpuppt sich als Büro des Vorgesetzten von Kommissar Jennerwein. Ein wohlbekanntes Bestatterehepaar kehrt aus dem “Exil” zurück und ein hochdeutsch sprechender Wilderer wird eines Verbrechens beschuldigt. Ein BKA-Beamter wird in einer Höhle festgehalten und ein paar Jugendliche machen ihren wohlverdienten Abiurlaub in Marokko.
In diesem Durcheinander sollen Jennerwein und sein Team zwei verschwundene BKA-Beamte wiederfinden, dürfen dabei aber kein Aufsehen im Ort erregen.

Meinung:
Zunächst erscheint der Einstieg etwas wirr, es wechseln sich Kapitel aus den verschiedenen Perspektiven ab, deren Sinn sich dem Leser nicht auf dem ersten Blick zeigen. Man wird mehr oder weniger ins kalte Wasser geworfen. Das macht aber nichts aus, denn Maurer schafft es so kurzweilig zu schreiben, dass man sofort in der Geschichte ist und wissen möchte, was als nächstes passiert. Nach und nach entfalten sich die Zusammenhänge und das wahre Gesicht der Alpenbewohner zeigt sich. :) Der Kriminalfall entrollt sich ebenso und nimmt mit fortschreitender Seitenzahl auch an Fahrt auf. Begünstigt wird die schnelle Handlung vor allem durch die vielen kurzen Kapitel und Perspektivwechsel. Ich konnte das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen, bis ich es zu Ende gelesen hatte.

Mich hat es zu keinem Zeitpunkt gestört, dass ich bisher noch keinen anderen Alpenkrimi von Jörg Maurer gelesen habe. Das Kriminalteam wird gleich am Anfang kurz mit ihren prägendsten Charaktereigenschaften vorgestellt und selbst mit den alten Bekannten aus den vorherigen Teilen wird man schnell warm. Sogar die bayrischen Wörter sind auch für Hochdeutsche größtenteils zu verstehen und machen die Atmosphäre rund ohne dabei lächerlich zu wirken.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass teilweise der Kriminalroman vor lauter Abstrusitäten und Skurilem verloren ging. Dass heißt nicht, dass ich Maurers Humor nicht mag, ich musste eigentlich dauernd beim Lesen des Buches grinsen und lachen. Da bekommt selbst das Werdenfelser Panorama ein paar Gastauftritte, sei es als Fieberkurve eines Kranken oder als Umsatzkurve eines dubiosen Unternehmens namens Zarathrusta Solutions. Aber ein bisschen mehr Krimi hätte dem ganzen trotzdem nicht geschadet. Albern, wie ich es anhand des Covers befürchtet hatte, war “Oberwasser” aber nie.

Fazit:
Ich habe mich selten so gut in einem Krimi unterhalten gefühlt. Vergleichbar sind für mich nur noch “Miss Lizzie” von Walter Satterthwait und die Kühlfach-Bände von Jutta Profijt, die auch alle ihren ganz eigenen skurilen Humor haben. Teil eins bis drei sind auf jeden Fall schon auf meinem Wunschzettel gelandet, das sagt bestimmt schon alles aus. ;) 4 Sterne.
237 reviews1 follower
April 11, 2012
Nicht nur das Cover weicht von der Gestaltung her von den bisherigen Maurer-Titeln ab, sondern auch die Struktur der Handlung gleicht nur wenig den Vorgängern. Begannen die anderen Titel mit vielen, oftmals sehr verwirrenden Handlungssträngen, die zudem auch noch äußerst verrückt waren, geht dieser Roman in eine doch andere Richtung, da deutlich weniger unterschiedliche Handlungsstränge vorliegen und diese vergleichsweise wenig verrückt sind, wenn auch nicht minder lustig, auf ihre Maurer-typische Weise. Ebenfalls abweichend, muss in diesem Roman nicht ein Mord aufgeklärt werden, sondern es sollen zwei BKA-Beamte wiedergefunden werden, um so einen Mord zu verhindern. Da im Loisachtal jedoch die einfachsten Missionen aufgrund seiner Bewohner und anderer Gegebenheiten alles andere als einfach sind, müssen jedoch wieder einige Widrigkeiten bekämpft werden. Jennerwein und sein Team müssen dies auch wiederholt erkennen und planen daher ein Ablenkungsmanöver zu ihrer eigentlichen Mission. Auch wenn vieles wieder etwas verrückt und nicht alles in der Geschichte wirklich realitätsnahe Begebenheiten sind, ist die Geschichte trotzdem nicht minder spannend, interessant und lustig, auch wenn man manches, besonders die Dramatik-Kapitel zunächst nur schwer wirklich einordnen kann. Besonders gefällt mir, dass die einzelnen Handlungsstränge sehr gut miteinander verwoben werden und zudem überschaubar bleiben. Alles in allem, durch und durch ein echter Maurer, wenn auch durch ein paar kleine Änderungen in seiner Darbietungsform besser als seine Vorgänger, mit gleichbleibend humoristischer und interessanter Story.
729 reviews4 followers
May 22, 2012
Audiobuch--I had a hard time getting into this one--a lot of characters... I'll try another Alpenkrimi later.

Kommissar Jennerweins vierter Fall
Nachts in einem idyllischen alpenländischen Kurort: Dunkle Gestalten schleppen eine leblose Person zur Höllentalklamm. Kommissar Jennerwein erhält einen heiklen Auftrag. Er muss einen verschwundenen BKA-Ermittler finden, aber niemand darf wissen, dass er nach ihm sucht. Während er mit seinem bewährten Team offiziell einem Wilderer nachstellt, forscht er in Gumpen und Schluchten nach dem Vermissten. Derweil erzählen die Einheimischen düstere Legenden von Flößern, die einst das Wildwasser in eine Höhle sog, ein neugieriger Numismatiker entdeckt kryptische Zeichen auf einer alten Goldmünze, und ein Scharfschütze lauert am Bergbach. Kommissar Jennerwein gerät beinahe ins Strudeln
Profile Image for Patrizia.
825 reviews15 followers
May 28, 2012
En Alpekrimi .. mau öpis anders ;)
Profile Image for Halalilodri.
883 reviews7 followers
January 4, 2015
Die Geschehnisse in der Klamm sind atemberaubend - geschildert.
Displaying 1 - 18 of 18 reviews

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