In den ersten 300 von 320 Seiten hat sich mein nach Band 2 entstandener negativer Eindruck stetig bestätigt. Der Schreibstil ist oft so seltsam bzw. albern und Fehler häufig so offensichtlich, dass ich ernsthaft an der Kompetenz der Lektorin und Korrektorin zweifle. Die Richtung, in die Avathandal sich entwickelt, hat mir überhaupt nicht gefallen, und damit meine ich nicht seine Beschäftigung mit Magie, sondern die Art, wie er mit Tris umgeht. Teilweise war ich stellvertretend für sie richtig empört, aber sie lässt einfach alles mit sich machen und sagt nichts! Wie schon bei Band 2 habe ich mich wieder und wieder gefragt, wozu sie eigentlich gut ist, da sie eigentlich keine Funktion hat und sich nicht mal im Bereich der Heilmagie, ihrer angeblichen Stärke, hervortut. Tatsächlich war die Magie so unwichtig, dass ich mich über den Titel gewundert habe.
Zudem hasse ich, auf welche Weise die Autorin eine seit Band 1 bestehende und in Band 2 gestärkte Freundschaft beendet hat. Buchstäblich von einem Absatz auf den anderen wird sie ohne guten Grund als vorbei bezeichnet, obwohl auf den Seiten davor Harmonie herrschte. Dabei war das vollkommen überflüssig und hat nichts am Plot geändert. Da wüsste ich gern, was sich die Autorin dabei gedacht hat.
ABER an einem bestimmten Punkt wächst Tris in ihrer Beziehung ein Rückgrat, sodass sie sich nicht länger alles von Avathandal gefallen lässt. Und die letzten zwanzig Seiten konnten mich dann handlungstechnisch wieder versöhnen, weil endlich etwas Bedeutendes passiert, an dem Tris wirklich maßgeblich beteiligt ist. Zwar stört mich immer noch die Sache mit der grundlos beendeten Freundschaft und das tatsächlich Wichtige – also die letzten 20 Seiten – hätte ruhig früher bzw. ausführlicher passieren können, weil der Rest der Buches nur eine lange, spannungsfreie Suche/Reise ist, aber alles in allem hat mir dieser Band am besten gefallen. Auch wenn ihn im Vergleich das am wenigsten schönste Cover ziert ;)