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Das Untier: Konturen einer Philosophie der Menschenflucht

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German

113 pages, Perfect Paperback

First published January 1, 1983

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Ulrich Horstmann

56 books7 followers

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Community Reviews

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1 star
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Displaying 1 - 5 of 5 reviews
Profile Image for David Ramirer.
Author 7 books38 followers
January 4, 2016
der weg des menschen führt folgerichtig weitergedacht in den untergang: das ist im grunde keine besondere erkenntnis.

horstmann hat aber in diesem buch auf eindrückliche art und weise nachgewiesen, dass die verklärenden sichtweisen vieler philosophien, mystiker und religionen auf die menschliche gattung, die überwiegend immer noch davon ausgehen, dass das unaufhörliche gewusel und gekämpfe dieser degenerierten affen einen "sinn", "nachhaltigen wert" oder gar eine "spirituelle bedeutung" habe, nichts anderes ist als eine ausgeklügelte strategie zur verschleierung der eigentlichen bestimmung, nämlich dem verschütt gegangenen urwunsch des lebens von beginn an: zu enden.
horstmann schreibt dabei sehr "literarisch" - im unterschied zu den meisten philosophischen texten bleibt sein buch dadurch lesbar und informativ - auch und weil wohl die darin präsentierten umstände für so manchen gehirnbestraften mehrzeller schwer zu schlucken sein werden.
obgleich horstmann alles, was er schreibt "ernsthaft" unterfüttert, musste ich bei diesem buch oft an paul watzlawicks "anleitung zum unglücklichsein" denken, das ja das gegenteil des beschriebenen verkaufen mochte.

denn die lücken im gefüge des buches sind auch offensichtlich: horstmann gesteht dem untier in summe zu viel zu. der mensch mag vielleicht die option der auslöschung seiner gesamten existenz endlich erreicht haben, und das lyrische bild einer mondgleichen erde, die ohne leben, leiden und sinnlosem kampf durch das all treibt hat wirklich enorme sprachliche kraft. - aber auch diese zentrale stellung als letztlich alles erreichte und erreichbare auslöschende spezies stellt den menschen in die mitte, welche zwar so gesehen nicht von licht erfüllt ist; aber eine mitte ist es, und das entlarvt den so schwarz kristallinen humanismus selbst hier als das, was er ist: reinste hybris.

da ich aber dieses buch mehr als literarisches produkt denn als wissenschaftliche arbeit sehe, die vollen fünf sterne. denn horstmann schreibt famos.
Profile Image for Williams.
52 reviews
February 3, 2022
Eine Zusammenstellung anti-humanistischer Thesen über den in der Apokalypse endenden Werdegang des Untiers "Mensch". Ein philosophiegeschichtliches Werk, das seinen Höhepunkt in einer Liebeserklärung an Emil Cioran findet, der Auf dem Gipfel der Verzweiflung einen Lichtblick schopenhauerschen Denkens in unsere Zeit transferiert.
Horstmann fordert aktiv die Einsicht, dass der Mensch Untier und selbst für die kommende Apokalypse verantwortlich sein muss: Sein Ziel ist es dazu beizutragen, dass der Mensch sich in seiner humanistischen Scheinheiligkeit demaskiert und den schützenden Mantel des Lebens in einem letzten Aufbäumen gegen die Natur abwirft und sich seinem eigenen Abgrund entgegenwirft.
Cioran prophezeit den gleichen Werdegang, behält dabei aber würdevollen Abstand vor dem Anspornen der Untier-Apokalypse.
Sollte nicht ganz als philosophische Begründung einer Theorie, sondern mehr als ein literarisches Werk der eingleisigen Auslegung der Geschichte angesehen werden - ideologischer Tunnelblick sozusagen.
Profile Image for Tsalal.
4 reviews9 followers
June 18, 2019
Being alive sucks, that's why bad things are good - no need to translate it as its noble doctrine has bloomed into thousands of edgy twitter accounts.
Profile Image for Childerich III.
53 reviews4 followers
February 10, 2017
Horstmann beschreibt hier eine Utopie - die Menschheit vernichtet sich mittels eines Atomkriegs selbst und verschwindet endlich von diesem Erdball und hinterlässt nichts von ihrer erbärmlichen Existenz. Dass die Menschheit mit großen Schritten darauf zusteuert, dass es sogar in der Natur des Menschen liegt, sich selbst auszulöschen, dem Nichts (wenn auch unbewusst) entgegenzustreben, macht Horstmann im ersten Teil seiner essayistischen Abhandlung am Beispiel der Philosophiegeschichte deutlich. Der bekennende Schopenhauerianer Horstmann zeigt dabei auf, dass bereits in der Antike die Erkenntnis der Nichtigkeit allen Seins entwickelt wurde und sich im Laufe der Jahrzehnte immer weiter akzentuiert hat. Nach Abschluss dieses von großem Hintergrundwissen zeugenden deskriptiven Teils entwickelt Horstmann seine eigene Theorie einer "Philosophie der Menschenflucht" und bringt dabei zum Ausdruck, dass dem Gedanken einer baldigen Auslöschung der Menschheit nichts Schreckliches anhaftet, sondern dass sie so wünschenswert wie unausweichlich ist. Mit seinem ausgezeichneten Sprachgefühl und seinen prägnanten Beschreibungen lässt Horstmann dabei das Herz von so manchem Anhänger der pessimistischen Philosophie höher schlagen. Es gibt mittlerweile sogar schon bekennende "Horstmaniacs", zu denen sich auf Verf. dieser Rezension zählt.
Dass Horstmanns schmales Buch nicht eigentlich eine philosophische Abhandlung, sondern vielmehr Literatur sein möchte, machen dabei die beiden Mottos deutlich, die dem Text vorangestellt sind. Lustig wird es nämlich vor allem dann, wenn einmal wieder jemand die Vision Horstmanns zu ernst und vor allem zu wörtlich nimmt. Gerade an diese Leser sei hier der Rat erteilt, sich einmal über die beiden Mottos Gedanken zu machen. ... Und es sei auch an den zuhöchst karnevalesken Bart erinnert, den Horstmann in den Jahren der Publikation dieses Buches zu tragen pflegte... - Und an dieser Stelle ein Rat von Seiten des Verf. dieser Rezension: Tauscht den Ernst gegen den Unernst, den Grimm gegen den Spott, die Anklage gegen die Karikatur, dann wird das Sein in seiner ganzen Sinnfreiheit erst erträglich und bisweilen sogar ein Stückweit angenehm.
Profile Image for Sebastian Castellanos.
1 review
December 18, 2024
Horstmann’s prose, laced with biting irony, drags the reader through the philosophical abyss with unrelenting force. This is not a book for the faint of heart—or for those clinging to hope. It is a confrontation with the void, a meditation on the end of all things, and a reminder that perhaps the only mercy in existence is its eventual cessation.
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