An „Kapitalismuskritik“ kann man schon merken: Wir halten nichts von Kapitalismus.
Damit stehen wir nicht allein. Schließlich hat der Begriff Kapitalismus zumindest in Deutschland selbst in den Tageszeitungen einen schlechten Beigeschmack und es wird lieber von „sozialer Marktwirtschaft“ gesprochen. Und nicht nur Linke haben was gegen Kapitalismus, sondern immer wieder finden sich auch bei Nazis Gruppierungen, die sich in Abgrenzung zum Kapitalismus einen nationalen Sozialismus auf die Fahnen geschrieben haben.
Unsere Kritik am Kapitalismus lässt sich wie folgt zusammenfassen:
Der Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem, das der Bedürfnisbefriedigung sehr vieler Leute entgegensteht. Das materielle und auch viel psychisches Leid in dieser Gesellschaft ist kein „Fehler“ und auch kein „Versagen“ des Systems oder einzelner Akteur_innen, sondern notwendige Folge, warum und wie gewirtschaftet wird.
4/5- Doch recht lange für gebraucht. Mir hat’s aber gut gefallen. Ich bin nicht unbedingt mit der Intention reingegangen neues Wissen anzueignen, dass brauche ich hierbei nicht unbedingt. Aber ich wollte schauen, ob es was taugt, anderen Menschen zu empfehlen zu lesen, wenn sie sich mit marxistischer Kapitalismuskritik (richtig gemacht) beschäftigen wollen, und das hat das Buch m.E. größtenteils. Ich habe die genauen Stellen nicht mehr im Kopf, aber hier und da habe ich etwas gestutzt in der Argumentation, grundlegend ist mir aber nichts brachiales aufgefallen. Das Buch schafft es auf jeden Fall gegen den Kapitalismus zu agitieren, diesem und seinen Scheinargumenten den Boden zu nehmen und den (fast) ganzen Laden hier madig zu machen - für das ganz hätte man ein wenig mehr über den rechtlichen Sicherer des Systems sprechen müssen, auch wenn ich davon ebenfalls positiv überrascht war. Leider, mein einziger „größerer“ Kritikpunkt wäre, dass das Buch - gerade in den ersten Kapiteln - ein wenig zu hinderlich - also potentiell schwer bis unverständlich für Anfänger*innen - geschrieben ist. Das ist im Normalfall kein treffendes Argument, aber in dem Gedanken, dass es sich hierbei m.E. um eine Agitationsschrift handelt, ist es manchmal unglücklich vereinfacht - teils nicht genug.
Leider viel zu plump, kaum wissenschaftlich und sprachlich eher auf Mittelstufe-Niveau. Es kommt kein Lesefluss auf und die Professionalität fehlt einfach. Die Materie wird zu oberflächlich behandelt und ich bin mir bis jetzt nicht sicher, ob der Autor das Problem mit dem Kapitalismus wirklich erfasst hat. Leider ist das Buch in Form einer persönlichen Meinungswiedergabe/Kommentar geschrieben. Ich hatte mehr auf ein objektiveres, wissenschaftlicheres Werk gehoft - ein Fachbuch halt. Ein Fachlektorat und ein sprachliches Lektorat eines Verlages hätte dem ganzen gut getan. Sorry, aber an Print habe ich einfach andere Ansprüche.