Berlin im Mai 1929. Die Polizei geht erbarmungslos gegen die unerlaubten Demonstrationen der KPD vor. Dutzende Zivilisten sterben im Kugelhagel. Abseits der Straßenkämpfe entdeckt Exkommissar Grenfeld einen Schädel in einer Hutschachtel. Dass es der Kopf des Kolonialgründers Carl Peters ist, macht die Sache nicht besser. Vor allem, da die Politische Polizei nicht gut auf den Exkommissar zu sprechen ist. Grenfeld muss ermitteln und wird schon bald mit den Grausamkeiten aus dem einstigen Deutsch-Ostafrika konfrontiert.
"Blutmai" ist auf jeden Fall lesenswert, aber man sollte wie schon mit dem zweiten Teil, Interesse an Zeitgeschehen mitbringen, das scheint Baur vorauszusetzen. Leider ist zu vieles Skizze, und zu wenig Geschichte, dem Buch hätte etwas mehr Ruhe und etwas mehr Raum für die wichtigen Figuren nicht geschadet. Die Ostafrika Clique und ihre Verbrechen 25 Jahre zuvor nimmt zuviel Raum ein, für den Krimifall spielt das eine untergeordnete Rolle, da wären die Schilderungen über das damalige Schmuggelgeschäft in den 1920ern wichtiger für die Geschichte gewesen. Imo. Trotzdem. Das Buch bekommt eine Empfehlung. Wer die ersten beiden Teile gerne gelesen hat, wird um den dritten Teil nicht herum kommen.