Die Erwartungen
Ich habe dem neuen Glattauer mit Sehnsucht entgegen geblickt. Nachdem mich schon viele seiner bisherigen Bücher begeistert hatten (ich zähle sechs Stück im Regal), freute ich mich darauf, auch die Vier Stern Stunden zu meiner Sammlung zählen zu dürfen. Dennoch habe ich von den hundert Seiten im Drehbuchformat nur so viel erwartet, wie hundert Seiten eben tragen können: Kurzweilige Unterhaltung mit dem üblichen Charme und Witz, wie ich es von Glattauer gewohnt bin.
Die Meinung
Glattauer ist ein Meister des Zwischenmenschlichen und begabt im Umgang mit Worten, wie sich auch in Vier Stern Stunden zeigt. Ich habe mich an einem gemütlichen Sonntagnachmittag mit dem Büchlein amüsiert, und es entsprach all meinen Erwartungen. Durch den gewählten Stil kommen die Dialoge zwischen dem ausgeleierten Schriftsteller, seiner aufgedrehten Outdoor-Blogger-Freundin, einer etwas verklemmten Bewunderin und dem unglücklichen Chef des Hotels ungebremst aufs Papier, während es gleichzeitig eine natürlich subtile Überspitztheit erlaubt, die seinen Werken den typischen Witz einflössen. Charaktere und Humor sind wie erwartet durch und durch Glattauer. Eine gelungene, kleine, romantische Komödie.
Trotzdem rauben Form und Länge der Geschichte gezwungenermassen einige Aspekte. Die Umgebung, die Gedankenwelt der Charaktere und nicht zuletzt der Plot werden durch die Komprimierung ins Theaterformat auf ihr Wesentliches destilliert. So bleibt meine einzige Kritik das verlorene Potenzial. Vier Stern Stunden ist das, was es sein will, und dabei so gut, wie ein hundertseitiges RomCom-Theaterstück im Kleinformat eben sein kann. Gerade bei diesem Autor finde ich aber, dass mehr eben doch mehr wäre.
Die Sterne
Vier Stern Stunden ist eine unterhaltsame Lektüre für einen ruhigen Nachmittag und wird bestimmt auch auf der Bühne (und vielleicht erneut auf der Leinwand) einige Mundwinkel in die Höhe ziehen. Für das gelungene Theaterstück, welches alle meine Erwartungen erfüllte, gibt es die zum Namen passenden Vier Sterne.