Die Stärke der japanischen Linken strahlte in den 1960er Jahren in die ganze Welt. Die Studierendengewerkschaft Zengakuren machte aus den japanischen Universitäten verbarrikadierte Stützpunkte und Ausbildungszentren des Klassenkrieges. Auf riesigen Demonstrationen kämpften tausende behelmte und mit Stöcken bewaffnete Studenten gegen die Polizei. Auf internationalen Konferenzen mit Gruppen wie den Students for a Democratic Society, dem Weather Underground, den Black Panthers oder dem Sozialistischen Deutschen Studentenbund, wurde versucht durch intensive Vernetzung eine weltweite simultane Revolution denkbar zu machen. Als die Bewegung in Japan immer militanter wurde, folgten ihr viele ihrer globalen Epigone in den bewaffneten Kampf. So auch die Baader-Meinhof-Zelle, die sich ab 1970 durch ihre Taten, ihre Worte und unter dem Namen Rote Armee Fraktion (赤軍派 Sekigun-ha) in die europäische Nachkriegsgeschichte einschrieb.
William Andrews is a writer and translator in Tokyo. He holds degrees from King’s College London and Sophia University. He is the author of Dissenting Japan: A History of Japanese Radicalism and Counterculture, from 1945 to Fukushima (C. Hurst & Co., 2016) and The Japanese Red Army: A Short History, published in German as Die Japanische Rote Armee Fraktion (bahoe books, 2018). His translation of Miura Daisuke’s play Love’s Whirlpool (2005) was published in 2018 by the Japan Playwrights Association, which also published his translation of Setoyama Misaki’s Their Enemy (2013) in 2019.
Sehr klar strukturierte Einführung in die faszinierende (und auch reichlich abgedrehte) Story der (vereinigten) japanischen Roten Armee (Fraktion). Ich seh schon die Netflix Serie dazu, inklusive Staffelfinale: erste Staffel endet in Nordkorea, zweite in einer Berghütte.