2,5 🌟
Weil es hier um den dritten Teil der Reihe geht, könnten mögliche Spoiler enthalten sein, und deshalb kennzeichne ich das Ganze mal generell als Spoiler 😅
Ganz allgemein ist mein persönliches Fazit, dass es vielleicht doch gut gewesen wäre, der Geschichte vier Bände Raum zu lassen, anstatt sie auf drei heruntergekürzt zu haben. Ich habe bisher noch nie die Erfahrung gemacht, dass das funktioniert, zumindest für mich, und so ist es auch hier. Leider. Denn Band eins hat mir wirklich gut gefallen und Band zwei war sogar noch mal besser. Deshalb macht mich meine doch recht schlechte Bewertung auch so traurig 😭
Vor allem dann, wenn man mitbekommt wie viel Arbeit die Autorin in die Reihe gesteckt hat. Ach Mann 🙈
Woran hat es gelegen? Also für mich persönlich?
Die ersten ca. 400 Seiten waren tatsächlich echt gut, sie hatten Tempo, waren spannend, es wurden interessante Dinge enthüllt, und ich hatte den Drang immer weiter lesen zu wollen. Allein Freyas Schicksal war eine sehr mutige Entscheidung von der Autorin.
Doch dann passierte etwas, das ich gar nicht richtig benennen kann. Auf einmal kam die Handlung ins Stocken, es wurde zwischendurch wirr, viele Erklärungen fehlten mir oder liefen ins Nichts, es wurden weder Pläne geschmiedet noch sinnvolle Lösungen gefunden, die Charaktere entwickelten sich teilweise in eine unschöne Richtung, und es gab nicht mal einem nennenswerten Plottwist.
Ich muss leider leider sagen, dass mich spätestens ab der Hälfte keine der Beziehungen mehr emotional erreichen konnte.
Freya wurde von der kämpferischen und mutigen Prinzessin, die schlimme Folter und eine Reise ins Ungewisse überlebt hatte, zum schmachtenden und zarten Püppchen degradiert, die nach Larkins Pfeife tanzen sollte, auf einmal zu schwach zum Kämpfen war, und durch den Verlust ihrer Stimme auch irgendwie ihre Präsenz in der Geschichte eingebüßt hat.
Mir kam diese Beziehung mehr und mehr toxisch vor, und ich bin immer noch verwirrt, warum die Autoren das so konzipiert hat, weil das für mich ein ziemlicher Fail ist.
Was mir auch nicht gefallen hat, waren die pikanteren Szenen, denn die wurden mal eben schnell hintereinander abgehakt, im letzten Drittel des Buches. Dabei hätte es genug Gelegenheit gegeben, das auf den 800 Seiten etwas besser zu verteilen, damit es nicht so wirkt, als wolle man das eben noch hinein quetschen.
Ein weiterer Punkt, mit dem ich nicht viel anfangen konnte, waren die Kampfszenen. Ich empfand sie als sehr langatmig, da minutiös alle Kampfhandlungen beschrieben wurden. Wer wann stolpert, sich nach rechts dreht, den Gegner aufschlitzt, welche Organe dabei herausfallen…. Das war einfach nicht meins. Ich mag gute Kämpfe, aber das war einfach unnötig detailliert und da ich jetzt überhaupt nicht auf Horror oder Splatter stehe, muss man das so halt mögen und es ist definitiv eine Geschmacksfrage.
Was für mich vor allem nicht funktioniert hat, waren allgemein die Lösungsansätze. Sämtliche Pläne der Charaktere, um den Hauptgegner zu besiegen, wirkten auf mich nicht durchdacht und teilweise auch total sinnlos. Es wurde auch überhaupt nicht richtig taktiert oder genauer erklärt, wie die Magie nun funktioniert, mit der man ihn letztendlich schlagen möchte. Die meiste Zeit hatte ich Fragezeichen im Kopf und habe da einfach ein Stück weit Raffinesse vermisst.
Aufgefallen ist mir auch, dass man eigentlich so gut wie nichts über Seakis weiß. Elroy kommt und geht wie es gerade dem Plot dienlich ist, und ich hatte den Eindruck, dass es hauptsächlich darum ging, dass man eine mächtige Armee brauchte, die zum richtigen Zeitpunkt einfach da war.
Ich hatte insgesamt das Gefühl, dass am Ende einiges dem Rotstift zum Opfer fiel, was die Geschichte meiner Meinung nach bereichert hätte.
Das ist einfach so so schade, weil da einfach so viel möglich gewesen wäre. Aber die Handlung ist mir einfach zu linear gewesen, um mich überraschen zu können, und das hätte ich hier sehr gern gelesen.
Ich hoffe aber, das es ganz viele Leser gibt, die auch diesen finalen Teil mögen werden und mit dem Abschluss zufrieden sind.