Eine Woche im Hier zählen nur Sie – und am Ende werden Sie nicht mehr der gleiche Mensch sein!Petra freut sich auf eine Auszeit ganz für sich, ohne Haushalt, Kinder, Mann und Job. Ihren Sehnsuchtsort findet sie auf einer spanischen Insel, bei einer Seminarwoche im herrlich gelegenen Hotel Paraíso mit Selbsterfahrung, Körperarbeit, Meditation und Yoga. Dort trifft sie auf die anderen Teilnehmer der Gruppenreise, darunter Anka, Suse und Jenny, die unterschiedlicher nicht sein könnten – und Geheimnisse haben, die nicht nur Petras Leben aus den Fugen heben. Als auch noch ein Sturm die Hotelgäste einschließt und ein Entkommen von der Insel unmöglich macht, kochen die Emotionen innerhalb der Gruppe lebensgefährlich hoch. Am Ende wird aus dem Meer eine Frauenleiche geborgen. Aus der paradiesischen Wellnesswoche ist ein Albtraum geworden, und keiner der Teilnehmer ist mehr der Mensch, als der er gekommen ist – wie im Prospekt versprochen.
Auf diesen Roman bin ich beim Stöbern im Bloggerportal (unbezahlte & unbeauftragte Werbung) aufmerksam geworden. Mich sprach der Titel an und natürlich das Cover, die großen Blätter und schönen Blüten. Dann las ich den Klappentext und war überzeugt – das Buch musste ich lesen. Besonders der letzte Teil der Beschreibung hat mich gefesselt:
“[…] Als auch noch ein Sturm die Hotelgäste einschließt und ein Entkommen von der Insel unmöglich macht, kochen die Emotionen innerhalb der Gruppe lebensgefährlich hoch. Am Ende wird aus dem Meer eine Frauenleiche geborgen. Aus der paradiesischen Wellnesswoche ist ein Albtraum geworden, und keiner der Teilnehmer ist mehr der Mensch, als der er gekommen ist – wie im Prospekt versprochen.”
Leider entstanden dadurch völlig falsche Erwartungen in meinem Kopf. Denn ich dachte an einen Krimi. An eine Art “Cluedo” oder “Tod auf dem Nil” Geschichte. Viele Menschen eingesperrt an einem Ort, kein Entkommen und dann stirbt jemand. Mein Fehler war auch, dass ich direkt von einem Mord ausgegangen bin.
Kaum hatte ich den Roman in den Händen begann ich zu lesen und freute mich auf einen lustigen Krimi, wo ich als Leser mittüfteln kann, wer wohl der Mörder ist. Tja. Kennt ihr die Roman von Dora Heldt oder Hera Lind? Die Paradies Autorin “Amelie Fried” könnt ihr hinter diese Namen einreihen.
Damit möchte ich die Autoren und deren Bücher nicht schlecht reden. ABER es ist ein Genre für sich. Es in Worte zu fassen fällt mir schwer. Es sind Frauen in den Hauptrollen, die so 40-60 Jahren alt sind, in ihrem Familienalltag gefangen sind und das Klischee einer frustrierten Hausfrau entsprechen. Sie sind weder modern, noch spürt man einen weiten Horizont. Dann gehen sie auf Reise und ihr Leben verändert sich.
Ich könnte ganze Beiträge damit füllen, was dieses Genre für mich bedeutet (kurz zusammengefasst: Nicht meins.), aber hier geht es um “Paradies”. Und ja, das Buch gehört in das eben genannte Genre. Und ich bin die absolut falsche Zielgruppe.
Deshalb fällt es mir auch sehr schwer, eine Rezension zu schreiben. Ich habe mir verschiedene Meinungen zu dem Buch durchgelesen und viele sind sehr begeistert. Es ist auch nicht der erste Roman von Amelie Fried und all ihre Romane haben eine große Leserschaft und wurden ebenfalls schon mit Starbesetzung vom deutschen Fernsehen verfilmt.
Ich wurde nicht warm mit den Figuren. Andere Leser fieberten mit, hatten Tränen in den Augen beim Lesen und waren faszinierte von den Charakteren. Das alles hatte ich nicht. Mich nervten die Figuren, die sehr stereotypisch waren. Einzig mit Suse konnte ich mich ein wenig identifizieren. Sie ist die jüngste der Frauen (Ende 20) und engagiert sich für Umwelt und Menschen.
Leider wird dann ausgerechnet Suse oft als lächerlich dargestellt. Ihre Art kommt nicht an und wird fast schon angeprangert. Dabei ist sie diejenige mit den vernünftigen Gedanken. Das regte mich schon ziemlich auf. Auch geht es in dem Seminar im Hotel Paraiso um Meditation, Yoga und Selbsterfahrung.
Ihr wisst, dass das genau meine Themen sind und ich das bestimmt nicht für Humbug halte. Die positive Wirkung von Meditation ist wissenschaftlich bestätigt und es ist eine Jahrhunderte alte Tradition in vielen Kulturen. Genauso ist Yoga sicherlich nicht nur “Dehnen und Hopsen”. Dennoch vermittelte der Roman wieder eine Lächerlichkeit bei diesen Themen.
All diese Praktiken werden in ein schlechtes Licht gerückt. Der Seminarleiter ist ein blöder Typ und auch die Yoga Lehrerin ist unsympathisch. Die Teilnehmerinnen haben Angst zu “Eso Tanten” zu werden (schon allein dieser Begriff macht mich aggressiv).. Dann gibt es noch Körperarbeiten und Selbsterfahrungen – dazu kann ich wenig sagen, aber auch das kam mir im Roman seltsam vor.
Denn alles wurde sexualisiert. Die Teilnehmer sind gern alle nackt. Und es ist keine FKK Veranstaltung. Dennoch laufen die Frauen einfach oben ohne rum und die Herren sind dann natürlich öfters mal erregt (dass das auch als so selbstverständlich dargestellt wird.. oh Mann).
Nicht nur, dass alle ständig nackt und erregt sind. Nein: Jeder mit jedem. So oft wie diese Leute in dem Roman Sex haben – das ist schon fast ein Softporno. Und dann auch abseits jeglichen Anstands. Ja, es soll provoziert werden. Ok. Aber dass auch Körpererfahrung plötzlich Tantra wird – ich weiß nicht. Hilft dem Ruf von solchen Seminaren sicherlich nicht.
Positiv zu sagen ist, dass die Autorin aktuelle Themen aufgegriffen hat. Politik und Zeitgeschehen, die Kursteilnehmer diskutieren gern mal. Auch die geistige Gesundheit wird thematisiert. Leider – ja, hier gibts NATÜRLICH wieder ein leider, ging es oft auch etwas daneben.
So gibt es eine Diskussion über Flüchtlinge, Rassismus und Menschenhass generell. Es gibt Anhänger einer Nazi Partei und die diskutieren mit meiner sympathischen Suse, die natürlich den gesunden Menschenverstand vertritt. Sie kommen zu keinem Ergebnis, aber später wird diese Diskussion als “blöder Streit” (Seite 213) für fast nichtig erklärt und alle machen gewohnt weiter. Sorry, aber das ist nicht meins – dafür ist diese Thematik zu indiskutabel.
Und dann wartete ich auf den Mord – ja, irgendwie bin ich von einem Mord ausgegangen, obwohl der Klappentext nur von einem “Todesfall” ausgeht. Mich hat das Warten kirre gemacht und tatsächlich kommt es wortwörtlich erst “am Ende”. Und der Todesfall war nicht wirklich passend und nötig für die Geschichte. Ohne hätte sie auch wunderbar funktioniert.
Genug gemeckert, ein paar freundliche Worte will ich auch loswerden. Der Roman ließ sich nämlich wirklich gut lesen und war wenig vorhersehbar. Ich fand es total kreativ, wie die Autorin das Hotel Paraiso den Bach runtergehen ließ. Teilweise etwas unrealistisch – aber das darf Fiktion sehr gern sein.
Ich kann mir vorstellen, dass die Leser diesen Genres das Buch gut finden werden und für Fans von Amelie Fried ist es auf jeden Fall ein Muss. Für mich war es nicht der passende Roman, denn über zu viele Punkte konnte ich einfach nicht hinweg sehen und ich war zu oft frustriert.
Auf der Webseite von Amelie Fried seht ihr ihre weiteren Romane und auch welche Bücher schon verfilmt wurde. Vielleicht kennt ihr ja den einen oder andere Film.
Fazit:
Da mich die Buchbeschreibung etwas in die Irre geführt hatte, war ich leider die völlig falsche Leserin für diesen Roman. Fans von Dora Heldt und Hera Lind finden mit Sicherheit ihre Freude daran. Mich störten stereotypische Charaktere, das Lächerlichmachen von Meditation, Yoga und Co., und auch das Fehlen des Kriminalfalls.
Der Klapptext und die Geschichte passen nicht zusammen. Nachdem ich den Klapptext gelesen habe, hatte ich eine völlig andere Vorstellung von dieser Geschichte. Ich wartete und wartete bis etwas passiert was dem Beschrieb passte, doch es kam wenig davon. Ich wollte mehr von "Paradies" lesen als nur 4 Charaktere, die versuchen ihr Leben zu überdenken. Die Geschichte an sich war gut und anders als die anderen. Ich würde es jemanden empfehlen, der sich von einem Buch keine Erwartungen wünscht.
Ich habe das Buch nicht mehr weggelegt und an einem Tag durchgelesen. Ist ein Urlaubsroman über vier Frauen mit unterschiedlichen Geschichten. Wenn man coronabedingt nicht wegfahren kann, kann man mit diesem Buch dem Alltag entfliehen. Außerdem fand ich es einfach schön geschrieben.
Eine tolle Geschichte zum Thema "wie unterschiedlich Leute doch sein können". Ihre Vergangenheit, ihre Entscheidungen, ihr Aufeinandertreffen, ihr Umgang mit Unterschieden. Die Charaktere nicht unbedingt sympathisch aber interessant und realistisch. Wunderschönes Cover nicht zu vergessen!
Eine Woche im Paradies entspannen. Wer würde sich nicht darüber freuen? Das fanden auch Petra, Anka, Suse, Jenny und eine Menge weiterer Leute. Als Reisegruppe möchte dieser Haufen ganz unterschiedlicher Menschen eine Woche im Paradies verbringen und sich nur auf sich konzentrieren. Der Prospekt verspricht, dass man als ein anderer Mensch wiederkommt. Jeder hat sein Päckchen aus dem Alltag zu tragen und manche Geheimnisse treffen überraschend auch andere Teilnehmer. Als ein Sturm aufkommt und die Gruppe auf sich selbst gestellt ist, versucht jeder allein und alle zusammen das beste aus der Situation zu machen. Bis es zu einem tragischen Tod kommt. Hat der Prospekt also recht behalten und die Teilnehmer sind nun andere Menschen? Die Geschichte der Reisegruppe wird aus den Perspektiven von Petra, Anka, Suse und Jenny erzählt. Vier Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich hatte anfangs Sorge davor, dass es zu viele Perspektiven werden und man die Frauen nicht auseinanderhalten kann. Aber da habe ich mich getäuscht. Jede hat einen einzigartigen Charakter und eigene Merkmale, die es ermöglichten, sie gut zu unterscheiden. Auch die anderen Gruppenmitglieder haben eine eigene Vergangenheit und Eigenarten bekommen. Vom Berliner Dialekt, bis zur religiösen Fanatikerin ist alles dabei. Der Schreibstil von Amelie Fried ist sehr flüssig. Ich habe das Buch fast an einem Abend durchgelesen. Was vielleicht auch daran lag, dass die Kapitel oft mit einem Cliffhanger beendet wurden und ich unbedingt wissen wollte wie es weiter geht. Keiner der Handlungsstränge waren langweilig. Auch wenn mir manche Charaktere anfangs sympathischer waren als andere, habe ich doch aufgrund ihrer Geschichte irgendwann jeden ins Herz geschlossen. Ein paar Ereignisse fand ich im Nachhinein vorhersehbar, jedoch haben sie mich während des Lesens überrascht. Ob ich bei Lesen unaufmerksam war? Ich weiß es nicht, vielleicht hat Amelie Fried es auch einfach geschafft, die Geschichte so zu erzählen, dass man daran keine Gedanken verschwendet hat. Ich muss sagen, dass ich die Leiche gar nicht gebraucht hätte. Auch ohne wäre die Geschichte für mich unterhaltsam und lesenswert gewesen, aber es ist auch kein negativer Aspekt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.