David und Miriam werden von ihrem exzentrischen Jugendfreund Caspar zu einer Feier eingeladen. Für die Geschwister beginnt mit dem eigentlich erfreulichen Anlass ein Albtraum. Caspar ist überzeugt, einen Bund mit unsichtbaren Mächten geschlossen zu haben. Zu spät erkennen David und Miriam, wozu ihr alter Freund wirklich fähig ist ...
Michael Leuchtenberger fühlt sich in rätselhaften Kurzgeschichten und Romanen zu Hause. Er liebt es unheimlich, probiert aber auch gerne verschiedene Genres aus. Seinen Debütroman, den geisterhaften Thriller "Caspars Schatten", veröffentlichte er 2018.
2019 gewann Michael Leuchtenberger mit der Kurzgeschichte "Lampionfest" den Schreibwettbewerb "Zeitgeist 2020" von Litopian e.V. Im gleichen Jahr veröffentlichte er mit "Derrière La Porte - elf sonderbare Kurzgeschichten" seinen ersten Erzählband. 2021 erschien mit "Pfad ins Dunkel" sein zweiter Roman.
Geboren wurde Michael Leuchtenberger 1979 in Bremen. Er studierte Germanistik und Anglistik mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft in Oldenburg und Kingston-on-Thames und war anschließend einige Jahre als Redakteur in Hamburg tätig.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich schon mal einen so realistischen Thriller gelesen habe. Meistens ist die Handlung irgendwann so absurd, dass ich gar nicht mehr mitfiebere. Nicht hier. "Caspars Schatten" ist simpel gehalten, aber gerade dadurch gut. Der Erzählstil hätte mir dabei an manchen Stellen noch ein bisschen weniger beschreibend sein können. An einigen Stellen war er aber wiederum so gut, dass ich beispielsweise die Person sofort vor Augen hatte. Die drei Protagonisten waren insgesamt toll umrissen. Figuren wie Ethan oder Kathi wurden zwar öfter erwähnt, aber nur auf die Rolle Partner/in reduziert, was ich etwas schade fand. Daher fand ich das Kapitel aus der Sicht von Ethan gut und notwendig. Und es fehlte durchgehend das Leerzeichen vor den "...". (Musste man mir aber auch erst sagen, sonst hätte ich es nicht gewusst.) Was ich noch besonders hervorheben möchte: ENDLICH gibt es eine logische Erklärung, warum die Protagonisten keine Handys etc. nutzen können - weil es einfach zur Story und zu Caspars Handeln passt. Danke! Wer mal einen Thriller der anderen Art lesen möchte, ist hier definitiv richtig.
Sehr geiles Buch. Fängt ungemein gut die unheimliche Stimmung ein und ist von vorne bis hinten ein spannender Genuss. Empfehlung für alle Freunde des eher sanften, subtilen Horrors.
Worum geht es? Als David und Miriam eine Einladung von ihrem ehemaligen Klassenkameraden Caspar erhalten, denken sie sich nichts dabei und besuchen seine Party. Ihr Freund scheint scheinbar noch der gleiche wie zur Schulzeit zu sein. Doch als beinahe alle Gäste gegangen sind kümmert sich Caspar persönlich um seine alten Freunde. David wacht verkatert in einem ihm unbekannten Zimmer auf. Er weiss weder wo er ist noch wie er in dieses Bett gekommen ist. Sein Handy ist weg und seine Schwester Miriam ist auch noch verschollen… was ist auf der Party geschehen? Und hat sich Caspar etwa doch verändert?
Gleich zu Beginn, auf den ersten Seiten, umfängt den Leser eine mysteriöse, drohende Stimmung. Sie ist nicht wirklich greifbar, umhüllt aber die ganze Handlung und bleibt fortwährend bestehen, während das Unheil sich immer mehr verdichtet und ich atemlos durch die Seiten hetzte.
Dazu muss ich sagen, dass das Böse hierbei immer nebulös bleibt, keine reale Gestalt zugeordnet bekommt, was den Spannungsbogen in meinen Augen immer weiter in die Höhe trieb und einen gewissen Reiz ausübte, denn so wanderten meine eigenen Gedanken umher und erschufen ganz eigene Monster und Unheimlichkeiten.
Im Verlauf des Romans hatte ich oft ein ziemlich ungutes Gefühl, eine Gänsehaut im Nacken und mit Recht die Vermutung, dass das hier kein normaler Geburtstagsbesuch für unsere Hauptprotagonisten David und Miriam werden wird. Die Atmosphäre wird von Seite zu Seite dichter, der Autor schafft es, den Leser langsam aber sicher in wildere Fahrtwasser zu lenken.
Ehe man es sich versieht, steckt man mitten drinnen in einer ganz außergewöhnlichen Geschichte.
Casper ist ein wahnsinnig interessanter Charakter und gerade deswegen hätte ich mir an der ein oder anderen Stelle mehr Hintergrundwissen zu ihm und seiner Gabe gewünscht, denn er kann von Kindsbeinen an mit unsichtbaren Naturwesen kommunizieren, worum sich auch schlussendlich die ganze Handlung dreht – das kann ich verraten, ohne euch natürlich zu spoilern, keine Angst!
Ganz ohne Informationen zu den übernatürlichen Geschehnissen lässt uns der Autor nicht, häppchenweise bekommt man mit, was Casper und seine Gefolgschaft für Ziele verfolgen und mit welchen Mitteln sie diese durchsetzen möchten.
David und Miriam müssen das leider am eigenen Leibe erfahren und erleben dabei ganz unterschiedliche Versionen von Casper und seiner Überredungskunst.Während Miriam sich komplett von seinem Charme einwickeln lässt und somit gefundenes Fressen für die dunklen Mächte und Casper darstellt, versucht David sich und seine Schwester zu retten und riskiert dabei sein eigenes Leben.
Miriam ist in dieser Geschichte eher eine kleinere Nebenfigur und entsprach für mich ein wenig den gängigen Horrorgeschichten-Klischees der Jungfrau in Nöten:
Sie lässt sich sehr schnell und einfach beeinflussen, denkt nicht viel über ihre Entscheidungen nach und ist Casper ganz gehörig – was mich aber nicht störte, denn es passte sich in die Handlung ein, war stimmig mit ihrem Charakter und bestimmt kein Stolperstein beim Lesen für mich. UND man muss Miriam zugute legen, dass sie auch nicht wirklich eine Wahl hatte …
Mit David, unserem Haupterzähler, verzweifelte ich manchmal regelrecht und seinen Entscheidungen, denn gewisse Aktionen waren sehr impulsiv und für mich nicht so ganz nachvollziehbar. Seine Naivität in bestimmten Situationen war auch nicht unbedingt von Vorteil und doch irgendwo verständlich, denn in ihrer Jugend- und Schulzeit waren beide ein Herz und eine Seele
… und wer würde schon einem so guten Freund nicht blind vertrauen?
Mein Fazit:
Alles in allem ist das hier Meckern auf hohem Niveau und sollte keinen interessierten Leser abschrecken, denn lesenswert ist „Caspars Schatten“ auf alle Fälle!
*~4 von 5 Sterne~*
Wer düstere Unterhaltung mit mystischen Elementen für die dunkle Jahreszeit sucht wird hier fündig werden und sollte sich das Debüt von Michael Leuchtenberger ein wenig genauer ansehen.
Super Buch, das mich sehr gefesselt hat. Eine sehr spannende Geschichte und wirklich perfekt für die Halloween oder Herbstzeit. Die Beschreibungen sind sehr gut und realistisch und ich konnte richtig mitfiebern und wollte das Buch kaum weglegen. Auch die Auflösung war sehr spannend und gut gemacht und erinnerte mich leicht an .