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Zeige deine Klasse

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Daniela Dröscher verfasst ein einzigartiges Porträt über soziale Herkunft, das überraschende
Antworten gibt: auf Grundprobleme politischen Engagements, das Auseinanderdriften verschiedener Milieus,
öffentliche Wahrnehmung und auf die Frage, warum Klasse mit so viel Scham besetzt ist (das gilt für die ganz oben und die ganz unten).
Zeige deine Klasse beschwört ein Stück deutscher Geschichte herauf, das die politischen Verhältnisse aus einer radikal subjektiven Perspektive beleuchtet. Als Instrument dient Dröscher dabei ein längst ausgedienter Begriff, der der Klasse. War es für die Autorin lange selbstverständlich, alles durch die Brille von Gender und Rasse wahrzunehmen, hilft ihr Klasse die Unterschiede herauszuarbeiten, die Herkunft letztlich bedeutet und warum das Wir-Gefühl sich verloren hat. Identität und Schicht sind ihr zu wage. Von ihrer frühen Kindheit bis jetzt erlebt sie immer wieder Macht- und Ohnmachtsverhältnisse, die kein Wohlstand aufzulösen vermag. Hellsichtig in dem Blick ins Innere unseres sozialen Umgangs miteinander. Wütend über die Politikverdrossenheit unserer Gegenwart, entwaffend in der Offenheit, Unangenehmes zu benennen und berührend in dem Versuch, zu seiner Herkunft zu stehen und die damit einhergehende Scham nicht zu verheimlichen. Ein Buch, wie wir es seit Didier Eribons Rückkehr nach Reims über Deutschland ersehnt haben.

256 pages, Hardcover

Published January 1, 2018

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272 people want to read

About the author

Daniela Dröscher

13 books41 followers
Daniela Dröscher, Jahrgang 1977, aufgewachsen in Rheinland-Pfalz, lebt in Berlin. Promotion im Fach Medienwissenschaft an der Universität Potsdam sowie ein Diplom in »Szenischem Schreiben« an der Universität Graz. Ihr Romandebüt »Die Lichter des George Psalmanazar« erschien 2009, es folgten der Erzählband »Gloria« (2010) und der Roman »Pola« (2012) sowie das Memoir »Zeige deine Klasse« (2018). Sie wurde u.a. mit dem Anna Seghers-Preis, dem Arbeitsstipendium des Deutschen Literaturfonds sowie dem Robert-Gernhardt-Preis (2017) ausgezeichnet. Der Roman »Lügen über meine Mutter« (2022) stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises und ist bald im Kino zu sehen.

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Displaying 1 - 14 of 14 reviews
Profile Image for Hanna.
86 reviews2 followers
October 8, 2025
Habe lange überlegt, wieso sich alles in mir gesträubt hat, dieses Buch zu mögen. Eigentlich kann ich bei vielen Punkten relaten, das Leben hätte fast meins sein können und doch: Daniela Dröscher hat ein Buch über Klasse geschrieben, obwohl sie selbst aus der wirklich gehobenen Mittelschicht kommt. Irgendwie will sie es aber krampfhaft so darstellen, als wäre das etwas, wofür sie sich ihr ganzes Leben lang schämen musste. Einerseits ist sie sich ihrer Privilegien durchaus bewusst, das zeigt sie, trotzdem möchte sie sich auch in einer Opferrolle platzieren. Die lasse ich ihr aber nicht durchgehen. Ihre Eltern waren vielleicht nicht studiert, aber legten viel Wert auf Bildung, ihr Vater reiste viel umher, ihre Mutter arbeitete aber sicher nicht aus Geldgründen, jeder Wunsch wurde dem kleinen Mädchen von den Augen abgelesen, Geld war nie ein Thema, richtig arbeiten, das hat sie erst getan, als sie sich emanzipieren wollte, nicht weil sie es musste. Ihre Eltern waren vielleicht noch echte Aufsteiger, sie ist aber schon vollends im Bürgertum angekommen und will sich das aber wohl nicht eingestehen? Wer mit zwei Autos in einem großen Haus aufwächst, ein Haus besitzt, während man ein anderes baut und dann noch eins plus eine hohe Geldsumme vererbt bekommt.. Was soll das für eine Herkunft aus der Arbeiterklasse noch sein?
Außerdem gibt es einen Teil, der die Geschichte deutlich unterbricht, wo sie wohl mit fast 18 das erste Mal vom Holocaust erfährt? Hä? Die Stelle hab ich überhaupt nicht verstanden, weder wie so etwas sein kann, noch wie das da reingepasst hat.
Generell wirkt es sehr fragmentarisch, die Fußnoten sind all over the place und haben mich ehrlich nach kurzer Zeit genervt, dass ich nur noch ausgewählte gelesen habe (um dann wieder die Augen zu verdrehen).
Ich verstehe nicht ganz, was der Sinn Ihres Buches ist, einfach ihr wirklich gutes behütetes Leben zu zeigen und dass sie aber gemerkt hat, es gibt genügend denen es besser, aber auch schlechter geht?
Wahrscheinlich bin ich wegen dem Titel auch mit falschen Erwartungen an das Buch ran gegangen, aber ein zweiter Eribon oder Louis oder eine neue Ernaux wird sie damit nicht, und es war, nun ja, zum kotzen, jemanden über Klasse schreiben zu hören, der wirklich nichts davon verstanden hat. Daniela Dröscher ist das perfekte Beispiel für ein Kleinbürgertum, dass sich in der Opferrolle sieht, sich naiv vor der Realität der Welt verschließt oder, in Rebellion von dieser Ansicht, zum "alternativen Hippie" (wie sie sich selbst bezeichnet) wird, aber auch nicht weiter kommt als sich ihrer Privilegien bewusst zu sein und sich dafür zu schämen.
Ich denke, dass sie sicher obengenannte Autoren bewundert und auch teils ähnliche Erfahrungen wie in den Büchern beschrieben selbst im gut behüteten Elternhaus machen konnte, aber das als Klassenunterschiede von ihr gegenüber anderen wahrzunehmen... Einmal schreibt sie auch, dass sie eine Art Migrationshintergrund an der Uni verspürt hat, aber dass es im Nachhinein ihre Klassenherkunft war, die sie von anderen da unterscheidete (weil sie vom Dorf kam und sich dafür geschämt hat. Okay?). Und so viel meeeehr, aber ich will mich nicht weiter drüber aufregen. Ich kann mit ihr nichts anfangen.
Profile Image for Kathrin Passig.
Author 51 books478 followers
October 8, 2023
Am Kindheitsteil haben mich stilistisch ein paar abgegriffene Formulierungen gestört, aber inhaltlich war er so interessant, dass ich schon nach den ersten paar Leseprobenseiten sofort alles lesen wollte. Der Mittelteil über die Jugend war noch besser. In den Rezensionen hier vergleicht jemand das Buch mit Anke Stellings "Bodentiefe Fenster", aber gerade das Unwohlwollende von Stelling fehlt hier ganz*, Dröscher schreibt über niemanden herablassend. Der letzte Abschnitt, Studium und Erwachsenenalter, kam mir wie noch nicht fertig durchgearbeitet vor, er wirkte auf mich wie ein Versuch, unbedingt alles autobiografische Material in das "das ist alles der Milieuwechsel"-Schema zu pressen. Was ja auch sein kann, ich fand es nur da noch nicht überzeugend. Macht aber nichts, das Interessante am Buch reicht für vier Sterne. In den Rezensionen hier wird öfter die Form (viele Listen, Fußnoten und Einschübe) kritisiert, mir hat gerade das sehr gut gefallen. Allerdings war dem Verlag wieder mal das E-Book egal, darin sind die Listen kaum lesbar und auch sonst wirkt die Formatierung oft kaputt. Ich lese über E-Book-Defekte stoisch hinweg, aber wer über so was stolpert, sollte lieber die Papierversion nehmen.

* Hab ich verwechselt, es ging um Stellings "Schäfchen im Trockenen", das ich nicht kenne, vielleicht ist da alles ganz anders. Danke an Oliver Laumann für den Hinweis!
Profile Image for Paul.
1 review
March 27, 2023
"Zu einem Miteinander gehört für mich eine möglichst einfache Sprache, die es schafft, komplexe Sachverhalte möglichst unkompliziert auszudrücken, ohne eine Vielzahl von Menschen von vornherein auszuschließen." (Dröscher 2021, S. 241f.)

In der Denktradition Eribons zeigt Daniela Dröscher mittels Art einer soziologischen Introspektion "wo sie herkommt" und wie sie zu dem kam, wer sie ist. Sie macht ihre Klasse sichtbar und wird sozusagen in ihrer Art und ihrem Lebensstil nachvollziehbar.

Es mag verwundern, dass der Text so zerstückelt daherkommt, jedoch reiht sich diese anfängliche Verwirrung gut in die eigentliche Intention ein. Das Aufzeigen feiner Unterschiede, wie Bourdieu es vermutlich beschreiben könnte, könne im ersten Moment bei einer "normalen Mittelschichtsbiografie" Dröschers "uninteressant" wirken, dennoch spiegelt ihr persönliches Aufstreben - und damit das Empfinden einer sozialen Scham gegenüber ihrer Herkunft und ihrem Milieu - bravourös wieder, warum der zerstückelte Textfluss eben genau so zerstückelt ist. Die Autorin verwendet neben etlichen Fußnoten auch augenscheinlich zwischengeschoben, wissenschaftliche Kurzabsätze, popkulturelle Referenzen sowie selbstbetitelte "Verwirrungen" und hypothetische Fragen.

Sie erklärt zudem nachvollziehbar, wieso ein “scheinbar irrelevantes” Werk, wie sie es geschrieben hat, unbedingt wichtig für das Einstehen eines gesellschaftlichen Miteinanders in der heutigen Zeit ist (siehe Zitat).

Wir werden bei allen Gleichheitsansprüchen in diesem jetzigen System eben niemals mit gleichen Voraussetzungen starten. Wir wurden und werden beständig durch die Gesellschaft geprägt, sie durchdringt uns und unser jeweiliger Platz ist uns somit schon vor der Geburt bestimmt - daraus speist sich eben Dröschers Maxime für ein Miteinander, (möglichst) alle mitnehmen zu können.
Profile Image for Sofi.
81 reviews2 followers
September 21, 2025
Ich bin absolut besessen von der Art, wie Daniela Dröscher schreibt. So intelligent, so poetisch, so neu und kreativ. Dieses Buch wirkt mehr wie eine Sammlung an Gedanken und Inspirationen, eine literarische Entwicklung parallel zu ihrer eigenen. Ich habe das Gefühl, in Daniela Dröscher eine Art Schwester oder Tante gefunden zu haben, die faszinierender Weise ein so ähnliches Leben gelebt und so ähnliche Erfahrungen gemacht zu haben scheint, wie ich, es jedoch schafft, das Erlebte und (Aus-)Gedachte so intelligent und kreativ zu Papier zu bringen.
Profile Image for Mascha.
96 reviews
September 23, 2019
Es ist ein nobles Unterfangen, das Daniele Dröscher in ihrer autobiografischen Gesellschaftsanalyse "Zeige deine Klasse - Die Geschichte meiner sozialen Herkunft" unternimmt: Klasse als soziale Kategorie in den Vordergrund zu stellen und Verhaltensweisen, Habita und Lebenswege mit ihr zu erklären. Auch ich finde, dass in Deutschland viel zu selten über Klasse als einflussreiche Kategorie gesprochen wird, aber leider konnte mich Dröschers Analyse nicht überzeugen.

Dröscher erzählt die Geschichte ihres Lebens, von Geburt, Elternhaus, über die Schuljahre bis zu ihrer Promotion. Sie bezeichnet sich selbst als hauptsächlich geprägt durch den Milieuwechsel von Unterschicht (obwohl dieses Wort im Buch selbst nie fällt) zu wohlhabender Mittelschicht, den ihre Eltern aktiv vollzogen und der auf ihr gesamtes Leben, Tun und Fühlen eingewirkt hat und einwirkt. Die Fragestellung, wie sich unsere Herkunft auf unsere Chancen im Leben auswirkt, was wir aus unserem Elternhaus mitnehmen, ist interessant - leider verrennt sich Dröscher darin, ihre Erfahrungen und Erlebnisse ohne Ausnahme von A bis Z mit dem Habitus, den sie aufgrund des Milieuwechsels ihrer Familie angenommen hat, zu erklären. Als Herkunftsgeschichte oder Zeitdokument einer spezifischen Ära des Aufwachsens hat "Zeige deine Klasse" sicherlich seinen Platz - es zeichnet ein umfassendes Bild einer spezifisch westdeutschen Jugend, aber eben auch nicht wirklich mehr als das.

Auch formal und stilistisch konnte mich das Buch nicht überzeugen: Blockzitate werden teilweise für direkte Zitate genutzt, teilweise sind aber auch Absätze des normalen Textes eingerückt wie Blockzitate, was verwirrend auf den Lesefluss wirkt. Zudem arbeitet Dröscher viel mit eingefügten Listen, in denen sie zum Beispiel die Charakteristika ihrer Mutter denen ihres Vaters gegenüberstellt.

Thematisch hat mich "Zeige deine Klasse" an Anke Stellings "Schäfchen im Trockenen" erinnert - dort geht es auch um das Gefühl, nicht dazu zu gehören, nicht dieselben Voraussetzungen wie das soziale Umfeld zu haben. Stelling konzentriert sich allerdings auf die monetären Unterschiede zu ihren Freunden, während Dröscher immer wieder betont, dass sie und ihre Familie finanziell keine Sorgen haben und auch nicht - zumindest während ihres Lebens - hatten.
Profile Image for Ronja :P.
150 reviews1 follower
November 27, 2023
Musste ich für die uni lesen... zu erst war ich nicht so begeistert aber nach so 50 Seiten mochte ich das Buch eigentlich voll gerne wegen seiner Ehrlichkeit und auch der relatability die ich zu der Autorin verspührt habe. Es geht definitiv viel um Klassen und Zugehörigkeit und was für eine Rolle das im aufwachsen und in der Entwicklung spielt.
Profile Image for Alana Lippok.
16 reviews
July 2, 2023
Ich sollte das Buch für ein Seminar zum Thema "Autosoziobiographie" lesen und während überraschend viele der Seminar-Teilnehmer*innen die Assoziationen der Autorin kritisch betrachtet haben, fand ich sie sehr nachvollziehbar und interessant. Im Grunde ist es ein Einblick in den Kopf der Autorin und ihre Wahrnehmung von Menschen. Einer der größten Kritikpunkte meiner Kommilitonen war, dass sie zu wertend schreibt - ihren Mitmenschen Intentionen zuschreibt, die nicht unbedingt stimmen müssen (um z.B. ihre Thesen zu stützen). Einerseits verstehe ich, woher der Gedanke kommt, insbesondere wenn man versucht beim Lesen aktiv auf urteilende Passagen zu achten, andererseits sehe ich es nicht als problematisch an. Das Buch ist eine Autosoziobiographie (?) die sich mit ihrem Leben befasst - aus ihrem Blickwinkel. Eine persönliche Note oder Wiedergabe der eigenen Wahrnehmung ist für mich selbstverständlich.

So oder so ist die Kritik hauptsächlich an ihr als Person (die Autorin/ Erzählerfigur) gerichtet und somit sehr subjektiv. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sie z.B. absichtlich Betty in ein schlechtes Licht rücken wollte, sondern eher die Traurigkeit darin sieht, wie stark der Einfluss des Klassen-Konzepts schon im Kindesalter sein *kann*. Immerhin basiert alles auf ihren Vermutungen & Assoziationen. Ein weiterer Kritikpunkt von Kommilitonen war die Anhäufung von Fußnoten, die den Lesefluss stören. Interessanterweise haben die mich kaum gestört, ich fand sie größtenteils informativ. Ich habe gerade erst Babel von R.F.Kuang auf engl. gelesen und die gegenteilige Erfahrung gemacht, letztendlich 50% der Fußnoten übersprungen. Dadurch das "Zeige deine Klasse" nur 240ish Seiten und eher kurze Fußnoten hat, war es für mich kein Problem.

Positiv: Ich habe mehrere Sachen dazugelernt (Ursprung v. Redewendungen etc.) und starke Parallelen zu den Erzählungen meiner Eltern und Urgroßeltern gesehen. Häufig kamen mir manche Passagen so bekannt vor, dass ich sie meiner Mutter vorgelesen habe - so nach dem Motto: Das kennst du doch auch, oder? Außerdem war es für mich interessant, die Perspektive der Autorin zu sehen, versuchen sie zu verstehen. Man merkt zwar, dass das "overthinking" schon sehr präsent ist, für mich macht es die Autorin aber sehr relatable und nahbar.
67 reviews1 follower
May 7, 2023
In „Zeige deine Klasse - Die Geschichte meiner sozialen Herkunft“ von Daniela Dröscher setzt sich die Autorin eingehend mit ihrer sozialen Herkunft auseinander und betrachtet die einzelnen Bausteine die dazu geführt haben, dass sie zu dem Menschen geworden ist, der sie heute ist. Am Beispiel ihrer eigenen Familie, aber auch anhand von sozialen Kontakten in den unterschiedlichen Etappen Ihres bisherigen Lebens wird der jeweilige Werdegang im Hinblick auf die soziale Klasse (Arbeiterfamilie, Mittelschicht etc.) näher betrachtet und hinterfragt.
Das Buch ist dabei in mehrere Abschnitte gegliedert, die bestimmte Zeitfenster im Leben der Autorin näher ins Auge fassen (z. B. Alter eins bis vier etc.) und eingehend analysieren. Beim Lesen des Buches findet man sich hin und wieder selbst in den Erzählungen von Frau Dröscher wieder. Dies gilt besonders für bestimmte Bereiche wie z. B. beim Schulbesuch, wo man teilweise oftmals ähnliche Erfahrungen gemacht hat.
„Zeige deine Klasse - Die Geschichte meiner sozialen Herkunft“ ist grundsätzlich leicht verständlich und locker geschrieben. Die Autorin verwendet jedoch sehr viele Fußnoten mit denen zusätzliche Erklärungen und weitere Anekdoten eingeschoben werden. Hierdurch kommt der Lesefluss oftmals leider etwas ins Stocken.
Für meinen Geschmack hat das Buch ein weiteres kleines Manko. Das Buchcover ist in meinen Augen schlecht gestaltet und damit auch nicht wirklich ansprechend. Die Schrift ist viel zu groß gewählt. Die weiße Schrift in Kombination mit dem gewählten Hintergrund wirkt insgesamt viel zu unruhig. Im Laden würde ich das Buch vermutlich nicht mal in die Hand nehmen. Insgesamt vergebe ich daher nur drei von fünf Sternen.
#ZeigeDeineKlasse #NetGalleyDE
Profile Image for yellowdog.
853 reviews
September 22, 2019
Die Wirkung von Klassendenken

Die noch relativ junge Schriftstellerin Daniela Dröscher schreibt ihre Autobiografie nicht aus Selbstzweck sondern um die Frage nach dem Umgang mit Klassenunterschieden zu diskutieren. Das ist eine interessante Fragestellung, die mich spontan interessiert. Die Wirkung von Klassendenken kann fatal sein und Scham auslösen.

Daniela Dröscher wuchs in der Mittelklasse auf. Die Erziehung der Eltern war zum Teil unterschiedlich geprägt, was sie als Kind verwirrte, aber auch prägte. Sie weiß um ihre Privilegien. Es geht um Gleichheit, Menschlichkeit, Sicherheit, sich fair verhalten, aber auch cool zu bleiben und gewinnen zu wollen. Etwas auch sich zu machen.
Ich teile die Werte, die Danielas Eltern vermittelten bzw. verstehe genau, wie sie auf das Kind wirkten.
Es wird erzählt in Abschnitten, von Kleinkind und Kindergarten bis Schulkind und Erwachsenenjahre.
Verglichen wird immer wieder mit den Werten der Eltern.
Interessant aber auch die anderen Bezüge, die sich in vielen Zitaten widerspiegeln.

Wer ähnlich in vergleichbarer Zeit aufgewachsen ist, erkennt vieles wieder.
Ich teile Erfahrungen der Autorin und bin froh, das über das Thema überhaupt mal geschrieben wird.
Profile Image for ElkeH.
81 reviews1 follower
January 13, 2023
3-3,5 Sterne von mir - Der Vorgänger von „Lügen über meine Mutter“ in Essayform, nicht uninteressant, aber von der Form her m.E. nicht ganz gelungen mit häufigen Einschüben, Blocksätzen und gefühlt tausend Fußnoten. Grundsätzlich finde ich gut, dass das lange geltende „Tabu“, dass wir eine Klassengesellschaft haben, hinterfragt wird, allerdings neigt Frau Dröscher dazu, einfach alles, was ihr widerfährt, darauf zurückzuführen, und dass in ihrer Hunsrück-Grundschule ein derart deutlicher Überhang an Oberklassekindern war, ist sicher nicht der repräsentative Durchschnitt auf dem Dorf, höchstens wenn man in der Klasse mit den Kindern aus dem Neubaugebiet landet und alle anderen, Bäcker-, Winzer-, Bauernkinder in einer anderen Klasse zusammengezogen wurden. Bei mir hat das ausgelöst, dass ich fürchte, dass sie zu Übertreibungen neigt, es sich jedenfalls um nicht-hinterfragte oder unzuverlässige Erinnerungen handelt. Die Gedankenanregungen, die man mitbekommt, sind gut, aber ich war doch erstaunt, dass ich hier quasi zum Großteil „Lügen über meine Mutter“, nur in anderer Form bekomme. Trotzdem war es mal interessant zu lesen, eine A.Ernaux ist es aber nicht, sorry, auch wenn sie die mehrfach zitiert.
Profile Image for Brooks .
97 reviews4 followers
October 12, 2023
Interessant, dass es trotz biografischer Gemeinsamkeiten für so wenig Anschluss bei mir gesorgt hat.
Fand die zweite Hälfte stringenter und dichter, der Anfang verliert sich für mich ein wenig in ausprobieren und Format verproben.
Am Ende dann, weil eBook, alle Fußnoten auf einmal gelesen, die haben mir gut gefallen. Gleichzeitig bemerkt: Bücher mit Fußnoten sind in Print lesefreundlicher, weil blätterbarer.
Profile Image for anitagt.
11 reviews
Read
December 19, 2025
"jeder mensch trägt eine welt in sich, die sich aus all dem zusammensetzt, was er je gesehen und geliebt hat, und in die er immer wieder zurückkehrt, auch wenn er meint, eine fremde welt zu durchstreifen und zu bewohnen“
- chateaubriand
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