Neulich sagte meine Frau zu mir: «Warum schreibst Du nicht endlich mal was mit Niveau? Ich würde gerne mal eine welthaltige, vielschichtige Romanhandlung von Dir lesen, ein Panoptikum an Figuren, eine ausgebuffte Mischung aus Action und Reflexion, Gesellschaftskritik und psychologischem Tiefgang, vielleicht sogar auch eine raffiniert eingebaute Krimihandlung, meinetwegen gern auch mit ein bisschen geschmackvoll beschriebenem Sex gewürzt, mach doch, Du kannst das!» Und ich setzte mich an mein Notebook und schrieb: «Ich möchte Ihnen eine ziemlich unglaubliche Geschichte erzählen. Ich weiß, das ist kein glücklicher Anfang für ein Buch, das seine Leser vom ersten Satz an in den Schwitzkasten nehmen und bis zum letzten Wort nicht mehr rauslassen soll. ‹Sie hatten ihm die Kehle durchgeschnitten und ihn dann im Urinal ausbluten lassen› ist da schon ein anderes Kaliber, aber in der Welt der sinnlos waltenden rohen Kräfte bin ich nicht so zu Hause wie in der Psyche der Sanftmütigen, Unscheinbaren mit ihren kleinen liebenswerten Macken. Menschen wie Gregor und sein Hund Waldmeister…»
Hm 🤔 ich mag Jürgen von der Lippe ja gerne. Seine Kurzgeschichten finde ich zum schießen und als Sprecher von Hörbüchern vergöttere ich ihn. Aber Nudel im Wind fand ich in keinsterweise komisch. Es gab nicht eine einzige Stelle an der ich geschmunzelt geschweige denn gelacht hätte. Sorry, aber für mich war das rausgeschmissenes Geld und Zeitverschwendung
Das Audiobook war wirklich eine gute Unterhaltung für mich.
Die Story ist dabei meiner Meinung nach nicht so wichtig, obwohl es eig. alles gibt: Ein Verbrechen, eine Abnehmshow, eine Lovestory und natürlich viele Wortwitze. Die Kapitel in denen Jürgen von der Lippes Frau auftritt haben mich auch immer sehr erheitert.
Für Zwischendurch einfach sehr gut. Zudem finde ich den Titel einfach genial gewählt.😁
Das eAudio habe ich von unserer Bibliothek ausgeliehen (onleihe). Vielen Dank dafür ❤
Abgebrochen nach circa 80 Seiten. Schon allein eine Geschichte zu schreiben in der es darum geht wie sich Personen eine Fernsehshow alla “The Biggest Loser” ausdenken, kann ich nicht verstehen. Bisher konnte und musste ich fast bei jedem, von einer Person gesprochenen, Satz mit den Augen rollen. Ich hatte mehr erwartet. Aus allen Sätzen schreit es förmlich “alter, weißer Mann, der super lustig ist”. Lustig ist er aber nicht. Ein Humor, der absolut unter der Gürtellinie und extrem unlustig ist. Auf jeder Seite gibt es mindestens 10 Witze und Wortspiele, über die vielleicht ein 15-Jähriger lachen würde. Auch die zwischendurch eingeworfenen Kapitel zu seiner Frau besitzen einen starken Vibe der Mario-Barth-Witze und passen nicht wirklich in das Geschehen der Geschichte.
Gregor, mit Hund und reichlich Geld gesegnet, ist kein Frauenmagnet, was allerdings mehr an seinen dämlichen Anmachsprüchen liegt. Denn sonst ist er eigentlich ganz in Ordnung. Im Supermarkt spricht er Lisa an, eine wunderschöne Blondine, die clever genug ist, die Sprüche als eben dies zu abzutun, was sie sind. Trotzdem findet sie Gregor ganz nett, aber eben nur als Freund. Dies sagt sie auch Justus, der ihr gentleman-like eigentlich zur Hilfe eilen wollte. Doch Lisa kann sich selbst verteidigen und letztendlich landen die drei bei einem Kaffee und der Idee, doch eine Show zu kreieren und damit Geld zu verdienen. Also auf in den TV-Kampf mit vielen Fettnäpfchen.
Nach einem Live-Auftritt in Neustadt/Wstr. habe ich mir dieses Buch signieren lassen und nun endlich auch Lesen können. Im Endeffekt hätte ich mir dies aber sparen können, denn das einzig Gute an dem Buch ist die Signatur. Während die Live-Show mich noch zum Lachen bringen konnte, ist die geschriebene Geschichte nicht der Brüller. Bis auf wenige kleine Schmunzler war ich dann doch recht enttäuscht. Kennt man die Art des Comedians, der mit seinen Witzen Hallen füllen und einen tollen Abend bescheren kann, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass dies auch im Buch so rüberkommt. Aber da fehlt wahrscheinlich einfach dieses "live"-Gefühl.
Die vorliegende Geschichte jedoch ist flach, unausgereift und einfach nur eine Aneinanderkettung an Szenen, durch die sich ein sehr blassroter Faden zieht. Letztendlich gibt es keine richtige Story. Jeder Charakter wird einfach etwas beleuchtet und man sucht vergeblich den Sinn. Auch wenn der Autor mit dieser Geschichte etwas die Fernsehlandschaft ins Lächerliche ziehen möchte, ist er bei mir damit gescheitert. Denn ich konnte zu fast gar keiner Person eine Parallele zu den echten Menschen im Showbusiness ziehen.
Der Autor unterbricht seine Erzählung mit Abschnitten, in dem er aus der Entstehung des Buches erzählt. Hier kommt auch seine Frau zu Wort, die die geschriebenen Abschnitte des Buches liest und dazu ihren Senf abgibt. Ob dies wirklich so war, kann ich nicht beurteilen, aber wenn, dann waren diese Passagen mit noch das Witzigste an diesem Buch. Auch hätte der Autor auf seine Frau hören sollen, als diese sagte, dass er das Buch wohl besser abbrechen sollte. Aber - wie auch bei vielem anderen - hat er das nicht getan.
Etwas mehr Spontanität und weniger Zwang hätten dem Buch gut getan. Die Idee hinter der Geschichte fand ich sehr witzig, sonst hätte ich das Buch auch nicht gekauft, aber die Umsetzung war gekünstelt und einfach zu vollgeklatscht mit Klischees und Sexismus.
Die Charaktere hatten keine Tiefe; mir kam es vor, als sollte jeder Charakter einfach schnell abgehandelt werden, damit seine Geschichte eben erzählt ist, bevor das Buch endet. Dabei war es dann auch so, dass mit vielen Namen hantiert wurde und ich zeitweise auch etwas den Überblick verlor.
Wer den Autor von seinem Bühnenprogramm her kennt, weiß, dass es auch etwas zotiger zugeht. Dies wird im Buch sehr ausgelebt und teilweise ging es - auch für Frauen - etwas unter die Gürtellinie. Ich hatte auch das Gefühl, dass die bislang von ihm gemachten Gags einfach hier alle untergebracht werden mussten.
Trotz der vielen Kritikpunkte muss ich allerdings auch noch etwas Positives schreiben. Ich habe keinen Moment darüber nachgedacht, das Buch abzubrechen. Was wahrscheinlich auch an der angenehmen Schreibweise lag. Man konnte schnell lesen, alles war letztendlich dann doch etwas schlüssig und ich wollte halt auch echt wissen, wie es Gregor, Lisa und Justus denn am Ende so ergeht. Nach dem Lesen habe ich dann beim Stöbern im Internet gesehen, dass das Hörbuch vom Autor selbst eingelesen wurde. Ich gehe mal davon aus, dass das Hörbuch mit der bekannten Stimme auch viel besser wahrgenommen werden kann, als das Buch selbst zu lesen, weil man eben dem trockenen Humor des Autors lauschen kann und vielleicht auch ein paar seiner Stimmlagen der Geschichte die nötige Würze verleihen.
Fazit: Locker, leicht, etwas zu sehr Live-Show-beeinflusst.
Ob wir wirklich was mit Niveau von ihm lesen wollten?
Nudel im Wind vom Jürgen von der Lippe, erschienen im Penguin Verlag am 10.01.2019.
Gregor ist stinkreich, hat aber nicht wirklich Schlag bei den Frauen. Seine Anmachstrategien sind finsterste Provinz, seine Liebe zu Witzen ist eine eher unerwiderte. Eines Tages trifft er auf die wunderhübsche Lisa. Sie würde so wunderbar ins Klischee der blöden blonden Barbie passt mit ihrem Lispeln, hat aber einige Semester Germanistik, Theaterwissenschaft und Psychologie studiert, schnell festgestellt, dass das nicht ihre Welt ist und ist nach Absolvierung einiger Schminkkurse dick im Geschäft beim Fernsehen.
Gregor versucht Lisa in einem Supermarkt an zu sprechen, was für den boxenden Privatdetektiv Justus so aussah, also würde der dickliche Mann die ungeheuer attraktive Blondine belästigen. Unter Zuhilfenahme seines Handys verwandelt Gregor die peinliche Situation in eine Einladung zum Kaffee bei der er ihnen sein Konzept einer Abnehmshow im privaten Fernsehen vorstellt. Gregor und Lisa sind begeistert und Lisa beginnt ihre Kontakte warme laufen zu lassen.
Ehrlich, nach „Beim Dehnen singe ich Balladen“ habe ich mir geschworen, dass das mein einziger Ausflug in die literarischen Niederungen des Herrn JvdL bleiben soll. Dann habe ich ein signiertes Exemplar von „Nudel im Wind“ erhalten und bin schwach geworden, wobei ich meine Befürchtungen hatte was der Titel zu bedeuten hat. Wer frühere Werke von JvdL kennt weiß was ich meine. Ich habe mir dann noch die Hörbuchversion besorgt und habe nun abwechselnd gelesen und gehört. Ich bin ein großer Fan von JvdL als Hörbuchsprecher und liebe seine kulinarischen Krimilesungen von Carsten Sebastian Henn. Auch Weltretten für Anfänger hatte ich mich besorgt, weil er es vorgelesen hat.
Jürgen von der Lippe ist ein Urgestein der TV Unterhaltung der 70er und 80er Jahre. Leider sind sein Humor und seine Hawaiihemden dort dann auch steckengeblieben. Sein neuer Roman ist nicht ganz so fürchterlich in Zoten und Sexismus ausgeartet wie frühere Werke, vielleicht hat wirklich seine Frau drüber geschaut und die schlimmsten Einbrüche in Männerfantasien abgebügelt. Dieses Buch hat sicher Niveau, wenn auch kein allzu hoch angesiedeltes was auch nicht im Sinne des Autors wäre.
Insgesamt gesehen hat das Buch seine Längen, hat aber auf jeden Fall auch seine spaßigen Seiten. JvdL lässt natürlich kein Fettnäpfchen aus und lässt beleibte unsportliche Menschen beim sportlichen Abnehmen gegeneinander antreten, wobei die Frauen eher als Quotenfrauen nebenherlaufen lässt. Vermutlich ist ihm da nur zu bewusst, dass er sich an einem Shitstorm langhangeln würde, würde er sich da zu große Entgleisungen leisten. Gelangweilt haben mich vor allem seine kulinarischen Ausflüge. Gerade noch hat man das Bild von wogenden Fettmassen im Kopf, da werden dann Rezepte der ausgefallenen Sterneküche breitgetreten.
Seine Persiflage bündelt verschiedene TV-Formate und sicher werden Fans dieser Sendungen irgendwelche Leute wiedererkennen. Wer den zotigen Männerhumor, der heute dank PC aus dem Fernsehen verbannt ist, gerne mag hat mit diesem Buch vergnügliche Stunden vor sich. Wer gerne Hörbücher hört ist sicher besser damit bedient. Ich werde dieses Buch behalten und vielleicht auf Geburtstagen ab 50 aufwärts daraus vorlesen.
Inhalt: Jürgen von der Lippe schreibt, auf Bitten seiner Frau, einen Roman. Die Geschichte um Gregor ist amüsant, aber noch besser sind die Anmerkungen von Frau von der Lippe und die Reaktionen des Autors...
Stil: Jürgen von der Lippe liest, wie immer, sehr gut. Die Stimme entsprechend verstellt und emotional gibt er seiner Geschichte die passende Würze. Die Unterbrechungen mit den Anmerkungen von seiner Frau lockern die Handlung auf und so wird gleich noch ein kleiner Einblick in die Entstehung eines Romans geliefert. Die Handlung der Hauptgeschichte ist durchwachsen. Bissel Liebe, bissel Krimi, bissel geschäftliches. Wirklich einordnen fällt hier sehr schwer. Aber dennoch macht es Spaß zu verfolgen, wie sich die Charaktere entwickeln und wo die Reise letztendlich hingeht. Die Ausdrucksweise und das zwischenmenschliche ist typisch von der Lippe und daher eher für Erwachsene geeignet.
Charaktere: Die Figuren sind alle auf ihre Art interessant. Sie wirken wie aus der Welt gegriffen und in einen Roman verpackt. Das macht sie so sympathisch.
Cover: Das Bild passt. Onkel Jürgen am Schreiben.
Fazit: Ein witziger Roman, welcher für Lippe-Fans ein absolutes muss ist. Mich hat die Geschichte zur Geschichte genauso begeistert wie die ausgedachte Handlung, um Gregor. Daher vergebe ich volle 5 Sterne und eine absolute Hörempfehlung.
Ein witziges Hörbuch, das allerdings eine Weile brauchte, um mir sympatisch zu werden; das gleiche galt für Jürgen von der Lippes sehr überzeichnete Intonationen der verschiedenen Figuren. Für den Autor typisch sollte man die ein oder andere Anzüglichkeit bzw. politische Inkorrektheit erwarten.
Das Thema, die Produktion einer Fernsehshow hinter den Kulissen (plus Meta-Gespräche zwischen von der Lippe mit seiner Frau) fand ich sehr interessant und unterhaltsam. Da es sich allerdings um eine Abnehmshow handelt, wurde ich aufgrund meiner eigenen Essstörung wegen den häufigen Erwähnungen von Diäten, Sportprogrammen und Essen allgemein stellenweise getriggert. Also empfehle ich anderen Essgestörten Vorsicht bei diesem Buch walten zu lassen.
Also der Titel hat mich einfach angesprochen ;-) Nein, ich mag den Autor einfach. Die Charaktere sind sehr gut ausgedacht und bestimmt sind auch Ähnlichkeiten zu realen Personen dabei. Wie dem auch sei, es hat einen gewissen Wortwitz, den nicht jeder versteht zu schreiben. Ich mag die Schreibe und die Geschichte, muss aber gestehen, dass es mir teilweise zu viel war, die vielen Personen auseinanderzuhalten bzw. in Verbindung zu bringen.
Ich hatte gerade Doktor Faustus von Thomas Mann durchgelesen und danach war mein Wunsch etwas seichtes, humorvolles zu lesen stark ausgeprägt. Jürgen von der Lippe mit seiner „Nudel im Wind“ erschien mir als die richtig Wahl dafür. Mein erstes literarisches Werk von ihm. Aber was ich dann las war alles andere als urkomisch. Es reichte an einigen Stellen gerade mal so zum Schmunzeln. Da hatte ich von Jürgen von der Lippe wesentlich mehr erwartet.
Naja, eigentlich mag ich ja Jürgen von der Lippe, aber das Buch war nicht wirklich lustig. Sicher, er hat seine üblichen Zoten untergebracht aber die sind eben auch nicht mehr frisch. Schade um die Zeit. Es gibt bessere Bücher. Zwei Sterne nur wegen Jürgen von der Lippe.
amüsant aber bin eher anspruchsvolle Lektüre gewöhnt, darum war es mal ne gute Ablenkung. Muss man wsh am Stück lesen um alle Charaktere nicht gleich zu vergessen und was wer macht.
Ich hab das Buch als Hörbuch gehört. Es ist von Jürgen von der Lippe selbst gesprochen was er auch toll macht aber leider baut das Buch im laufe der Zeit stark ab. Am Anfang ist es noch lustig und auch von der Handlung interessant aber im Verlauf der Geschichte hat es mich immer weniger interessiert was mit den Protagonisten passiert. Auch werden Handlungen und Situationen zu ausschweifend erklärt und beschrieben was einen dann langweilt. Am Ende sind dann auch nur die zwischen Kapitel wo er von seiner Frau schreibt lustig. Ich persönlich hätte am liebsten nur noch über die zwei was gehört.