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Tier werden

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In den Romanen von Teresa Präauer sind, neben den Menschen, auch immer die Tiere die Vögel, die Fische oder der Affe. In diesem erzählerischen Essay buchstabiert sie diese Artennähe aus und schreibt, reflektiert und unterhaltsam, über die unscharfe Grenze zwischen Mensch und Tier, die in der Kunst so häufig aufgesucht wird. Teresa Präauer beobachtet in "Tier werden" Stationen des Übergangs, der Verwandlung, des Aus-der-Art-Schlagens. Einen Auftritt in ihrem Text bekommt, wer oder was Haare an Stellen, die von Schraffur überwuchert werden, von Pelz, Kunstfell oder Gras. Eine Sammlung von zotteligen Figuren hat sie hierfür zusammengetragen, von den mittelalterlichen Zeichnungen von Fabelwesen - halb Natur, halb Erfindung - über die Perchten aus den Alpen bis hin zum Perückenträger Toni Erdmann und den kostümierten Furries aus der Subkultur. All diesen künstlichen und künstlerischen Phänomenen geht die Autorin in konkreten Bildbetrachtungen und philosophischen Überlegungen nach. Die Animalisation ist bei Teresa Präauer ein Vorgang, den sie mit Blick auf Kunst, Kultur, Film und Mode beschreibt, den sie aber darüber hinaus auch auf das Schreiben und Lesen von Literatur selbst anwendet. Während wir schreiben, reizen wir die Möglichkeiten des Sprechens aus und geraten an seine menschlichen Grenzen. Während wir lesen, verwandeln wir uns, so lauten die Warnung und das Versprechen dieses erzählend-essayistischen Textes.

90 pages, Kindle Edition

First published January 1, 2018

52 people want to read

About the author

Teresa Präauer

18 books11 followers
Teresa Präauer, geboren 1979, ist Autorin und bildende Künstlerin in Wien. Sie schreibt regelmäßig für Zeitungen und Magazine zu Theater, Kunst, Literatur, Mode und Pop. Ihr Roman ›Für den Herrscher aus Übersee‹ wurde ausgezeichnet mit dem aspekte-Preis für das beste deutschsprachige Prosadebüt. Der Künstlerroman ›Johnny und Jean‹ wurde ausgezeichnet mit Droste-Literaturförderpreis und dem Förderpreis zum Hölderlinpreis 2015 und war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2015.

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Community Reviews

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6 (18%)
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7 (21%)
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2 stars
5 (15%)
1 star
1 (3%)
Displaying 1 - 8 of 8 reviews
Profile Image for Lesereien.
257 reviews22 followers
December 31, 2021
Wo verlaufen eigentlich die Grenzen, die uns vom Tier unterscheiden? Und wie nehmen wir sie wahr? Diesen Fragen widmet sich Teresa Präauer in ihrem hundert Seiten langen Essay "Tier werden".

Sich auf Beispiele aus der Literatur, Kunst, Philosophie, Kultur, Religion und Naturwissenschaft stützend, nähert sich Präauer dem an, was den Blick des Menschen auf das Tier ausmacht. Es sind die Grenzorte, die dabei besonders aussagekräftig sind: Tiermenschen und Opfertiere, mythologische Mensch-Tier-Figuren wie die Harpyien, Wolfskinder, die sprechenden Tiere der Literatur oder vermenschlichte Haustiere.

Das Buch ist eine Spurensuche und Zeitreise von den ersten Höhlenmalereien bis in die Gegenwart. Präauer lässt den Blick schweifen und macht deutlich, dass die vermeintlich klare Trennung von Mensch und Tier bei genauerer Betrachtung und in kultureller Hinsicht fließend oder sogar hinfällig ist. Wir vergleichen uns sprachlich mit Tieren, verkleiden uns als Tiere, um den Winter zu vertreiben, bedrucken unsere Kleidung mit Fellmustern oder lassen uns von Apps Hundeohren aufsetzen und mit Katzenschnuten ausstatten, um nur einige Beispiele zu nennen.

Was am Ende des Essays bleibt, sind Einblicke in unsere Faszination für die Grenzräume und die darin existierenden zahlreichen Vermischungen, Überschreitungen und Hybridisierungen zwischen Mensch und Tier.

Und noch etwas bleibt am Ende, nämlich dass „der Blick auf das Tier, das gezeichnet und beschrieben worden ist, das erfunden worden ist, [...] ein medial vermittelter [ist] – und doch zeigt sich darin etwas so unmittelbar: unser Blick auf uns selbst, unser Blick auf die Welt, und wie er sich formt im Lauf der Zeit, und schließlich die Hoffnung auf die Möglichkeit, dass die Blicke erwidert werden.“
Profile Image for Lulufrances.
912 reviews87 followers
August 6, 2019
Intense and whizzing from one idea to the next loose thought, a flitting between strands of information and trivia, yet I missed a certain poignancy or a stronger conclusion.

A wild essay, if you may.
Profile Image for Halber Kapitel.
325 reviews13 followers
April 1, 2025
Recht enttäuschend. Infodump ohne Ende zum Thema „Schnittstelle Mensch/Tier/Natur in Kunst und Literatur.“ Westliche Welt only. Aber wie ich jetzt Tier werden kann, darüber erfahre ich nix.
Profile Image for Lenya.
44 reviews3 followers
June 17, 2019
3,5
Sehr intensiver und moderner Essay.
Profile Image for Tobias.
274 reviews7 followers
November 6, 2021
Ein sehr eklektischer Essay, in dem die Autorin sich aus den unterschiedlichsten Quellen bedient, um zu zeigen, dass die Grenzen zwischen Mensch und Tier vor allem durch Sprache gemacht sind und auch in der Verwendung von Sprache häufig neu gesetzt oder verwischt bzw. übersprungen werden können.
Gerade durch die Vielzahl der Quellen aber auch die gelungene Führung des Lesers in die Grenzbereiche menschlicher Sprache sehr gut, witzig und interessant zu lesen. Der Essay schärft den Blick für die (Möglichkeiten von) Realität und auf das Verhältnis von Mensch und Tier.
Profile Image for Joseph Schreiber.
589 reviews182 followers
January 1, 2026
It seems I took a long time to read this very short book, but a car accident along the way necessitated a few restarts. Such a wide range of thinkers and ideas appear on the pages of this thoughtful essay about the ever shifting relationship between animals and humans, and where boundaries blur, that I kept having to rewind a few times, or stop to search something the author mentioned. That is what I love about books like this.
More to come.
Profile Image for Lena.
49 reviews14 followers
May 28, 2024
Tier gewesen, Text geworden.
Displaying 1 - 8 of 8 reviews

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