«Meine Vergangenheit kann ich nicht ändern. Aber wenn ich davon erzähle, nehme ich ihr einen Teil des Schreckens. Ich kann von meinem täglichen Kampf mit der Essstörung erzählen. Ich kann erzählen, wie eine Vergewaltigung erst den Körper entzweireißt – und dann die Seele. Aber ich kann auch davon erzählen, wie ich mein in Stücke zerfetztes Leben langsam wieder zusammensetze. Und es am Ende sogar schaffe, mich über Momente des Glücks zu freuen.» Eine starke Stimme, eine starke In nüchterner Direktheit erzählt Anna Silvia die Geschichte einer durch Missbrauch zerstörten Kindheit und eines immerwährenden Kampfes gegen die Bulimie – ihre Geschichte. Eindringlich und mit einem fast schmerzhaften Blick für Details schreibt sie darüber, was ihr widerfahren ist, ohne auch nur eine Sekunde in eine Opferrolle abzugleiten. Das intensive Memoire einer jungen Frau, die mit aller Kraft versucht, nicht vor ihrer kaputten Vergangenheit zu kapitulieren.
Im Vorraus möchte ich anmerken, dass man diese Geschichte mit Vorsicht genießen sollte. Selbst wenn man nicht direkt mit Silvias Problemen zu kämpfen hat, kann dieses Buch triggern.
Ohne Zweifel ist dieses Buch harte Kost. Durch die Taten mancher Menschen oder, wie Silvia sie nennt, 'Wölfe' drohe ich den Glauben an das Gute im Menschen zu verlieren. Erschreckend ehrlich und nüchtern fasst dieses Buch den Schrecken in Worte. Vor allem erfüllt mich die Geschichte mit Respekt für die Autorin. Sie hat all dies überstanden und schafft es jeden neuen Tag weiterzumachen. Ich wünsche ihr von ganzem Herzen ein Happy End.
Mich hat dieses Buch berührt und gewisse Zitate und Gedankengänge werden mich sicher noch länger begleiten. Ich kann nicht anders als die volle Zahl an Sternen zu vergeben.
Ungeschönt und direkt erzählt die Autorin von ihrem Leidensweg, der bereits in der Kindheit auf abscheuliche Weise beginnt und sie in einen teuflischen Kreislauf hineinzieht. Der Inhalt ist vor allem zu Beginn nur schwer zu ertragen. Ich glaube, wer bereits ähnlich betroffen ist (CN sexuelle Gewalterfahrungen, Essstörung) könnte mit diesem Werk Schwierigkeiten haben. Ich für meinen Teil bewundere die Autorin dafür, diese Schandtaten an ihrer Seele öffentlich gemacht zu haben und weiterhin durchzuhalten bzw. teilweise sogar mit den Erfahrungen ihren Frieden gemacht zu haben/damit abschließenzu können. Ich bin sicher, das erfordert enorm viel Mut und Kraft und ich wünsche ihr deswegen für ihre Zukunft viel innere Stärke, Seelenfrieden und Glück.