Ob man das „nach Tannen und Wachskerzen duftende Fest“ so innig liebt wie Paula Modersohn-Becker oder sich dem Weihnachtsrummel eher entzieht wie Erich Maria Remarque – jeder der Verfasser dieser Briefe feiert Weihnachten auf seine Weise. Und doch haben sie alle eins Sie verstehen es, für das Fest der Feste die richtigen Worte zu finden. Thomas Mann sorgt sich um seine Gesundheit und übt auch in den Tagen vor dem Fest eiserne „Jeden zweiten Morgen empfange ich den Turnmeister, der mich 40 mal hüpfen lässt.“ Mark Twain schreibt seiner Tochter Susi vom Palast des Weihnachtsmanns auf dem Mond, und Rosa Luxemburg feiert ihr drittes Weihnachten im Gefängnis. Über die Briefe von Schriftstellern, Künstlern und Philosophen schauen wir in die Fenster fremder Weihnachtsstuben, erleben glanzvolle Festlichkeiten, einsame Abende und eine Roadmovie im Mercedes-Benz durch das winterliche Washington. Persönliche Bekenntnisse großer Autoren, die amüsieren, berühren und nachdenklich stimmen.
Ich habe diese Weihnachtsbriefe mit großer Begeisterung gelesen. Es ist schön, die vertrauten Namen von Dichtern, Malern und Philosophen im Zusammenhang mit den Weihnachtstagen zu lesen. Jeder von ihnen verbindet mit Weihnachten wehmütige Erinnerungen, Hoffnungen und unbändige Freude. Nach der Lektüre dieses Buches schwebt mir ein Stapel ungelesener Briefsammlungen vor, die ich nun unbedingt lesen möchte.