Voller Verve, Witz und Herzenswärme erzählt Vea Kaiser von einer Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel, von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren, von Bärenforschern, die die Zeit anhalten möchten, und von den Seelen der Verstorbenen, die uns begleiten, ob wir wollen oder nicht. Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Panda von Wien Liesing bis zum Balkan. Auf der 1029 Kilometer langen Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander. Mirl, die älteste der Schwestern, muss nach dem Krieg schon früh Verantwortung übernehmen und will nur weg aus dem elterlichen Gasthof, weg vom Land. Doch weder die Stadt noch ihre Ehe entwickeln sich so, wie sie es sich erträumte. Wetti interessiert sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Als Putzfrau im Naturhistorischen Museum kennt sie die Präparate der Sammlungen bald besser als jeder Kurator, und als alleinerziehende Mutter einer dunkelhäutigen Tochter schockiert sie die Wiener Gesellschaft. Und Hedi, die Jüngste im Bunde, lernt Willi zu einem Zeitpunkt in ihrem Leben kennen, an dem sie mit selbigem fast schon abgeschlossen hat. Denn die drei Schwestern haben in jungen Jahren einen schweren Verlust erlitten. Und sie alle geben sich die Schuld daran.
Vea Kaiser wurde 1988 in St. Pölten geboren. Sie arbeitete als Übersetzerin, Fremdenführerin und Fotomodell. Seit 2007 studiert sie Klassische und Deutsche Philologie an der Universität Wien. Für ein Jahr studierte sie Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus in Hildesheim. Sie lebt in Wien und Zürich. Für ihre belletristischen Arbeiten erhielt sie u.a. das Start-Stipendium des österreichischen Kultusministeriums, das Hans-Weigel-Literaturstipendium sowie den Theodor-Körner-Preis 2011 (Preis der Stadt Wien für Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam). Kaiser war Finalistin beim 17. Open Mike und nahm 2010 an der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin teil. Ihr Debütroman Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam wurde im September 2012 auf Platz eins der ORF-Bestenliste gewählt und avancierte zum Bestseller. Nach eigenen Angaben machen drei Dinge Vea Kaiser „richtig glücklich“: Fußball, Stöckelschuhe und Altgriechisch.
Als ich die Buchdeckel des Romans nach dem Lesen schloss, war ich erheitert, entzückt, verzaubert und auch traurig, weil die Geschichte schon zu Ende war.
Das liegt vor allem auch daran, dass die in der Überschrift angesprochene Hollywoodklamotte mit dem toten Bernie auf seiner Tour nur einen kleinen Teilaspekt dieser wundervollen tragikomischen Familiengeschichte der Prischingers darstellt, die auch noch einen realen problematischen wirtschaftlichen Hintergrund aufweist.
Im Gegenwartserzählstrang ist der Willi-Onkel, der ursprünglich aus Montenegro stammt, im Bett sanft entschlafen. Da er unbedingt in seiner Heimat begraben werden wollte und seine gesamte Familie auf Grund von finanziellen Problemen das Geld für die Überführung nicht aufbringen kann, wird er kurzerhand eingefroren und auf dem Beifahrersitz in einer 12-stündigen Autofahrt (berechnet ohne Pausen) an seinen Geburtsort verfrachtet. Mit von der Partie sind: Lorenz der Neffe seiner drei Tanten, als arbeitsloser Schauspieler auch ständig in finanziellen Kalamitäten, Tante Hedi, die Frau von Willi, die das Geld der Sterbeversicherung ihres Mannes vorab schon durch die Investition in den veganen Onlineshop der Tochter verbrannt hat, Mirl, die nach einer finanziell erfolgreichen Scheidung zwar ihrem Ex das letzte Hemd ausgezogen, dann aber alles Geld an einen Heiratsschwindler verloren hat und Wetti, die als alleinerziehende Mutter einer dunkelhäutigen Tochter ohnehin nie auf der Butterseite der Gesellschaft lebte.
In Rückblenden wird sowohl die Geschichte von Willis Familie im ehemaligen Jugoslawien als auch die der gesamten Prischinger-Mischpoche aufgerollt, und in diesem Fall dreht sich die heitere Tonalität der Gegenwart sehr schnell in eine sehr ernsthafte von bitterer Armut, Trauer, Leid und Katastrophen geprägte Geschichte. Sowohl die Prischingers, aus dem Waldviertel stammend, als auch Willi hatten es in ihrer Kindheit und Jugend nie leicht.
Als Fangirl der Autorin seit ihrem Erstlingswerk Blasmusikpop, das ich auch hier in goodreads bereits besprochen habe, hat es mich auch noch besonders gefreut, dass ein Teil der Handlung sogar bei mir zu Hause im Bezirk Krems/Gföhl spielt, da Sepp, der Vater von Lorenz, als Magistratsdirektor der Stadt arbeitet. Da werden die sehr liebevoll beschriebenen Szenen und Lokalitäten, die sich natürlich durch den gesamten Roman ziehen, doppelt so wertvoll. Vea Kaiser hat sich aber auch im Ausland sehr viel Mühe gegeben. Nach ihren Ausführungen im Interview in der Sendung literaTOUR ist sie selbst mit dem Auto auf Onkel Willis Spuren in einer fact finding mission bis nach Montenegro gefahren. Ein Teil der Strecke ist auch nahezu jedem Ostösterreicher wohlbekannt, denn dies ist die Hauptroute für den Urlaub in den Süden, sei es nach Triest, Slowenien oder Kroatien, dort waren fast alle von uns irgendwann einmal schon seit den 80er-Jahren. Als man sich den ersten Urlaub leisten konnte, fuhren die Wiener und Niederösterreicher und Oststeirer nicht nach Italien, sondern nach Jugoslawien, weil das Meer viel schneller zu erreichen und der Urlaub nicht so teuer war.
An der Raststation Gralla, der letzten Labstation vor der slowenischen Grenze, an der man heutzutage immer eine Autobahnvignette kaufen sollte, treffen sie auf einen Bus bulgarischer Pflegerinnen, die natürlich auf Grund ihres Berufes sofort erkennen, dass Onkel Willi am Beifahrersitz nicht schläft, sondern tot ist. Sie finden aber nichts dabei, Verstorbene auf diese Weise auf ihrer letzten Reise nach Hause zu transportieren, haben sie dies aus Geldmangel auch schon mehrmals mit Ihrem Bus praktiziert. Als Profis wissen sie sich zudem zu helfen und verschaffen dem gefrorenen Onkel Willi ein besseres Make-up, das ihn gesünder und frischer erscheinen lässt.
Die Figuren sind genauso wie die beschriebenen Orte wundervoll und sehr tief entwickelt, jeder der Protagonisten hat so seine schrägen Marotten, Probleme und Traumata, die sich aus der Vergangenheit schlüssig nach und nach ergeben. Zudem werfen einige Familienmitglieder sehr entwaffnend mit hintergründigen Weisheiten um sich.
So demonstriert Tante Wetti am furiosesten, wie man eine Person of Color (POC) auch beschreiben kann, entwaffnet und entlarvt somit vorab schon jegliche rassistische Anwandlung. Tante Wetti rockt sowieso mit ihren pointierten Aussagen den gesamten Roman und ist meine absoulte Lieblingsfigur von allen Personen, von denen alle irgendwie – zumindest ein bisschen – symphatisch gezeichnet wurden.
"Mein Kind ist ein Mensch mit etwas mehr Melanin in der Basalschicht ihrer Epidermis als der milchrahmstrudelfarbene Österreicher, wieso beschäftigt das die Leute so?"
Die Handlung in der Gegenwart strotzt nur so von wundervoller absurder Situationskomik und gipfelt in einem ans Herz gehenden Happy End. Zudem hält auch die Familiengeschichte von Willi aus der Vergangenheit einige überraschende Wendungen parat. Der Roman ist also nicht nur lustig und traurig, sondern zudem auch hintergründig, nachdenklich machend und teilweise richtig spannend.
Fazit: Für mich ein genialer Buchstoffhöhepunkt 2019 und trotz der vielen guten Bücher, die ich heuer schon lesen durfte, bis jetzt Number One gemeinsam mit einem anderen Werk, das das genaue Gegenteil dieses optimistischen Romans darstellt. Ich habe lange nach einem Kritikpunkt gesucht, aber für mich einfach keinen gefunden.
Ach ja die Manen im Untertitel des Romans sind kein Orthografiefehler sondern die altrömischen Geister der toten Verwandten, die aus dem Jenseits auf ihre lebende Familie aufpassen und alles zum Guten wenden, wenn sie ordentlich begraben werden. Diese Aufgabe hat der verblichene Onkel Willi sowas von übererfüllt, dass es eine Freude ist.
"Manche Geschichten sind dafür da, dass man sie allen erzählt. Andere dafür, dass man sie nur mit wenigen Menschen teilt." - Vea Kaiser, "Rückwärtswalzer"
Für Lorenz läuft es derzeit nicht wirklich rund im Leben: Seine Rolle in der neuen Krimi-Serie wurde kurzerhand aus dem Stück geschrieben und seine Freundin liebt einen anderen. Zum Glück gibt es seine drei Tanten Mirl, Wetti und Hedi und seinen Onkel Willi, die im 23. Bezirk in Wien wohnen und auf die er immer zählen kann. Lorenz zieht bei Willi und Hedi vorübergehend ein - doch als ein neuerlicher Schicksalsschlag die Familie trifft, findet sich Lorenz unversehens auf einem Roadtrip mit seinen Tanten in einem alten Fiat Panda nach Montenegro wieder. Auf dem Beifahrersitz: Eine Leiche. Im Gepäck: Die Geschichte der Familie Prischinger.
Was für ein Glück, dass mir eine Buchhändlerin in Berlin letztes Jahr ganz unverhofft dieses Buch in die Hand gedrückt hat! "Rückwärtswalzer" von Vea Kaiser ist Familiengeschichte und Roadtriproman zugleich, auf mehreren Zeitebenen erzählt sie von Lorenz im heutigen Wien und auf seiner abenteuerlichen Reise nach Montenegro sowie vom Aufwachsen seiner Tanten in einem kleinen Dorf im österreichischen Waldviertel der Nachkriegszeit und Willis Kindheit in Montenegro. Vea Kaisers Figuren sind schrullig und liebenswert, ich mochte vor allem die drei Tanten unglaublich gerne. "Rückwärtswalzer" war für mich eine wunderbare Wien-Reiselektüre, ich empfehle den Roman aber gerne allen, die sich mal wieder ganz in eine Geschichte fallen lassen möchten - witzig und warmherzig zugleich.
Anmerken möchte ich jedoch, dass ich den Gebrauch des N- und I-Worts sehr unangebracht finde, egal in welchem Kontext. Ich hoffe, die Autorin verzichtet künftig darauf.
Vea Kaisers dritter Roman erzählt...die dritte multigenerationale Familiengeschichte. Und kann Kaiser lustige, herzerwärmende und schlaue Unterhaltungsliteratur über die lieben Verwandten und deren Irrungen und Wirrungen durch die Jahrzehnte schreiben? Oh ja, klar kann sie das. Aber während die drei Familien, derer sie sich erzählerisch annimmt, sich sehr wohl unterscheiden (Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam: Drei Generationen einer Familie aus dem dörflichen Österreich verfallen auf jeweils ganz eigene Art der Wissenschaft; Makarionissi oder Die Insel der Seligen: Familie aus dem dörflichen Griechenland wandert aus; "Rückwärtswalzer": Siehe unten), werden doch immer die gleichen Zutaten verrührt: Menschen suchen ihren Platz in der Welt, werden durch zahlreiche schicksalhafte und skurrile Begebenheiten vom Leben getestet, soziale Rollen und Dörfer spielen eine wichtige Rolle, und ohne ein bisschen Mythologie kommt Altphilologie-Fan Kaiser auch nicht aus. Schlecht ist das nicht, aber das Schema verlangt mittlerweile nach mehr Variation.
In "Rückwärtswalzer" lernen wir eine Familie mit montenegrinischen Wurzeln kennen, die in Österreich ihr Glück sucht. Die Schicksale von drei Generationen ziehen sich in verschiedenen narrativen Fäden durch das Buch - zusammengehalten wird das Ganze durch eine Road Novel im Herzen der Erzählung, in der Onkel Willi seine letzte Ruhe in seinem Geburtsland finden soll, so, wie er es sich gewünscht hat. Eine Genehmigung zur Überführung nach Montenegro ist schwer zu beschaffen, also machen sich seine drei Schwestern illegal mit einer Leiche auf den 1029 Kilometer langen Weg. Drum herum bekommen wir zahlreiche Rückblenden, Aus- und Abschweifungen, und eins muss man Kaiser lassen: Ihre Schreibe ist immer unterhaltsam und charamant.
Aber zu offensichtlich ist die Mechanik des Romans, zu eindeutig ist die Geschichte auf Effekt geschrieben. Dennoch: Wer leichte Unterhaltung mit Herz und Hirn sucht, der ist bei Vea Kaiser genau richtig. Hoffentlich schreibt sie demnächst mal was anderes als einen Familienroman - das könnte sie sicher auch.
En esta novela nos encontramos a una familia muy, muy singular. Lorenz el sobrino, actor venido a menos, arruinado tiene que volver a vivir con sus tías después de la ruptura con su novia. Justo en ese momento su tío Willi fallece. Originario de Montenegro, es su deseo, a su muerte, que sea enterrado en su tierra natal. ¿Cuál es el problema? Que la familia Prischinger vive en Viena, económicamente nadie puede sufragar los gastos de traslado del cadáver a Montenegro y deciden llevar ellos mismos al tío Willi de Viena a Montenegro, más de mil kilómetros, de una tirada, porque los cadáveres, por si no lo sabéis, huelen. Así que a Lorenz, bajo presión de sus tías, no le queda más remedio que llevar a su tío muerto en un Fiat Panda cruzando 5 países, este viaje no lo hará solo, sino que sus tías lo acompañaran. Emprenden así un desternillante viaje, lleno de anécdotas que se alternarán con la historia familiar, la historia de la familia Prischinger y sus cinco hijos. Divertida, a veces ácida, irónica, entretenida, maravillosa y dramática.
Wer bei diesem Buch eine Anleitung für einen bisher unbekannten Gesellschaftstanz, den man bei der nächsten Ballsaison ausprobieren möchte, vermutet, der könnte eventuell etwas enttäuscht werden. Oder aber er/sie lässt sich stattdessen einfach ein auf diese tragikomische Familiengeschichte der Prischingers (und deren Anhang).
Bis es zum in der Kurzbeschreibung versprochenen Road Trip nach Montenegro kommt, vergeht allerdings schon das halbe Buch. Das macht aber nichts, denn so lernen wir Onkel Willi immerhin noch gut kennen. Ein sehr sympathischer Zeitgenosse, herzensguter Freund, Onkel und Vater, und vor allem der so dringend benötigte Ruhepol zwischen den drei Schwestern, die oftmals aufgeregt wie kopflose Hühner agieren.
Ich konnte mich mit so vielen Dingen in diesem Buch identifizieren. Mit Lorenz' Beschreibung wie man ursprünglich nach einer Aufbewahrung für eine Kuscheldecke sucht und dann schwuppdiwupp 20 andere Artikel im Online-Warenkorb hat (der sich ja nie so voll anfühlt wie einer, den man vor sich herschiebt!) - nur nicht die Aufbewahrungslösung. Oder wie jeder Essensrest in Tupper verpackt wird (und zwar in die passende Schüssel oder Dose bittesehr, auf keinen Fall zu groß, das wäre ja reine Platzverschwendung!). Mirls Wohnung in der Nähe der Paulanerkirche muss in unmittelbarer Nähe meiner 1. + 2. Wohnadresse in Wien gewesen sein, auch ich habe den 4. Bezirk mit dem Kinderwagen vermessen, und bin nicht selten auch in der Wohnung noch weiter mit dem Wagerl rumgefahren. In meiner 1. Wohnung hier waren Badewanne und Waschbecken auch hinter einem Vorhang in der Küche versteckt, weil es zur Bauzeit des Hauses vor über 200 Jahren noch gar keine Badezimmer gegeben hat. Immerhin war bei uns eine Toilette innerhalb der Wohnung nachgerüstet. Das Buch bietet also reichlich Lokalkolorit, was ich sehr mag, und nebenbei erfährt man auch kleine Details aus der österreichischen Geschichte (Atomkraftwerk Zwentendorf, die Angst nach Tschernobyl vor verseuchtem Essen, diverse Politiker). Auch zahlreiche österreichische Wörter kommen vor, die dem Roman einen regionalen Stempel aufdrücken und mit denen ich vor 17 Jahren noch nichts anzufangen gewusst hätte. Der Kontext hilft dann aber eh bei der Deutung, also keine Angst liebe deutschen LeserInnen.
Gänzlich unbekannt war mir allerdings das Wort "Manen" aus dem Untertitel. Dabei handelt es sich um die Geister der Toten (in der römischen Mythologie), die besänftigt werden müssen indem man die Toten ehrt und würdig bestattet. Genau das haben dann auch Lorenz und seine 3 Tanten mit Onkel Willi vor, und spielen dabei ein bisschen "Immer Ärger mit Bernie" nach. Diese Szenen aus der heutigen Zeit sind eher humorvoll angehaucht, vor allem wenn die Tanten im Dreierpack auftreten wird es meist sehr amüsant (Brote schmieren im Großmarkt, 'Natürlich haben wir unsere Reisepässe, Lorenz!', Schminkaktion mit den bulgarischen Pflegekräften, Bestechung der Grenzbeamten mit Kuchen).
Diese humoristische Note ist auch nötig, quasi als 'Comic relief', denn Tragisches gibt es in der Vergangenheit der Familie schon genug. Mirl muss den widerlichen Geruch ihres Ehemannes aushalten sowie seine unersättliche Lust auf ihr Popscherl. Hedi führt im Kloster ein unwürdiges Leben, während Wetti unerwünschte Besuche des Tierarztes erdulden muss. Und dann ist da auch noch die Sache mit ihrem kleinen Bruder Nenerl. All das und noch einiges mehr erfährt der Leser in episodenhaft eingestreuten Rückblenden, die in den 50er Jahren beginnen und ausschnittsweise einen Einblick in das Leben der Prischinger Maderln gewähren.
Die mehrfachen Referenzen zu Bären hat mich an John Irvings "Hotel New Hampshire" erinnert, in dem es ja um eine ähnlich illustre Familie geht (die sogar eine zeitlang in Wien lebt). Ich würde nicht sagen, dass sich der Schreibstil von Irving und Vea Kaiser sehr ähnelt, aber beide Autoren verbindet ein Hang zu außergewöhnlichen Familiengeschichten gepaart mit einer gewissen (unfreiwilligen) Komik. Und absolut lesenswert sind sie auch beide!
Encantada de haber conocido a esta extraña (o no tanto, al final) familia, llena de mujeres fuertes (o no tanto, depende de cómo les de la luz y te cuenten su historia), que consiguen sobrevivir y ser felices a pesar del dolor y de las varias desilusiones que les da la vida (y son unas cuantas, eso es así).
Pocas veces las cosas son lo que parecen, en la vida real o en cualquier novela, y esta no iba a ser una excepción: lo que empieza como una loca comedia, llena de absurdos y con un protagonista infantiloide e inmaduro a sus 30 años, termina como una road movie en la que acabas encariñándote sin remedio con el extraño quinteto que, a su vez, ha crecido individual y familiarmente hasta aceptarse tal y como son.
Muy tierna, muy real y conmovedora sin empalagar en ningún momento. Y con mucho humor de fondo, lo que no le quita crudeza y dolor a las diferentes historias de los personajes principales. Las relaciones familiares, las esperanzas creadas en la infancia y juventud, los diferentes caminos que escoges en la vida, y las consecuencias de tus decisiones, están vistas con imparcialidad y sin juzgarlos. Cada cual carga con sus traumas sin victimizarse, con la familia como apoyo firme y salvavidas común.
Y, aunque no lo trata de forma exhaustiva ni en plan ensayo, me ha gustado mucho toda la parte de cómo enfrentar el hecho en sí de la muerte, el respeto a los difuntos y los rituales en torno a ella.
“ —Algunas historias están hechas para contárselas a todo el mundo. Otras, en cambio, para compartirlas con unas pocas personas —dijo—. Sé que todavía no lo entendéis. Pero creedme, algún día lo haréis.”
No sé si quiero unas tías como Mirl, Hedi y Wetti, pero, desde luego, como personajes resultan magníficas. Siempre acompañadas del tío Willi, por supuesto ; )
Die Prischingerfamilie ist ein liebenswerter, lebhaft-chaotischer Haufen, in deren Mittelpunkt die drei ungleichen Schwestern Mirl, Wetti und Hedi stehen. Als völlig unvermittelt der Lebensgefährte Hedis stirbt, gibt es ein Problem: Willi wollte unbedingt in seinem Heimatland Montenegro beerdigt werden, doch die Überführung von Wien ist schlicht zu teuer. So verdonnern sie ihren Neffen Lorenz, der sich gerade in einer Drittel-Life-Krise befindet, sie alle incl. des tiefgefrorenen Willis nach Montenegro zu fahren. Diese etwas skurrile Reise macht nur die eine Hälfte des Buches aus, wobei der andere Teil aber mindestens ebenso unterhaltsam und amüsant ist. Er beginnt Anfang der Fünfziger Jahre und erzählt in einzelnen Episoden den Lebensweg Willis sowie den der drei Schwestern, die jeweils einen ihnen nahestehenden Menschen verloren haben, über die man jedoch beharrlich schweigt. Dies ist ebenfalls eine Reise, wenn auch nicht im räumlichen Sinn, sondern eine durch die jüngere Vergangenheit unserer bzw. der österreichischen Geschichte. Immer wieder bricht der Weltenlauf in die Familien der Schwestern ein und jede schaut, wie sie auf ihre Weise damit zurecht kommt. Aber klar ist: Niemand wird zurückgelassen - die Schwestern bleiben und halten zusammen. Es ist eine humorvolle und herzerwärmende Lektüre mit einem Hauch Melancholie, die ich nur schwer aus der Hand legen konnte. Die einzelnen Personen sind trotz ihrer Macken (oder vielleicht gerade deshalb ;-)) überaus liebenswert sympathisch und selbst mit dem anfangs so selbstmitleidigen Lorenz empfand ich irgendwann Mitgefühl. Denn mit drei solchen Tanten ist es nicht ganz so einfach. Ein rundum schönes und auf jeden Fall empfehlenswertes Buch!
Rückwärtswalzer ist wie Titel und Cover vermuten lassen eine multi-generationale Familiengeschichte. Und gehört damit nicht gerade zu meinen üblichen Genres. Dennoch lese ich hin und wieder (oder wenn es für den Unterricht verlangt wird) gerne literary fiction. Aber zu meinen Lieblingsbüchern werden sie dann doch nur in den seltensten Fällen.
Rückwärtswalzer zum Beispiel war sehr gut geschrieben, hatte viel Witz und Charme und beinhaltete sogar immer wieder einmal Funfacts zum alten Rom (womit man mich immer kriegt). Und dennoch hat es mir einfach nur gefallen. Da war und ist keine Liebe. Einfach nur Gefallen.
Die Geschichte erstreckt sich über mehrere Generation und hüpft dabei richtig von Zeit zu Zeit, von Perspektive zu Perspektive. Dafür werden viele Figuren benötigt, die zwar alle ihre ganz eigene Persönlichkeit haben, durch ihre große Anzahl wird das Ganze aber dennoch ein wenig verwirrend. Weiters weiß man die ganze Zeit über, dass man gerade ein Buch liest. Logisch, aber was ich meine ist man verliert sich nicht in der Geschichte. Und somit habe ich mich auch nicht wirklich mit den Charakteren verbunden gefühlt. Wirklich gemocht habe ich nur Lorenz (weil wir die meiste Zeit in seinem Kopf waren und ich seine Fuck-it-was-mache-ich-eigentlich-hier-attitude verstehe) und Willi (weil Willi einfach toll ist). Letzteres Vergangenheit hat mich auch am meisten interessiert und ich hätte gerne mehr davon gelesen.
Als Hauptthema fungiert die Bewältigung und Verarbeitung von Trauer und den damit verbundenen Schmerzen, was auch wirklich gut exekutiert worden ist. Manchmal braucht man eben Jahre bis man sich mit so einem Verlust abfindet und manchmal muss man eben eine Leiche über Staatsgrenzen schmuggeln, bis man merkt, dass die Erinnerung an die jeweilige Person das ist, was wirklich zählt.
Rückwärtswalzer ist schlussendlich wirklich kein schlechtes Buch, nur nicht das Richtige für mich, aber wenn du gerne Generationengeschichten liest, wird es dir sicher gefallen.
Ja, nun habe ich auch den „Rückwärtswalzer“ gelesen und ich schließe mich den positiven Bewertungen anderer Leser an. Um es auf den Punkt zu bringen: Dies war das erste Buch, das ich von Vea Kaiser gelesen habe, aber ich werde mir definitiv auch ihre anderen Bücher gönnen. Ich bin mir sicher, dass es sich lohnen wird!
Aber zurück zu „Rückwärtswalzer“: Was Vea Kaiser hier auffährt, ist ganz großes Kino – und tatsächlich bin ich mir sicher, dass der Roman auch als Film funktionieren würde. Worum geht es? Lorenz, ein erfolgloser Schauspieler mit Hang zur Melodramatik und der weit verbreiteten Fähigkeit, mehr Geld auszugeben als einzunehmen, wird von seiner Freundin verlassen und muss angesichts seines Schuldenberges seine Wohnung in Wien untervermieten, während er selbst zu seinen Tanten und seinem Onkel Willi zieht. Doch Willi segnet das Zeitliche und da er seiner Frau das Versprechen abgenommen hat, in seiner Heimat Montenegro begraben zu werden, diese jedoch kein Geld für eine Überführung dorthin hat, beschließt sie gemeinsam mit ihren Schwestern, dass Lorenz mit ihnen den tiefgefrorenen Leichnam im Auto nach Montenegro fahren soll.
Ehrlich gesagt habe ich das Buch schon nach wenigen Seiten geliebt und je weiter ich kam, desto mehr wünschte ich mir, das Buch möge nie enden. So ist das manchmal.
Vea Kaiser lässt sich Zeit mit ihren Charakteren. Sie werden ausführlich und doch nicht langatmig vorgestellt. Was mich beim Lesen am meisten fasziniert hat, ist die Fähigkeit Kaisers, Charaktere zu präsentieren, die streckenweise überzogen und skurril und doch gleichermaßen liebenswert und vor allem lebensecht wirken. Das ist eine wunderbare Mischung und die verschiedenen Personen sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen.
Vea Kaiser erzählt ihre Geschichte auf so leichte, so liebevoll-humorige Weise, dass ich selbst die oft tragischen Ereignisse der Vergangenheit mit einem Schmunzeln lesen konnte. Es gibt Formulierungen, die schlicht und ergreifend herrlich sind. Der ganze Roman ist gespickt mit einem österreichisch-schwarzen Humor, den ich sehr angenehm fand. Ihre Formulierungen sind so treffend, das ich am liebsten das halbe Buch auswendig lernen würde, um in den richtigen Momenten/Situationen daraus zitieren zu können. Es ist wunderbar!
Wenn ich den Roman als „leicht“ bezeichne, dann bedeutet es übrigens nicht, er ist völlig anspruchslos. Das ist er nicht. In Rückblenden (jedes zweite Kapitel beschäftigt sich mit der Vergangenheit von Onkel Willi und den Tanten) erfahren wir viel von den tragischen Ereignissen, die erst zur Entzweiung der Schwestern und später zur Zusammenführung von Willi und den Schwestern führte. Es ist eine wunderbare Geschichte, die Vea Kaiser erfreulicherweise ohne Pathos, aber eben doch auf berührende und charmante Weise erzählt. Ich hatte während der gesamten Lektüre das Gefühl, das sie ihre Charaktere mag.
Ich habe die Geschichte als „runde Sache“ empfunden und das Ende ist zum Glück gelungen. So bleibt der positive Eindruck auch am Ende erhalten.
Eine sehr nette Geschichte mit absolut liebenswerten Tanten, die einem das Herz erwärmen. War ein Bücherschrankfund, und ich bin froh, dass ich es eingesteckt habe.
Mein bisheriges Jahreshighlight! „Rückwärtswalzer“ von Vea Kaiser begleitet Lorenz, einen Drittle-Life-Crisis geplagten arbeitslosen Schauspieler mit Hang zur Melodramatik und seine drei Tanten auf ihrer Reise von Wien bis nach Montenegro, wo sie den toten Onkel Willi bestatten möchten. Ein Bestattungsunternehmen können sie sich nicht leisten, also wurde der Willi kurzerhand tiefgefroren und anschließend auf den Beifahrersitz gepackt. Jedes zweite Kapitel erzählt in Flashbacks die Gesichte der Familie von 1953 bis in die Gegenwart. Man begegnet all den skurrilen Familienmitglieder der Prischingers durch die Jahre. Freude, Hoffnung, Verlust begleiten die Figuren ebenso wie Berge an Kalorien, die in äußerst regelmäßigen Abständen – meist von den Tanten – zubereitet werden. Egal was passiert, gegessen wird immer. Vea Kaiser ist Altphilologin und spickt ihren Roman geschickt mit alten Mythen, Todes- und Bestattungsritualen; denn ist es nicht auch der Umgang mit dem Tod eines geliebten Menschen, der viel aussagt über das Leben der Trauernden? Das mag jetzt nach schwerer Kost klingen, ist es aber überhaupt nicht. „Rückwärtswalzer“ ist angenehm zu lesen, unterfordert aber nie; der Roman berührt und unterhält, denn Kaiser präsentiert ihre Geschichte mit einer ordentlichen Portion trockenem Humor, ich musste häufig schmunzeln und dann und wann sogar laut lachen (was sehr selten vorkommt, wenn ich lese).
“La vida seguía. Y los que ya no estaban también permanecían. Siempre que se les escuchara”.
Sin duda estoy ante una de las mejores lecturas de lo que va de año. Aunque a priori la trama puede parecer algo inverosímil, la autora consigue desarrollarla de una manera creíble, acompañada de un humor sutil y de unos personajes muy peculiares. Estos últimos están muy bien construidos, son carismáticos y variopintos, conectas con cada uno de ellos y consiguen transmitir sus emociones a la perfección. La forma de escribir de la autora es sencilla y fácil de seguir, que sumado a los toques de humor, hace muy amena la lectura. Además de sacarnos más de una carcajada, la autora nos va dejando pequeños mensajes y reflexiones a lo largo de toda la novela que nos tocarán la fibra sensible y harán que nos emocionemos en más de una ocasión.
A rasgos generales, es una novela entretenida, conmovedora y muy divertida. Puede que de primeras no llame mucho la atención, pero una vez empiezas a introducirte en la historia no quieres dejar de leer para seguir acompañando a esta familia tan peculiar en su disparatado viaje.
Mit viel österreichischem Schmäh begleiten wir Lorenz und seine Familie durch ihre Geschichte und..... in Begleitung des toten, tiefgefrorenen Onkels durch halb Osteuropa!
No le pongo estrellas, lo he abandonado por la mitad, llevaba arrastrando la lectura desde el 10 de octubre, y porque sé que le ha gustado a mucha gente lo he intentado, pero ya no tengo ganas de perder más el tiempo con la larga lista de pendientes que tengo.
Man müsste Lorenz als Loser bezeichnen. Sein Vater hat ihn dermaßen verwöhnt, dass er so fest daran glaubt, er ist toll, dass er nicht merkt, wie andere über ihn denken. Ein wenig aufgerüttelt wird er als seine Freundin ihn verlässt. Immer noch meint Lorenz allerdings, er müsse nichts ändern. Lieber fragt er seine angeheirateten Onkel nach Geld. Glücklicherweise halten diese das Geld, welches sie haben oder nicht, zusammen. Lorenz vermietet seine Wohnung und zieht zu seinen Tanten. Ihre Welt ist skurril und doch auch heimelig. Doch dann wacht Onkel Willi eines morgens einfach nicht mehr auf. Und sein Wunsch war es, in seiner Heimat Montenegro beerdigt zu werden.
Da Tante Hedi immer gedacht hat, ihr Wille werde sie überleben, wo er doch jünger war, hat sie das Beerdigungsgeld ihrer gemeinsamen Tochter gegeben. Wie sollen sie nun ihr heiligstes Versprechen einhalten. Im kleinen Panda machen sie sich zu fünft auf den Weg, Lorenz am Steuer, Onkel Willi auf dem Beifahrersitz und Tante Hedi, Tante Mirl und Tante Wetti hinten. Ein letzter Wunsch, der einfach erfüllt werden muss. Wie eine bewegte Totenwache könnte diese Fahrt über Autobahnen, Straßen und Wege gesehen werden. Da kommen Erinnerungen auf, an die Kindheit der Prischingers, die einmal fünf waren und dann nur noch vier. Wie die Schwestern zu Tanten wurden und schließlich alle in Wien gelandet sind. Wie sie nur ohne Willi klarkommen sollen. Willi, der immer beweglich war und für jeden ein gutes Wort hatte. Und wie sie ihr Versprechen halten, ahnend, dass er noch nicht ganz fort ist, dass er nur am Ziel wirklich seine Ruhe findet.
Vielleicht hat man Ähnliches, naja, anders schon, aber doch ähnlich, selbst einmal mitgemacht. Ein Versprechen über den Tod hinaus gehalten. Und so kann man verstehen, wie wichtig es ist, dass Willi an seinen Sehnsuchtsort kommt, wo auch er ein Versprechen einzuhalten hat. Doch nicht nur dann wird man sie mögen, die chaotische und doch lebensechte Familie Prischinger. Mit ihren Toten lernt man auch sie kennen und ihre Geschichte. Leicht hatten sie es nicht, doch sie hatten sich. Und sie halten zusammen, für Willi und auch für Lorenz, der auf diesem außergewöhnlichen Roadtrip eine ganze Menge über sein Leben und das Leben überhaupt lernt. Die Prischingers wird man gerne in Erinnerung behalten und auch ihre Toten und auch die eigenen Toten. Und wenn man die Autorin während einer Lesung kennenlernen durfte, wird ihre Stimme durch die Lektüre hallen, die dem Roman eine besondere Lebendigkeit verleiht.
Mein bisheriges Jahreshighlight! Ich bin total begeistert und weiß gar nicht wo ich anfangen soll?
Bei den wunderbaren Charakteren? Zugegeben, bei Lorenz habe ich eine Weile gebraucht, bis ich mit ihm warm geworden ist, weil er ein klassischer Antiheld ist und am Anfang auch sehr egoistisch war, aber alle anderen hab ich gleich ins Herz geschlossen - und ihre Geschichte häppchenweise zu erfahren hat so viel Spaß gemacht. Da gibt es keine "Guten" und keine "Bösen" sondern sehr menschliche Personen mit Ecken und Kanten, die alle ihr Päckchen zu tragen haben.
Bei der skurrilen Handlung? Einem Roadtrip der besonderen Art, der immer wieder von Rückblenden unterbrochen wird, damit wir die handelnden Personen noch besser kennenlernen?
Oder doch bei dem wunderbar getroffenen österreichisch-wienerischen Setting? Ich habe mich an manchen Stellen schon gefragt, wie man hier wohl übersetzen könnte bzw. wie sich jemand mit dem Buch tut, der nicht in Österreich groß geworden ist - mir hat der Einblick in die österreichische Seele sehr gut gefallen und da wären wir schon beim nächsten Punkt: Dem Charme, mit dem die ganze Sache erzählt wird und dem Erzählstil im Allgemeinen.
Oder soll ich mit einem Loblied auf Cornelius Obonya beginnen? Wer schon mehr von mir gelesen hat, weiß, dass ich ihn als Sprecher besonders zu schätzen weiß und so auch hier - seine Stimme ist es, die die Geschichte für mich noch einmal mehr zum Leben erweckt, ich weiß tatsächlich nicht, ob ich lesend immer so begeistert vom Erzählstil gewesen wäre (weil er teilweise doch sehr flapsig und "gesprochen" ist), aber wenn er so vorgelesen wird, das ist einfach eine perfekte Verbindung.
Aber gut, ich weiß jedenfalls wie die Rezension endet, wenn ich schon nicht weiß, wie ich anfangen soll: Mit fünf Sternen und einer klaren Leseempfehlung!
meine mutter versteht nicht warum ich so einen hass auf lorenz schiebe aber wir sind uns einig, die krankenschwestern auf dem parkplatz sind die wahren ikonen
Ich bin großer Fan von Vea Kaiser, ihrer wilden Sprache, die Altgriechisch und Wienerisch in einen Satz packen kann, von der Liebe zu ihren Figuren die sie offensichtlich hat. Und auch die Geschichte der Familie Prischinger ist voller hinreißender Details und der richtigen Prise Absurdität. Der Rückwärtswalzer steckt so voller Geschichten, voller Umstände und Hintergründe, dass die Motivationen und Gefühle der Charaktere manchmal ein bisschen darin verloren gehen. Vielleicht ist das Absicht, weil Lorenz, die Tanten und der Willi ja genau deswegen in Montenegro landen, aber ich glaube ein bisschen mehr Raum für Reaktionen und Innenleben hätte dem Buch gut getan.
Gerade Lorenz und sein Vater wirkten so ein bisschen arg wie Skizzen, neben den starken Frauenfiguren. (aber hey, endlich mal umgekehrt!)
Ich verstehe warum bestimmte Dinge am Schluss nur sehr pragmatisch aufgelöst und nicht groß behandelt werden, aber ein bisschen mehr Zeit mit Fanny und Nenerl hätte ich gern verbracht. Weil das kann Frau Kaiser - Figuren zum Leben erwecken, die man noch viel näher kennen lernen will.
Cuesta un poquito, porque al principio el ritmo es lento. Pero a medida en que te adentras en la historia de las hermanas y, sobre todo, en el viaje absurdo que llevará a Willi a ser enterrado en Montenegro, te va apeteciendo más la lectura.
Ein wunderschöner Roman der alle Gefühle in sich versammelt und am Ende doch einen glücklich und zufrieden zurücklässt. Eine absolute Leseempfehlung und eines meiner Highlights dieses Jahr.
Los pocos días que pasamos acompañando a la familia Prischinger en su loca o no tanto, aventura a través de cinco países con sus correspondientes fronteras, desde Viena a Montenegro a cumplir el deseo de tío Willi, vamos conociendo a la peculiar familia, tres hermanas, Mirl, Hedi y Wetti y su sobrino Lorenz, un viaje lleno de sorpresas, con descubrimientos de vidas ocultas y un pasado común que les une a unos y a otros, la vida de estas tres mujeres no ha sido fácil, una vez que nos cuentan sus historias comprendemos la fortaleza que tienen para sobrevivir a las desgracias y permanecer unidas, el ejemplo que le dan a su sobrino es impagable, un treintañero inexperto, que vive en un mundo muy particular lleno de fantasías incumplidas, sin oficio ni beneficio y ya en las últimas económicamente no le queda más remedio que acudir a sus tías que lo reciben con los brazos abiertos. La novela va dando algunos saltos temporales para conocer mejor la vida de la familia Prischinger, desde su niñez en la Baja Austria a raíz de finalizar la guerra hasta nuestros días, cuando en busca de una vida mejor se trasladan a Viena y allí van creciendo, desarrollando su vida como mejor pueden y hasta llegar el momento del tema central de la novela. Tiene momentos tristes, otros en cambio son desternillantes, pero lo más importante es la unión que hay entre ellos y esas fantásticas comilonas en las que las tres tías de afanan diariamente. Mucho humor y mucha crudeza en la vida de las tres hermanas, pero que no se ensaña ni tampoco se hacen las víctimas por los reveses de la vida, al contrario, lo afrentan como una consecuencia de una decisión mal tomada o precipitada.
Meinung: In dem Buch sind eigentlich gleich mehrere Geschichten zu lesen, die aber alle irgendwie zusammenhängen. Und zwar liest man immer abwechselnd aus der Sicht von Lorenz, Mirl, Wetti und Hedi, Lorenz‘ Tanten. Die Geschichten von den Tanten waren für mich besonders spannend. Man liest in Rückblenden wie sich ihre Leben von der Kindheit an entwickelt haben, wieso sie in der Gegenwart so sind, wie sie sind. Jede von ihnen hat ganz verschiedene Leben gelebt. Es war großartig zu lesen, wie sie sich auseinanderentwickeln und dann doch wieder zusammenfinden. Außerdem verbindet sie ein Geheimnis aus ihrer Kindheit, das fand ich jedoch im Endeffekt zu knapp behandelt. Lorenz‘ Geschichte lesen wir in der Gegenwart. Zuerst erfährt man was sich in seinem Leben abspielt, wieso er momentan nicht wirklich glücklich ist. Als dann sein Onkel Willi stirbt, geht eine abenteuerliche Reise los, denn er will in Montenegro begraben werden, doch das Geld für eine Überführung haben die vier nicht. Darum wird Willi kurzerhand als schlafender Beifahrer getarnt und los geht die ungefähr elfstündige Fahrt mit seinen Tanten. Vor allem in den Kapiteln, in denen sie unterwegs sind, spürt man beim Lesen richtig den Zusammenhalt der Familie. Die Charaktere sind absolut realitätsnah, ihre Gedanken und Handlungen nachvollziehbar und dadurch sind sie alle sehr sympathisch. Mehr als nur einmal musste ich schmunzeln. Der lockere Schreibstil und die Wiener Einflüsse, lassen einen nur so durchs Buch fliegen.
Fazit: Ein wundervoller Roman über eine Familie, die man nur ins Herz schließen kann. Schrullig und schräg, gütig und charmant. Eine herzerwärmende Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite.
Con una historia entrañable, Vea Kaiser nos presenta un relato familiar que aporta mucha calidez.
Todos los personajes que intervienen son maravillosos, con unas personalidades tan bien delineadas que impresiona. Me fascinó la narrativa de la autora, donde entrelaza la vida de todos los personajes para contar los detalles de su vida, desde su niñez hasta la edad madura. Y la manera en que nos vamos enterando poco a poco de todos ellos, brinda una agradable sensación de formar parte —aunque momentáneamente— de la familia Prischinger. ¡Simplemente fascinante!
Terminé el libro con muy buen sabor de boca; deberían llevar la historia a la pantalla grande, considero que merece mucho la pena.
Ein richtiger „feel good“-Roman - und ein großartiges Hörbuch! Die Charaktere sind allesamt toll gezeichnet und werden von Cornelius Obonya so herrlich zum Leben und Lieben erweckt. Ich werde Willie vermissen! Trotz einiger Clichés insgesamt wärmstens zu empfehlen!
2019 scheint ein gutes Lesejahr zu werden, denn schon wieder habe ich ein echtes Spitzenbuch entdeckt, obwohl ich es in der Buchhandlung wohl niemals beachtet hätte. Das Cover und der Titel verraten nicht, welch wunderbare, emotionale und anrührende Geschichte sich dahinter verbirgt.
Es geht um die österreichische Familie Prischinger, die wir auf einer abenteuerlichen Reise begleiten dürfen. Aber zunächst erfahren wir vieles aus der Vergangenheit der Figuren. Die Geschwister Mirl, Wetti, Hedi und Sepp haben früh in ihrem Leben einen großen Verlust erlitten: ihr Bruder Nenerl ist in der Nachkriegszeit verstorben. Die Mutter hat sich niemals so richtig von diesem Schicksalsschlag erholt und so mussten die Kleinen schon bald lernen, Verantwortung zu übernehmen. Alle sind ihren Weg gegangen und sie haben allerhand erlebt. Nun sind sie im Rentenalter und regelmäßig treffen sich Mirl und Wetti bei Hedi und ihrem Lebensgefährten Willi. Auch Sepps Sohn Lorenz besucht seine Tanten gerne, vor allem, weil es dort immer deftiges Essen gibt und weil er als erfolgloser Schauspieler sowieso nichts Besseres zu tun hat. Als sich dann auch noch seine Freundin von ihm trennt und er seine Wohnung wegen drohender Pleite verlassen muss, sucht er kurzerhand bei Hedi Asyl. Doch dann passiert etwas Schreckliches: Willi stirbt eines Nachts überraschend und stellt die Hinterbliebenen damit vor ein Problem. Eigentlich wurde Willi nämlich vor vielen Jahren als Koviljo in Montenegro geboren und ist dort im Haus eines Bärenforschers aufgewachsen. Mit dessen Tochter verband ihn eine tiefe Freundschaft und er hatte der leider bereits Verstorbenen versprochen, später einmal im Grab neben ihr zu liegen und über sie zu wachen in der Dunkelheit.
Leider hat niemand in der Familie Prischinger genug Geld, um die Überführung des Toten in seine Heimat zu bezahlen. So beschließen die unerschrockenen Schwestern kurzerhand, dass Willi eben mit seinem Fiat Panda ans Mittelmeer gebracht wird – und Lorenz wird zum Fahrer bestimmt. Der steckt gerade mitten in einer echten Krise und dann auch noch das … doch er kann Willi seinen letzten Wunsch nicht abschlagen, also geht die abenteuerliche Reise los!
Dieses Familienepos ist wirklich hochemotional und so witzig, dass man oft nicht weiß, ob man nun weinen oder lachen soll. Alles liegt so nah beieinander – eben wie oft im richtigen Leben. In abwechselnden Kapiteln begleiten wir die durchgehend sympathischen, wenngleich nicht ganz einfachen Charaktere in der Gegenwart und in Rückblicken in die Vergangenheit, die so manches Geheimnis offenbaren. Ein extrem bewegtes Dasein mit unglücklichen Lieben, Anfeindungen, Entbehrungen und Täuschungen liegt hinter den Schwestern und Willi, aber immer wieder zog auch das Glück ein in Form von Kindern, Abenteuern und schicksalhaften Fügungen.
Man fiebert lebhaft mit, wenn der vollbesetzte Panda Grenze für Grenze passiert auf seinem über 1000 km langen Weg zum Ziel. Willi auf dem Beifahrersitz, die drei Schwestern auf der Rückbank. Der Schreibstil von Vea Kaiser ist einfach grandios: humorvoll, lebhaft, augenzwinkernd, mitreißend und emotional. Man kann sich der Geschichte nicht entziehen und sie fesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Dieses Buch kann ich nur wärmstens empfehlen und am liebsten würde ich es selbst gleich noch einmal lesen, denn der Abschied von den liebgewonnenen Figuren fällt wirklich schwer.
1.029 Kilometer Instant-Therapie. Ein skuriller, spannender Roman der in ganz Europa spielt und kein Auge trocken lässt! Detailreich und sehr phantasievoll entsteht hier eine ganz eigene Welt mit grotesken Situationen, merkwürdigen Bräuchen, politischen Katastrophen und persönlichen Turbolenzen. Leichtfüßig erzählt und voller verrückter Einfälle; komisch und tragisch zugleich. Es macht einfach Spaß, dieser Geschichtenerzählerin zu folgen. Als Onkel Willi stirbt, stehen der Drittel-Life-Crisis geplagte Lorenz und seine drei Tanten vor einer Herausforderung. Willi wollte immer in seinem Geburtsland Montenegro begraben werden. Doch da für eine regelkonforme Überführung der Leiche das Geld fehlt, begibt man sich kurzerhand auf eine illegale Fahrt im Fiat Panda von Wien bis auf den Balkan. Auf der Reise finden die abenteuerlichen Geschichten der Familie Prischinger auf kunstvolle Weise zueinander. Mirl, die älteste Schwester, musste nach dem Krieg früh Verantwortung übernehmen und wollte nur weg vom Land. Wetti interessierte sich bereits als Kind mehr für Tiere als für Menschen. Und Hedi zerbrach fast an einem Schicksalsschlag, kurz bevor sie Willi traf. Doch stets waren die drei Schwestern füreinander da. Denn sie haben in jungen Jahren einen schweren Verlust erlitten. Und sie alle geben sich die Schuld daran. Voller Witz und Herzenswärme erzählt Vea Kaiser von einer Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel, von drei Schwestern, die ein Geheimnis wahren, von Bärenforschern, die die Zeit anhalten möchten, und von den Seelen der Verstorbenen, die uns begleiten, ob wir wollen oder nicht. Der Roman "Rückwärtswalzer" ist so fröhlich und komisch, so frisch und witzig. Der Wandel der Gesellschaft mal witzig mal nachdenklich. Kurzum ein Kaleidoskop, das in den schönsten Farben leuchtet. Liebevoll ironisch und intelligent, erzählt die Autorin mit viel Phantasie einen Heimatroman der etwas anderen Art und eine Familie der besonderen Art - eine gelungene, unterhaltsame Mischung!! Was so alles in einem kleinen österreichischen Alpendorf passieren kann, schildert Kaiser mit viel Witz. Komisch und tragisch zugleich! Eine Familien-Geschichte, die jeden mitreißen wird! Dem Charme der Charaktere und dem unverwechselbaren Schreibstil kann man sich nicht entziehen! Die Autorin hat eine unglaublich Lust und Begabung verrückte Familiengeschichten zu erzählen. Es macht absolut Spaß ihrer Fabulierkunst zu folgen. So eine wahnwitzige Story, die in einer ganz eigenwilligen und einzigartigen Weise geschrieben wurde. Dieser Roman wird den Leser verzaubern. Danke für diesen Lesegenuss!