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223 pages, Paperback
First published January 1, 2003


Als ich nach Berlin kam, wollte ich nicht mehrDer zweite Zyklus Leichenprunk ist der Versuch einer persönlichen Traumabewältigung. Während seiner Zeit in Berlin, fielen die Eltern von Szilárd Borbély einem brutalen Überfall zum Opfer. Die Mutter wurde von den Tätern mit einer Axt erschlagen, der Vater überlebte schwer verletzt. Um für die Trauer einen Ausdruck zu finden, der sich nicht in persönlicher Betroffenheit und Pathos erschöpft, bedient sich Borbély verschiedener literarischer und geistiger Traditionen. Das umfasst zum Beispiel die Lyrik des Barock oder auch christlich-jüdische Heilsgeschichten. Einerseits ermöglicht der Rückgriff auf diese alten Formen Distanz zum Geschehenen zu entwickeln. Andererseits verweist das auf eine Leerstelle der Gegenwart, in der es keine passende Form bzw. Sprache mehr für den Umgang mit Tod und Leid gibt.
leben. Warum ist es nicht möglich, dachte ich, wenn
einer nicht mehr weiterleben will, dass er verschwindet.
Dadurch allein, dass er es beschließt und unbedingt will.
Die Ewigkeit ist spurlosIm Anhang gibt es noch einen weiteren Text, der vom Verbrechen an den Eltern handelt. In protokollartigen Notizen wird darin der gesamte Tathergang geschildert. Auffällig ist wiederum der nüchterne Ton und die distanzierte Haltung des Erzählers in der Darstellung der Ereignisse. In ihrem Nachwort gibt die Übersetzerin Heike Flemming den Hinweis, dass Leichenprunk insgesamt hundertzwanzig Texte umfasst. Für den vorliegenden Band musste daher eine Auswahl getroffen werden. Auch weil einige Sequenzen aufgrund ihrer Dichte als nicht übersetzbar gelten. Eine weitere Ebene, die deutschen Lesern leider verschlossen bleibt, sind die Verweise auf die ungarische Literatur der Zwischenkriegszeit. So finden in Berlin Hamlet u.a. Bilder und Zeilen von Attila Jószef und Ernő Szép Verwendung. Gleichwohl nimmt das den Gedichten kaum etwas von ihrer Qualität. Um so betrüblicher ist dagegen der Gedanke, dass Szilárd Borbély keine neuen mehr schreiben wird.
wie der Stoff
den der Tod
ins Blut dir tropft
"She would never marry anyoneOuch, dude. Further terrible things happen to this letter writer, as seems to be a theme of this work; it is stuffed to the brim with ennui and harsh emotional Feelings with a capital F. Upon reading the translation notes, I find it unsurprising that the Letter cycle is based directly of Franz Kafka's missives to his on-again, off-again fiancee, Felice Bauer. The tone of emotional suffocation was there.
else, she said.
She would never throw away my letters. She would not
ask for her photographs back.
She was willing to correspond with me, but wouldn't mind
if she didn't have to any more."