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Friesische Freiheit: Historischer Roman

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Friesland im 14. Jahrhundert. Reiche Großbauern wollen herrschen, ihre Landsleute aber in Freiheit leben. Dieser Konflikt ist friedlich nicht zu lösen. Lange Zeit haben die Friesen Angriffe fremder Herren auf ihre Freiheit erfolgreich abgewehrt. Mit den Wikingern fing es an. Dann kamen die Deutschen – Grafen und Fürsten, ja sogar Könige – und haben sich dabei blutige Nasen geholt. Doch nun gärt es unter den Friesen. Reiche Bauernfamilien drängen zur Häuptlingswürde. Die alte Rechtsordnung der friesischen Freiheit und ihre Verfechter geraten zunehmend unter Druck. Das Amt des frei gewählten Richters, der zugleich Führer des Heeresaufgebots und Patronatsherr ist, soll jährlich wechseln, aber immer öfter vollzieht sich dieser Wechsel nur mit Schwierigkeiten. Ehrgeizige Großbauern finden Gefallen an der Machtfülle ihres Amtes und trennen sich nur widerwillig von ihm. Schließlich weigern sich die ersten. Wo sie mit ihren Argumenten nicht überzeugen, nutzen sie Erpressung und Gewalt und schrecken auch vor Mord nicht zurück. Magnus tom Diek ist Richter im Harlingerland und fühlt sich der alten Rechtstradition verpflichtet. Ihm stehen Widersacher wie der Brokmanne Keno Hylmerisna und der Erzbischof Otto I. von Bremen gegenüber, denn auch die Kirche drängt zu säkularer Macht. Magnus nimmt den Kampf auf, er macht sich zum Sprecher derer, die nicht bereit sind, ihre seit langem bewahrte Freiheit nun an eigene Bauernfürsten zu verlieren. Aber seine Gegner sind stark, vor allem, weil sie keine Skrupel kennen.

992 pages, Kindle Edition

First published January 1, 2010

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Lothar Englert

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April 18, 2021
Es ist eine Menge Buch, das fällt zuerst auf. Die Geschichte Ostfriesland hat natürlich so viele Seiten verdient, trotzdem musste ich den ersten Eindruck erst einmal verarbeiten. Ziemlich flott hat man sich eingelesen, der Autor scheint bei den besten gelernt zu haben: Ein Prolog weit vor der Erzählzeit, der aber nicht mehr wirklich aufgegriffen wird, aber ein wenig globalen Hintergrund der (hauptsächlich) regionalen Geschichte gibt und Interesse weckt. Die Sympathien für die Protagonisten sind dann auch schnell verteilt. Das alles in einer Erzählart, die sich Zeit nimmt für Formulierungen, alte ausgediente Worte wie sintemalen einflicht, damit auch Atmosphäre erschafft, und mich als Leser am historisch Bedeutsamen teilnehmen lässt. Auch die Nachvollziehbarkeit wird meist schlüssig dargelegt. Leider sind dann aber die Erzählmethoden schnell aufgebraucht. Anteasersätze in der „Jetztzeit“ der Geschehnisse, dann Rückschau - die Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt wird zusammengefasst dargestellt - dann ein paar Seiten das Ereignis, dann nächstes Thema. Das wiederholt sich so dann bei jedem neuen Abschnitt, das ist schade. Ein paar Mal beschleunigt diese Methode den Lesefluss, aber so oft ermüdet es und macht das (Weiter-)Lesen ausrechenbar. Einfach mal linear zu erzählen, schadet auch nicht. Dazu nehmen dann die 365 Fußnoten einen unterbrechenden und manchmal unnötigen Faktor ein. Dies soll sicher die Authentizität des Erzählten aufzeigen, vielleicht auch die Akribie der Recherche. Hier wäre weniger mehr. Eine Landkarte zu Beginn, ein Ortsverzeichnis hätte genügt, einige Fußnoten sind für den Leser als Erklärung auch nicht nötig, sie erschließen sich im Kontext oder bilden einfach die Stimmung der Erzählung ab und können unübersetzt bleiben. Das Gute am Roman ist, dass ich die Geschichte der ersten Häuptlinge und das Ende der Freiheit der Friesen jetzt in dieser Verkürzung nacherzählen kann, was mir nach dem Lesen eines Geschichtsbuchs so nicht gelungen wäre. Schade ist es, dass ich Friesland im 14. Jahrhundert nicht wirklich erlebt, empfunden, geschmeckt habe. Es gibt zu wenig Szenen, in denen ich die Figuren wirklich begleitet habe (viel Erzähltes, wenig Erlebtes) und komischerweise hatte ich auch immer das Gefühl, dass nicht viel passiert und dass man oft nicht weiß, worauf das Ganze/die Geschichte eigentlich hinausläuft. Es gibt zwar Konflikte, große und kleine, aber der rote Faden der Romanerzählung und Romanereignisse fehlt hie und da. Hier ist wie bei den Erzähltechniken, Rechtschreib-/Druckfehlern und Kürzungen/Ergänzungen das Lektorat gescheitert. Der Roman hätte bei einer intensiveren Überarbeitung viel besser (und erfolgreicher?) sein können. Ein Stern für den Fleiß und die Recherche, ein Stern für das Thema, ein Stern für die guten Ansätze und meine Heimat.
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