Hier ist Matthias Matussek ein ungemein unterhaltsames, wahnsinnig mitreißend geschriebenes Buch über den Zeitraum 2014-2017 gelungen. Dem potenziellen Leser sei gesagt: Es ist vollkommen frei von jeglicher Art von political correctness - Gott sei Dank! Apropos Gott: Der Verfasser des Werkes ist bekennender Katholik und führt im Laufe des Buches an mehreren Stellen aus, warum er den Glauben als absolut essenziell erachtet. Man muss seine Auffassung diesbezüglich selbstredend nicht teilen - allein die Tatsache aber, dass so offen und befreit über das Thema Religion in diesem glaubenskritischen (um nicht zu sagen glaubensfeindlichen) Zeitalter gesprochen wird, ist erfrischend und regt zum Nachdenken an. Was ein triftiger Grund dafür ist, dass er nach langer Zeit in den Redaktionsstuben der Republik zur persona non grata des Mainstreamjournalismus erklärt wurde. Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise durch die drei Jahre und erlebt dabei viel Skurriles, Witziges und Unerwartetes. Immer wieder zieht sich wie ein roter Faden der Journalist und Mann des gesunden Menschenverstandes, G. K. Chesterton, Vorbild Matusseks durchs Buch, um ihn seinem Antagonisten, dem immer mehr in Deutschland grassierenden weißen Kaninchen - eben dem white rabbit - gegenüberzustellen. Anders als erwartet wird es erst im zweiten Teil richtig politisch - dafür aber mit glasklaren Worten der Abrechnung an die Adresse der im Willkommensdelirium gefangenen Schreiberlinge des Establishments. Was der Autor da zu Papier bringt, ist pures Gold - viel Substanz in einen virtuosen Schreibstil gekleidet. Einziger Minuspunkt - und da bin ich möglicherweise in Sonderfall als Leser - ist, dass ich von zahlreichen Blogs und Büchern einige im Buch behandelte Themen bereits gut kenne und ich manchmal das Gefühl hatte, gerade zum x-ten Mal dieselbe Suppe aufgetischt zu bekommen (Stichwort Migrationskrise ab 2015). Dennoch, ein unheimlich tolles und lesenswertes Buch (4,4 Sterne, nur knapp an der Bestnote vorbei).