Der große historische Roman von Marita Spang über eine kaum bekannte Frau zur Zeit der Französischen Revolution und über eine große Liebe Charlotte de Rohan-Rochefort ist wenig begeistert, als der vier Jahre jüngere Louis Antoine, Herzog von Enghien, 1792 um sie zu werben beginnt. Zu frisch ist Charlottes Trauer um ihren Verlobten, der den September-Massakern in Paris zum Opfer gefallen ist. Doch Louis bleibt hartnäckig, und was als platonische Freundschaft beginnt, entwickelt sich schließlich zu einer tiefen gegenseitigen Liebe – die politischem Kalkül ebenso trotzt wie den häufigen kriegsbedingten Trennungen. Bis die Royalisten Louis zum Thronprätendenten ernennen wollen und er damit zur Bedrohung für Napoleon Bonaparte wird …
In „Die Rose des Herzogs“ erzählt Marita Spang die Geschichte der eher unbekannten Adeligen Charlotte de Rohan-Rochefort, die zur Zeit der französischen Revolution gelebt hat. Als ebook ist der Roman bei Knaur bereits im September 2018 erschienen. Das Taschenbuch folgte im November 2018.
Ettenheim, 1792: Die französische Revolution hat den Adeligen des Landes ihre Güter gekostet und so bleibt vielen nur die Flucht ins Exil. Charlotte de Rohan-Rochefort ist gemeinsam mit ihrem Onkel, spöttisch „Kardinal Collier“ genannt, und ihrem Vater und Bruder ins beschauliche Ettenheim geflohen. Dort lernt sie kurze Zeit später Louis-Antoine, den Herzog von Enghien, kennen, der sofort von ihr bezaubert ist und um sie zu werben beginnt. Doch Charlottes Herz ist nicht frei. Ihr Verlobter wurde kurz zuvor bei den Septembermassakern in Paris ermordet und so hat es der Herzog anfangs schwer. Doch mit Hartnäckigkeit kann er ihr Herz gewinnen und es entsteht eine Liebe, die gegen viele Prüfungen bestehen kann. Doch dann gerät Louis-Antoines ins Visier von Napoleon Bonaparte…
Der zweite Roman, den ich innerhalb kurzer Zeit von Marita Spang lese und auch dieser hat mir wieder gut gefallen, auch wenn ich gestehen muss, dass mich das Weingut noch ein wenig mehr packen konnte. Der Schreibstil war wieder gut und flüssig zu lesen. Die Autorin versteht es das Kopfkino anzukurbeln. Ich konnte mir die Ereignisse und die beschriebenen Landschaften wunderbar vorstellen und bin dadurch sehr schnell in die Geschichte eingetaucht. Anhand der Geschichte der Prinzessin Charlotte de Rohan-Rochefort wird beispielhaft das Schicksal vieler Adeliger, die aufgrund der französischen Revolution ins Exil flüchten mussten, geschildert. Man erlebt die Aufstände in Paris nach dem Sturm auf die Bastille, man ist hautnah bei der Schreckensherrschaft der Revolutionäre dabei und verfolgt die Bemühungen und vielen Schlachten der Royalisten, die sich immer wieder im Exil formieren. Manchmal habe ich mir hier eine andere Perspektive gewünscht, denn die Werte „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ für die die Revolutionäre gekämpft haben, sind für mich sehr in den Hintergrund gerückt. Ich verstehe aber durchaus, warum das in diesem Roman nicht so eine große Rolle gespielt hat und werde daher demnächst wohl noch einen Roman aus einer anderen Perspektive lesen. Die Personen in dem Buch sind mir sehr ans Herz gewachsen. Charlotte ist eine sympathische Person, die sich zwar auch um ihre Haare und ihr Auftreten so einige Gedanken macht, aber dennoch das Herz am rechten Fleck hat. Wenn es drauf ankommt, kann sie sich auch mit wenig zufrieden geben. Louis-Antoine ist ein Schwerenöter, dem die Frauen zu Füßen liegen, der aber der Prinzessin vollkommen verfällt. Auf ihm lastet eine schwere Bürde. Er ist Soldat und steht für die Ideale der Royalisten ein und er ist der einzige Enkel, der den Fortbestand der Familie sichern kann. Die Dogge Mohiloff konnte mit ihrer Treue mein Herz erobern und auch der Onkel Charlottes konnte mich mit seiner Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber allen Emigranten für sich gewinnen. Der Roman wurde wieder hervorragend recherchiert und die großen historischen Fakten stimmen. Bei der Geschichte rund um Louis-Antoine und Charlotte hat sich die Autorin einige Freiheiten genommen, gerade weil über das Leben von Charlotte Rohan-Rochefort nicht all zu viel bekannt ist. Es ist alles noch im Rahmen, wenn auch für mich persönlich schon hart an der Grenze. Ausgestattet ist der Roman mit einem umfangreichen Personenverzeichnis, das fast ausschließlich historisch verbürgte Persönlichkeiten aufführt, Kartenmaterial, einem Glossar, einer Zeittafel, einem Quellenverzeichnis und einem ausführlichen Nachwort, das Fiktion und Wahrheit trennt.
Fazit: Ein gut recherchierter und empfehlenswerter Roman, wenn man sich für die französischen Revolution und das Schicksal der Emigranten interessiert. Frauen werden durch den Roman, glaube ich, mehr angesprochen, es ist dennoch weit entfernt von einem kitschigen Histo-Liebesroman, sondern man kann auch einiges über die Zeit Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts mitnehmen.
Die historischen Romane von Marita Spang gehören immer wieder zu meinen absoluten Highlights in diesem Genre. Die starken Frauenfiguren, die die Autorin in ihren Romanen vorstellt und die ausgezeichnete Recherche, bereichern alle ihre Histo-Romane. "Die Rose des Herzogs" hat bei mir diesmal allerdings keine 5 Sterne geschafft, ist aber trotzdem ein wunderbares Buch, welches ich allen Liebhabern von anspruchsvollen historischen Romanen ans Herz lege. Grund für meine Bewertung ist sicherlich auch, dass die Erzählung etwas Zeit benötigt, bevor sie richtig in Schwung kommt.
In ihrem neuen Roman widmet sie sich dem Schicksal von Charlotte de Rohan-Rochefort. Ausgehend vom historischen Hintergrund dieser Zeit, der Französischen Revolution, erzählt sie die Lebensgeschichte dieser starken, aber leider fast unbekannten Frau. Historische Figuren und Begebenheiten werden dabei gekonnt mit fiktiven Geschichten verbunden. Die Umbrüche und Wirren dieser Zeit werden sehr bildhaft und authentisch erzählt. Charlotte de Rohan-Rochefort ereilt das Schicksal vieler Adeligen beim Ausbruch der Revolution. Gemeinsam mit ihrem Vater, Bruder und Großonkel, Kardinal Louis René Eduard von Rohan-Guéméne, flieht sie ins Exil nach Ettenheim am Rhein, welches zu seiner Diözese gehört. Dort finden sich viele Emigranten, die ebenso vorerst Zuflucht finden. Zuvor erleben wir die Aufstände in Paris, den Sturm auf die Bastille und den Tod von Charlottes Verlobten, der bei den September Massakern ums Leben kommt. Daraufhin schließt sie einen Pakt: Charlotte will sich nie wieder verlieben. Doch sie hat nicht mit der Hartnäckigkeit des jungen Louis Antoine, Herzog von Enghien, gerechnet. Erst Jahre später erlaubt sich Charlotte eine neue Liebe, doch Louis Antoines Onkel setzt alles daran diese zu verhindern....
Charlottes Geschichte wird im Rückblick erzählt. Im Prolog finden wir sie auf ihrem Sterbebett vor, wo Charlotte an ihre große Liebe und an ihr tragisches, aber ereignisreiches Leben, denkt. Danach wird der Roman in fünf Abschnitte mit den Überschriften Vincent, Ettenheim, Louis-Antoine, falcher Verdacht und Niedertracht geteilt. Nach jedem dieser Abschnitte kehrt der Leser in die Gegenwart an Charlottes Sterbelager zurück.
Marita Spang erzählt Geschichte spannend und lebendig. Die Charaktere wachsen einem schnell ans Herz. Man begibt sich mit Louis Antoine aufs Schlachtfeld und erkennt wie sinnlos dieses Morden unter den eigenen Landsmännern eigentlich ist. Interessiert verfolgt man den Aufstieg Napoleons, wobei die Autorin hier mehr Gewicht auf die Gegner des Korsen, den Royalisten, legt. Denn Louis Antoine ist in erster Linie Soldat und für ihn gelten die Ideale der Royalisten in der Armee Condé. Seine inneren Kämpfe, die er gegen sich selbst führt, werden sehr deutlich. Aber auch seine Sturheit und die Vehemenz seiner idealistischen Einstellung tritt deutlich hervor. Charlotte ist eine sympathische Frau, die keinerlei Standesdünkel hat und auch zupacken kann, wenn es sein muss. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und kämpft um ihre Liebe. Sie ist klug, mutig und versucht das Beste aus ihrem Leben im Exil zu machen. Erwähnenswert ist auch noch die Dogge Mohiloff, die mir sehr ans Herz gewachsen ist und eine besondere Rolle im Roman spielt.
Trotz der Liebesgeschichte zwischen Charlotte und Louis Antoine ist dieser Roman weit entfertn von einem kitschigen Histoschinken, sondern vermittelt vorallem spannende Zeitgeschichte und erzählt über tragische Leben einer starken Frau.
Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin besticht durch Authentizität und Atmosphäre. Die hervoragenden Recherche ist auf jeder Seite zu erkennen. Ihr Schreibstil ist der Zeit angemessen, lässt sich aber wie immer flüssig lesen. Zu Beginn benötigte ich trotzdem eine Weile, um mich zurechtzufinden. Hier fehlte es noch etwas an Spannung bzw. fragte ich mich noch wohin die Geschichte eigentlich will. Das änderte sich allerdings rasch und die fast 700 Seiten waren wieder sehr schnell inhaliert.
Am Beginn des Buches befindet sich ein Personenregister und zwei Landkarten. Am Ende gibt es eine Zeittafel und einige Worte der Autorin betreffend Wahrheit und Fiktion zu ihrer Geschichte über Charlotte de Rohan-Rochefort.
Fazit: Wieder ein hervorragender historischer Roman der Autorin, der über das Schicksal der Emigranten nach dem Ausbruch der Französischen Revolution und ganz besonders über Charlotte de Rohan-Rochefort erzählt. Hier wird Geschichte lebendig und spannend erzählt. Für mich kam der Roman allerdings nicht ganz an "Blut und Seide" heran.
Die Rose des Herzogs. Ein für mich besonderes Buch, wo ich es doch 2018 von Marita Spang selbst zum Geburtstag bekam. Und doch kam ich erst jetzt dazu es zu lesen – eine Schande, muss ich sagen. Dieses Buch ist bisher kaum bis gar nicht beachtet worden, was wirklich traurig ist, weil den Lesern damit so viel entgeht. Klar, es behandelt nun keine Glanzzeit der französischen Geschichte, sondern eine der blutigsten Jahre. Die französische Revolution, in deren Namen hunderte Franzosen (unter fragwürdigen Gründen) das Leben durch die Guillotine genommen wurde, und einen langjährigen Krieg, in dem Franzosen gegen ihre eigenen Landsleute kämpften, tausende Männer und halbe Kinder auf den verschiedensten Schlachtfeldern ihr Leben gelassen haben. Und dennoch hat diese trostlos anmutende Zeit auch eine kleine Liebesgeschichte zu erzählen. Charlotte und ihr Louis-Antoine.
Der große historische Roman über eine kaum bekannte Frau zur Zeit der Französischen Revolution und über eine große Liebe
Charlotte de Rohan-Rochefort ist wenig begeistert, als der vier Jahre jüngere Louis Antoine, Herzog von Enghien, 1792 um sie zu werben beginnt. Zu frisch ist Charlottes Trauer um ihren Verlobten, der den Septembermassakern in Paris zum Opfer gefallen ist. Doch Louis bleibt hartnäckig, und was als platonische Freundschaft beginnt, entwickelt sich schließlich zu einer tiefen gegenseitigen Liebe – die politischem Kalkül ebenso trotzt wie den häufigen kriegsbedingten Trennungen. Bis die Royalisten Louis zum Thronprätendenten ernennen wollen und er damit zur Bedrohung für Napoleon Bonaparte wird…
1841. Wir treffen auf die Greisin Charlotte, die in Angesicht ihres baldigen Ablebens ihr Leben noch einmal Revue passieren lässt. So erleben wir an ihrer Seite den Zeitraum 1786 bis 1804; Jahre der Flucht, Angst, Krieges, Entbehrungen, Abschiede und Verlustes. Aber auch Jahre des Glücks, der Liebe und Hoffnung. Charlottes Leben war turbulent und geprägt von Hofart, der französischen Revolution und den daraus resultierenden Folgen für den einstmaligen französischen Adel.
Marita Spang kredenzt eine Geschichte voller Bilder und Emotionen. Mehr als einmal standen mir die Haare zu Berge. Ich habe mehrfach mit Charlotte geweint, habe mit Louis-Antoine seinen Großvater und den Krieg verflucht, habe gelitten, getrauert, aber mich ebenso mit ihnen gefreut. Auch wenn mir bewusst war welche dramatisches Leben Louis-Antoine hatte, habe ich gefiebert und (auch gegen jede Vernunft) auf ein kleines Wunder gehofft. Eine wirklich eindrucksvolle Geschichte, die mich in ihren Bann zog und auch in meine Träume verfolgte.
Man durchlebt an Charlottes Seite die wesentlichen Stationen ihres Lebens und blicken zuweilen auch anderen Figuren über die Schulter. Dabei vergehen zwischen den einzelnen Stationen auch mal einige Wochen, Monate oder sogar Jahre. Wobei die übersprungene Zeit adäquat in den Erinnerungen der Figuren zusammengefasst oder in Form von Briefen wiedergegeben wird und keinerlei Lücken entstehen und zugleich unnötige Längen vermieden werden.
Kurz gesagt ein Buch, dass mich wirklich begeistert hat und ich jedem wärmstens ans Herz legen möchte.
Ein toller Roman, in dem Marita Spang es erneut schafft, Fiktion und Wirklichkeit so geschickt zu vermischen, dass eine spannende und fesselnde Geschichte entsteht und man ganz nebenbei auch noch einiges über die Zeit der französischen Revolution lernt.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Charlotte de Rohan-Rochefort, eine zwar unbekannte, aber nicht minder starke Persönlichkeit, deren Leben von der französischen Revolution geprägt ist. Sie muss fliehen, das Land verlassen und immer wieder um die Liebe ihres Lebens kämpfen.
Gefallen hat mir, dass man ganz nebenbei viele historische Fakten erfährt und die französische Revolution mal aus ganz anderer Sicht erlebt, nämlich aus Sicht der Bevölkerung, die im Alltag ums Überleben kämpft, um ihre Lieben bangt und sich ihres Lebens nicht sicher sein kann. Mit Charlotte hat sich die Autorin eine sympathische und gleichzeitig auch interessante Persönlichkeit ausgesucht, die ich gerne begleitet habe. Sie ist eine mutige und starke Person, die leider nicht immer so kann, wie sie gerne möchte und damit auch eine Frau ihrer Zeit ist und bleibt. Ich mochte ihre anpackende Art, ihre Beharrlichkeit und ihren Optimismus – und den zu behalten war in der aufregenden Zeit Napoleons nicht immer einfach. Charlotte ist aber auch eine tragische Figur und so sehr ich sie mochte, so sehr habe ich auch mit ihr gelitten. Auch ihr Liebster Louis-Antoine ist mir rasch ans Herz gewachsen – auch wenn ich ihn wegen seiner Sturheit manchmal hätte schütteln wollen. Aber er hat seine Ideale, die er nicht aufgibt, auch wenn er darunter zu leiden hat. Und auch er ist ein Mann seiner Zeit, der Konventionen unterliegt, die man heute nicht mehr nachvollziehen kann. Auch die anderen Figuren sind sehr gut gezeichnet, und man merkt, dass sich die Autorin mit ihnen beschäftigt hat, weil sie auch jeder noch so kleinen Figur wirklich Leben einhaucht.
Die Geschichte wird im Rückblick erzählt, aus Sicht der nun sterbenden Charlotte. Der Schreibstil ist der Zeit angemessen, dennoch aber gut zu lesen und sehr lebendig. Die Autorin versteht es, Atmosphäre zu schaffen und mich als Leserin in die Geschichte zu ziehen – ich hatte nicht nur alle Schauplätze genau vor Augen, sondern fühlte mich als Teil der Geschichte.
Während ich das erste Drittel des Buches noch ein wenig langatmig fand, hat sich das dann im letzten Drittel drastisch geändert – hier überschlagen sich die Ereignisse, es ist spannend, und ich konnte das Buch nur schlecht aus der Hand legen. Und obwohl man den Ausgang der Geschichte kennt, will man doch wissen, wie es denn nun dazu kommen konnte.
Ich habe „Die Rose des Herzogs“, dessen Titel nicht passender sein könnte und der sich im Laufe des Buches erklärt, sehr gerne gelesen. Nur im ersten Drittel habe ich mich ein wenig schwer getan, weil ich noch nicht so richtig gefesselt war – ich gebe daher gute 4 von 5 Sternen.
Mein Fazit Wieder ist der Autorin gelungen, Wahrheit und Fiktion geschickt miteinander zu verknüpfen und so einen lehrreichen wie auch spannenden historischen Schmöker zu schreiben. Zwar braucht die Geschichte etwas Zeit, um richtig in Gang zu kommen, dann aber ist sie spannend und fesselt, so dass man das Buch kaum aus den Händen legen kann. Der lebendige Schreibstil, die sehr gut gezeichneten Charaktere und die sympathische Protagonistin lassen den Leser richtig eintauchen in die Geschichte. Ich gebe gute 4 von 5 Sternen.
Formidabel recherchiert entfaltet sich vor dem Auge des Lesers eine bewegende Epochen sowie eine anrührende, aller Schwierigkeiten trotzen wollenden großen Liebe.
Marita Spang hat sich in den letzten Jahren als Autorin historischer Romane etabliert und in die Riege derjenigen eingereiht, die den Hintergrund mit bewundernswerter Ernsthaftigkeit recherchieren und eine gelungene Mischung aus Wahrheit und Fiktion präsentieren.
Nun hat sie zum zweiten Mal einen Stoff mit einem wirklichkeitsnahen Geschehen gewählt. Denn „Die Rose des Herzogs“ – Charlotte de Rohan-Rochefort – lebte tatsächlich, genauso wie ihre große Liebe Louis-Antoine, Herzog von Enghien, und jene anderen Persönlichkeiten, die neben einigen erdachten Figuren in diesem geschichtsträchtigen Roman eine Rolle spielen.
Es kommt damit einem kleinen Denkmal gleich, das Marita Spang dieser in der Historie eher unbekannten Frau setzt, während ihr Geliebter zu sehr traurigem Ruhm gelangte. Mit außerordentlichem Gespür für feine Nuancen in der Sprachfindung der damaligen Zeit schildert sie unter anderem das Schicksal eines Paares, welches eng mit dem seines Heimatlandes und dessen Bevölkerung verbunden ist.
Im Frankreich des ausgehenden Jahrhunderts brodelt es. Die Unterschiede zwischen herrschender Klasse und den einfachen Menschen treten immer deutlicher zutage. Während die einen auf Kosten der anderen Unsummen verprassen und zudem ein dekadentes Leben führen, wissen viele nicht, wovon sie sich und ihre Familien ernähren sollen. So nimmt die Geschichte ihren Lauf: Die Menschen gehen auf die Barrikaden und setzen mit dem Sturm auf die Bastille, dem Beginn der Französischen Revolution, 1789 dem Königtum von Ludwig XVI. und dem Ancien Régime ein Ende.
In den Wirren des Septembermassaker von 1792 verliert die hübsche Prinzessin Charlotte de Rohan-Rochefort ihren Verlobten Vincent und flieht wie viele andere Adelige ins Exil nach Ettenheim im Badischen.
Obwohl Charlotte geschworen hat, sich niemals wieder zu verlieben, gelingt es dem fünf Jahre jüngeren Louis-Antoine von Enghien, durch hingebungsvolle Hartnäckigkeit ihr Herz zu erobern. Doch der Großvater des Herzogs lehnt es ab, einer Heirat der beiden zuzustimmen und versucht mehrmals, seinen Enkel aus politischen Kalkül und zur Sicherung der Stammeslinie zu verheiraten.
Trotzdem können die beiden ihre Liebe und die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft über viele Jahre zu bewahren...
Marita Spangs Darstellung des Geschehens folgt im Großen und Ganzen der Geschichte und ist glaubwürdig sowie mit vielen kleineren Details ausgeschmückt, die das Bild stimmig abrunden. Dazu tragen ein umfassendes Personenregister sowie ein ausführliches Nachwort mit Zeittafel, Karten, Glossar und Quellenverzeichnis ebenfalls bei.
Im ersten Drittel des Romans erlaubt sich die Autorin ein paar Freiheiten, wenn sie Vincent, den Geliebten von Charlotte, „erfindet“. Dieser Teil ist für die Entwicklung von Charlotte von Bedeutung, die Schilderung der revolutionären Ereignisse erfolgt emotional und sehr deutlich. Allerdings ist er ein wenig weitschweifig erzählt, wodurch der Lesefluss stockt.
Ihre Protagonisten versieht die Autorin mit ausgefeilten Charakteren, die Stärken aufweisen, gleichwohl Schwächen nicht vermissen lassen.
Während bei Charlotte Warmherzigkeit Offenheit und Beharrlichkeit auf Nachgiebigkeit treffen, prägen Louis-Antoine Unerschrockenheit, Mut, Loyalität und eine gewisse Unbedenklichkeit. Aber der junge Herzog ist niemand, der sein Mäntelchen in den Wind hängt.
Beide sind sich ihrer gesellschaftlichen Stellung durchaus bewusst und halten an ihren Idealen von Ehre und Treue fest, wissen dabei indes auch die „einfachen“ Menschen zu schätzen. Sie sind zudem in der Lage, sich mit den nach der auf die Revolution folgende Schreckensherrschaft, den Auseinandersetzungen zwischen der Revolutionsarmee und den Royalisten, den nach der Machtergreifung von Napoleon Bonaparte eintretenden Umbrüchen und neuen Gegebenheiten auseinanderzusetzen und im Rahmen der Möglichkeiten anzupassen.
Im Gesamtergebnis bietet Marita Spang die Beschreibung einer wahrhaftigen Liebe, die sich in der Tiefe und Tragik mit jeder erdichteten messen kann.
Liebe in der besseren Gesellschaft zu Zeiten der Französischen Revolution
Das in grün gehaltene Cover zeigt eine Edeldame aus Zeiten der Französischen Revolution - wie ich aus dem Inhalt weiß - und in goldener Schrift den Titel "Die Rose des Herzogs.
Marita Spang hat über Prinzessin Charlotte de Rohan-Rochefort geschrieben, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts um ihren Verlobten trauert. Dem Werben des jungen Louis-Antoine, Herzog von Enghien kann sie deshalb noch nicht nachgeben. Doch der Herzog hat sich sehr verliebt und bleibt hartnäckig. Sie wird ihm eine Freundin und Vertraute und es entwickelt sich mehr.
Die gegenseitige Liebe trotzt den Kriegswirren und den privaten Komplikationen auf Seiten der Familie des Herzogs, die ihn reich verheiraten will. Erst als Napoleon Bonaparte davon hört, dass die Royalisten Louis-Antoine auf den Thron setzen wollen, spitzt sich die Lage gefährlich zu.
Es war leicht für mich als Leserin, mich in die Zeit zu versetzen, auch wenn ich mich gewundert habe, worauf die Prinzessin sich in dieser Zeit einlassen konnte mit Rückendeckung ihrer Familie. Ich habe beiden die Daumen gedrückt und immer wieder auf die Jahreszahl geschaut. Auch wenn viele Personen des Romans geschichtsträchtig sind, so muss ich gestehen, dass meine Kenntnisse leider nicht so weitreichend waren.
Charlotte liegt am 1. Mai 1841 auf dem Sterbebett und lässt friedlich alle ihre gemeinsamen Zeiten Revue passieren. So gibt es im Buch immer wieder ein Kapitel, das an ihrem Sterbetag spielt.
Marita Spang hat dieses historische Werk sehr kurzweilig und spannend, aber auch an Geschichtsdaten gelehnt, gestaltet. Charlotte und Louis-Antoine haben gelebt, viele Personen und Daten finden sich in der Vergangenheit wieder. Im Anhang hat die Autorin dazu auch noch etwas aufgelistet und geschrieben.