Ein Jahr lang haben die Schüler auf Staat X, das große Schulprojekt, hingearbeitet. Jetzt werden die Türen geschlossen. Die Lehrer ziehen sich zurück. Wer bekommt die begehrten Posten in der Politik, in der Justiz und in der Wirtschaft? Adrian, Melina, Vincent und Lara freuen sich darauf, ihre Rollen einzunehmen, jeder von ihnen mit einer ganz eigenen Sicht auf Staat X. Doch schon bald beginnt es, hinter den Kulissen zu brodeln: Wer hat die wahre Macht über die Geschäfte und Unternehmen? Wer wagt es, die Grenzen zu überschreiten? Als einige Schüler merken, wie leicht die Kontrollinstanzen zu hintergehen sind, nimmt eine bedrohliche Kettenreaktion ihren Lauf ...
Carolin Wahl wurde 1992 in Stuttgart geboren, fühlt sich aber in anderen Ländern genauso zu Hause wie im Schwabenländle. Reisen und Geschichten erzählen gehören seit der frühsten Kindheit zu ihren großen Leidenschaften. Egal, ob die fremden Welten zwischen zwei Buchdeckeln oder ein paar Flugstunden entfernt liegen. Nach einem Germanistik- und Geschichtsstudium in München und einem längeren Aufenthalt in Edinburgh, erkundete sie mit ihrem Ehemann mehrere Länder und Städte: von der Ost- und Westküste Nordamerikas, über den asiatischen Großstadtjungle, bis hin zu versteckten Wasserfällen auf der Isle of Skye. Für ihre Texte wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Heute lebt die Autorin wieder in ihrer Heimatstadt.
Die Thematik von Staat X ist vordergründig vergleichbar mit Der Herr der Fliegenoder Die Welle. Aber eben aktuell – an einem Gymnasium in Deutschland und nicht in der Wildnis. Keine offensichtlichen Nazi-Strukturen, sondern die reine, erschreckende Realität unserer Zeit. Manipulierender Populismus at it’s best. Beängstigend.
Die Geschichte von Staat X wird aus den unterschiedlichsten Perspektiven geschildert. Ein Gymnasium wird eine Woche lang zu einem eigenständigen Staat mit allen Strukturen und Gesetzen, die dazu gehören. Die Schüler haben sich zwei Jahre darauf vorbereitet, und nun ist es endlich so weit. Sie übernehmen die Macht. Sie haben ganz unterschiedliche Vorstellungen davon, was sie mit dieser Macht anfangen wollen – Die Welt verändern, die Führung übernehmen oder einfach mal ohne Erwachsenenaufsicht über die Stränge schlagen…. Staat X ist eben nur so ideal wie seine Mitglieder… Die unterschiedlichen Erzählstimmen machen die ohnehin schon brisante Thematik super spannend. Jeder der Schüler bringt sein eigenes Päckchen mit und die unterschiedlichsten Charaktere treffen aufeinander – Sie sehen sich jeden Tag, aber wissen doch so oft rein gar nichts voneinander…
„Im Grunde hatte Vincent sich nie als Teil von etwas Größerem gefühlt und er wollte das nicht aufgeben. Für niemanden.“ S. 323
Mit dem zunehmenden Tempo werden auch die Probleme der Jugendlichen erschreckender. Nicht einfach. Auch sexuelle Übergriffe à la #metoo werden angesprochen – immer sehr altersgerecht. Aber ehrlich. Überhaupt hat mich überrascht, wie treffend die Autorin (die selbst noch keine Kinder hat) die Jugendlichen beschreibt – egal ob Jungen oder Mädchen. Auch die Jugendsprache wirkt überhaupt nicht aufgesetzt – zwar ist sie oft sehr explizit, aber Realität bei heutigen Teenagern. Daher genau die Zielgruppe getroffen. Bravo! Die Schüler in Staat X haben zwei Jahre lang geplant, um eine bessere Welt für sich zu erschaffen. Eine bessere Welt als, die, die die Erwachsenen ihnen bieten. Eine Welt die gleichberechtigt und fair ist. Doch sie müssen erkennen, dass auch sie damit schon nach kürzester Zeit scheitern. Einmal an der Macht, machen die Kinder dieselben Fehler wir. Gleichberechtigung, Gerechtigkeit – all das das funktioniert schon bald nicht mehr und die Schüler sehen sich mit größeren Problemen konfrontiert, als sie alleine stemmen können.
„Dies war kein Spiel mehr. Kein einfaches Projekt. Es nahm gefährliche Strukturen an – lebensgefährliche Strukturen.“ S.353
Durch die Aktualität empfehle ich es nicht nur allen Jugendlichen und Erwachsenen ab 14 Jahren, sondern vor allem Schulen. Ich glaube, dass sich heutige Schüler fast besser mit diesen wichtigen Themen auseinander setzen, wenn sie sich mit den Protagonisten so identifizieren können wie in Staat X. Survival of the fittest?
Das Ende ist perfekt und lässt das Buch noch lange nachklingen. Ich bin gespannt, was meine Tochter dazu sagt und vergebe volle 5 von 5 Lieblingslesesessel für Staat X – Wir haben die Macht!
In Staat X übernehmen die Schüler die Macht. Eine Woche lang wird die Schule zu Staat X. Sie übernehmen sämtliche Posten, die man in einer Gesellschaft benötigt.
Der Einstieg in das Buch war sehr gelungen. Man lernt zunächst die vier Hauptcharaktere kennen, die wir in den einzelnen Perspektiven durch das Buch begleiten und wie Staat X aufgebaut ist. Es gibt zu Beginn zwar einige Namen und Fakten, aber ich fand, dass man die Personen gut auseinander halten konnte und schnell merkt welche Namen noch wichtig sein könnten und welche nicht.
Mich hat beeindruckt was die Schüler innerhalb ihres fiktiven Staates alles aufgebaut haben und wie einige in ihren Rollen aufgehen. Es war spannend zu sehen wie sich die Charaktere im Laufe der Geschichte entwickeln und wie die Situationen sich immer mehr anspannen und irgendwann eskalieren.
Ich hatte mir zwischenzeitlich ein wenig mehr Dramatik erhofft, aber im Nachhinein denke ich mir, dass diese gar nicht nötig war, denn die Geschichte wirkt auch so und definitiv auch nach. Es regt zum Nachdenken an wie Menschen in bestimmten Situationen reagieren und wie schnell etwas eskalieren kann und Leute zu sehr in ihrer Rolle aufgehen.
Staat X ist eine spannende und interessante Geschichte, die viele aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen beleuchtet.
Das Buch: Dass dieses Buch gewisse Parallelen zum Buch „Die Welle“ haben würde, war mir klar bevor ich die erste Seite aufschlug. Und ja, das Prinzip ist sicherlich vergleichbar, aber dennoch ist dieses Buch ein Eigenständiges und absolut lesenswert. Abgesehen davon ist die Quintessenz aus dem Projekt in der heutigen Zeit aktueller denn je und stimmte mich, nachdem ich die Buchdeckel zugeklappt hatte, sehr nachdenklich.
Die Geschichte wird aus 4 unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt – und enthält zudem Kapitel, die Allgemeines zu Staat X enthalten. Die Kapitel sind jeweils entsprechend überschrieben, sodass eine Orientierung für den Leser zu jeder Zeit möglich ist.
Worum geht’s? Auf dem Johannes-Gutenberg-Gymnasium wird das Projekt „Staat X“ gestartet. Zwei Jahre lang wurde dieses Projekt von den Schülern selbst vorbereitet. Es gibt Geschäfte, eine eigene Währung, Steuern, Personalausweise und natürlich die notwendigen Ämter in Politik, Wirtschaft und Justiz. Bis auf den Präsidenten sind diese Ämter bereits besetzt. Das Amt des Präsidenten wird per Wahl vergeben. Die Schüler des Gymnasiums werden eine Woche lang ihren eigenen Staat führen – ohne Einmischung der Lehrer. Relativ schnell nehmen Manipulation und Intrigen ihren Lauf und das Projekt entwickelt sich in eine Richtung, die so ganz sicher nicht gewollt war.
Charaktere: Hauptsächlich wird die Geschichte aus der Sicht von Adrian (Polizeipräsident), Lara (Journalistin), Vincent (Polizist) und Melina (Inhaberin der Büchereule) erzählt. Während Lara aus einem relativ behüteten Elternhaus stammt, jedoch ständig umziehen musste, haben die anderen drei Charaktere schwere, persönliche Päckchen mit sich zu tragen. Bereits nach dem Lesen der ersten Kapitel bauten sich in mir die ersten Fragen auf, wie diese Jugendlichen in einem Projekt wie „Staat X“ bestehen werden. Damit gelingt der Autorin ein wunderbarer Einstieg in ihre Geschichte und bindet den Leser an sie.
Auch schafft Carolin Wahl es sehr zügig Sympathie und Antipathie zu erzeugen. Erste Konflikte, deren Ursprünge dem Leser unbekannt sind, werfen weitere Fragen auf und das Verhalten der unterschiedlichen – noch unbekannten Schüler – wecken die uneingeschränkte Neugier auf den Rest der Geschichte.
Wahls Charaktere entwickeln sich teilweise überraschend anders, als der Leser es anfänglich vermuten würde. Da sie am Anfang recht genau beschreibt, wie ihre Hauptfiguren leben und aufgewachsen sind, was sie mögen und vor allem, was sie nicht mögen, bildet man sich als Leser recht schnell eine Meinung – oder jedenfalls ging es mir so. Deshalb erstaunt es dann zu einem späteren Zeitpunkt, welche Charaktereigenschaften nun plötzlich präsent sind. Dies betrifft im Übrigen positive wie negative Eigenschaften. Der Gedanke „Das hätte ich ihm (oder ihr) gar nicht zugetraut“ wurde mein ständiger Begleiter. Auch kam meine Sympathie für den einen oder anderen Charakter stark ins Wanken! Hätte es dieses Ende nicht gegeben, hätte ich meine Meinung vom Anfang diesbezüglich sicherlich revidiert.
Eine sehr zentrale Frage stellte sich bei mir nach etwa 2 Dritteln des Buches ein: Glauben die wirklich, dass das nach Ablauf des Projektes keine Konsequenzen hat? Immerhin war dieses Projekt auf eine Woche begrenzt. Aber es gab Figuren, die erschienen wie im Wahn, fühlten sich offenbar unantastbar und taten Dinge, die in einem Rechtsstaat nichts verloren haben. Die Konsequenzen folgten aber selbstverständlich!
Schreibstil: Die Autorin überzeugt mit einem jugendlichen Schreibstil. Ihre Formulierungen passen perfekt in die Welt eines Gymnasiums, wie ich finde. Gestelztes Deutsch – Fehlanzeige. Eher gibt es auch mal eine Formulierung wie „Fresse polieren“. Eben so wie Jugendliche miteinander sprechen würden. Das gefiel mir ausgesprochen gut, alles andere wäre weniger authentisch gewesen.
Auf der anderen Seite bedient sie sich Formulierungen, die das Umfeld des Projektes bildhaft vor dem inneren Auge des Lesers auferstehen lassen. Die gekonnte Nutzung von Vergleichen und Adjektiven ohne sich in Details zu verlieren machen die Geschichte lebendig. Zitat S. 63 „Jetzt blätterte sein Innerstes ab wie die Konturen der Abziehbildchen nach dem Duschen.“
Auch die Veränderung der Persönlichkeiten stellt sie mithilfe toller Formulierungen dar, sodass beim Leser kein Zweifel bleibt, was sie sagen will. Sie schafft es auch dem Leser ein Gefühl zu vermitteln, was in den Figuren selbst vor sich geht und wie sie von ihrer Umwelt wahrgenommen werden. Ich mochte diese unterschiedlichen Blickwinkel sehr. Mal schaut man von innen nach außen und dann wieder von außen nach innen. So kann man das Verständnis oder auch Unverständnis der Charaktere für sich selbst und die Anderen besser verstehen.
Was mir am Ende aber doch fehlte: Ich habe mich während des Lesens gefragt, worauf das Projekt „Staat X“ basierte, warum die Schüler es ins Leben gerufen haben. Leider wird der Vorlauf zu dem Projekt gar nicht erwähnt. Das ist ein bisschen schade, denn dann hätte man vielleicht auch verstanden, weshalb die Lehrer sich so völlig zurückgezogen haben, obwohl ja durchaus damit zu rechnen war, dass sich ein solches Projekt auch unangenehm verselbständigen kann.
Von Anfang an hegt Johanna eine tiefe Abneigung gegen Adrian. Warum das so ist, wird aber nicht erzählt. Da beide als Präsident des Staates kandidiert haben, wäre es vielleicht schon interessant gewesen zu wissen, woher dieser Konflikt rührt. Ganz offensichtlich hat Johanna viel Herzblut in das Projekt gesteckt, während Adrian eher Nutznießer ist. Weshalb hat er sich also überhaupt zur Präsidentenwahl gestellt?
Stephan, der ursprüngliche Polizeipräsident, hat Lara Insiderinformationen darüber zugespielt, warum er von seinem Amt zurück trat. Ich fand es ein bisschen schade, dass dies nur sehr kurz erwähnt wurde. Hier hätte ich mir mehr Aufklärung zu den politischen Machenschaften hinter den Kulissen gewünscht. Immerhin waren ihre Recherchen ja der Grund, warum Lara von den Polizisten angegriffen wurde.
Fazit: Man muss dieses Buch sacken lassen! Ich war am Ende weit davon entfernt, irgendeinen der Schüler für sein Verhalten zu verurteilen, denn man muss sich zwingend die Frage stellen: „Was hätte ich vielleicht getan?“. Können wir uns zweifelsfrei davon distanzieren, in einem solchen Strudel der Macht zu eben diesen Mitteln zu greifen? Ich glaube nicht. Ein tolles Buch! Da ich am Ende aber doch zu viele Fragen hatte, gebe ich 4 Sterne.
Ein Buch, bei dem ich mich während des Lesens durchgehend gefragt habe, warum es so unbekannt ist. Spannend und nachvollziehbar aufbereitet bricht die Autorin ein politisches System und eine Gesellschaft auf eine Schule herunter und macht dadurch politisches Handeln, Macht und Kontrollinstanzen greifbar. Es geht um Verantwortung, Machtmissbrauch und das Übertreten von Grenzen. Ein wirklich gelungenes Jugendbuch. Nur für einige problematische Begrifflichkeiten gibt es von mir einen Stern Abzug.
Carolin Wahl hat hier eine enorm interessante Geschichte geschaffen, deren Thematik nicht aktueller und brisanter sein könnte. Mittels vier grundverschiedenen Protagonisten und etlichen interessanten Nebenfiguren erzählt die Autorin von einem Schulprojekt, das einem politischen Staat gleicht und zeigt damit auf, wie schnell uns Macht verändern kann. Kaum vorstellbar, aber dieses Buch ist weit näher an der Realität als so manch Lovestory. Fakt ist: es macht nachdenklich; es wirkt beklemmend und ist erschreckend lebendig. Leider aber gab's auch den ein oder anderen Kritikpunkt und falls ihr neugierig seid, was mich störte, könnt ihr einen Blick » hier « werfen; denn dort findet ihr meine ausführliche Meinung inklusive aller Kritikpunkte. Schaut also gern mal vorbei. Viel Spaß.
Ich fand es mega. Die Stimmung war schon ziemlich 💥. Schlübbi festhalten oder wechseln, denn manchmal war es schon ziemlich brenzlig. 😳
Die Charaktere...hallo Schwester. Hat Frau doch bei zwei Typen arge Probleme gehabt, die auseinanderzuhalten. Knoten im Kopf, näää. 😅 Adam und Adrian....nun ja, einer wurde von mir irgendwann umgetauft. Der heißt jetzt Egon. 🤣
Ein sehr zu empfehlenswertes Buch. ... Die Schüler haben sehr lange auf das Projekt "Staat X" hingearbeitet und endlich geht es los. Wer wird zum Präsidenten gewählt? Wer bekommt die begehrten Posten in der Wirtschaft, Justiz und Politik? Das Projekt fängt friedlich an doch schon bald ist es geprägt von Intrigen, Manipulation und Machtmissbrauch. Wird das Projekt Schule als Staat scheitern? ... Der Schreibstil war sehr angenehm und leicht zu lesen. Die Geschichte war äußerst spannend und die unterschiedlich Perspektiven haben die Geschichte sehr abwechslungsreich gestaltet. Ich konnte mich kaum von dem Buch lösen und habe es verschlungen. Außerdem behandelt es Themen, die meiner Meinung nach sehr wichtig und aktuell sind.
Carolin Wahl hat etwas ganz tolles geschaffen! Eine Geschichte, die unter die Haut geht und die ich erstmal wirken lassen muss, um die richtigen Worte zu finden! Dieses Buch sollte zwingend Schullektüre im Deutschunterricht werden!
Das Cover hat mich gleich sehr neugierig gemacht. Der Schreibstil ist flüssig. Es ist Klasse, dass die Perspektiven wechseln, so bekommt man mehr von den Charakteren mit.
Das Buch geht um Erschaffung eines Staates und Macht, Machtmissbrauch, Regelverletzung und politischer Missbrauch.
Zwei Jahre lang haben die Schüler auf Staat X, das große Schulprojekt, hingearbeitet. Jetzt werden die Türen geschlossen. Die Lehrer ziehen sich zurück. Wer bekommt die begehrten Posten in der Politik, in der Justiz und in der Wirtschaft? Adrian, Melina, Vincent und Lara freuen sich darauf, ihre Rollen einzunehmen, jeder von ihnen mit einer ganz eigenen Sicht auf Staat X. Doch schon bald beginnt es, hinter den Kulissen zu brodeln: Wer hat die wahre Macht über die Geschäfte und Unternehmen? Wer wagt es, die Grenzen zu überschreiten? Als einige Schüler merken, wie leicht die Kontrollinstanzen zu hintergehen sind, nimmt eine bedrohliche Kettenreaktion ihren Lauf.
„Staat X“ ist ein wirklich gelungenes Jugendbuch mit einer sehr spannenden Story. Das Schülerprojekt „Staat X“ hätte ich als Schüler nur allzu gerne selbst begleitet. Die ganze Ausarbeitung ist wirklich durchdacht. Die Schüler haben sich Gesetze, eine Regierung, Jobs, eine Währung, Sicherheitsorgane, Vergnügungs- und Versorgungsmöglichkeiten überlegt. Sieben Tage schlafen die älteren Schüler auch dort, während die Jüngeren arbeitslos sind und abends nach Hause müssen. Begleitet werden sie nur von drei Vertrauenslehrern, die sich jedoch möglichst nicht einmischen. Wir erleben die Geschichte aus vier verschiedenen Perspektiven. Aus der Sicht von Melina, Lara, Adrian und Vincent. Die Vier könnten unterschiedlicher nicht sein und so bekommen wir einen wunderbaren Überblick über die Geschehnisse in Staat X. Die Charaktere in diesem Buch sind alle sehr unterschiedlich und dadurch auch unterschiedlich sympathisch, was dem Ganzen mehr Tiefe verleiht. Die Charakterentwicklung in diesem Buch ist sehr glaubwürdig und passt gut zur Geschichte. Es wird gut dargestellt, wie Staat X loslegt, wie die anfängliche Stimmung ist und was so alles passiert. Auch welche Wendungen es gibt und wodurch sich alles anfängt zuzuspitzen wird plausibel und nachvollziehbar beschrieben. Es bleibt durchweg spanend. Einerseits, weil man immer mehr über die Strukturen und Möglichkeiten von Staat X erfahren möchte, andererseits weil die ganzen ungeplanten Ereignisse super spannend sind. Als die Dinge beginnen aus dem Ruder zu laufen wird es richtig spannend. Für mich gibt es nur zwei kleine Kritikpunkte. Ich finde, dass die Ereignisse am Ende zu blass sind, um ein wirkliches Umdenken und Nachdenken hervorzurufen. Sie hätten ausführlicher und intensiver behandelt werden müssen. So fehlte mir der schockierende Knall am Ende. Und mir fehlten zum Ende hin die Vertrauenslehrer. Klar, sie wollten sich heraushalten aber dass sie nichts von den Ereignissen mitbekommen und gar nichts tun, ist mir dann doch zu einfach. Trotz dieser zwei kleinen Punkte ist dieses Buch eine wirklich gelungene, moderne Alternative zu „Die Welle“ und sollte in keinem Jugendbuchregal fehlen. Eine klare Empfehlung meinerseits.
Bücher, die von politischen Themen handeln, fallen normalerweise nicht so in mein Beuteschema. Ich muss gestehen, dass ich mich nicht allzu sehr für Politik interessiere. Bei „Staat X“ aber war meine Neugier sofort geweckt. Der Klappentext klang so spannend und interessant und das Cover finde ich richtig klasse. Als ich las, dass das Buch Fans von „Die Welle“ ganz besonders empfohlen wird, wurde ich nur noch neugieriger auf „Staat X“. Ich hatte „Die Welle“ damals in meiner Schulzeit gelesen und es war eine der wenigen Schullektüren, die mich begeistern konnte, trotz der politischen Thematik. Ich zögerte hier daher auch gar nicht lange und ließ „Staat X“ bei mir einziehen.
Nach zwei Jahren Vorbereitungszeit ist es endlich so weit: Staat X soll beginnen! Für eine Woche werden die Türen des Gymnasiums geschlossen, die Schule wird zur lehrerfreien Zone, alle Entscheidungen fallen in den Bereich der Schüler. Wie wird sich das Schulprojekt entwickeln? Wer wird eine Machtposition erhalten, wer wird sich an die Regeln halten, wer wird beschließen, dass Gesetze unnötig sind und Sabotage viel cooler? Die Schüler Adrian, Melina, Vincent und Lara freuen sich auf das Projekt und darauf, die ihnen zugewiesenen Rollen zu spielen. Das Ganze soll nur sehr schnell bitterer Ernst werden, denn Staat X beginnt immer mehr aus dem Ruder zu laufen.
Was bin ich froh, dass ich zu diesem Buch gegriffen habe. Mir hat es echt gut gefallen, einmal angefangen mit dem Lesen wollte ich am liebsten gar nicht mehr damit aufhören. Bei mir flogen die Seiten nur so dahin, was zum einen natürlich an der sehr spannenden und fesselnden Story lag, zum anderen aber auch an dem packenden, lockeren Schreibstil, welcher einfach nur klasse ist und sich so toll liest. Zudem sind die Kapitel angenehm kurz, was mein Lesetempo nur noch mehr beschleunigt hat. Für mich war es mein erstes Buch von Carolin Wahl und es wird definitiv nicht mein letztes gewesen sein.
Die Handlung beginnt zunächst noch recht ruhig. Ehe es mit Staat X losgeht, dürfen wir die vier Hauptcharaktere etwas näher kennenlernen, welche uns durch das Schulprojekt führen werden. Unsere vier Protagonisten, das sind Adrian, Melina, Vincent und Lara. Die vier könnten unterschiedlicher nicht sein, aber alle haben sie ihr Päckchen zu tragen und ihre Geheimnisse. Die Ausarbeitung der vier Protagonisten und auch die der Nebencharaktere ist Carolin Wahl wunderbar gelungen. In unsere vier erzählenden Charaktere konnte ich mich problemlos hineinversetzen und ihr Handeln und Denken jederzeit nachvollziehen. Mir waren die vier Jugendlichen auf Anhieb sympathisch, besonders Lara, die Neue an der Schule, mochte ich richtig gerne.
Diese ständig wechselnden Erzählperspektiven fand ich hier großartig gewählt. Die Handlung wird dadurch extrem mitreißend und fesselnd und das wirklich das ganze Bücher über. Ich habe selbst die kleine Einführung zu Beginn als spannend empfunden. Als dann schließlich das Projekt startet, hieß es für mich: Nachteulenmodus aktivieren. Ich hatte es mir abends mit dem Buch gemütlich gemacht und wollte, oder besser gesagt konnte, einfach noch nicht aufhören mit dem Lesen und das, obwohl ich schon ziemlich müde war. Zu groß war einfach meine Neugierde, wie sich das Schulprojekt entwickeln würde. Aber für ein gutes Buch verzichtet man doch gerne mal auf ein bisschen Schlaf, oder? ;)
Diese Idee, eine Schule in einen Staat umzuwandeln, fand ich von Anfang an genial und so interessant. Als Schülerin hätte ich dieses Projekt mega cool gefunden und wäre mit Feuer und Flamme dabei gewesen. Ich meine: Übernachten in der Schule, keine Lehrer und Erwachsene, die einen überwachen (bis auf ein paar Vertrauenslehrer, die sich aber nicht einmischen dürfen), Party machen, wobei mich das jetzt nicht so gereizt hätte – also, hat doch irgendwie was, oder? Ich fand es richtig bemerkenswert, wie ernst die meisten Schüler dieses Projekt genommen und wie prima sie ihre Rolle gespielt haben. Staat X startet wirklich mit den besten Voraussetzungen, nur scheint es da eben welche zu geben, die nicht mitspielen und das Schulprojekt sabotieren möchten. Es wird zu Auseinandersetzungen, Diskussionen, Schlägereien, Vandalismus kommen...wer steckt nur dahinter?
Carolin Wahl behandelt in ihrem Jugendroman viele brandaktuelle politische und gesellschaftliche Themen wie Presse- und Meinungsfreiheit, Wahlmanipulation, Populismus oder die MeToo-Debatte und das auf eine sehr authentische und realistische Weise. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an, es schockiert einen und klingt noch lange in einem nach. Der Vergleich zu „Die Welle“ ist in meinen Augen absolut gerechtfertigt.
Besonders gut gefallen hat mir, wie die Schule umgemodelt wurde. Bäckereien, Frisörsalons, Kinos, Spielkasinos, Geschäfte, sogar eine eigene Währung gibt es – eben all das, was man in einem Staat findet. Durch die anschaulichen Beschreibungen konnte ich mir von dem Schauplatz ein ganz genaues Bild machen und wäre das Reisen in Bücher möglich, wäre ich nur zu gerne in „Staat X“ hineingeschlüpft. Diese in einen Staat verwandelte Schule hätte ich mir wirklich nur zu gerne mal im Real Life angesehen.
Richtig super fand ich, dass Melina zusammen mit dem Mädchen Olga ein Büchercafé betreiben wird. Da hat mein Bücherherz einen kleinen Hüpfer vor Freude gemacht, vor allem dann, als sich die Mädchen ein bisschen über Bücher auszutauschen beginnen. So etwas liebe ich ja, wenn in Büchern Buchtitel genannt werden, die ich selbst nur zu gut kenne.
Tja, alles hätte so schön sein können, aber wie in der Realität, so gibt es eben auch in Staat X welche, die sich nicht an die Regeln halten wollen und auf Macht und Sabotage aus sind. Als Leser erlebt man hier eine überraschende Wendung nach der nächsten, Spannung ist durchweg vorhanden, Längen und Langeweile sucht man hier vergebens. Ich habe das Buch richtig weggesuchtet und hatte so viel Spaß dabei. Da kann ich mir nur zu gut vorstellen, dass „Staat X“ zu einer Schullektüre werden wird. Das Zeug dazu hat das Buch auf jeden Fall.
Fazit: Mit „Staat X“ ist Carolin Wahl ein richtig spannender, mitreißender und sehr realistischer Jugendroman gelungen, welcher einen durchweg fesselt und mitfiebern lässt. Für mich kamen die Entwicklungen meist sehr überraschend, sodass mich das Buch bestens unterhalten und mir richtig tolle Lesestunden beschert hat. Carolin Wahl spricht in ihrem Buch viele politische und gesellschaftliche Themen an und das auf eine absolut authentische Weise, sodass einen die Handlung sehr zum Nachdenken anregt, schockiert und noch lange nach dem Lesen beschäftigt. Ich bin begeistert und kann das Buch wärmstens empfehlen. Von mir gibt es 5 von 5 Sternen!
Die Türen der Schule schließen sich, für eine Woche sind die Schüler im Schulgebäude auf sich gestellt, übernehmen die Verantwortung und verteilen unter sich die Macht in Politik, Justiz und Wirtschaft. Staat X ist ein Experiment. Ohne Kontrolle und Eingreifen der Erwachsenen werden die Schüler erfahren, wie ein richtiger Staat funktioniert und entscheiden, was geschieht, organisieren das alltägliche Leben in der Regierung, Polizei, im Kino, den Geschäften, Lokalen und Zeitungsredaktionen.
Bereits bei der Wahl des Präsidenten zeigt sich jedoch, dass hinter den Kulissen an der Machtspirale gedreht wird. Denn nicht die verantwortungsbewusste Johanna, die einen Hauptanteil des zweijährigen Vorbereitungsprozesses getragen hat, darf den Staat führen, sondern Lars wird das höchste Amt im Staat bekleiden.
Und auch sonst versuchen einige, hinter dem Rücken der Kontrollorgane ihr eigenes Ding zu drehen. Bald werden Grenzen überschritten, und das Experiment Staat X nimmt bedrohliche, wenn nicht gar lebensbedrohliche Züge an...
„Staat X. Wir haben die Macht!“ ist ein Buch für Jugendliche, und Carolin Wahl dürfte mit ihrem Schreibstil eben jene besonders ansprechen. Sie verwendet trotz der vorhandenen Ernsthaftigkeit einen lockeren und mühelos zu lesenden Ton, der gleichwohl glaubhaft und authentisch klingt, den gegenwärtigen Zeitgeist und die Probleme in der Gesellschaft widerspiegelt und eine Identifizierung möglich macht. In maßgeblichen Momenten schlägt er um und lässt die Brisanz der Ereignisse erkennen. Dadurch schafft sie es, den erwachsenen Leser ebenfalls einzubeziehen.
Die Handlung selbst ist zunächst ruhig angelegt, erfährt dann im Verlauf des Geschehens eine ansteigende Beschleunigung. Während zu Beginn Staat X als interessantes Schulprojekt, in dem jeder seine Aufgabe hat, startet, geschieht schon an Tag 1 Unvorhergesehenes, das Ursache für folgenreiche Kettenreaktionen ist.
Carolin Wahl gelingt es hervorragend, sich mit den in einem Staat vorherrschenden Gegebenheiten auseinanderzusetzen, den demokratischen Gedanken, aber auch die Herausbildung von dunklen Seiten und diktatorischen Verzerrungen darzustellen, wenn es um Politik, Wahlmanipulation, die Pressefreiheit und deren Einschränkung, die Beeinflussung von Personen und auftretende Willkür geht. Die Autorin vermag es, in zum Teil erschütternder Weise zu vermitteln, wie Menschen agieren und reagieren, wenn sie mit Macht konfrontiert werden.
Vor allem vier Schüler unterschiedlichen Charakters präsentieren in wechselnden Kapiteln ihren Blick auf Staat X:
Adrian, allseits beliebt und angesehen. Tatsächlich aber sehnt er sich nach Anerkennung und echter Zuneigung. Die Schule ist der einzige Ort, an dem er sich nicht so klein fühlt, wo er seine Unsicherheit und Zerrissenheit überspielt und zu einer Person wird, die andere wollen und brauchen.
Melina, liebenswürdig und zurückhaltend, hasst jede Art von Aufmerksamkeit. Sie hat mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen, und auf ihrer Haut bilden unsichtbar für die anderen dünne, weiße Narben ein Muster aus Schmerz.
Vincent fühlt sich leer und allein. In seinem Leben nehmen Antriebs- und Perspektivlosigkeit viel Raum ein. Als Polizist in Staat X fühlt er sich binnen kürzester Zeit einer Truppe zugehörig. Da entsteht etwas, an dem er festhalten kann, was er nicht für möglich gehalten hat.
Lara, die Neue, ist der perfekte Sonnenschein. Doch sie weiß, was es heißt, eine Außenseiterin zu sein, weil sie schon so oft die Schule wechselte. Sie muss über ihren eigenen Schatten springen, um zu tun, was mit ihrem Wesen nichts gemein hat. Jenem Wesen, das Zahlen liebt, die Naturwissenschaften, also Dinge schätzt, die logisch und einfach sind und klaren Strukturen folgen.
Daneben lebt Staat X auch von all den weiteren differenziert ausgearbeiteten Schülerpersönlichkeiten, die sich in das stimmige Gesamtkonzept einfügen.
Staat X ist eine Fiktion, beinhaltet allerdings unbestreitbar Parallelen zum realen Zeitgeschehen, regt unweigerlich zum Nachdenken an und ist deshalb nicht nur als (Schul)Lektüre sehr zu empfehlen.
Meine Meinung Ich denke so ziemlich jeder kennt das Buch „Die Welle“ von Morton Rhue oder zumindest den Film dazu. Beides finde ich großartig und als Unterrichtsstoff in der 8. Schulstufe perfekt. Doch es ist schon älter und das merkt man auch. Carolin Wahl hat dasselbe Thema aufgegriffen, jedoch moderner und an die heutige Zeit angepasst. Staat X berichtet von einem Schulprojekt, bei dem die Schüler und Schülerinnen weit über das Ziel hinaus schießen.
Eine Woche lang gehört die Schule den Jugendlichen. Eine Woche lang verwandelt sich diese in einen Staat. Eine Woche, welche sich komplett anders entwickelt als geplant.
Die anfängliche Atmosphäre hat die Autorin sehr gut dargestellt. Die Charaktere werden wundervoll und detailliert beschrieben und das Projekt beginnt wirklich schön. Plötzlich ändert sich jedoch alles. Doch genau dieser Wendepunkt wird meiner Meinung nach viel zu wenig beschrieben. Auf einmal entwickelt sich alles viel zu schnell und ich hätte mir mehr gewünscht. Mehr Erklärungen, mehr Details, mehr von diesen schrecklichen Sachen, die passieren. Auch frage ich mich, wo die drei Lehrer bleiben? Warum schreiten sie nicht ein?
Die Geschichte wird vorwiegend aus der Sicht von vier Protagonisten geschildert. Laura ist neu an der Schule. Es ist ihr erster Schultag. Durch ihre witzige, ehrliche und mutige Art fand sie jedoch sofort Anschluss. Melina war mir mit ihrem schüchternen und doch freundlichen Wesen sofort sympathisch. Die beiden Mädchen freunden sich sofort an und verbringen gemeinsam mit Olga viel Zeit miteinander. Vincent ist ein sehr interessanter Charakter, der sich im Laufe der Geschichte sehr verändert. Anfangs ist er ein Mitläufer, ein Anhängsel von Adam dem Mädchenschwarm. Doch in Staat X ist er plötzlich jemand. Seine Gedankengänge fand ich einfach toll, weil man die Entwicklung sehr gut verfolgen konnte. Adrian konnte ich nicht wirklich einordnen. Einerseits ist er nett und will nur das Beste für sich und Staat X. Er will beweisen, dass er kein Niemand ist und Macht besitzt. Doch andererseits macht er auch sehr viel falsch.
Der Schreibstil ist wundervollen und den Protagonisten angepassten. Durch die lockere und lebendige Sprache flog ich durch die Geschichte und war regelrecht gefesselt davon.
Fazit Ein Schulprojekt, das gehört daneben geht und die Leser zum Nachdenken anregt. Ganz im Stile von „Die Welle“ endet die Story mit einem Knall, bei dem die Schüler plötzlich aufwachen und erkennen, was sie alles falsch gemacht haben. Mein einziger Kritikpunkt ist die Schnelligkeit in der zweiten Hälfte des Buches.
"Staat X" von Carolin Wahl befasst sich mit einem spannenden Thema: Einmal die Schule bei Seite schieben und lieber gleich erwachsen sein und die individuelle Rolle in einem selbst geplanten Staat einnehmen- welcher Schüler findet diese Idee nicht interessant? Leider hört sich das auf den ersten Blick zu gut an und Carolin Wahl beschreibt in ihrem Jugendroman, was an dieser Idee so alles schief gehen kann.
Wir erleben Staat X aus verschiedenen Perspektiven; im Zentrum stehen dabei Lara, die als neue Schülerin gleich mein Herz erobert hat, Melina, deren Charakter schmerzvoll ist, aber auch jedermanns empathische Seite weckt, Adrian, der typische beliebte Junge, der in seinem Inneren einiges verbirgt, und Vincent, der sich selbst eher in die Loserecke steckt, aber später über seine Grenzen gehen kann.
Während des Lesens schreiten wir durch die Gänge einer Schule, die ganz liebevoll in eine Stadt verwandelt wurde, mit Kino, Cafés und Lädchen. Die Dynamik der Geschichte ist angemessen und man findet sich in einem Strudel aus Misstrauen und Rätseln wieder, die von jedem Protagonisten beleuchtet werden. Die Autorin schafft es mit ihrem Schreibstil alles wunderbar real erscheinen zu lassen, mischt aber auch genügend Spannung in den Kochtopf, sodass man gar nicht anders kann, als weiter zu lesen.
Ohne zu viel zu verraten, möchte ich "Staat X" allen empfehlen, die ein bisschen in die Möglichkeiten einer Schule als Staat schnuppern möchten. Vielleicht auch, um zu sehen, wie sie es besser machen könnten, sollten sie es in der eigenen Schule vorschlagen.
Ich muss zugeben, dass mich der Klappentext wahnsinnig angesprochen hat. Er hat große Erwartungen bei mir geweckt, die das Buch leider nicht halten konnte. Bereits der Prolog hat neugierig auf mehr gemacht. Allerdings hatte ich danach erstmal Probleme damit klar zu kommen, wer die ganzen Charaktere waren, die auf mich einprasselten. Als ich das halbwegs kapiert hatte, ging die Story so richtig los und es war ganz interessant. Manchmal fand ich es ein wenig langweilig, aber es hielt sich noch in Grenzen. Schon früh zeigten sich Anzeichen von Korruption, die sich dann immer weiter steigerten bis zu teils wirklich heftigen Delikten. Allerdings hatte ich es deutlich heftiger und deutlich eindrücklicher erwartet. Nur habe ich mich getäuscht. Auch hatte ich gedacht, dass Probleme wie Korruption direkt angesprochen werden, um den Leser aufzurütteln oder gar aufzuklären. Aber das kam nicht. Es war einfach nur eine Geschichte mit einem netten Werdegang. Mehr konnte ich daran leider nicht finden. Es war kein Weckruf.
This book has a very interesting concept: a week where students from a high school are allowed to play state (i.e., write legislation, vote on a president, start businesses, get jobs etc.) with minimum supervision from some teachers. As in other dystopian novels, things go haywire very fast and the state begins to look like an autocracy instead of a democracy (this is not a major spoiler since the book cover hints at power plays behind the curtain). This is all interesting, but I could not like the characters and I found myself getting bored and wanting the story to end. Thus, great concept, somewhat poor execution.
2 Jahre haben die Schüler das Projekt „Staat X“ vorbereitet und darauf hingearbeitet. Alles, bis ins kleinste Detail geplant. Die Schule zum Staat umzufunktionieren, ist keine leichte Projektaufgabe. Adrian, Melina, Vincent und Lara freuen sich darauf, ihre Rollen einzunehmen. Doch schon bald, beginnt es zu brodeln. Grenzen werden überschritten und der Staat droht, außer Kontrolle zu geraten.
Ich sitze gerade vor dem Buch und überlege, wie ich es mit möglichst vielen Worten umschmeicheln soll. Doch – das Buch braucht nicht viele Worte. Wirklich nicht. Genauso wie Carolin Wahl nicht vieler Worte bedurfte, um dieses Werk zu schreiben. Caro kann viele Worte, wie man an ihrem High-Fantasy Werk gesehen hat (das habe ich auch geliebt). Dieses Buch hingegen hat zwei feste Säulen, auf denen es steht: Zum einen die Thematik „Macht“ und zum anderen die wunderbar angelegten Charaktere, die mich bis zum Ende in Atem gehalten haben. Zunächst mal zur Thematik. Staat X ist als Schulprojekt dargestellt. Wie fühlt sich gelebte Demokratie an? Wie ist es, in diese Rollen zu schlüpfen, die einen Staat ausmachen. Ehrlich, ich habe mir vor der Lektüre etwas vollkommen anderes unter dem Buch vorgestellt. Düsterer, dystopischer – aber nicht so schonungslos und grundlegend ehrlich, wie dieses Werk. Und ehrlich war es. Ich konnte richtig fühlen, wie die wohl geteilten Gewalten ins schlingern kamen und schließlich in sich zusammen vielen wie ein Kartenhaus. So schnell kann einer Demokratie dasselbe passieren, wie in dem Buch dargestellt. Das ist erschreckend, doch es gibt genügend Beispiele, in denen das verfolgbar ist. In der Vergangenheit sowie in der Gegenwart. Dieses zarte Demokratiegeflecht zerreißen zu sehen, war erschreckend – und sehr gut gemacht. Durch die Kürze der Kapitel und die ständig wechselnden Perspektiven bekam der Leser denkbar deutlich Einblick in die Strukturen von Staat X. Sowohl in die sozialen wie auch die wirtschaftlichen.
Ich hatte doch von zwei Säulen geredet? Ja – Die Charaktere fand ich ausnehmend gut gelungen. Insbesondere Adrian, Melina und Lara. Adrian hat die größte Wandlung im Roman durchlebt – die Macht, die er zuhause eben nicht in der Hand halten konnte, hat er in Staat X in die Hand bekommen. Er war die treibende Kraft – und zu verfolgen, wie er diese einsetzt um den Staat nach seinem Willen zu lenken (natürlich zum Wohle der Bevölkerung) war unglaublich spannend. Melinas prägendes Erlebnis liegt in der Vergangenheit. Aber zu sehen wie stark das stille Mädchen wirklich ist, hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Lara hatte den Blick einer Außenstehenden und taucht vollkommen unvorbereitet in Staat X ein. Der Leser erlebt alle möglichen Emotionen mit ihr – Euphorie, Skepsis, Freude. Die Charaktere sind also allesamt sehr spannend und machen unterschiedliche Entwicklungslinien durch.
Natürlich gibt es in dem Buch auch schnelle Wendepunkte. Erlebnisse, die Figuren triggern und notwendigerweise in der Vergangenheit liegen müssen. Mir persönlich ging das alles ein bisschen zu schnell. Über ein paar Seiten mehr hätte ich mich gefreut.
Alles in allem ein tolles Buch. Ein wichtiges Buch, das zeigt, wie schnell die Fäden, die unsere Demokratie zusammenhalten, reißen können. Ich vergebe 4,5 Sterne!
Carolin Wahl entführt uns mit "Staat X" in ein unfassbar spannendes Schulprojekt, in dem Schüler einen eigenen Staat bilden und sowohl politische als auch wirtschaftliche Rollen selbst in die Hand nehmen müssen. Was als "coole Idee" beginnt, entwickelt sich schnell zu einem gefährlichen Ringen um Macht und Einfluss ...
Adrian, Melina, Vincent und Lara sind die Protagonisten, durch die der Leser alles erlebt. Sie alle unterscheiden sich sehr in ihren Persönlichkeiten, was verschiedene Perspektiven und Einblicke in das Projekt ermöglicht. Die Charaktere sind sehr liebevoll ausgearbeitet. Auch der Schreibstil von Wahl hat mir gut gefallen - flott und modern, wie man es von den Gedanken von vier Teenagern erwarten würde. Zu Beginn waren mir die vier Perspektiven mit weiteren Nebenfiguren etwas zu viel, aber sobald man sich in die Welt eingefunden hatte, passte es sehr gut - gerade weil man dadurch eben unterschiedliche Sichtweisen auf "Staat X" miterleben konnte.
Richtig interessant war dann natürlich das Projekt selbst und wie es unter den z.T. egoistischen Gründen der Schüler leidet. Vielleicht hätte man neben dem politischen Missbrauch selbst auch noch mehr auf die restlichen Ebenen des Staates eingehen können, aber ich glaube, dass man sich da als Autor schnell in Beschreibungen von Cafés und Restaurants verlieren könnte. Carolin Wahl schafft es, den Staat bildlich zu beschreiben ohne ihr Hauptthema aus den Augen zu verlieren. So ging die Handlung dynamisch voran!
Fazit: Tolles, spannendes Jugendbuch, das nicht nur ein Lesevergnügen ist, sondern auch zum Nachdenken anregt. Ich kann es weiterempfehlen!