Vom Berlin der 1920er-Jahre bis nach Hollywood: Vicki Baums Lebensgeschichte. Sie sei "nur eine einfache Geschichtenerzählerin" gewesen, schreibt Vicki Baum in ihren Memoiren. Wer nur wenige Seiten dieses Buches liest, begreift sofort, was für ein charmantes Understatement das ist. Baum war eine großartige Erzählerin – und ihr Leben derart angefüllt mit Außergewöhnlichem, dass es geradezu schwindelig macht. "Es war alles ganz anders" beschwört die pulsierenden Metropolen Wien und Berlin in einer explosiven Zeit des Umbruchs herauf. Und es führt vor, wie eine starke hochmoderne Frau ihren Weg geht bis nach Hollywood in einer von Männern dominierten Welt. Mit einem Vorwort von Elke Heidenreich
Vicki Baum (penname of Hedwig Baum) was born in a Jewish family in Vienna, Austria. She moved to the United States in 1932 and when her books were banned in the Third Reich in 1938, she started publishing in English. She became an American citizen in 1938 and died in Los Angeles, in 1960.
Baum has a light and engaging style of storytelling which makes her autobiography a very enjoyable read. I loved her description of the Old Europe and America in the 1930’s. Her father was quite a character and her mother was an aristocrat who married way too young to handle the role of a wife. Baum also gives us a first hand account of living through the World War I and inadvertently showing how it affected Germany, the country that brought Hitler to power. Baum was an industrious, hard working and disciplined writer, as well as a very generous, funny and flirtatious woman. It appears she was a huge literary celebrity during her time. She obviously deserved all that fame and money, but she takes such pains to tell us that much of it was due to luck and not because of her hard work. I couldn’t help but wonder why? Was it modesty? An Old World upbringing? Or something else, something that keeps most women feel they need to apologize for and validate the reasons for their success? In any case, it’s a very good and entertaining autobiography that reads like a historical novel.
Die autobiografischen Teile sind interessant. Vicki Baum ist etwa der Jahrgang meiner Urgroßmutter, führt aber ein Leben, das für mich in weiten Teilen ganz normal und gegenwärtig wirkt. Leider bestehen etwa 10% des Buchs aus Überlegungen zur Jugend von heute und den "Tendenzen der heutigen Zeit". Das ist nicht so interessant.
"Die heutige Jugend ergeht sich größtenteils mit Vorliebe in wilden Pfeifkonzerten und ekstatischer Raserei für Sinatra, Presley und dergleichen. Man muss sie gewähren lassen. Sie braucht das wahrscheinlich, und es ist ohnehin nur eine Phase."
Erst durch das Nachwort von ihrem Sohn erfuhr ich, dass Vicki Baums Memoiren in dieser Form posthum von ihrer Schwiegertochter Ruth Lert aus Fragmenten zusammengesetzt wurden. Das erklärte die Bruchstückhaftigkeit und die Lücken der letzten Lebensphase, als Baum wohl viel reiste. Oder thematische Überraschungen wie mittendrin ein flammendes Plädoyer fürs Stillen.
Doch auch so war Vicki Baums Erzählkunst deutlich, ihre Beobachtungsgabe, die sie mit sprachlicher Treffsicherheit transportierte – von ihrer Kindheit und Jugend in Wien über die Schilderung ihrer jungen Erwachsenenjahre in Darmstadt, Berlin, Hannover, Kiel, Mannheim durch den Ersten Weltkrieg (dessen Grauen für die Zivilbevölkerung hinter den näheren Grauen des Zweiten Weltkriegs heute nicht so präsent sind) bis zu ihrer eher zufälligen Auswanderung in die USA. Als Beispiel mag dienen, wie sie ihr Leiden unter dem Ruhm des Romans Menschen im Hotel beschreibt, in dessen Licht sie und ihr gesamtes restliches Werk bis zum Lebensende standen: "Ich kam mir vor wie eine Katze, der man eine Blechbüchse an den Schwanz gebunden hatte."
Vicki Baum wollte ihren Memoiren eigentlich folgenden Titel geben: "Nicht so wichtig".
Ihre Grundeinstellung war, dass man sich selbst und das eigene Leben nicht so wichtig nehmen soll. Sie durchlebte viele Höhen und Tiefen und hat Alles mit großem Gleichmut hingenommen.
Diese innere Distanz der Autorin zu ihren eigenen Erlebnissen führte leider dazu, dass auch ich beim Lesen es nicht geschafft habe, eine emotionale Beziehung zu der Autorin aufzubauen -- diese innere Distanz der Autorin überträgt sich leider auf die Lesenden.
Und das ist schade, denn Vicki Baum hat eigentlich ein sehr interessantes Leben geführt.
Vicki Baum writes about her hugely interesting life in a light and self-deprecating way. She lived through the lows of Austria's and Germany's history and as a Jew had to leave Germany in the early 1930s. She developed a successful career as an author (Grand Hotel) and screenwriter in the US. The book reveals many pertinent details about life in Germany in the first half of the 20th century (war, inflation, hunger) as well as giving glimpses into the creativity and brilliance of the Weimar Republic.
Oh, Ms Baum and me surely would not agree on many, if not most answers to the grande questions of life- but how well does she write about these and how they came to her.
Warning for sexism, homophobia and racism, as well as an increasingly bothering artistic elitism.
Vier Sterne, weil Vicki Baum gestorben ist, bevor sie ihr Manuskript fertigstellen konnte. So bleibt sie ewig eine "erstklassige Schriftstellerin zweiter Güte" <3