"Der Pay Gap ist ein Mythos!", "Biologisch gesehen haben Frauen und Männer eben unterschiedliche Kompetenzen!" oder "Verstehst du keinen Spaß?" Wenn diese Sätze bei Ihnen Augenrollen auslösen, dann brauchen Sie dieses Buch. Wenn Sie Stammtischweisheiten, Weiblichkeitsmythen und tradierte Vorurteile hinterfragen wollen, dann brauchen Sie dieses Buch. Und wenn Sie einfach nur denken: Bullshit! – dann brauchen Sie dieses Buch sogar unbedingt! Das Frauennetzwerk Sorority hat es sich mit der Veranstaltungsreihe "No More Bullshit!" zur Aufgabe gemacht, altbekannten Killerphrasen etwas entgegenzusetzen: Fakten. Gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen*, Expertinnen* aus unterschiedlichen Branchen und Künstlerinnen* schult die Schwesternschaft nun unerbittlich den Blick für Stehsätze und liefert schlagkräftige Argumente für die nächste Stammtischrunde. Mit Beiträgen von: Stefanie Sargnagel (Autorin/Künstlerin) Romeo Bissuti (Klinischer Therapeut) Tuulia Ortner (Psychologin) Bettina Zehetner (Philosophin) Laura Wiesböck (Soziologin) u.v.m.
Was für ein Börner! Als ich es ausgelesen hatte, habe ich gleich nochmal von vorn angefangen - die einzelnen Bullshit-Argumente sind wirklich zu gut wiederlegt! Ich als jemand, der sehr viel bei Zeit Online unterwegs ist, und bei Artikeln, die auch nur der Hauch feministisch sind, immer die drei gleichen Kommentare in abgewandelter Form zu lesen bekomme (und es sind IMMER nur diese drei):
1. Ich kenne sowas nicht, also gibt es das auch nicht bzw. diesen Missstand gibt es schon ewig nicht mehr. 2. Frauen sind ja auch selbst schuld, weil... 3. Frauen sind ja genauso schlimm/böse, weil...
In diesem Büchlein sind nun Artikel verfasst, die gute und vor allem belegte Antworten auf solche Kommentare aufzeigen, und dabei alle Variationen abdecken: von sachlich-kühler Argumentation, über humoristische Weisheiten bis hin zu kleineren Comics. Sehr interessant fand ich auch die Bezüge zu Studien und Erhebungen, vor allem zum Thema Gender-Pay-Gap, der Frauenquote oder dem Anteil Frauen auf Führungsebenen. Auch das oft gehörte Argument, das leider immer noch von sehr vielen Frauen kommt, "Ich fühle mich nicht unterdrückt", wird auf zwei Seiten sehr schön aufgedröselt. Die Autorinnen haben währenddessen keinerlei Männerhassereien im Gepäck, ganz im Gegenteil - das Kapitel über das starke und schwache Geschlecht ("Sei nicht so sensibel!") ist ein höchst interessanter Exkurs in eine Welt, in der Männer im Allgemeinen und Väter im Besonderen durch ihr Fehlen (wer gibt schon seine Karriere zugunsten Windelwechseln und Breikochen auf, gell) ihren Söhnen und sonstigen männlichen Schützlingen eine immens wichtige Stütze vorenthalten. (Diesen Artikel hat übrigens ein Mann verfasst.)
Fazit: ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung dieser Reihe, denn auf diese kluge und witzige Art unterhalten zu werden und dabei noch seinen Horizont zu erweitern ist für jeden, der sich auch nur ein bisschen für dieses Thema interessiert eine Pflichtlektüre! Und mit knapp 170 Seiten schwuppdiwupp gelesen.
Behandelt viele wichtige Punkte (Paygap, Rabenmütter, Feminismus) in komprimierter Form. Für mich hätten es stellenweise ruhig noch etwas mehr Fakten sein können, es waren aber genug neue Informationen dabei dass es sich für mich ausgezahlt hat.. In einem anderen Review habe ich gelesen es ist eine Einstiegslektüre und wie eine Infobroschüre zu sehen, das trifft es ziemlich gut, finde ich. Für die Länge ein gelungenes Nachschlagewerk und auf jeden Fall lesenwert.
Ich fand's so mittel. Erstmal ist es schon recht teuer mit 19.90 Euro für ein ziemlich dünnes Taschenbuch und dann fehlte mir irgendwie doch der Humor. Nicht, dass Sexismus humorvoll ist, aber dagegen zu kontern...also da hilft Humor doch oft und das ist etwas was ich nicht so gut kann. Aber vielleicht waren da auch meine Erwartungen einfach anders. Mir wurde auch zu viel verallgemeinert und letztendlich war's für mich einfach doch zu wenig informativ. Was aber auch vermutlich wiederum an mir liegt, weil ich doch weitaus besser informiert bin, als ich dachte. Nur mit der Schlagfertigkeit hapert's manchmal ;)
Feminismus und die Bewegung gegen den allgemeinen Sexismus ist mittlerweile eine richtige Massenbewegung (gut so!) und scheint sich irgendwie als „Lifestyle“ eingeschlichen zu haben. Bücher zum Thema gibt es viele, doch kommt es mir so vor, als wären viele davon viel zu „krass“ für mich – ein gutes Einsteigerbuch musste her, um sich einmal einen groben Überblick über die Thematik und all die Stammtischweisheiten, die so kursieren, zu bilden. Und dafür ist „No More Bullshit!“ vom Kollektiv und Frauennetzwerk Sorority e. V. wunderbar geeignet. Den Beginn macht ein kleiner Exkurs zum Thema Diskussionen und Argumentationen – wie diskutiert man richtig, wie kann man die Argumente des Gegenübers auf sachliche Weise entkräften und mit Fakten punkten? Obwohl der Buchtitel mit seiner Tonalität reißerisch und „auf Krawall gebürstet“ scheint, wird hier erst einmal aufgeräumt und für eine sachliche Ebene gesorgt, um die Eskalation im hitzigen Wortgefecht zu vermeiden. Der zweite, größere und wichtigste Teil von „No More Bullshit!“ liefert dem Leser dann die gängigsten Phrasen, die man im Alltag und in lockeren Runden wohl am meisten zu Ohren bekommt. So werden hier Aussagen wie z. B. „Karrieregeile Rabenmütter!“ oder „Qualität statt Quote!“ genau unter die Lupe genommen, teilweise mit einer durchaus humorvollen Note, stets ansprechend illustriert und natürlich ausnahmslos mit Fakten belegt.
Dass der ein oder andere Autor dieser Kapitel auch mal über die Stränge schlägt, ist bei diesem Thema und dem leidenschaftlichen Einsatz des Sorority e. V. verständlich, doch hätte ich mir gelegentlich ein wenig mehr Sachlichkeit – wie im ersten Teil des Buches gepredigt wurde – gewünscht. Dennoch bietet „No More Bullshit“ von der Sorority e. V. einen tollen Überblick zum Thema Alltagssexismus. (Ich vermeide hier bewusst den Begriff „Feminismus“, da in diesem Sachbuch durchaus auch Themen wie toxische Maskulinität, „das starke Geschlecht“ o. Ä. aufgegriffen werden.)
Vorneweg: Das Buch gibt gute Denkanstöße! Allerdings.. mehr nicht. Mein größtes Problem ist das Fehlen von Quellen. In fast jedem Kapitel wird mit Zahlen und Fakten um sich geworfen - ohne Quellen. In einem Buch, das einem Antworten auf sexistische Sprüche geben will - schlecht. Jedes Kapitel spricht ein wichtiges Thema an. Aber da die Kapitel nur wenige Seiten umfassen, wird sich mit keinem Thema ausreichend beschäftigt. Dadurch wird nur eine Seite des Problems beleuchtet und diese meistens nicht mal ausreichend.
Das Frauennetzwerk Sorority hat eine Sammlung von 19 eigenständigen Beiträgen zum Thema Feminismus herausgegeben. Diese beschäftigen sich damit, sexistische Bullshit Phrasen zu entlarven und die genannten dann zu entkräften. Die Lesenden erhalten einen guten Überblick über die gängigsten sexistischen Sprüche und Vorurteile und was man ihnen am besten entgegensetzt.
Die Themen werden dabei auf unterschiedliche Art und Weise behandelt und bieten einen unterschiedlich tiefen Einblick in verschiedene feministische Ansätze. So wird zum Beispiel der Unterschied zwischen Feminismus und Humanismus erklärt, deutlich gemacht, dass Frauen in vielen Bereichen Männern (immer noch) nicht gleichgestellt sind und gezeigt, dass auch Männer vom Feminismus profitieren. Die Sprache ist dabei überwiegend gut verständlich, modern und einfach zu lesen, nur einzelne Beiträge verlieren sich in sehr wissenschaftlicher Ausdrucksweise. Die grafische Gestaltung gefällt mir gut, Grafiken und Listen lockern den Fließtext auf, der Kontrast zwischen Gelb und Schwarz wirkt wie ein Alarmsignal, was bei dem Thema auch gut passt. Die Kapitel sind sehr kurz gefasst, umfassen meist nur 4-6 Seiten.
Leider vermisse ich bei den durchaus überzeugenden Fakten, die als Argumente angeführt werden, die Quellenangaben, die zusammen mit einer allgemeinen Liste von weiterführenden Links und Büchern das Buch bereichern und die selbstständige Suche erleichtern würden. Außerdem fehlt mir eine Erklärung für das nicht durchgehend nachvollziehbare Gendern der Begriffe Männer* und Frauen*, ob diese sich jetzt auf das biologische Geschlecht beziehen oder auf das empfundene, wird den Lesenden zur eigenen Interpretation überlassen. Beim Blick auf die Porträts der jeweiligen Verfasser*innen fällt außerdem recht deutlich auf, dass auf Diversität wenig Wert gelegt wurde, was bei einer eigentlich so vielfältigen Auseinandersetzung mit Feminismus wirklich schade ist.
Mir hat vor allem der Beitrag der Wissenschaftlerin, Rapperin, Performance-Künstlerin und Autorin Reyhan Sahin aka Lady Bitch Ray gefallen, die ihre explizite Kritik auch sprachlich sehr überzeugend und mit Nachdruck vermittelt. Auch die Darstellung verschiedener Strategien, die entsprechende Gesprächspartner*innen nutzen, um sich jeder sachlichen Diskussion zu entziehen, wirkt aufschlussreich. Die angebotenen Tipps, wie man sich dagegen wehren kann, bedürfen aber noch der praktischen Überprüfung.
Die Sammlung der Stammtischweisheiten zeigt, dass Feminismus immer noch negativ behaftet ist; dass Feminismus nicht nur für Frauen, sondern alle Menschen da ist und dass Menschen miteinander reden und sich vor allem zuhören müssen, um Vorurteile und Diskriminierung hinter sich zu lassen. Insofern bietet das Buch gute Diskussions- und Denkanstöße, die daraufhin selbstständig vertieft werden müssen. Aber die Vielfältigkeit der Beiträge bietet einen guten Einstieg in das Thema Feminismus.
Ich tu mir mit der Bewertung schwer, irgendwie hab ich was ganz was anderes erwartet. Mehr konkrete Tipps und Ratschläge, aber vor allem mehr Quellen. Dass es am Ende nicht einmal ein Literaturverzeichnis gibt und nur in manchen Kapiteln Buchempfehlungen gegeben werden (zwei oder drei) und auch nicht bei allen Aussagen klar heraus geht, worauf diese sich jetzt stützen, das find ich schon sehr schade. Mir ist zudem nicht ganz klar, wer da überhaupt die Zielgruppe sein soll, für Personen, die sich selbst schon mit der Materie auseinander gesetzt haben, ist jetzt nicht viel Neues dabei und für Personen, für die das Themengebiet neu ist, fehlt mir die Einführung ein bisschen, z.B. in die Fachbegriffe. Ich geb jetzt trotzdem mal zwei Sterne, weil ich es wichtig finde, dass es solche Bücher gibt und ich es auch mochte, dass sich darin auch ein paar Comics fanden, aber mir persönlich hat das jetzt nicht wirklich viel gegeben. Schade.
Eine gute Sammlung an Positionen, Fakten und Meinungen zu 'frauenfeindlichen' Aussagen und Haltungen im 21. Jahrhundert.
Das Buch liest sich kämpferisch und aufgeladen mit der nötigen Portion an Emotionalität, die das Thema Feminismus braucht. In erster Linie motivieren die AutorInnen die LeserInnen dazu, Farbe zu bekennen, Position zu beziehen und sich diskriminierende Ungerechtigkeit nicht länger gefallen zu lassen.
Definitiv empfehlenswert für alle, die gerade einen Tritt in den Hintern an Motivation benötigen oder selbigen an ignorante Mitmenschen austeilen wollen ;)
Anmerkung: Die supergendergerechte *-Schreibweise mag Menschen als notwendig erscheinen. Ich empfinde sie in der extrem angewandten Form wie diesem Buch als ablenkend und negativ. Wieso muss von Frauen* und Männern* die Rede sein? Oder Müttern* und Vätern*? Für mich: über das Ziel hinausgeschossen.
Inspirierendes Buch über Feminismus und gesellschaftliche Realitäten. Einmal lesen und danach als Nachschlagewerk für Zahlen und Argumentationsstrategien verwenden.
Interessante Kollektion von Essays, bei der es vorallem darum geht, Frauen einen Weg nach vorne zu weisen, anstatt die Zustände zu beklagen. Braucht es. Gute Sache.
Wichtige Lektüre. Sexistische Aussagen, bei denen man sowieso schon spürt, dass daran etwas nicht stimmen kann, werden in diesem Buch zer- und mit Fakten widerlegt.