Im Sommer 1939 ist Molly Dearden eine zurückhaltende Siebzehnjährige, die in einer Näherei arbeitet, heimlich für Frank, den Freund ihrer älteren Schwester June, schwärmt und gerade zum ersten Mal mit dem Charmeur Johnny ausgegangen ist. Dass der sie nach dem ersten Date gleich als seine Verlobte betrachtet, geht ihr eigentlich ein bisschen zu schnell, aber nachdem sich die Neuigkeit schon wie ein Lauffeuer herumgesprochen hat, dürfte es schwierig sein, aus der Nummer noch herauszukommen. Und als ob das noch nicht genug wäre, kommt Eddie, der Neffe einer Nachbarin, zu Besuch, und zwischen ihm und Molly funkt es ganz gewaltig. Unglücklich ist sie hin- und hergerissen zwischen Kopf und Herz und hofft,
Neben dem üblichen Beziehungsklatsch beschäftigt die Menschen in Liverpool vor allem eines: die Gerüchte um einen unvermeidlichen Krieg mit Deutschland. Man baut bereits Luftschutzkeller und hortet Lebensmittel, und nur wenige Wochen nach Mollys schicksalhafter Verabredung werden die Vermutungen bitterer Ernst. Die Männer werden zum Militärdienst eingezogen, und Molly meldet sich zum freiwilligen Hilfsdienst.
Es dauert nicht lange, bis die ersten Bomben auf Liverpool fallen und sich Molly mit einem Ausmaß an Zerstörung, Leid und Tod konfrontiert sieht, das sie sich in ihren schlimmsten Träumen nicht hätte vorstellen können. Ihre Einsätze verlangen ihr alles ab, einen normalen Alltag gibt es praktisch nicht mehr, und die Angst um Eddie und die anderen jungen Männer in ihrem Umfeld quält sie zusätzlich.
Ganz sicher keine hohe Literatur, dieses Buch, doch die sehr authentische Darstellung Liverpools zu Kriegsbeginn, inklusive Originaldialekt, und die Schilderungen der Bombennächte, der Aufenthalte im Luftschutzkeller, der verwundeten Soldaten und obdachlosen Menschen, die Molly betreut, machten es für mich dennoch zu einer sehr berührenden Lektüre. Ich war mittendrin in den Geschehnissen und konnte so gut mit Molly mitfühlen, dass mir ab und an sogar die Tränen kamen.
Die Liebes- und Familiengeschichte ist nicht wunder wie originell, liest sich aber nett. Die Charaktere fand ich auch recht gut ausgearbeitet und glaubwürdig, vor allem als Kinder ihrer Zeit. Zwischendurch schwächelte der Plot mal ein bisschen und wurde für meine Begriffe ewas zu schmonzettig, aber die Autorin hat die Kurve dann wieder gekriegt und mich mit einigen überraschenden Entwicklungen wieder "eingefangen".