Rechtspopulistische Rhetorik ist darauf angelegt, extreme Positionen zu verschleiern. Pausenlos betonen RechtspopulistInnen die Vereinbarkeit ihrer Ideen mit jenen der liberalen Mitte und machen sich Werte wie die Meinungsvielfalt zunutze. Auch das Schüren von Ängsten und Kulturkonflikten sind zentrale Strategien ihrer Rhetorik. Nicht zuletzt werden demokratische Errungenschaften wie Antidiskriminierung, Gleichstellung oder sogar Menschenrechte gezielt abgewertet und als angeblicher Minderheitenterror verteufelt.
Franziska Schutzbach zeigt, wie RechtspopulistInnen rhetorisch vorgehen, welche stilistischen und inhaltlichen Mittel sie anwenden und dass rechtspopulistische Rhetorik nicht mehr nur von Rechten benutzt wird. Basierend auf aktueller Forschung gibt sie einen differenzierten und verständlichen Einblick in rechtspopulistische Diskursstrategien und liefert mögliche Gegenstrategien.
Schöne Übersicht, schnell zu lesen, für Leute, die sich damit noch nicht so viel befasst haben. Das PDF gibt es aktuell gratis auf der Website der Autorin, da das Buch vergriffen ist und noch keine aktualisierte Version verfügbar. Dementsprechend sind nicht alle Beispiele mehr aktuell, umso besser für eigene Überlegungen, wie die Beispiele heute zutreffen
Das Buch liefert einen sehr leserfreundlichen und sachlichen Überblick über die Rhetorik rechtspopulistischer Parteien. Dabei werden viele Strategien anhand von Beispielen der AFD und der SVP in der Schweiz illustriert. Das Buch hilft einem dabei, sprachliche Strategien rechtspopulistischer Parteien kennenzulernen und bewusster wahrzunehmen. Als erste Einführung mit der Thematik definitiv zu empfehlen!
Seit geraumer Zeit ist das Totschlagargument der Wahl in jeder Diskussion "Aber die Meinungsfreiheit", Leute können bequem z.B. rassistische Aussagen Tätigen und sich dann mit einem "Aber ich bin die Mitte!" zurücklehnen um sich nicht mit ihren eigenen Vorurteilen auseinandersetzen zu müssen. Oder damit, dass ihr Meinungsbild rechts ist - "neutral" klingt halt besser. Generell wird so jeglicher Raum für Kritik an Rassismus, Sexismus, Homophobie, Transfeindlichkeit und ähnlichem genommen.
Das Buch setzt sich mit diesen Strategien auseinander und beschreibt sie, was einem einen guten Überblick verschafft, mit was man es zu tun hat. Es bietet keinen Leitfaden wie man damit umgehen kann, dennoch gibt es ein Abschlusskapitel, in dem auch dieses Thema kurz angerissen wird und welches mich persönlich etwas beflügelt hat. Generell ist es schwierig positiv zu bleiben, wenn man ständig gegen diese Mauern anrennt, dabei ist es gerade so wichtig sich davon nicht lähmen zu lassen.
Ein Buch, welches so viele Menschen wie möglich lesen sollten, denn allgemein finde ich es hilfreich sich vor Augen zu führen was für Strategien angewandt werden und diese benennen zu können um dies auch anderen vor Augen zu führen, die sich davon regelmäßig irritieren und verunsichern lassen.
Dieses Buch sollte jede demokratische Person mindestens einmal gelesen haben, aus dem einfachen Grund dass wichtige Punkte aufgefasst wurden, es Einsteigerfreundlich ist oder aber eine gute Zusammenfassung. Außerdem schließt es schön ab, mit Handlungsstrategien, so wird der/die Leser:in nicht in Verzweiflung über die aktuellen Entwicklungen zurückgelassen. PS: aktuell gratis als PDF auf Franziska Schutzbachs Website zum Download.
Die Soziologin Franziska Schutzbach beschreibt ganz sachlich die Vorgehensweise der Rechtspopulisten. Diese bestimmen mit ihrem forschen Auftreten das Hauptthema in der Politik und in den Medien, nämlich die Migration. Mit der Hetze auf Ausländer können bei der Bevölkerung am besten Angst und Wut geschürt werden. Die echten Probleme auf dieser Welt, wie zum Beispiel globale Erwärmung, radioaktiver Müll und wachsende Ungleichheit (die Reichen werden immer reicher, die Armen werden immer ärmer), erhalten dadurch viel weniger Beachtung. Das Buch von Frau Schutzbach ist in keiner Weise in die linke Ecke zu stellen. Im Gegenteil, es besteht die Gefahr, dass Rechtspopulisten die Schrift sogar als Anleitung für ihre Propagandastrategien verwenden könnten.
Die Soziologin und Geschlechterforscherin Franziska Schutzbach versucht in diesem Buch auf wissenschaftlicher Basis die Rhetorik der Rechten zu entlarven. Das Inhaltsverzeichnis ist typisch wissenschaftlich lang, das sollte aber auf keinen Fall abschrecken, denn der Schreibstil ist es überhaupt nicht.
In wirklich angenehmer Art und Weise beschreibt die Autorin wie z.B. die AfD es schafft so viele Massen zu mobilisieren und welcher Mittel sie sich dazu bedient.
Der Untertitel lautet Rechtspopulistische Diskursstrategien im Überlick. Und ein Überblick ist es auch wirklich nur. Im ersten Teil werden 20 Diskursstrategien vorgestellt/genannt. Im zweiten Teil werden diese Strategien noch einmal etwas "ausführlicher" erläutert. Allerdings verwendet Franziska Schutzbach für kaum eine Strategie mehr als 2-3 Seiten. Viele dieser Strategien hatte ich so gar nicht bewusst wahrgenommen. Wenn ich jetzt Aussagen von Rechten höre, kann ich diese direkt einer Strategie zuordnen und gehe viel bewusster und analytischer mit diesen Aussagen um. Wenn ich das dann in meinem Umfeld kommuniziere, ernte ich oft Verblüffung aber auch Interesse. Und ich bilde mir ein, dass diese Menschen dann auch viel bewusster diese Aussagen wahrnehmen.
Das letzte Kapitel bietet einen Ausblick und Gegenstrategien. Die meisten Gegenstrategien beziehen sich auf öffentliche Institutionen, daher konnte ich als Privatperson erstmal nicht allzu viel mitnehmen, außer dass ich in den meisten Punkten zustimme. Aus der Gegenstrategie fürs Private war folgendes Zitat für mich sehr wertvoll:
"Wer sich mit RechtspopulInnen auf Diskussionen einlässt, sollte sich aber auch bewusst sein, dass man diese und ihre AnhängerInnen oft nicht mit Argumenten überzeugen wird. Es ist legitim, sich aus Gespächen zurückzuziehen und die eigenen Energien zu schonen. Und sicher ist es sinnvoll abzuwägen, ob und wann sich eine Diskussion lohnt. Meines Erachtens lohnt sie sich vor allem dann, wenn andere Personen involviert sind, zuhören oder im Netz mitlesen. Es gilt für diese anderen hörbar und sichtbar zu sein, Paroli zu bieten, zu zeigen, dass man rechtspopulistische Argumente nicht einfach so stehen lässt." (S. 129)
Dieses Buch ist für einen ersten Überblick oder als Einführung in das Thema sehr gut geeignet. Es ist ein wichtiges Buch, dass ich jedem gerne ans Herz legen möchte.
Mir hat das Buch sehr geholfen, um rechtspopulistische Diskursstrategien besser einordnen zu können. Nicht alles ist neu, aber die kompakte Zusammenfassung, Ergänzung um wissenschaftliche Ergebnisse und praktische Beispiele fand ich sehr hilfreich. Es geht überwiegend um Rechtspopulismus in der Schweiz, aber gibt auch einige Beispiele aus Deutschland, den USA und verschiedenen europäischen Ländern. Und ich war sehr froh um das bestärkende letzte Kapitel mit den Handlungsideen!
So schön, dass es des Buch gerade gegen eine freiwillige Spende zum Download auf der Webseite der Autorin gibt. Merci!
Obwohl das Buch schon von 2018 ist, fand ich es sehr informativ, gut strukturiert und hilfreich. Wie schön wäre unsere Welt wenn wir heute, acht Jahre nach Veröffentlichung sagen könnten, ach, brauchen wir gar nicht (dieses Buch, diese Informationen).
Die Autorin bietet derzeit einen kostenlosen Download an; ich habe noch etwas an ihren Verein gespendet.
Ich wünschte, Caren Miosga und ihre Redaktion...eigentlich alle Talkshow-Redaktionen...würden sich eine Kopie auf den Tisch legen und lesen. Und verstehen.