Daniel har förändrats sedan han förlorade jobbet. Desperat flyr han in i husannonser, allt längre bort. En dag hittar han en vingård som verkar nästan obegripligt billig. Sonja går med på att sälja radhuset och lämna Sverige, för drömmen om ett annat liv. Vingården ligger vid en flod, bland böljande kullar i det som en gång kallades Sudetenland. Den har stått övergiven i decennier, vinfälten är övervuxna. När Daniel ger sig på en igenmurad nedgång till källaren förvandlas livsprojektet till en mardröm, där sanningen ligger farligt nära döden. Snart blir Sonja medveten om varför huset saknar speglar.
TOVE ALSTERDAL har i många år hyllats som en av Sveriges främsta kriminalförfattare. Hennes böcker är prisbelönta i flera länder och ges sammanlagt ut på tjugo språk. Blindtunnel är hennes femte, fristående spänningsroman.
Ein altes Weingut, ein zugemauerter Keller, eine mumifizierte Leiche.. das ist der Ausgangspunkt dieses Krimis. Dahinter steht eine Geschichte von Vertreibung, Diskriminierung und Hass.. Mir war das Ausmaß der Geschichte rund um die Sudetendeutschen vor diesem Buch nicht bewusst. Ich habe angefangen zu googeln und versucht den Ursprung dieses Völkermordes und der Vertreibung zu verstehen. Daher kann ich den Teil des Krimis durchaus empfehlen. Soweit ich es einschätze, hat die Autorin historisch korrekt geschrieben und ich hatte großes Interesse an dem Handlungsstrang in der Vergangenheit. Leider konnte mich der zweite Handlungsstrang rund um die Protagonistin und den Mord an einer Anwältin nicht überzeugen. Zu schnell hatte ich einen Verdächtigen, zu vorhersehbar die Auflösung. Schade…
The book started good but the more I read the more I disliked it. I didn't really like the main protagonist, Sonja. She seemed too self-absorbed, as well as cold and detached. She was also pretty horny, not only having an affair but also constantly goggling and blushing in front of Adamek, even while her husband was a suspect of murder! And when they finally release her husband from jail, she just leaves him. Basically, it was very hard to root for her. I also didn't really care about the murder mystery. Having read it, I'm still not entirely sure who is the killer. But then again, I don't really care so whatever.
I also didn't like how almost every conversation with a person ended up in this huge info-dump. Most of the characters were there just for exposition and that made them wooden and boring. It almost seemed to me that the author wanted to write about the Holocaust, the World War II and all that stuff but didn't know how, so she wrapped this murder around it. In the end, neither the Holocaust nor the murder part of the book is particularly interesting. The book fails on both fronts. The thing that surprised me even more is that once the whole thing was finished, Sonja still decides to live in that house despite all the murders and horrors they endured. It's a small book but it took me forever to finish. Two stars.
Libro molto lento .. spento .. non mi ha proprio stuzzicato a girar pagina. Non capisco come em classificato come thriller .. suspance zero .. 1 stella di voto ..sorry
När man läser baksidestexten på Blindtunnel så blir man lite förledd tycker jag. Det stämmer inte riktigt överens med handlingen, i alla fall inte med mina förväntningar. Det betyder inte att jag blev besviken, bara att boken blev något annat än vad jag hade föreställt mig.
Besviken, det blir man för övrigt aldrig när det gäller Tove Alsterdal. Hon kan verkligen skapa en historia som fängslar och berör. Som alltid så vävs både politik, historia, nutid och dåtid, familjehemligheter och tystnad in i berättelsen, och som alltid är miljöbeskrivningarna i en klass för sig. Jag blir nyfiken på omgivningarna och Sudetenland, som jag inte alls kände till sedan tidigare.
Blindtunnel är riktigt bra, men det är inte min favorit av Alsterdals böcker. Jag håller fortfarande I tystnaden begravd som den stora favoriten.
Jag har läst så många deckare att det måste vara exceptionellt för att jag ska minnas det, men det här är inte så mycket en deckare som en historisk roman med trådar in i händelser som jag inte hade någon aning om. Jag har hört Sudetenland nämnas i förbifarten förr, men hur kan en sådan folkfördrivning som 14 miljoner etniska tyskar strax efter Andra världskrigets slut som hämnd för Nazisternas brott ha gått mig förbi?? Jag som älskar historia! Vi har en förmåga att bara fokusera på vinnarna och deras narrativ, som om Förintelsen skulle förminskas om vi såg lidandet på båda sidor. Detta oerhörda trauma förtjänas också att skrivas om, varje individ har en historia och jag hoppas få läsa några fler så småningom.
Ljudi kažu da treba živjeti u sadašnjosti, što je nemoguće. Sadašnjost ne postoji. Nestaje sa svakom sljedećom sekundom. Kada god sam pokušala živjeti u sadašnjosti, proganjali bi me duhovi prošlosti. Možda je to zbog mojih godina. Ne mislim da ljudi žele živjeti u sadašnjosti, nego u budućnosti. Kada je ispustimo iz vida, nešto umre. Sadašnjost je u najboljem slučaju tek trenutak u kojemu budućnost počinje. Čistoća. Znanje da se svašta može dogoditi i da ništa ne mora biti onako kako je bilo jučer.
Worum geht’s? Sonja und Daniel ziehen aus Schweden weg in ein kleines Weingut in Tschechien, im Sudetenland. Bei den Renovierungsarbeiten entdeckt Daniel im Keller die mumifizierte Leiche eines kleinen Jungen. Einbetoniert hinter dem Weinkeller. Ein Verbrechen? Doch die Polizei scheint das Ganze eher vertuschen zu wollen, als herauszufinden, wer der Junge war und was damals geschah.
Meine Meinung: Ich habe von Tove Alsterdal schon einige Bücher gelesen und mir gefällt es, wie sie geschichtliche Dinge mit der Zukunft verwebt. Auch in ihrem Kriminalroman „Blinde Tunnel“ (Rowohlt Kindler, 09/2023) bringt sie wieder spannende geschichtliche Fakten mit ein. Für mich schafft sie es, damit noch mehr Spannung in ihre Bücher zu bringen und mein Interesse an der jeweiligen geschichtlichen Begebenheit zu wecken.
Auch der Schreibstil ist interessant. Das Buch ist quasi eine Art Tagebuch, in dem die Protagonistin Sonja Dinge aufschreibt, um nicht zu vergessen. Eine interessante und andere Herangehensweise. Vor allem mit den Einfügungen, dass sie es so in Erinnerung hat, was der Fantasie noch zusätzlichen Spielraum lässt. Die Charaktere selbst fand ich gut gewählt, auch wenn ich keinem besonders nahegekommen bin. Am sympathischsten war mir Martha, die Buchhändlerin, sie hätte ich gerne noch näher kennengelernt.
Wirklich interessant fand ich die Abschnitte über die Geschehnisse im Sudetenland und über das Tunnelsystem unter dem Ort. Vor allem über das Tunnelsystem hätte ich gerne mehr gelesen. Ein Ausflug dort hinunter wäre toll gewesen. Die historischen Begebenheiten mit den Sudetendeutschen waren mir – wie ich zu meiner Schande gestehen muss- komplett unbekannt. Ein wirklich interessantes Kapitel in der Geschichte, das ich auf jeden Fall noch vertiefen werde. Auch die Erzählung drum herum war spannend. Mit Sonja die Spuren des Jungen zu verfolgen und die Geschichte des Weinguts herauszufinden. Wobei mir allerdings die Ermittlungen im alten und gegenwärtigen Mordfall fast etwas zu kurz kamen. Auch hatte ich manchmal das Gefühl: Da steckt noch viel mehr dahinter. Für mich ist das Buch auch eher ein Roman, vielleicht sogar ein historischer Roman und weniger ein Kriminalroman, da die Spannungskurve doch recht niedrig war. Aber dennoch war das Buch für mich ein Pageturner und einige Dinge hätte ich zu gerne noch vertieft erfahren. Tove Alsterdal ist auf jeden Fall lesenswert und auch für dieses Buch kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen an alle, die gerne in historische Begebenheiten mit abtauchen.
Fazit: Auch Tove Alsterdals Kriminalroman „Blinde Tunnel“ konnte mich wieder überzeugen. Wir haben interessante Charaktere und spannende historische Einblicke in das Leben der Sudetendeutschen in Tschechien. Zu gerne wäre ich tiefer in das Tunnelsystem abgetaucht und was mir etwas gefehlt hat, waren die kriminalistischen Ermittlungen. Aber das Buch war dennoch ein Pageturner, der Lust auf mehr gemacht hat. Ich mag die Schreibweise der Autorin und wie sie die historischen Dinge in Verbindung zur Gegenwart darstellt. Es war packend, mitreißend und ich habe vieles gelernt, das ich noch vertiefen werde.
4 Sterne von mir. Tove Alsterdal ist eine lesenswerte Autorin und ich freue mich schon auf ihr nächstes Buch!
Es war ok. Der Ausgangspunkt mit einem alten Weingut, einer eingemauerten mumifizierten Leiche, weiteren Toten und einem Verdächtigen, den man sich als Täter nicht so wirklich vorstellen konnte, war sehr vielversprechend. Ich war froh wenn es mal spannend wurde, so wirklich lange hielt das jedoch nicht an, die eigentliche Geschichte verlor sich immer wieder durch Erzählungen aus der Zeit des Sudetenlandes. Trotzdem auch sehr interessant, ich hatte nicht erwartet, dass meine Heimat so sehr involviert sein würde. Die Geschichte an sich wurde dadurch jedoch etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt und war letztlich ziemlich vorhersehbar. Das Ende war leider auch nicht wirklich zufriedenstellend.
Olipas pitkäveteinen romaanin muotoon puettu historiankirja. Haukotus. Miten ihmeessä tämä on ylipäätään luokiteltu muutenkaan jännäriksi?? Ei kai se tee kirjasta jännäriä että siinä kuolee ihmisiä?
Dieses Buch habe ich in wenigen Tagen gelesen. Auch weil es spannend war natürlich. Die Handlung spielt in Tschechien, wo ein schwedisches Ehepaar ein altes Weingut gekauft hat, um einen Neuanfang zu wagen. Bald schon wird ein totes Kind gefunden, nur wenig später stirbt eine Frau. Trotzdem ist es kein Krimi im eigentlichen Sinn. Die schwedische Frau versucht, Zusammenhänge zu verstehen und taucht dabei in die Geschichte ein - in die Geschichte der Vertreibung der Sudetendeutschen aus der damaligen Tschechischen Republik. Das hat mich sehr bewegt, denn es ist auch die Geschichte meiner eigenen Familie.
Ich denke, dieses Buch wird mich noch lange begleiten.
En av mina favoritdeckare jag läst under senare år, köpte den tillsammans med "Rotvälta" för jag var nyfiken på Tove Alsterdal, och märkte lite till min förvåning att jag tyckte om den här bäst. Karaktärerna är intressanta, och det som framför allt fängslar mig är den historiska bakgrunden som utforskar en del av efterspelet till andra världskriget som väldigt sällan lyfts fram. För den som gillar både historia och deckare (jag) så skjuter den mitt i prick.
I’m a little disappointed, I expected more, i.e. that there would be more house-related actions, murders, little boy who died in the tunnels under the house. That all together would have been a better plot, and ultimately an ending. And this is, how I felt that everything is just revolving around Sonja who cheated on her husband etc.
*Inhalt* Sonja und Daniel wollten sich einen lang gehegten Traum erfüllen und kaufen sich ein Weingut in Tschechien, welches sie renovieren und für sich passend herrichten wollen. Auf der Suche nach dem Weinkeller reißt Daniel eine Mauer im Keller ein und zunächst findet er viele alte Weinflaschen aus den Zeiten kurz vor und während des zweiten Weltkrieges. Kurze Zeit später finden sie den mumifizierten Leichnam eines Jungen... für die Polizei ist das Thema schnell erledigt, doch Sonja versucht mehr über den Jungen und die Geschichte des Weingutes herauszufinden, wodurch sie die Anwältin Anna kennenlernt. Kurze Zeit später ist Anna tot und Daniel der Hauptverdächtige…
*Erster Satz des Buches* "Hätte ich in diesen ersten Tagen morgens nicht allein am Tisch gesessen, hätte ich die Frau ganz hinten in der Ecke des Wirtshauses gar nicht gemerkt.“ Alsterdal, T. (2023) - Blinde tunnel
*Meine Meinung* Nachdem ich den letzten Band von Alsterdals Trilogie nicht wirklich gut fand, war ich etwas skeptisch, was den neuen Roman der Autorin anging, aber auch etwas neugierig. Der Start in die Geschichte gelang gut, auch wenn ich stellenweise etwas Probleme mit dem Schreibstil hatte und mich auch im Verlauf nur schwer daran gewöhnen konnte. Er wirkte holprig und unrund, mit teils sehr kurzen und teils sehr langen Sätzen und einigen Sprüngen zwischen den verschiedenen Zeitformen. Das verwirrte und störte den Lesefluss teils erheblich.
Der Plot gefiel mir gut und auch die Ausschweifungen in die Zeiten des zweiten Weltkrieges konnten die Geschichte teilweise noch etwas spannender gestalten. Dennoch war mir der historische Teil der Geschichte dann doch etwas zu ausschweifend, teilweise zu langatmig und ich hätte mir mehr kriminalistische Elemente gewünscht. So wirkt das Buch eher wie ein historischer Roman mit einem zusätzlich vorkommenden Kriminalfall - das hätte ich mir anders gewünscht.
Mit den Charakteren wurde ich auch nicht so recht warm, Sonja ist eine sehr spezielle Persönlichkeit, die es mit der Treue nicht so genau nimmt. Auch wenn die Geschichte dadurch in Teilen mitgestaltet und ihr der nötige Pepp verliehen wird, war dies an anderer Stelle unnötig und sorgte auch nicht für mehr Sympathie. Sonjas Mann Daniel hingegen wirkt blass und farblos und so richtig mitfiebern, was seine Schuld oder Unschuld angeht, konnte ich daher irgendwie nicht.
Auch wenn mir der Anfang und auch das Ende ganz gut gefallen hat, so fand ich den Mittelteil sehr langatmig und anstrengend. Vielleicht, weil ich eigentlich keine Lust auf einen derart historisch angehauchten Roman, sondern vielmehr auf einen spannenden Krimi ohne derartige Ausschweifungen in die Vergangenheit gehabt hätte - schade!
*Infos zur Autorin* "Tove Alsterdal, 1960 in Malmö geboren, zählt zu den renommiertesten schwedischen Spannungsautor:innen, ihre Romane erscheinen in 25 Ländern und wurden vielfach ausgezeichnet. Mit der Trilogie um Ermittlerin Eira Sjödin gelang ihr in Schweden ein Sensationserfolg, für «Sturmrot» erhielt sie den Schwedischen Krimipreis 2020 und den Skandinavischen Krimipreis 2021, ebenso wie «Erdschwarz» stand der Roman wochenlang auf Platz 1 der schwedischen Bestsellerliste. Auch in Deutschland stiegen die Romane sofort in die Top 10 der Spiegel-Bestsellerliste ein. Die Filmrechte sicherte sich eine Hollywood-Produktionsfirma." (Quelle: Verlagshomepage)
*Fazit* Wer einen historischen Roman mit Krimielementen sucht, ist hier richtig. Für mich war es leider nicht ganz das, was ich erwartet hatte...
Als das schwedische Paar Sonja und Daniel sich in Böhmen einen Weinberg kaufen, sollte es für beide ein Neuanfang werden. Die Kinder sind aus dem Haus, um ihr Ehe steht es nicht zum Besten, und Sonja fragt sich mehr als einmal, warum es ausgerechnet Tschechien sein musste und nicht Portugal oder Spanien. Das dazugehörige Haus ist ziemlich marode und als Daniel eine Mauer im Keller einreißt, entdecken sie dahinter nicht nur staubige Weinflaschen, sondern ein altes Tunnelsystem. Doch in dem Kellergewölbe finden sie auch die mumifizierte Leiche eines Jungen, der eine weiße Armbinde trägt. Die Polizei scheint sich nicht für die Identität des Jungen zu interessieren. Sie werden sogar aufgefordert, nicht darüber zu reden. Zur gleichen Zeit lernen sie Anna kennen, eine englische Anwältin mit ostdeutschen Wurzeln. Kurz darauf wird sie tot auf dem Weinberg gefunden und Daniel als Verdächtiger verhaftet. Was hat Anna, die angeblich als Touristin unterwegs war, früh morgens auf ihrem Grundstück zu suchen?
Der Tod des Kindes ist der Auslöser für Sonjas Recherche, die sie in einn dunkles Kapitel der deutsch-tschechischen Geschichte führt. Alsterdal konzentriert sich zunächst darauf, die angespannte Stimmung in dem kleinen Ort zu zeichnen. Denn sobald die Sprache auf die Vergangenheit kommt, zeigen sich die meisten ziemlich zugeknöpft oder äußern unverhohlen ihre Meinung über die Sudetendeutschen von damals. Sonja findet bei Marta in der einzigen Buchhandlung im Ort erste Antworten, die Grausames offenbaren. Sonja ist schockiert, auch ihr Weingut hatte ehemals einer deutschen Familie gehört.
Die Geschichte der Sudetendeutschen reicht bis ins Mittelalter zurück und endete mit der grausamen Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg. Menschen wurden verprügelt, gefoltert, getötet, mussten ihr Hab und Gut aufgeben und wurden aus dem Land getrieben.
Es war mein erstes Buch der schwedischen Krimiautorin und ich hatte einen soliden Krimi erwartet – bekommen habe ich einen spannenden, tiefgründigen und gut recherchierten Kriminalroman, der bis in den Zweiten Weltkrieg zurückreicht. Obwohl mir viele der historischen Fakten bekannt waren, konnte sie mich mit einigen neuen überraschen, denn die grausame Vertreibung hinterließ ihre Spuren auch in der Gegenwart.
Mir gefällt Alsterdals unaufgeregte, ruhige Art des Erzählens. Wer einen rasanten Krimi vermutet, liegt hier falsch und wird enttäuscht sein. Wer sich aber für das Thema der Sudetendeutschen interessiert, findet eine fundierte, gut recherchierte Story wieder. Das damals brutale, grausame Vorgehen der Tschechen wird ungeschönt geschildert, dass ich manchmal echt schlucken musste. Aber auch alle Folgen, die daraus erwachsen sind, der heutige Umgang damit haben mich stellenweise echt erschüttert. Es geht um Vergangenheitsbewältigung und den daraus entstandenen Traumata, Wegschauen und Schweigen, Herkunft und Heimatlosigkeit. Gegen Ende des Buches zieht sie das Tempo noch mal merklich an und bringt meine ganzen Vermutungen ins Wanken. Für mich war es eine sehr gelungene, überraschende Lektüre, die ich allen gern empfehle, die tiefgründige Geschichten mögen und keinen Pageturner suchen.
Nachdem Daniel in Schweden seinen Job verloren hat, beschließen er und seine Frau Sonja, einen Neuanfang zu wagen. Ein altes Weingut in Tschechien hat es ihnen angetan und kurz darauf gehört es ihnen. Das Haus ist jedoch alles andere als in einem guten Zustand und als Daniel bei Renovierungsarbeiten im Keller des Hauses eine Wand einreißt, finden sie neben Weinflaschen aus der Zeit des zweiten Weltkrieges eine Leiche eines Jungen. Dieser trug eine weiße Armbinde und die Polizei scheint sich nicht für die Herkunft des Jungen zu interessieren. Doch Sonja beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und lernt dabei Anna kennen. Eine Frau aus England mit deutschen Wurzeln, die ebenfalls Interesse an der Geschichte des Weingutes hat. Dieses düstere Cover weckte meine Neugier und da ich schon länger etwas von Tove Alsterdal lesen wollte, war ich Feuer und Flamme. Der Einstieg in diesen Roman fällt sehr leicht, denn die Autorin kann unheimlich gut mit Worten umgehen. Sie erzeugt vom ersten Augenblick an eine düstere Atmosphäre und beschreibt die Umgebung so intensiv, dass man gleich das Gefühl hat, gemeinsam mit der Protagonistin vor Ort zu sein. Das Setting ist so schön beschrieben und man sieht das alte Gut und die Weinberge regelrecht vor sich. Das Gut ist schon länger verlassen und man hat so ein wenig das Gefühl eines Lost Places. Auch der kleine Ort in der Nähe des Gutes wurde lebendig und all das, ohne daß sich die Autorin zu sehr in Details verliert. Was mir immer besonders gut gefällt, sind diese Momente, in denen klar wird, daß das Geheimnis eines Ortes in der Vergangenheit liegt. Hier gibt es einen Bezug zur Geschichte der Sudetendeutschen, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Ich muss hier zugeben, daß mir dieser Teil der Geschichte tatsächlich gar nicht so bekannt war und so habe ich, teilweise, völlig entsetzt gelesen, was sich damals zugetragen hat. Tove Alsterdal hat hier unheimlich gut recherchiert und konnte mich hier absolut fesseln. Auch mit Momenten, in denen Protagonistin Sonja selbst nachforscht und auch auf Zeitzeugen trifft, konnte mich die Autorin begeistern. Protagonistin Sonja hat mir sehr gut gefallen. Sie versucht Anschluss zu finden, in einem Land, dessen Sprache sie nicht spricht. Trotzdem gibt sie nicht auf, nachzufragen und zu hinterfragen. Auch die Nebencharaktere sind unheimlich gut gezeichnet und ich habe gespannt ihre Geschichte verfolgt. Mein Fazit: mit "Blinde Tunnel" hat die Autorin einen tiefgründigen und extrem gut recherchierten Roman geschrieben, der zwar eher ruhig erzählt wird, dadurch aber für mich eine ganz besondere Intensität ausgestrahlt hat. Wer hier einen temporeichen Krimi erwartet, könnte vielleicht enttäuscht werden. Wer allerdings viel Atmosphäre und eine spannende Geschichte rund um die Ereignisse nach dem zweiten Weltkrieg mag, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten. Mich konnte die Autorin absolut fesseln und immer wieder überraschen. Ganz klare Leseempfehlung!
Die Ausgangslage der Handlung klingt eigentlich recht spannend: Sonja und ihr Mann Daniel finden auf einem alten Weingut eine mumifizierte Kinderleiche. Der tote Junge könnte während des Nationalsozialismus gelebt haben und wird mit einer weißen Binde um den Arm gefunden, die historisch gesehen an die Geschichte des Sudetenlands anknüpft. Zudem sieht sich das Paar mit einer zweiten Leiche, einer jungen Anwältin, gefunden auf ihrem Grundstück, konfrontiert. Sonjas Ehemann wird von der Polizei verdächtigt. Die geschilderte Situation hört sich ja zunächst recht spannend an und hat mein Interesse für den Kriminalroman geweckt. Die historischen Elemente rund um die Annexion des Sudetenlandes und der späteren Vertreibung der Deutschen aus diesem fand ich spannend und nachvollziehbar geschildert. Das ist allerdings das einzig Positive. Im Klapptext sind Zitate wie „Ein Geschenk für Spannungsfans“ etc. zu finden. Spannung habe ich persönlich gar nicht in diesem Kriminalroman erlebt. Das könnte zum einen an den Protagonisten liegen. Sonja ist eine schwierige Person, die unsicher ist und ihren Ehemann mit einem Mann betrügt, der sie im Prinzip ausnutzt. Ständig versinkt sie in Gedanken und agiert leidenschaftslos. Daniel hat über den gesamten Handlungsverlauf keine eigene Dynamik entwickelt. Er ist grau und leblos, man scheint ihn überhaupt nicht zu kennen. Sonja ist insgeheim froh, dass ihr Mann verhaftet wurde und einige Tage in Gewahrsam festgehalten wird. Zum anderen hat mich das Buch aufgrund des sprachlichen Stils der Autorin null gepackt. Direkte Dialoge über die Vergangenheit des Sudetenlandes werden in langen, verschachtelten indirekten Sätzen wiedergegeben, die den Lesefluss erheblich stören und das Verständnis der Geschichte erschweren. Zusammengefasst: Das Buch kann hinsichtlich seiner Figuren, seiner Handlung um den Mord an Anna Jones/Heller und seiner sprachlichen Gestaltung noch überzeugen. Einzig die historischen Elemente haben mich zu der ⭐️⭐️-Bewertung bewogen.
Historische Romane, so sie sich auf konkrete Ereignisse beziehen, sollten gut recherchiert sein. Das gilt insbesondere dann, wenn sie in Unterhaltungsliteratur verpackt sind. Tove Alsterdals „Blinde Tunnel“ erfüllt diese Vorgabe und noch viel mehr, rückt sie doch in diesem als Krimi vermarkteten Roman Geschehnisse in den Vordergrund , die wahrscheinlich zumindest im Bewusstsein der jüngeren Generation wohl nicht mehr bekannt sind.
Noch ahnen Sonja und Daniel nicht, was sie erwartet, als sie beschließen, einen Neuanfang zu wagen und ein stark renovierungsbedürftiges Weingut in Tschechien kaufen. Bei der Renovierung zeigt sich, dass das Anwesen Geheimnisse birgt, die niemals ans Tageslicht kommen sollten.
„Blinde Tunnel“ beeindruckt durch seine Themenvielfalt. Natürlich kann man dieses Buch als Krimi lesen, denn das ist ja bereits durch den Fund in den Gewölben vorgegeben. Aber schon allein durch die Verankerung im historischen Kontext hat es weit mehr zu bieten.
Ein kurzer Blick zurück: Nach dem Münchner Abkommen 1938 annektiert Hitler das Sudetenland, ein Gebiet im heutigen Tschechien, in dem viele Deutsche leben. Es gibt Spannungen unter der Bevölkerung, denn die einen sympathisieren mit den Nationalsozialisten, die anderen nicht. Nach Kriegsende gibt kommt es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Tschechen und Deutschen, schließlich werden letztere, legitimiert durch die Dekrete der Siegermächte vertrieben und ihre Besitztümer den tschechischen Nachbarn übereignet. Ein historisches Ereignis der Zeitgeschichte, dessen tiefe Wunden bis in die Gegenwart sichtbar sind und nachwirken.
Tove Alsterdal hat eine gut recherchierte Geschichte über Vertreibung und Flucht geschrieben, heute aktueller denn je. Über Heimat und deren Verlust, über Schuld, Schweigen und Verdrängung, über Traumata und deren Weitergabe an die nachfolgende Generation und nicht zuletzt über einer Region im Wandel, die sich ihrer Vergangenheit nicht stellen will. Ein sehr empfehlenswertes Buch, dem ich viele Leser wünsche!
La maison sans miroirs de Tove Alsterdal De nos jours, Daniel et Sonia décident de repartir à zéro dans un nouveau pays. Ils vont quitter la Suède et vont venir s'installer dans la région de Bohême en République Tchèque mais c'est sans compter le passé historique de cette région entourée par la Pologne, l'Allemagne, l'Autriche et la Slovaquie qui va bientôt ressurgir. En commençant les travaux de réaménagement du domaine viticole qu’ils viennent d’acquérir, ils vont découvrir dans cave murée, un corps d'enfant momifié et des bouteilles de vin datant de 1937. J'ai aimé l'ambiance de mystère qui régnait sur ce vignoble. Le rythme est plutôt lent et introspectif, c'est Sonia qui raconte les évènements un peu comme sous la forme d'un journal. L’auteure réussi à entremêler les faits historiques, la politique, le présent et le passé. Elle nous livre des secrets de famille qui se cachent sous une chape de plomb faite de silence et d’Histoire. Je n’oublie pas toutes les descriptions du village, de la campagne, des rosiers du domaine et de sa splendeur d’antan qui donne envie d’aller visiter la Bohême. Un coup de cœur pour ce roman policier mais pas que, c’est surtout le côté historique qui en fait toute la saveur. J'adore découvrir des sujets que je ne connais pas. Le terme des Sudètes ne m'était pas inconnu mais je ne savais plus à quoi cela correspondait. L'auteure est parvenue à rendre passionnante et bouleversante l'histoire des Sudètes et leur annexion par le Troisième Reich ainsi que ce qui leur advient une fois la seconde guerre mondiale terminée. C’est avec talent et respect que le fils de l’histoire vient se recoudre à la grande Histoire. Un traumatisme terrible pour ces populations germanophone qui trouvent ici un rappel à nos mémoires défaillantes. Ne pas oublier est ce que nous pouvons faire de mieux. Bonne lecture.
Sonja und Daniel geben ihr privilegiertes Leben in der Schweiz auf, um in Tschechien einen Neustart zu wagen. Auf einem alten Weingut wollen sie ihre Liebe zueinander wiederfinden. Doch natürlich kommt alles anders, als die beiden erst eine mumifizierte Kinderleiche finden und ein paar Tage später Daniel für den Mord an einer Anwältin verantwortlich gemacht wird.
Sonja empfand ich während der gesamten Handlung als kühl und herablassend. Ich wurde nicht warm mit, fand sie wenig empathisch und daher fiel es mir ebenfalls schwer, mit ihr mitzufühlen. Nach Daniels Verhaftung und Annas Ermordung hat sie zwar den Biss, das Geheimnis um das böhmische Dorf zu lüften, ist dennoch meist distanziert und in vielen Situationen nur körperlich anwesend.
Alsterdals Sprache, und bedingt durch die Übersetzung auch die von Hanna Granz (die auch die Eira-Sjödin-Trilogie der Autorin übersetzt hat), haben mir allerdings gut gefallen und meinem Kopfkino viel Futter gegeben. Die Atmosphäre, die sich um das verlassene Weingut rankt, kam gut bei mir an.
Der italienische Titel „Il tunnel dei morti“ („Der Tunnel der Toten“) gefällt mir besser als das Original bzw. somit auch die deutsche Übersetzung. Dennoch ist die Story zwar solide, aber durch die vielen geschichtlichen Einschübe wirkt sie eher wie ein Roman als ein Krimi. Die Spannung ist streckenweise da, flaut aber immer wieder ab. Das ist, meiner Meinung nach, dem geschuldet, dass die Story sehr geschichtslastig ist. Oft hatte ich das Gefühl, nicht der Krimi und der Mord an der Anwältin waren das Korsett, das gefüllt werden sollte, sondern die Annexion des Dorfes und dessen Rolle im Zweiten Weltkrieg sollten spannend dargestellt werden.
Fazit: Leider nicht mein liebstes Buch von Tove Alsterdal. Aber ein spannendes Thema an sich, ein gut gewähltes Setting und für Geschichtsfreunde durchaus ein interessantes Buch!
Nominacija za najboljši švedski kriminalni roman leta 2019 - na žalost pa me ni čisto prepričal. Bolj kot kriminalni roman se je zdel roman, ki ponazarja, da, ko se neka vojna konča, v tem primeru 2.sv. vojna, v resnici še ni konec zla. Sonja in Daniel se iz Švedske preselita na Češko, na območje sudetskih Nemcev. Tam kupita hišo, ki je bila vrsto let prazna. V rovu pod hišo najdeta okostje dečka, kmalu zatem je na njunem vrtu umorjena ženska. Vse to daje okvir za raziskovanje malo znane zgodovine, kaj se je takoj po vojni pravzaprav dogajalo, vzporedno pa raziskovanje tega, kaj se je pravzaprav zgodilo in kdo je bila umorjena ženska. Sama zgodba sicer ni slaba, a vendarle deluje malo zmedeno, poleg tega me je najverjetneje zmotil slog pisanja (prevajanja?), v smislu povedi: A si se šla pogovarjat? Spat, premišljevat, hodit, povedat; opravičevat... vse na at. Nekaj nelogičnih besednih zvez, ki tudi niso pripomogle k lažjemu branju (Jutro se je začelo na polno...). Niti konec ni čisto jasen ali bolje rečeno, kot v veliko takšnih kriminalnih zgodbah, zelo hiter in z ne preveč dobro razčiščenimi odgovori. Vsekakor pa dober zgodovinski okvir, ki ponuja nekaj odgovor na tisto, kar se nikoli ne sprašujemo: kako je po vojni, kako z zmagovalci in kako s poraženci? Bitke, ki se po vojni šele začenjajo, ljudje, ki so izginili šele takrat, ker niso bili na pravi strani. Kriminalna zgodba pa je zgolj okvir za prikaz tovrstnih odgovorov.
Jag gillade denna bok. Den hade mycket historia i sig om sådant jag själv aldrig har hört talas om, och den hade ett typ av mysterium. Vad hade egentligen hänt på den vingård som de köpte? Den är egentligen långsam, men jag älskar hennes språk vilket gör att jag inte tycker att den upplevs så. Jag älskar också sättet den berättas på, att jag hela tiden som läsare uppfattar historien som berättad, en tillbakablick eller typ av dagbok, som Sonja har skrivit. Den känslan växer hela tiden och jag får en känsla av att det är ett stort slut, ett något chockerande eller hemskt slut. Jag blir nog dock lite besviken på slutet, det hade kunnat varit mer spännande. Men färden till slutet var i alla fall spännande!