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Zeitenwende 1979

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Rare Book

512 pages, Hardcover

First published January 25, 2019

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Frank Bösch

44 books5 followers
Frank Bösch is a German historian and author. He is a professor of modern history at the University of Potsdam.

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2 (1%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Rainer.
108 reviews13 followers
December 14, 2024
3,5 Sterne. Insgesamt eine lesenswerte Analyse eines Jahres, das erstaunlich viele Weichen gestellt hat. Die Sprache ist flüssig, aber so richtig Spaß macht die Lektüre nicht. Manchmal fühlt es sich an wie ein Pflichtbesuch bei einer klugen, aber etwas nüchternen Geschichtsvorlesung.
Profile Image for Wedma.
438 reviews11 followers
March 15, 2019
Seit ich „Traurige Moderne“ von E. Todd gelesen habe, wollte ich über das Jahr 1979 mehr wissen, denn Todd schrieb dort, dass es sich in diesem Jahr eine stille Revolution vollzogen hatte, eine Wende zum Neoliberalismus hin, die man Thatcher und Reagan zu verdanken hat. An dem vorliegenden Werk führte also kein Weg dran vorbei.
Der Blick ins Inhaltsverzeichnis hat aber die Freude deutlich gedämpft, denn das, was mich eigentlich interessierte, sollte in nur einem Kapitel von ca. 35 Seiten abgehandelt werden. Noch ein Kapitel fiel mit auf, das über den Einmarsch der sowjetischen Armee in Afghanistan auf ca. 40 Seiten berichten wollte. Die Versuchung war groß, nur diese Kapitel, 6 und 7, von 10 zu lesen. Trotzdem las ich alles vom Anfang an, denn es ist schon von Bedeutung, in welchen Rahmen diese eingebettet wurden.
Es geht mit der Revolution im Iran los, weiter geht es zum Papst Johannes Paul II., Revolution in Nicaragua, Chinas Öffnung, Flüchtlinge aus Vietnam, am Ende über AKW Unfall bei Harrisburg und die TV-Serie Holocaust.
Gut ist, dass man bei allen Themen einen klaren Bezug zu Deutschland hat: Es wurde geschildert, was hierzulande getan, wie das eine oder andere Problem bewertet/angegangen wurde usw.
Anfangs entstand ein positiver Eindruck, aber je weiter ins Eingemachte, u.a. zum Weltmachtanspruch der Plutokraten, desto mehr war mir, dass gewisse Falschheit in die Darstellungen hineinschlich. Als ob der werte Autor anfangs einen kunstvollen Tanz auf der Messers Schneide meisterte, indem er bei seinen Ausführungen einen gewissen Grad an Objektivität an den Tag legte, im Endeffekt aber die Balance verlor und in den Brack der plutokratengefälligen Meinungsmache plumpste.
Einmarsch in Afghanistan wurde so dargestellt, als ob dieser vor lauter Machtgelüste der Sowjets geschah, von „Überdehnung des sowjetischen Machtanspruchs“ ist hier die Rede. Paar gute Aspekte wurden zwar genannt, aber die eigentlichen Ursachen ausgeklammert. Die Gründe stehen da, als ob die als Fertigprodukt vom Himmel gefallen wären. Wer z.B. „Illegale Kriege“ von Daniele Ganser gelesen hat oder auch die Bücher von Michal Lüders in etwa „Die den Sturm ernten“, „Armageddon im Orient“ usw., weiß, dass an der Erschaffung dieser für die Sowjets bedrohlichen Situation von langer Hand gewerkelt wurde, sodass sie sich am Ende gezwungen sehen mussten, die südlichen Grenzen besser zu schützen. „Rasch galt der Krieg als ‚sowjetisches Vietnam‘“. S. 231. Hier wurden die Ursache und Wirkung verwechselt. Noam Chomsky sagte in einem seiner Gespräche: Die Sowjets wurden von USA Strategen in diesen Krieg hineinintrigiert, damit dieser zum sowjetischen Vietnam wurde. Und: „Es gab stets brutale Invasionen in russischer Reichweite. Sie hielten sich dennoch in Grenzen, im Gegensatz zu jenen der Vereinigten Staaten…“. S. 50 in „Kampf oder Untergang“. Es gibt gute Gründe, Chomskys Sicht der Dinge als adäquat anzusehen. Er hat seine Meinung, die oft sehr zutreffend war, stets klar gesagt. Zudem muss er sich auch nicht mehr um seine Karriere fürchten. Er hängt nicht am Geldtropfen der Mächtigen. Weiter im Text: „Die sowjetische Einflussnahme scheiterte vor allem daran, dass sie zu offensichtlich Einfluss nahm.“ S. 241. Abgesehen von der fragwürdigen Stilistik dieses Satzes: Klar hatten die Sowjets wohl kaum diese gewiefte Art zu heucheln drauf, der sich der Westen seit Langem erfreut. Sie konnten ihre Taten nicht so perfekt vertuschen und als etwas Tolles an die Öffentlichkeit verkaufen. Es gibt keinen gerechten Krieg, wie Jürgen Todenhöfer in seinem neusten Buch „Die große Heuchelei“ schreibt, und auch dieser hätte vermieden werden können, wie so viele anderen. Hierfür hätte man aber wohl kaum bei den Russen ansetzen müssen.
Die Darstellungen dieser Art entpuppen sich beim näheren Hinsehen als plutokratengefällige Meinungsmache für Unbedarfte. Sie betten sich auch prima in das gemachte Nest, das die sog. Leitmedien in den letzten Jahren gebaut haben. Zu gern stimmen sie ihr Lieblingslied von Russland als Aggressor an, s. z.B. ihre Berichterstattung im Ukrainekonflikt. „Wir sind immer die Guten“ von Bröckers/ Schreyer, das sich kritisch damit auseinandersetzt, ist in diesem Zusammenhang eine sehr lesenswerte Lektüre. Wenn man die oft verwendeten Griffe der Meinungsmache kennt, die z.B. Albrecht Müller in „Nachdenken über Deutschland“ aufführt, oder auch einige Beitragende in „Lügen die Medien?“, wird diese auch in dem Kapitel über Einmarsch der Sowjets in Afghanistan finden. Daher kann man diese Ausführungen als Instrument ansehen, um auch auf diesem Wege Russen-Bashing zu betreiben, wobei dieser hier etwas subtiler ausfällt.
Das Kapitel über Thatcher und Neoliberalismus fällt ähnlich wenig befriedigend aus. Es grenzt schon fast ans Lächerliche, wenn man schaut, wie die knappe Kapazität von ca. 35 Seiten verprasst wurde. Da liegt die Vermutung nahe, man hatte gar nicht vor, sich ernsthaft mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das sieht man u.a. an den gesetzten Prioritäten. Als Erstes darf man lesen, dass Thatcher eine Frau war und sich entspr. kleidete und ähnliche „enorm wichtige Dinge“. Weiter wurde viel über die Grünen geredet, zwar vergleichend zu den neoliberalen Positionen, aber dennoch so, dass man möglichst wenig über die Letzteren zu sprechen kommt, und der neoliberale Part eher unverfänglich ausfällt. Von klaren Worten über z.B. welch verheerende Auswirkungen der Neoliberalismus auf das heutige Leben hat, keine Spur. Da musste ich wieder an Noam Chomsky denken, der sagte z.B., dass das heutige Bildungssystem durch die Privatisierung in direkte Abhängigkeit von Plutokraten geraten ist, dass die heutigen Lehrkräfte sich gezwungen sehen, nach dem Motto „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing“, ähnlich wie die „Qualitätsmedien“ vorzugehen, dass die Bildung heute darauf ausgerichtet ist, die Menschen, v.a. die Jugend zu gehorsamen Ja-Sagern zu erziehen. Diese werden nie auf die Idee kommen, sich zusammenzuschließen und ihre Rechte einzufordern, und werden zu jedem weiteren Schritt der Plutokraten in Richtung Ausbeutung Ja sagen, da ihnen dank ihrer Bildung, die die Fähigkeit zum freien Denken längst aus dem Programm verbannt hat, nichts anderes mehr einfällt. Von solchen neoliberalen Entwicklungen „..profitiert vor allem der Sektor der konzentrierten Macht. Eliten wollen keine funktionierenden Demokratien. Sie wollen die Gesellschaft, in der die Menschen verängstigt und eingeschüchtert sind. Ihre Hauptsorge soll das Bezahlen der nächsten Miete sein, politische Passivität ist erwünscht.“ S. 162 in „Kampf oder Untergang“ von Chomsky/Feroz. All solche Dinge wurden hier ausgeklammert.

Die Bücher wie das vorliegende sind vllt nicht gerade schlecht, vllt taugen sie als erste Annäherung an das Thema, aber als sonderlich gut kann ich sie auch nicht bezeichnen: Da weiß man nicht so genau, ob die Verklärung oder die Aufklärung die Oberhand gewinnt. Es gibt andere Werke, bei denen die knappe Lesezeit mit größerem Erkenntnisgewinn investiert ist.
36 reviews
November 5, 2023
Es ist gut zu lesen aber bleibt an der Oberfläche, ich hätte mir etwas mehr Analyse des Geschehens und des verbindenden(oder auch nicht) Hintergrundes gewünscht.
Profile Image for Frau Becker.
222 reviews48 followers
July 13, 2023
Gleich im Anschluss an Sarasins "1977" gelesen, überzeugt mich dieses Buch unerwarteterweise deutlich weniger. Wie viele historische Fachbücher krankt es an einer zu großen Detailfülle, sodass man häufig den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Bösch schildert die Ereignisse sowie deren Vorgeschichten und Folgen akribisch. Jedes einzelne Kapitel ist kenntnisreich und informativ, doch rauschen viele der genannten Fakten am Leser vorbei, der Blick fürs große Ganze bleibt etwas auf der Strecke. Zwar werden hier und da Verbindungen zwischen einigen Ereignissen gezogen, doch wo Sarasin in seinem Buch den kulturgeschichtlichen Umbruch zur Postmoderne als einigendes Moment beschreibt (und dabei die Bezüge zu "seinem" Jahr etwas zu sehr rund schleift), ist die Gemeinsamkeit aller hier beschriebenen Ereignisse lediglich, dass sie im Jahr 1979 stattfanden, in irgendeiner Weise einen Umbruch darstellen, der auch für die Gegenwart relevant ist (aber trifft letzteres nicht irgendwie auf alles Historische zu?). Die Schwäche des Buches offenbart sich am deutlichsten am Kapitel zu den "Boat people": Es gab im 20. Jahrhundert immer wieder große Flüchtlingswellen, aber gerade diese ist - und das schreibt Bösch auch - für die Entwicklung zumindest der deutschen Gesellschaft eher von geringer Bedeutung. Und auch weltpolitisch ist es eine Flüchtlingsbewegung von vielen, an der sich exemplarisch der Wechsel von Willkommenskultur zu Fremdendeindlichkeit darstellen lässt. Aber ein epochemachendes Ereignis ist es eher nicht.

Letztlich wirkt die Zusammenstellung der Ereignisse ein Stück weit kontingent. Zwar gibt es Querbezüge, die einzelne Tendenzen erkennbar machen, doch das eingende "große Ganze" gibt es hier nicht. So liest sich das Buch eher wie der ARD-Jahresrückblick, nach dem Motto: Ach ja, das war auch noch los.
Profile Image for Tim.
180 reviews7 followers
March 6, 2019
Bösch schildert anhand von 10 Stationen von der Iranischen Revolution über Harrisburg bis zur Ausstrahlung von "Holocaust" im deutschen TV Weichenstellungen für die Welt von heute, die 1979 gestellt wurden. Die Kapitel sind mit jeweils ca. 30 Seiten informativ, aber auch überschaubar. Sie gehen immer auch auf die spezifisch deutsche (BRD und DDR) Perspektive auf die geschilderten Ereignisse ein. Einleitung und Epilog sind allerdings sehr knapp, so dass es bei einem Panorama von Stationen bleibt. Seine These ist nicht, dass die vielen Ereignisse Symptome einer gemeinsamen Ursachen wären oder dergleichen. Das ist angenehm nüchtern und bescheiden, aber dadurch bleibt freilich nicht so viel dauerhaft hängen. (Ich fand vor allem die Kapitel zu Nicaragua und der Shoa-Rezeption in Deutschland lesenswert, das Kapitel zur iranischen Revolution beispielsweise weniger – aber das hängt natürlich von individuellen Vorkenntnissen und Interessen ab.)
Profile Image for Rides and Strides.
74 reviews21 followers
December 23, 2020
Took me a while to finish this book since (1) German is not my first language (2) it’s filled with SO MUCH information. I like the organization of the content and how the author strives to stay objective. A great window to the year 1979, which I didn’t know has so much history packed within.
Profile Image for Jodi.
2,292 reviews43 followers
September 27, 2019
In diesem Buch werden die wichtigsten Ereignisse des Jahres 1979 zusammengestellt und erklärt, welchen Einfluss sie noch immer auf unser heutiges Erlebnis haben. Ein weiteres Beispiel dafür, dass Geschichte nicht einfach nur in der Vergangenheit liegt. Denn tatsächlich haben die gezeigten Geschehnisse noch immer einen fühlbaren Einfluss auf unsere Gegenwart.

Von den meisten erwähnten Begebenheiten habe ich bisher nur am Rande (Boat People) oder gar nicht (Reise des Papstes) gehört. Welcher Zusammenhang zur Gegenwart besteht, war mir deshalb umso weniger bewusst. Dank dieses Buches konnte ich somit einige wichtige Wissenslücken, was unsere nähere Vergangenheit betrifft, schliessen.

Dennoch konnte mich Böschs Buch nicht derart begeistern, wie ich es zu Beginn erhofft hatte. Einerseits liegt das daran, dass es sehr Deutschland-zentriert aufgebaut ist. Was natürlich verständlich ist, dennoch ist es für Schweizer und Österreicher teilweise weniger wichtig, was nun Angehöriger der Partei A zum Angehörigen der Partei B gesagt hat. Lieber hätte ich noch etwas mehr über den globalen Zusammenhang erfahren, anstatt über innerdeutsche Zwistigkeiten zu lesen. Diese Teile habe ich mit der Zeit leider nur noch überflogen.

Andererseits ist Böschs Schreibstil ein Beispiel für trockene Wissensvermittlung. Mehr und mehr hatte ich das Gefühl, dass der Verlag dem Autor den Auftrag gab, obwohl dieser gar keine Lust hatte, ein Buch über das 1979 zu schreiben. Natürlich kann ich mich täuschen (dem ist bestimmt so), aber dies war mein Eindruck während der Lektüre und irgendwie wurde ich den nicht mehr los.

Trotzdem bin ich dankbar dafür, dass ich erneut neues Wissen tanken durfte, auch wenn es teilweise eine zähe Errungenschaft wurde.
7 reviews
January 6, 2024
Die Idee, das Jahr 1979 als Wendepunkt zu sehen, finde ich sehr einleuchtend und erfrischend. Immer mehr zeigt sich, welche großen Auswirkungen die Entwicklungen der späten 70er/ frühen 80er auf unsere heutige Zeit haben. In meinen Augen ist dabei vor allem die neoliberale Wende unter Thatcher prägend.
Leider schafft es Frank Bösch nicht, diese Kontinuitätslinien überzeugend nachzuzeichnen. Er beschreibt das Jahr 1979 in 10 knappen, unabhängigen Kapiteln, die zum Teil auch sehr gelungen sind (z.B. zum Neoliberalismus u. Gründung der Grünen, Revolution in Nicaragua).
Verknüfungen zwischen den Themen werden leider nur selten hergestellt und auch die Verbindung zur heutigen Zeit wird meist nur sehr knapp angesprochen (so bleiben auch Einleitung und Fazit äußerst kurz und fast nur deskriptiv). Zudem fehlt mir der globalpolitische Zusammenhang. Bösch konzentriert sich sehr stark auf die jeweiligen Reaktionen in BRD und DDR, was zweifellos spannend und auch gut recherchiert ist, der Horizont bleibt dadurch allerdings etwas beengt.
Insgesamt jedoch eine spannende Lektüre, bei der man noch einiges lernen kann.
Profile Image for Kerstin Pöschl.
130 reviews
May 20, 2023
Was soll man sagen. Als Kind des Jahres 1979 muss man ja fast wissen, wie prägend das Jahr war.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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