Mit ihrer lieblosen Beziehung unzufrieden flüchtet Juliane aus ihrem Alltag und sucht Erholung in den schottischen Highlands. Schon bald wird ihr Geld knapp und sie sucht nach einem Weg, um die Rückreise zu ihrem aalglatten Verlobten Hannes hinauszuzögern. Auf dem Hof des verschlossenen Bauern Harry McNeill findet sie Arbeit und nach dem plötzlichen Tod seiner Tante jede Menge Geheimnisse. Beinahe vergisst Juliane darüber ihre Probleme, die sie mit ihrem kontrollsüchtigen Verlobten hat, bis er plötzlich vor ihr steht …
Eine Geschichte über Heimat, Heilung und vieles mehr.
Titel: Eine Heimat in den Highlands Autor: Morag McAdams erschienen: 17.01.2019 Verlag: Edition Oberkassel Genre: Roman Zeit: Gegenwart ISBN: 978-3-95813-165-1
Ich habe diesen Roman im Zuge einer Leserunde gelesen und bedanke mich sowohl beim Verlag edition oberkassel als auch bei der Autorin, dass ich dabei sein durfte. Nachdem ich mich im vergangenen Jahr in Schottland und die Highlands verliebt hatte, war ich voller Vorfreude auf das Buch, welches versprach genau dort zu spielen.
Handlung:
Die Beziehung von Juliane und Hannes ist kalt, lieblos und geprägt vom herablassenden, respektlosen Verhalten von Hannes gegenüber Juliane. Dennoch will er sie heiraten. Juliane hat diesem Vorschlag zwar zugestimmt, scheint aber dennoch zu fühlen, dass das so alles nicht richtig ist. Deshalb nimmt sie sich eine Auszeit und reist nach Schottland. Als ihr das Geld ausgeht, verdingt sie sich als Aushilfe auf einem Bauernhof. Hausherr Harry ist so ganz anders als Hannes und weiß sowohl Julianes Arbeit als auch ihre Person zu schätzen. So entwickelt sich zwischen den beiden ein zartes Verhältnis, das jedoch die Grenzen der Moral – Juliane ist schließlich verlobt – nicht übertritt. Es dauert nicht all zu lange, bis Juliane darüber nachdenkt zu bleiben und gar nicht nach Deutschland zurück zu kehren. Anfänglich scheut sie sich davor, aber je mehr sich Hannes „zu Schulden“ kommen lässt, sie ignoriert und ihr mehr als deutlich zu verstehen gibt, dass sie nichts wert ist, desto klarer werden diese Gedanken. Nach einem Streit auf Harrys Hof zwischen Juliane und Hannes, der ihr Telefon hat orten lassen, löst sie schließlich die Verlobung und bleibt in Schottland!
Meine Meinung:
Das Cover des Buches passt sehr schön zur Handlung. Mir gefällt es und wenn man es lange genug betrachtet, bleibt es nicht aus, dass man Mutmaßungen anstellt.
Juliane und Harry sind die sympathischen Protagonisten in diesem Roman, Hannes der furchtbare Tyrann. Juliane macht sich selbst klein um Hannes „zu Diensten“ zu sein. Dies war für mich von Anfang an überaus fragwürdig, weil ich meine, dass sie dies nicht nötig hat. Ich hätte mir dazu ein paar Hintergrundinformationen gewünscht. Hannes und Juliane sind erst seit 2 Jahren ein Paar und ich fragte mich, ob sich ein Mensch in so kurzer Zeit so gravierend verändern kann. Und falls ja, was der Auslöser war. Oder war Hannes schon immer so und hat sich nur geschickt verstellt? Auch Juliane müsste ja eine Vorgeschichte haben. Das Elternhaus erschien mir jedoch liebevoll, zumindest das, was man davon mitbekommen hat.
Harry hingegen ist ein brummiger Schotte, dessen Tage aus Arbeit bestehen. Mir gefällt diese Figur sehr, denn im Verlauf des Buches wird er sehr herzlich und entwickelt vor allem einen Beschützerinstinkt für Juliane. Offenbar mag er sie. Dass dieses Gefühl auf Gegenseitigkeit beruht, wird sehr schnell klar und dennoch sind sich beide nicht wirklich sicher, ob sie ein Paar sein wollen oder nicht. Über ihrer beider Versuche, den anderen zwar zu beeindrucken, aber nicht zuzugeben, dass man ihn mag, musste ich häufiger schmunzeln. Das sich aufbauende Vertrauen der Beiden bis hin zur Offenbarung auch dunkler Geheimnisse (zumindest von Harrys Seite aus) hat mir gefallen.
Das Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit Julianes Gefühlen zu den beiden Männern. Das ist nachvollziehbar, aber dennoch fehlt mir hin und wieder der Tiefgang. Auch Harry hat eine Vorgeschichte mit Elaine – seiner Tante – und dessen Sohn Sean sowie mit seiner Ex-Freundin. Diese wird zwar in Ansätzen angerissen, aber ich schätze, da wäre noch deutlich mehr Potential. Gerade weil Harry und Juliane die Sympathieträger sind, gehe ich davon aus, dass ihre Geschichten interessant sind. Auch ihr gemeinsamer Weg, nachdem Juliane sich dafür entschieden hat zu bleiben, wird recht kurz abgehandelt, obwohl etwas mehr Pritzeln in der schottischen Landluft dem Roman sicher gut getan hätte.
Was mir in weiten Teilen fehlt, sind die Beschreibungen. Juliane war ein paar Tage in Edinburgh, aber leider erfährt man dennoch nicht viel von der Stadt. Dies könnte natürlich auch daran liegen, dass aus ihrer Sicht erzählt wird und sie zu Anfang überhaupt kein Auge oder Sinn für die Schönheiten um sich herum hat. Aber auch in den Highlands kommen die Beschreibungen meiner Meinung nach zu kurz. Man kann sich zwar ungefähr vorstellen, wie es dort aussieht – insbesondere, wenn man schon einmal dort war – aber ich hätte es schöner gefunden, es zu lesen.
Der Schreibstil ist einfach und eingängig. Das Buch liest sich gut weg, nicht zuletzt deshalb, weil man wissen will, wie es mit Juliane weiter geht, ob sie irgendwann den Mut aufbringt, sich Hannes entgegen zu stellen und weil man hofft, dass sie den Weg zu sich zurück findet. Alles zusammen ist dieses Buch eine leichte Lektüre für den Sommer, die kurzweilig unterhält.
Fazit:
Harry und Juliane stehen im Mittelpunkt des Buches. Ihre aufkeimende Beziehung wird erzählt und mit ihr das eine oder andere Problem am Rande. Die Geschichte ist kurzweilig und lädt dazu ein, sie bis zum Ende zu lesen. Dennoch hätte mir etwas mehr Ausführlichkeit in Bezug auf die Beschreibungen der Örtlichkeiten und der Vorgeschichten von Hannes, Juliane und Harry sehr gefallen. Von mir gibt es 3 von 5 Sternen.
Eine Heimat in den Highlands von Morag McAdams, aus dem Verlag edition Oberkassel mit 242 Seiten, habe ich mir gekauft, weil ich sehr gerne Bücher lese, die in Schottland spielen, obwohl ich selber noch nie in diesem Land war. Aber es klingt immer alles so wahnsinnig schön. Und auch die Beschreibungen in diesem Buch haben meine Wunsch, nach Schottland zu reisen, verstärkt.
Der Klappentext klang ganz spannend und insgesamt finde ich die Idee der Story auch sehr toll. Sie konnte auch mit einigen Wendungen überraschen, die ich nicht erwartet hatte. Aber ich habe leider keinen richtigen Bezug zu Juliane oder Harry entwickeln können. Juliane war zwar noch einfacher zu verstehen und nachzufühlen, aber bei Harry bin ich leider total kalt geblieben. Er hat mich einfach nicht interessiert. Auch wenn Juliane die Protagonistin ist, ist Harry keine Nebenfigur und seine Familiengeschichte bzw. deren Geheimnisse sind Teil der Story. Sodass es mir nicht gefiel, dass mich der Teil so komplett kalt gelassen hat. Julianes ungesunde Beziehung zu ihrem Verlobten Hannes wurde aber sehr schön dargestellt. Ich konnte ihn direkt nicht leiden, aber ich konnte nachvollziehen, wie Juliane in diese Abhängigkeit hineingeschlittert ist. Und war neugierig, ob sie sich von ihm lösen kann.
Der Schreibstil war leider auch nicht wirklich meins. Vor allem am Beginn des Buches bin ich immer wieder aus dem Lesefluss gekommen, weil mitten im Kapitel Perspektivwechsel oder auch mal Zeitsprünge stattfanden. Das hat sich allerdings zur Mitte hin gelegt. Trotzdem fehlte mir eine gewisse Harmonie beim Lesen. Ich konnte das Buch nicht so flüssig lesen wie andere.
Weil Juliane für sich an einem Wendepunkt steht, beschließt sie eine Auszeit in Schottland. Dabei stellt sie auch die Beziehung zu Hannes auf den Prüfstand, obwohl der ihr einen Heiratsantrag machte. Die Kommunikation zwischen Juliane und Hannes steckte in einer Sackgasse. Um ihr eher schmales Konto nicht zu sehr zu belasten sucht Juliane eine Unterkunft gegen Mitarbeit. So kommt sie auf den Bauernhof der von Elaine, einer alten Dame und ihrem Neffen bewirtschaftet wird. Elaine fällt bei der Arbeit aus, wegen eines Oberschenkelbruchs. Harry ist froh über den Besuch, der ihn unterstützt. Die Zusammenarbeit fördert tiefere Gefühle füreinander zu Tage. Jetzt steht Juliane zwischen zwei Männern. Da ist Hannes, ihr Verlobter und jetzt auch Harry. Juliane erkennt, das sie etwas ändern muss. Morag Mc Adams schreibt einen flüssigen, leicht zu lesenden Stil. Dabei kamen auch Beschreibungen der Landschaft und des Umfeldes nicht zu kurz. Die Protagonisten wirken authentisch, wie aus dem Leben gegriffen. Ihnen gegenüber brauchte ich manchmal Empathie, um ihr Handeln einordnen zu können. Es ist ein schöner Roman, der mir erholsame Stunden in den Highlands bescherte.