Eine hervorragende Zusammenfassung für Laien wie mich, die keine Vorstellung davon haben, was Stephen Hawking überhaupt erforschte oder leistete. Neben der populärwissenschaftlichen Erklärung vieler von Hawkings Theorien und auch Fehlannahmen geht es am Ende auch um die Zukunft der Wissenschaft. Hier werden Hypothesen dargestellt, die Hawking zwar formulierte, aber nicht mehr zu vollständigen Theorien weiterentwickeln konnte.
Kritisch anzumerken ist, dass viele Fachbegriffe aus der Physik verwendet werden, die für fachfremde Leser kaum verständlich sind, wie zum Beispiel „Urmaterie“ oder „Antimaterie“. Eine kurze Erklärung dieser Begriffe am Anfang oder ein Glossar am Ende des Buches wären sehr hilfreich gewesen.
Im letzten Kapitel werden Hawkings Ansichten zu Religion, Gott und der Entstehung des Universums beschrieben. Besonders interessant fand ich diese drei Zitate, die ich hier für mich festhalten möchte.
"Wir sind so unbedeutende Kreaturen auf einem kleinen Planeten eines sehr durchschnittlichen Sterns in den Au-Benbezirken von einer Galaxie unter 100 Milliarden anderen im beobachtbaren All. Daher ist es schwer, an einen Gott zu glauben, der sich um uns kümmert oder auch nur unsere Existenz bemerkt."
„Ich habe mit der Erwartung eines baldigen Todes gelebt.
Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber ich habe es nicht eilig zu sterben. Ich möchte noch so vieles vorher tun. Ich halte das Gehirn für eine Art Computer, der aufhört zu arbeiten, wenn seine Bestandteile versagen. Es gibt keinen Himmel oder ein Leben nach dem Tod für defekte Compu-ter; das ist ein Märchen für Leute, die Angst vor dem Dunkeln haben."
„Selbst wenn es nur einen einzigen Kodex möglicher Gesetze gibt, so ist es doch nur ein Kodex von Gleichungen.
Was haucht ihnen Leben ein und liefert ihnen ein Univer-sum, dessen Abläufe sie bestimmen können? Ist die endgültige vereinheitlichte Theorie so zwingend, dass sie sich selbst in die Existenz ruft? Auch wenn die Wissenschaft möglicherweise das Problem zu lösen vermag, wie das Universum begonnen hat, nicht beantworten kann sie die Frage:
Warum macht sich das Universum die Mühe zu existieren?"