So ein misogynes Buch habe ich schon lange nicht mehr gelesen!
Ich hab das Buch nur begonnen, weil ich es vor meiner Haustür gefunden hab, aber das war ein eindeutiger Fehler. Die ganze Zeit wurden Frauen absolut schrecklich dargestellt, während selbstverständlich alle Männer (bis auf einen Vergewaltiger) ganz toll waren. Da gab es zunächst die Erzfeindin des männlichen Protagonisten, eine Staatsanwältin, die für ihre Karriere über Leichen geht und auch mal gefährliche Schwerverbrecher und Vergewaltiger freilässt, nur weil es ihrer Sache dient. Logisch, dass man noch betonen muss, dass diese Frau es nur zu Staatsanwältin geschafft hat, weil sie mit Männern in Machtpositionen geschlafen hat. Frauen können schließlich nicht aufgrund ihrer Fähigkeiten, Ausbildung und Kenntnisse Karriere machen, alles was sie dazu haben sind selbstverständlich ihre "weiblichen Reize". An der Stelle hätte ich das Buch eigentlich lange beenden sollen. Leider hab ich noch weiter gelesen, obwohl es noch weitere Red Flags gab. Die Protagonistin erzählt weiter von ihren schlimmen Erlebnissen im Gefängnis, in dem alle einsitzenden Frauen selbstverständlich Monster waren (duhh...).
Ganz schlimm fand ich auch, dass der männliche Protagonist die weibliche Protagonistin erpresst, damit sie bei ihm einzieht, obwohl er ein Fremder ist. Das geht mal sowas von gar nicht, welche Frau würde sich ehrlich darauf einlassen wenn sie nicht ermordet werden möchte?? Ganz besonders dann, wenn man in einer Situation ist, in der man seinen Wohnsitz bereits wegen sexueller Belästigung verloren hat. Das ist einfach so krass unrealistisch und ehrlich gesagt sau dämlich von Marie.
Vorzeitig beendet hab ich das Buch dann, als eine Vergewaltigung durch Niclas, getarnt als romantische Sexszene, beschrieben wurde. Eine schlafende Person kann niemals ihr Einverständnis zu irgendwelchen sexuellen Handlungen geben, auch keinem Oralsex. Es ist auch nicht sexy oder cool, wenn er anfängt sich an Marie zu vergehen während sie schläft, und erst recht kein Liebesbeweis! Wenn er nicht schlafen kann, soll er das mit sich selbst ausmachen, aber muss man dann wirklich die Person, die man angeblich liebt vergewaltigen?! Der andere Vergewaltiger, der im Übrigen im Gegensatz zu Niclas auch so benannt wurde, ist übrigens ein "Monster" laut Autorin, während Niclas sich natürlich an Marie vergehen darf, ohne dass sie ihr Einverständnis gibt, hier ist es schließlich "Liebe". Doppelmoral pur.
Es ist wirklich so traurig, dass in Zeiten von Gerichtsfällen wie dem von Mme Pelicot noch jemand so eine ****** schreibt, mit der Vergewaltigungen wieder salonfähig und legitimiert werden. Noch schlimmer macht es das nur, wenn man die Autorin googlet und dann herausfindet, dass sie eine Kriminalkommissiarin ist. Kommen Sie schon, Sie wissen das eindeutig besser! Eine Vergewaltigung zu verherrlichen spricht in meinen Augen eigentlich gegen den Berufethos als Polizistin, aber anscheinend sieht die Autorin das anders.
Ich kann nur jeder Person raten einen großen Bogen um dieses Buch zu machen. Es ist den erhöhten Puls, den ich während des gesamten Lesens immer wieder hatte, weil ich mich so über diese Sichtweise geärgert hab, definitiv nicht wert.