Fanny, die »Königin«, ist eine vom Schicksal immer wieder hart getroffene Frau, die ihren Lebensabend alleine verbringt und über alles Vergangene schweigt. Auch das Tagebuch auf ihrem Nachtkästchen, ein Geschenk ihrer Enkelin, lässt Fanny unberührt liegen, statt es mit den Tragödien des Erlebten zu füllen. Doch in Tagträumen und schlaflosen Nächten kann sie sich der Erinnerungen nicht erwehren, und so zieht ihr ganzes Leben in aufwühlenden Bildern an ihr vorbei: beginnend mit der Kindheit auf dem elterlichen Hof in den 1930er-Jahren bis zu ihrem nahenden Tod. Das Romandebüt der jungen österreichischen Autorin wurde mehrfach ausgezeichnet und fand in der Presse große Beachtung.
Fanny ist eine Bauerntochter. Ihr Vater brachte ihr bei, dass man schweigt, wenn es nichts Wichtiges zu sagen gibt, und von ihrer Mutter erlernte sie alle für eine Bauerntochter wichtigen Arbeiten. Trotzdem war Fanny anders als die anderen Mädchen im Dorf. Sie war auffallend hübsch und sie besuchte als einzige eine höhere Schule. Daher überraschte es auch niemanden, dass der Lehrer sie zur Frau nahm. Er brachte ihr das Tanzen bei und machte sie zur Schulmeisterin. Sie organisierte eine Schulausspeisung und lernte, schulterfreie Kleider aus feinen Stoffen zu nähen. Gleichzeitig half sie weiterhin jeden Tag ihren Eltern auf dem kleinen Bauernhof. Jetzt ist Fanny 80 Jahre alt und lebt alleine. Ihre Enkelin möchte, dass sie ihre Erinnerungen aufschreibt, nicht die Märchen aus dem Dorf, sondern was wirklich war, aber das Notizbuch, das sie ihr zu diesem Zweck geschenkt hat, bleibt leer. Fanny erinnert sich dennoch. In kurzen Kapiteln erfahren wir, wie sie mit den Schicksalsschlägen umgeht, die das Leben für sie bereithält: Wie eine Königin, Haltung bewahrend und schweigend.
Bei der Vorstellung ihres Romans Die Königin schweigt auf der BuchWien 2017 erklärt Laura Freudenthaler, ihr Ziel sei es, gegen das Schweigen anzukämpfen und den Frauen eine Stimme zu geben, und das ist ihr mit dieser Geschichte zweifellos gelungen. Die 1984 geborene Autorin betont, dass sie selbst nicht vom Land kommt, aber die Widmung Meinen Vorfahrinnen lässt erraten, woher sie Einblick in das Leben in einer bäuerlichen Gemeinschaft hat.
Meine Meinung: Eine nur auf den ersten Blick einfache Geschichte über das Leben einer Frau bäuerlicher Herkunft, die aufgrund der Umstände ein selbstständiges, modernes Leben führt, aber von den Wertvorstellungen bestimmt bleibt, die ihr zuhause mitgegeben wurden. Der Autorin gelingt es, die Stimmung einer Zeit einzufangen, die weit vor ihrer eigenen liegt. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Charakterisierung der Personen weitgehend durch die Beschreibung ihrer Entscheidungen und Handlungen gelingt. Eine Geschichte, die sich leicht liest, die ich aber nicht ganz so leicht verdaut habe. Für mich ein beeindruckender Start ins neue Lesejahr.
Fanny, eine alte Frau erinnert sich. In kurzen Abschnitten erfährt man über ihr Leben, ihr Schicksal. Die Enkeltochter stellt Fragen doch Fanny schweigt, nur mühsam nach und nach, reihen sich Erinnerungsfetzen von Begebenheiten zu einer Geschichte, ihrer Lebensgeschichte. Fanny schweigt, weil sie vielleicht nur so aushalten und überleben kann. Das Schweigen zieht seine Kreise um Fanny. Über manches redet man nicht, das hat sie gelernt. Das Nicht Reden hat generationenübergreifende Auswirkungen. Zitat "Das Leben bestand daraus, dass man immer mehr Tore ansammelte, bis man ihr Gewicht nicht mehr tragen konnte"
Ein bisschen hat mich das Buch an Robert Seethalers "Ein ganzes Leben" erinnert.
3.5* Ich hatte mir ehrlichgesagt etwas mehr von der Geschichte erwartet. Sie plätschert so dahin, ohne dass wirklich etwas spannendes passiert. Trotzdem konnte ich das Buch irgendwie nicht weglegen und habe es in einem Tag gelesen.
Dieser Roman beschreibt das Leben von Fany. Eine einfache Bauerntochter, die in einem kleinen Dorf aufwachst. Ihr Leben wird begleitet von viel arbeiten und viele Schicksalen. Ihr Bruder (Toni) stirbt im 2. Weltkrieg, und ihr Mann (Lehrer) verunfallt, vermutlich alkoholisiert. Dann wird sie weiterleben mit ihrem Sohn (Toni), der ihr einziges Familienmitglied ist. Später wenn der Sohn schon in der Stadt wohnt, und sogar eine Tochter (Enkeltochter) hat, nimmt er sich das Leben, weil er nicht langer mit diesem riesigen Last von der Vergangenheit, worüber man innerhalb der Familie und ausserhalb sowieso schweigt. Über privates redet man nicht, ist Fanys Motto. Nur ändern sich die Zeiten, aber nicht die Leute (Aussage Fany). Auch die Männerbekanntschaften die sie hat sterben. Schlussendlich bleiben nur noch Fany und ihr Adoptivtochter Hanna, die für sie sorgt, weil Fany ihr gerettet hat. Und Fany lebt immer mehr mit den Erinnerungen und den Toten. Sie verschwindet in ihres Schweigen.
Die Geschichte ist in kleine (max. 2 Seiten) grosse Skizzen aufgeschrieben, oder besser gesagt gemalt. Die Sprache ist sehr schön, irgendwie einfach aber auch sehr schöne Ausdrucke. Sowohl die Umgebung wie auch die Figuren sind gut ausgearbeitet. Irgendwie tut mir das an Seethaler denken. Die Umgebung lebt, wenigstens die ländliche. Am Ende sind noch einige offene Fragen aber das stört mich nicht. Die Geschichte sollte nicht (auto-)biografisch sein, aber dann frage ich mich wo hat sie die Information her.
Kurz gesagt, ein Buch das man lesen solltet, und eine Schriftstellerin die man im Auge behalten solltet.
Das Buch fesselt einen, aber eigentlich passiert nicht viel. Es ließ mich etwas traurig und bedrückt zurück und ich hätte mir gewünscht, dass Fanny ihr Schweigen irgendwann gebrochen hätte.
В „Кралицата мълчи“ (превод: Жанина Драгостинова) Фани, „кралицата“, влачи след себе си тежко минало, но предпочита да мълчи за всичко, сполетяло я през годините. Бележникът, който нейната внучката й подарява с молба да опише спомените си, стои неотворен на нощното шкафче. Но образите и събитията от детството, от младостта, от живота й на зряла жена стремително нахлуват в дните и нощите й и все по-натрапчиво обсебват съзнанието й. Потъналото в забрава събитие се оказва само на един сън разстояние от днешния ден.
„Кралицата мълчи“ е определен от критиката като роман за цяло едно поколение. Изящна мозайка от белетристични сегменти, в които привидно дребни жестове и думи се превръщат в храбро дело, щом спасят някоя човешка душа.
Лаура Фройденталер е известна австрийска писателка, журналистка и преводачка, родена през 1984 г. в Залцбург. Завършила е германистика и философия във Виенския университет. Още първият й роман, „Кралицата мълчи“, става бестселър и е отличен с Наградата за литература на град Бремен и като най-добър роман на Фестивала на дебютните романи в Шамбери, Франция (2018). Историята на израстването на главната героиня Фани до непристъпна и горда жена е представена под формата на дневник и фрагменти от паметта. За романа „История с призраци“, който също ще бъде издаден у нас от „Колибри“, авторката е удостоена с Европейската награда за литература (2019).
Das Leben der Fanny, Bauerstochter, verliert den Bruder im Krieg, Lehrersfrau, verliert den Mann durch Unfall, Mutter eines Sohnes, der sich im Erwachsenenalter das Leben nimmt, Großmutter, die hin und wieder von der Enkeltochter besucht wird, einige Männerbekanntschaften als Witwe, die alle tragisch in die Brüche gehen, eine Frau, der sie als Kind das Leben rettete und die sich im Alter jetzt um sie kümmert. Das ist die Geschichte, aber es geht um viel mehr, es geht um das unauffällige Leben einer Frau, es geht um das Stumm Sein und Schein wahren, es geht um das Anderssein und es geht vor allem um die Frage, wie man mit den Geistern der Vergangenheit umgehen soll.
"Die Königin schweigt" - ja, das tut sie in der Tat. Erinnerungsfragmente aus dem Leben einer Bauerstochter am Land sind der einzige Bestandteil des Buches. Dabei wählt die Erzählerin stets eine Innenperspektive, angelehnt an die erlebte Rede, bleibt aber zu den Emotionen der Hauptfigur ebenso distanziert wie diese zur Welt. Ohne einen einzigen Dialog kommt dieses Buch aus und zeichnet das Leben einer Frau nach, die nie lernte, sich zur Welt und den Mensch zu verhalten. Ihr Blick bleibt meist ein beobachtender, sie redet nicht, es gibt keine Kommunikation und während des Lesens fühlt man sich, als wären einem die Hände gebunden. Es fehlt etwas - die Interaktion. Die Dinge passieren in diesem Buch, sie passieren einer Frau, von der ich den Eindruck bekam, sie würde ihr Leben lang auf den Tod warten. Eine große charakterliche Veränderung passiert nicht mal bei den schwersten Unglücken, die ihr zustoßen. Das ist für mich der Punkt den ich abgezogen habe, denn in dem mangelnden Verständnis der Hauptfigur spiegelt sich auch eine Gleichförmigkeit der Handlung. Ich denke, das ist bewusst so gewählt. Trotzdem hinterlässt es eine Art Ahnungslosigkeit, einen Mangel an Essenz. Sprachlich kommt das Buch ebenso gleichförmig daher mit einem immer wiederkehrenden Satzbau. Das ist dich, sinnvoll und etabliert eine tiefe Atmosphäre. Ich freue mich auf das nächste Buch von Laura Freudenthaler.
Wer ein Buch sucht um in die Ruhe zu gehen und den eigenen Gedanken nachspüren zu können, der sollte mit "die Königin schweigt" gut bedient sein.
In diesem melancholisch ruhigen Roman wird den Leser*innen in kurzen aufeinander folgenden Episoden die Lebensgeschichte der Protagonistin Fanny unterbreitet.
Wer meine Rezensionen liest, der weiß, dass ich die ruhigen Bücher oft besonders mag, dieses machte es mir aber schwerer, als zum Beispiel Stoner, das oder den ich sehr liebte, denn Fanny bleibt in ihrem Charakter distanziert und unnahbar, bis hin zur Gefühlskälte. Meist wirkt sie selbst nur wie eine Beobachterin in ihrem Leben und ich hätte mir mehr Aktion und weniger Reaktion von ihr gewünscht.
Der Schreibstil unterstreicht dies, wobei mir die kurzen Episoden gefielen und als Stilmittel eine noch größere Distanz zur Protagonistin aufbauten.
Diese Distanz und die Tatsache, dass der Romam sehr ruhig daherkommt, ließen in der Kombination bei mir allerdings einen schalen Nachgeschmack zurück und ich glaube, dass ich diese Geschichte mit dem Zuklappen des Buches, auch bald wieder vergessen haben werde.
Ein wunderbares Buch, welches mich aus meiner Leseflaute geholt hat. Ruhiger, unaufdringlicher Schreibstil, sehr reduziert, dadurch für mich tiefere Verbundenheit mit dem Text. Viele schreiben es erinnere an Seethalers "Ein ganzes Leben". Ja, tut es. Ein wenig erinnert mich Fannys Geschichte aber auch an John Williams "Stoner". Das einfache Leben der Fanny. Ich mag solche Geschichten sehr. Das Leben, zweimal gezwinkert, schon ist man alt. Und was bleibt dann von so einem einfachen Leben übrig? Für mich eins der Lesehighlights des Jahres.
Нежна книга, която разказва за усещанията на една жена през погледа на външен наблюдател. Първоначално реших, че трудно ще я избутам - героинята става, ляга, чака ... мъка голяма. В един момент си дадох сметка, че тя не може да няма своите преживявания, но поради характер или очаквания към нея, не може да даде израз на своите чувства и ми стана интересно и възхитително как може това да е първата книга на авторката.
Има всички предпоставки това да е една хубава книга, но някак не се е получило. Единственото, което изпитвах докато я четях беше една все по-осезаема досада. Преди досадата имаше и скука, но тя еволюира.
Ky është një roman i bukur. Dy yjet janë për personazhin kryesor, Fanin, që pati shumë të mira në jetën e saj, por gjithnjë për të më shumë rëndonte zbrazëtia e humbjes.
Të humbasësh nuk është tragjedi, nuk është as ndonjë dramë e pakalueshme mendoj - e trishtë është të mos kesh pasur kurrë.
Das Leben am Land nach dem Krieg bis heute durch die Rückblicke der älteren Hauptfigur. Sehr schön geschrieben und immer wieder packend, zum Schluss allerdings mit ein paar Längen. Die Figur fand ich mit der Zeit auch etwas mühsam. Ins Gesamt aber empfehlenswert.
Sice mi trvalo sto let dočíst to, ale stálo to za to. Bylo to takové pomalé, rozvážné vyprávění plné metafor a nejednoznačných rozuzlení. Jako by ho vyprávěl někdo hodně starý, kdo toho hodně prožil. Bylo to smutné, ale zároveň jaksi klidné. Přesně to, co jsem potřebovala takhle na podzim.
Berührendes und beeindruckendes Buch. Konnte ich nach den ersten Seiten fast nicht mehr zuklappen. Man fühlt die Vergangenheit und macht einen die eigene Vergänglichkeit bewusst. Die alte Fanny erinnerte mich stark an meine Oma in ihren letzten Tagen. Als Kind liebte ich Renate Welshs Johanna, hat für mich die gleiche Stimmung heraufbeschworen.
Rührend und schön. Die wirkliche Welt, die Welt der Märchen, der Vergangenheit und die des Gevatter Tod kommen zusammen in der Realität von Fanny. Tolles buch!!
Dieses Buch habe ich nach 50 Seiten abgebrochen. Wie komme ich zu dieser Bewertung?
Anscheinend bin ich mit den falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Ich habe eine Geschichte erwartet, in der eine alte Dame Erinnerungen aus dem Weltkrieg aufarbeitet. Dieser Aspekt wurde in diesem Buch nur sehr oberflächlich angesprochen. Durch die Isolierung der Protagonistin auf den Hof ihrer Eltern hat sie „wenige“ Berührungspunkte zum Krieg. Hier setze ich „wenige“ in Anführungszeichen, da die Berührungspunkte die sie hat, soviel mehr aufgearbeitet werden sollten. Das würde das Buch auch um einiges interessanter machen. Was dem Buch auch generell die Tiefe nimmt, ist die Distanziertheit mit der die Geschichte der Protagonistin dargestellt wird. So werden Emotionen höchstens aus der Sicht des Erzählers gezeigt, schaffen es aber nicht mich auch nur ansatzweise zu berühren. Mit mehr Gefühl und Emotionen wäre diese Geschichte auf jeden Fall lesenswert. Insgesamt ist das Buch durch die Erzählweise aber so uninteressant, dass ich es leider abgebrochen habe.