Ein schwuler Prinz, der für Nachkommen sorgen muss, eine depressive Fürstin, die nicht an Depressionen glaubt, ein Rosenkavalier, der die Welt retten will, eine Prinzessin mit gebrochenem Herzen und Jagdgewehr. Und mittendrin eine junge Groschenromanautorin, die eigentlich aufhören will mit Schund und Kitsch, aber ausgerechnet dafür das Literaturstipendium auf Schloss Rosenbrunn bekommt. Für vier von ihnen brechen herrliche Zeiten an. Der Fünfte wird diesen Herbst nicht überleben.
Ein Roman wie eine Gesellschaftsjagd: Leben de luxe, Lachen de luxe – Leiden de luxe
"Anna Basener wurde 1983 in Essen geboren. Sie schreibt Romane und Hörspiele, ist Business Punk-Kolumnistin und manchmal auch Vice-Autorin.
Ihr Studium in Hildesheim hat sie mit dem Schreiben von Romanheften finanziert und war laut der ZEIT die „erfolgreichste Groschenromanautorin Deutschlands“. Ihr Ratgeber Heftromane schreiben und veröffentlichen gilt, so der Deutschlandfunk, als Standardwerk.
Vom Groschenroman hat sie sich inzwischen gelöst, geblieben aber ist eine große Liebe für Eierlikör, Kitsch und Trash. Ihre Texte entstehen im Auftrag von Verlagen oder einfach so, sie sind romantisch oder erotisch, theoretisch oder tatsächlich passiert. Sie schrieb exklusiv für Audible die Hörspielserie Be my Match, und im Frühjahr 2017 wird ihr literarisches Debüt im Eichborn Verlag erscheinen." --- http://www.annabasener.de/ueber/
Meine Deutschlehrerin hatte uns damals im Unterricht erklärt, dass Brecht seine Werke ganz bewusst so geschrieben hat, dass man sich nicht in die Charaktere einfühlen kann, sonder gezwungen ist, die Geschichte als unbeteiligte*r Beobachter*in zu verfolgen. Das beschreibt für mich die Leseerfahrung sehr gut. Das Buch ist keine uninteressante Lektüre, ich bin allerdings mit einer ganz anderen Erwartungshaltung hinein gegangen 🤣
Ich war sehr gut unterhalten, musste mehrmals loskichern und hab das Buch gelesen wie nix. Wäre das Ende noch ein anderes gewesen (vielleicht etwas länger, etwas ausgefeilter und auch etwas anders) wären sich durchaus auch vier Sterne ausgegangen. Überhaupt hätten dem Buch wahrscheinlich 50 bis 100 Seiten mehr gut getan. Sehr kurzweilige Sommerlektüre und ich bin schon gespannt auf die Diskussionen im Buchclub :)
Ich fands wirklich lustig und erheiternd zu lesen. Mir hats gfallen. Vor allem, weil ich die gute Prinzessin wirklich immer, in jeder Szene, im Ballkleid gesehen habe, auch wenn definitiv dastand, dass sie Jagdkleidung trägt. Das war sehr lustig zum Vorstellen :)
„Es war einmal ein Königreich, dieses Land. Es war einmal der Stoff, aus dem Märchen sind. Es ist nicht viel geblieben. Es war einmal: mehr.“
Zum Cover: Schlicht, aber elegant kommt „Schund und Sühne“ daher. Dabei mag ich den weiß-grauen Hintergrund, der fast aussieht wie eine Tapete, sehr und auch die Schriftart fügt sich gut ein. Das Symbol des Schlosses, das den Fokus auffängt, ist hierbei im Nintendo-Stil gehalten, was schon einen leichten, humoristischen Fakt an sich hat, denn Nintendo spielt auch im Buch eine kleine Rolle, die auf dem Cover wohl so angesprochen wird. Interessant gelöst, hat man definitiv nicht oft!
Zum Inhalt: „Menschen bilden sich eine Menge ein!“, heißt ein Zitat aus diesem Buch, aber trifft das auch tatsächlich auf den Inhalt zu. >> Ein schwuler Prinz, der für Nachkommen sorgen muss, eine depressive Fürstin, die nicht an Depressionen glaubt, ein Rosenkavalier, der die Welt retten will, eine Prinzessin mit gebrochenem Herzen und Jagdgewehr, und mittendrin eine junge Groschenromanautorin, die eigentlich aufhören will mit Schund und Kitsch, aber ausgerechnet dafür das Literaturstipendium auf Schloss Rosenbrunn bekommt. Für vier von ihnen brechen herrliche Zeiten an. Der Fünfte wird diesen Herbst nicht überleben. Wie diese Geschichte ausgeht, müsst ihr selbst herausfinden!
Meine Meinung: Ich habe die Geschichte, um den Prinzen Valu, die Prinzessin Seph, den Floristen Moritz und die Groschenromanautorin Kat wirklich recht gerne. Die Charaktere sind allesamt recht einprägsam und amüsant, jedoch fehlte mir trotzdem eine Verbindung zu ihnen, mit der ich mich mitreißen hätte lassen können. Die Gräfin Gratzi und die Fürstin Follie waren dabei Aufheller, weil sie in der Tat nochmal interessante Dinge eingeworfen haben, die mich den Adel und königliche Familien überdenken lassen haben. Der Schreibstil der Autorin ist allerdings flüssig und locker lesbar und das, wo eigentlich doch sehr ernste Themen wie Homosexualität, Depressionen oder Selbstmord angesprochen werden. Es wird dabei zwar nicht in die Tiefe gegangen und für mich blieben die Charaktere in der Tat doch eher flach, was wohl aber bei einer Art Groschenroman in Romanform verpackt nicht verwunderlich ist. Die Spitznamen aller Charaktere (die ich auch in meiner Rezension verwende) sind dazu ein nettes Gimmick, dadurch konnte es mich jedoch auch nicht so richtig mitreißen oder packen. Ich habe das Buch gelesen und ja, auch gerne gelesen, aber das Lesen wirklich genossen, habe ich schon anders in Erinnerung, daher tut es mir leid, das sagen zu müssen, aber für mich hat es sich halt nicht so angefühlt, als ob ich es mit Leib und Seele verschlingen wollte. Natürlich lässt sich darüber streiten, ob das bei diesem Art von Genre und eben auch Buch der Sinn der Sache ist, doch mich hat die Geschichte und gerade auch das Ende nicht ganz zufriedenstellen können.
Fazit: Aus genannten Gründen kann ich dem Buch einfach nicht vielmehr geben als 2,5 Sterne. Es hatte tatsächlich gute Aspekte und Ideen und der Klappentext klang wirklich vielversprechend, aber letztlich hat mir dann wohl doch das gewisse Etwas gefehlt. Das Besondere hatte die Geschichte, das will ich nicht bestreiten, doch vielleicht war es dann doch ein zu großer Sprung aus meiner Komfortzone hinaus? „Schund und Sühne“ von Anna Basener hat mich schließlich dann nicht so begeistern können wie manch anderen. Geschmäcker sind eben verschieden.
Leider muss ich gleich zu Beginn sagen, dass das Buch meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat. Zugegeben, sie waren ziemlich hoch. Ich habe mich auf viele witzige Passagen gefreut und darauf, ein bisschen hinter die Adelskulisse zu blicken, was ein "Normalsterblicher" ja normalerweise nicht tut. Ein bisschen davon wurde auch erfüllt, aber nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe.
Ich bin am Anfang nicht gut in das Buch hineingekommen. Man wird sofort in das Geschehen gestürzt, ich habe deshalb erst mal ein paar Seiten gebraucht, um mich zu orientieren. Als erstes lernt man die Prinzessin kennen. Ich dachte zuerst, sie wäre die Hauptperson - aber das ist mehr die Groschenromanautorin Kat. Zum Glück, denn die Prinzessin war mir schon bei der ersten Begegnung so unsympathisch, dass ich ein ganzes Buch mir ihr wahrscheinlich nicht ausgehalten hätte.
Kat dagegen ist schon besser, vielleicht auch, weil sie zu den "Ungeborenen", also den Nicht-Adeligen gehört. Aber auch sie konnte mich nicht komplett überzeugen. Sie verhält sich an einigen Stellen einfach unmöglich und ist sehr pragmatisch, das Stipendium scheint wirklich nur ein Job zu sein. Hier haben mir ein bisschen mehr Gefühle und Einblick in ihre Gedanken gefehlt.
Auch die Storys rund um die Adeligen waren ganz nett, aber eben auch nicht mehr. Gut gefallen hat mir, dass sie Strukturen, die anscheinend auch heute noch vorherrschen, beschrieben sind und auch die Tugenden, die der Adel an den Tag legt, ausführlich von den Romanfiguren gelebt werden. Es wird deutlich, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Trotzdem blieb es mir insgesamt zu oberflächlich, teilweise zu albern und unglaubwürdig.
Der Schreibstil hat mir auch nicht so wirklich gefallen. Er ist zwar flüssig zu lesen, bleibt aber sehr nüchtern. Das Buch ist im Präsens geschrieben. Das fand ich besonders am Anfang irritierend, hat sich dann aber mir der Zeit gegeben.
Insgesamt ist "Schund und Sühne" leider nicht meins gewesen, deswegen gibt es nur 2,5 Sterne.
Da ich noch kein Buch von Anna Basener gelesen hatte, aber schon viel über die "0mma" gehört hatte, war ich sehr gespannt auf das Buch. Aus der Leseprobe heraus erwartete ich eine leichte, ironische und vielleicht auch ein bisschen bissige Abrechnung mit den Gepflogenheiten des Adels.
In den ersten zwei Dritteln werden diese Erwartungen auch zu großen Teilen erfüllt. Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen und ich habe mehrfach herzhaft gelacht. Die Groschenromanschreiberin, die sich in die adelige Familie verirrt; der schwule Prinz, der sich nicht outen will, da er dann nicht erben kann; die wahnhaft nach einem Mann suchende Prinzessin; der Rosenzüchter, der lieber die Welt verbessern will: sie alle werden herrlich überzeichnet dargestellt und die unpassenden Begegnungen miteinander, wenn Adel und Ungeborene aufeinander treffen, sorgen für weitere heitere Momente. Und ich habe noch nicht die ältere Generation erwähnt.
Ohne spoilern zu wollen, muss ich allerdings vor den Wendungen warnen, die sich im letzten Drittel ereignen. Man sollte nicht prüde sein, wenn man das Buch mit einem guten Gefühl zu Ende lesen will. Es gibt einen Selbstmord, eine detailgetreue Beschreibung über das Ausnehmen eines Hirsches und mehrere harte Sex-Szenen, die ich in einem solch leichten Roman nicht erwartet hätte und die meinen Lesegenuss stark beeinträchtigt haben.
Ich vergebe trotzdem 3 Sterne, einfach weil der Rest des Buches so herrlich anders ist.
Ich war gespannt was mich erwartet, denn das Buch Als die Oma den Huren noch Taubensuppe kochte hatte mich damals begeistert. Leider läßt mich Schund und Sühne etwas rastlos zurück. Ich glaub hier ist mir der Sinn der Geschichte nicht so ganz klar geworden. Ich habe mich auch nicht wirklich unterhalten gefühlt. Irgendwie ist die Geschichte nur so an mir vorbei geplätschert. Man begleitet Kat, eine Groschenroman Autorin, auf ein Schloss, zu einem schwulen Prinzen, der noch nicht sein Coming Out hatte. Eine Prinzessin, die die Jagd liebt. Und ein völlig verkorkstes Adelshaus. An den Protagonisten kann ich nicht viel aussetzen, da ein wenig die Tiefe hier gefehlt hat. So seicht die Geschichte erscheint, so hat sie stellenweise doch stark ausgeprägte Szenen. Das ausweiden eines Hirsch oder gewisse Eskapaden. Dadurch wusste ich aber noch weniger mit allen anzufangen. Manchen wird die Geschichte gefallen, ich wusste nichts mit anzufangen. Vielleicht kann man sich so einen Groschenroman vorstellen? Ich weiss es nicht, da ich noch keinen las. Der Schreibstil war flüssig nur hatte ich oft das Gefühl das Gespräche oft in eine Sackgasse endeten und man zu anderen Protagonisten wechselt. Die Geschichte ist zwar kein Schund für mich aber ein wirkliches Lesevergnügen war es auch nicht. Vielleicht beim nächsten Mal wieder.
Es ist lustig, interessant, anders als erwartet und irgendwie genau das, was man erwartet. Es sind Klischees die hier aufgegriffen und auch in Frage gestellt werden. Aber sind es auch eben genau die Dinge die diesem Buch dem Charme geben. Es sind interessante Denkweisen der einzelnen Charaktere, und ich konnte mich manchmal nicht entscheiden den Kopf zu schütteln, zu lachen oder ein wenig betrübt zu sein. Ich würde nicht unbedingt sagen das es „Tiefsinnig“ oder gar „poetisch“ ist. Aber ist es auf jeden fall humorvoll und eine interessante Sichtweise. Denn auch Fürsten und Königinnen haben ihre Probleme.
Ich habe das Buch genießen können auch wenn mich die Ansichten aus beispielsweise Moritz Sicht, eher gelangweilt oder bei mir auf Unverständnis stießen. So sind es eben ein paar Charaktere, die mir nicht so zusagten. Auch das einige Dinge sehr runtergespielt wurden, die ich doch sehr krass fand. Allerdings kann ich auch irgendwo verstehen, das diese in diesem Roman, eher weniger thematisiert werden sondern nur angekratzt.
Wenn ihr die komplette Rezension lesen möchtet, könnt ihr das gerne auf meinem Blog tun :)
Du denkst, du kennst alles über den Adel? Du meinst, du hast schon alle verkorksten Geschichten gehört? 🤔 Dann lies diese Geschichte über die Familie Schell und dir wird alles begegnen. Alles außer Langeweile...
Also bitte haltet eure Lachmuskeln fest, denn hier kommt mit das witzigste Buch, was über den Adel bisher geschrieben wurden. Der Spagat zwischen Groschenroman über Realsatire bis zum Drama am Schluss gelingt in diesem kurzweiligen Buch, auch wenn man zwischendurch das Gefühl hat, es könnte nicht mehr chaotischer werden.
Familie Schell bestehend aus: Fürst und Fürstin, Prinz und Prinzessin und einer Tante mütterlicherseits leben auf ihrem Schloss und keiner ist mit seinem Leben zufrieden. Jeder versteckt etwas vor den anderen, aber natürlich weiß unterschwellig jeder alles. Dann kommen zwei nicht Adelige (eine Romanautorin und ein Rosenzüchter) auf das Anwesen und mischen die Familie so richtig auf... Was das ganze mit dem englischen Königshaus zu tun hat? Dafür müsst ihr das Buch schon selber lesen. 😁
Vielen Dank an NetGalley, dass ich dieses Buch lesen durfte, was aber keinerlei Einfluss auf meine Rezension hat.
Die Groschenroman-Autorin Kat gewinnt ein Stipendium auf einem Schloss um dort weiterhin ihre Romane schreiben zu können. Sie kommt der adeligen Familie, die so gar nichts mit ihren Romanen zu tun hat sehr nahe und erfährt Dinge, die sich so überhaupt nicht in die landläufige Meinung über Adelsfamilien passen.....
Schund und Sühne ist sehr leicht und locker geschrieben. Mitunter hätte ich das Gefühl, dass ein bisschen zu viel Kurioses dort in einer Geschichte verarbeitet wurde. Das Buch liest sich sehr schnell durch seine einfache Sprache, konnte mich aber nicht wirklich überzeugen, da es für mich einfach nicht genug Personen gab, mit denen ich mich gerne näher befasst hätte. Wer aber gerne Geschichten mag, die in Klamauk abrutschen, ist mit dieser Geschichte gut beraten
Ich fand das Buch leider sehr anstregend zu lesen , durch denn Schreibstill . Ich kenne schon ein Buch der Autorin das liebte ich , hier aber jedoch tut es mir richtig leid das schreiben zu müssen , fühlte ich mich als ob die Geschichte unfertig war, als ob die Hälfte nicht da war und ich hatte am Ende noch soviele Fragen offen.
Die Charaktere waren kitschig beschrieben was ja nicht schlimm ist , aber sie konnten mich nicht fesseln und ich habe lange gebraucht das Buch zu ändern.
Es tut mir sehr leid ,das es mich nicht überzeugen konnte. Ich denke das es vielen Gefällt und ich werde denn Buch nochmal eine Chance geben, zu einem späteren Zeitraum , vielleicht kann es mich dann überzeugen.
Es ist eher ein Groschenroman, der vielen gefallen wird .
Ein unterhaltsames Bild des heutigen Adels - teilweise scharf überzeichnet, aber gerade dadurch sehr leicht zu lesen. Nette und seichte Unterhaltung - mehr aber auch nicht.
Schund und Sühne von Anna Basener, erschienen im Bastei Entertainment Verlag am 31. Januar 2019 Kat ist DIE Groschenromanautorin wenn es um Adelsgeschichten geht. Als Aufrueckerin darf sie einige Zeit bei echten Adeligen wohnen und erlebt das Leben ohne Hochglanzmedien. Moritz arbeitet in der Rosenindustrie. Dabei ist er eigentlich nicht nur mit einem gruenen Daumen, sondern auch mit einem gruenen Herzen ausgestattet und moechte etwas daran aendern wie wir mit den Resourcen der Welt umgehen um uns frische Rosen auf den Tisch stellen zu koennen. In Seth, einer jungen Adeligen, denkt er eine Geldgeberin fuer den Aufbau einer oekolischen Rosenzucht gefunden zu haben.
Anna Basener hat keine Scheu in ihrem Roman heisse Eisen an zu fassen. Verpackt in der eher ungewoehnlichen Umgebung „Adel in Deutschland“ treffen wir auf Dinge die wir wohl eher nicht dort hin verorten. Homosexualitaet ist genau so ein Thema des Buchs wie die strengen Regeln der Groschenroman Herstellung. Ich habe in diesem Buch erstaunlich viel ueber Rosenzucht und die Regeln wie Adelsgeschlechter sich finanzieren und die aktuellen Herrscher immer nur das Anwesen fuer zukuenftige Generationen verwalten gelernt.
Keiner der Protagonisten ist mir wirklich sympathisch gewesen, aber mussten sie auch nicht. Dieses Buch hat mich gut unterhalten, ich habe gelacht, nebenbei was gelernt und mich insgesamt sehr gut unterhalten gefuehlt. Was beginnt wie ein lustiger Groschenroman bricht schnell die Regeln desselben und erzaehlt die Geschichte hinter den pompoesen Festen und tollen Ausblicken auf gepflegte Gaerten und Burgen mit uralten Moebeln.
Ich besichtige gerne Schloesser und schaue auch schon mal Dokumentationen ueber Adelshaeuser, Beerdigungen und Hochzeiten geschaut, aber Groschenromane habe ich bisher eher nicht gelesen und Klatschpresse interessiert mich ich auch nicht. Ich denke, dass Buch ist fuer Leute wie mich geschrieben. Ich hatte schoene Stunden damit.
„Ich kann Glamour, ich kann Gold an jeden Buchstaben pappen, bis selbst das letzte Klischee funkelt. Aber heute funkelt nichts. Vielleicht morgen wieder.“
Für Kat, die ihr Geld mit dem Schreiben von Groschenromanen verdient, ist es mehr als überraschend, als sie dafür ein Literaturstipendium auf Schloss Rosenbrunn erhält. Nun sucht sie zwischen Adligen nach Inspiration für die nächste Schundgeschichte, doch alles, was sie findet, sind ein schwuler Prinz, der den Fortbestand seiner Familie sichern muss, eine depressive Fürstin, die meint, nicht depressiv zu sein, einen Blumenboy, der mit seinen Rosen die Welt verbessern will, und eine Prinzessin mit Liebeskummer und Waffe. Vier werden ihren Weg finden, der des fünften endet bald. Wen wird es treffen?
Ich wurde auf dieses Buch durch die Lesejury von Bastei Lübbe aufmerksam, verpasste allerdings den Zeitraum der Leserunde und habe mich dann umso mehr gefreut, ein signiertes Exemplar direkt vom Verlag durch eine Bloggeraktion erhalten zu haben. Vielen Dank, auch an die Autorin für die Signatur! Für mich ist es das erste Buch von Anna Basener, bis dato war mir der Name auch unbekannt. Neugierig hat mich das Cover mit der großartig pixeligen Gaming-Optik des Schlosses gemacht, was dort zu sehen ist und ganz im Gegensatz zum schnörkeligen Hintergrund und der Schrift steht. Der Klappentext hat mir dann den Rest gegeben, er lässt eine ungewöhnliche und witzige Geschichte vermuten.
Erzählt wird immer aus verschiedenen Sichten, Kat ist allerdings die Einzige, die aus ihrer Ich-Perspektive schreibt. Alle anderen werden vom Erzähler beobachtet, es gibt unter anderem Abschnitte über Valu, den Prinzen, Moritz, den Rosenkavalier und auch Seph, die Prinzessin auf Rosenbrunn. So wurde es nicht langweilig und man konnte überall dabei sein.
Was ich persönlich ziemlich schräg (positiv schräg!) fand, waren die Spitznamen, mit denen die Adligen sich gegenseitig bedachten, in Kombination mit Artikeln vor den Namen. Die Grätzi und die Follie waren meine Favoriten, gefolgt von dem Valu. Es hat einige Anläufe gebraucht, den Namen beim Lesen gedanklich ihren gesellschaftlichen und familiären Stand zuzuordnen, aber bald hat es ganz gut geklappt. Ich habe keine Ahnung, wie es in den gehobenen Kreisen Deutschlands so zugeht, aber falls das Buch auch nur annähernd die Realität widerspiegelt, sind die Adligen ein ziemlich verrückter Haufen.
Wer mir nicht gefallen hat, war Moritz, der Blumenkerl. Ich fand ihn unsympathisch, zu aufbrausend und etwas nervig, mit ihm bin ich nicht warm geworden. Umso witziger fand ich die Szenen mit Valu, er hat eine erfrischende Art und immer einen (vielleicht auch unfreiwillig lustigen) Kommentar auf den Lippen. Was er am Ende für eine Entscheidung trifft, hat mich extrem gewundert, aber auch auf eine ungewöhnliche Weise für ein Quasi-Happy-End gesorgt.
Ein anderer Aspekt, an dem ich zu knabbern hatte, war, wer angeblich der Verflossene der Prinzessin sein sollte. An dem Punkt sind Realität und Roman für mich auf unangenehme Art und Weise aufeinandergeprallt, das ließ sich für mich nicht vereinbaren. Allerdings habe ich nicht viel Ahnung vom royalem Metier, und so kann es auch durchaus sein, dass ich der Autorin unrecht tue und es sich um (vielleicht auch leicht abgewandelte) Fakten und keine Fiktion handelt, das weiß ich leider nicht, Google hat mir auf die Schnelle auch nicht weiter geholfen. *zuckt unbeholfen mit den Schultern *
Spannend war Kats Rolle bei all dem. Sie ist da in was reingeschlittert, was sie sich sicher komplett anders vorgestellt hatte. Was als Literaturstipendium beginnt, entwickelt sich schnell zu einer sehr persönlichen Angelegenheit, zu allen bekommt sie einen gewisser Draht, was sich am Ende nicht nur als vorteilhaft erweist. Aber die Dramen hinter Schlossmauern durch die Augen eines „normalen“ Menschen zu sehen, war genau richtig, besser als wenn zum Beispiel die Prinzessin die Hauptperson gewesen wäre. Interessant war auch zu verfolgen, wie sich Kats Einstellung zu ihrem Job langsam verändert.
Mein Fazit: Mich hat die Geschichte sehr gut unterhalten, bis auf die genannten Kritikpunkte bin ich rundum zufrieden und freue mich, es bereitgestellt bekommen zu haben, wobei das meine Meinung keinesfalls beeinflusst. Ein Groschenroman der anderen Art, lesenswert!