Vier Jugendlich, vier Geheimnisse – und alle sind live dabei!
Wenn Muriel jemals so etwas wie eine Freundin hatte, dann war es Precious. Aber Precious ist seit der Studienfahrt an die Ostsee verschwunden, möglicherweise sogar tot – und Muriel hat eine grausame Theorie, was und vor allem wer dahintersteckt. Was für ein Spiel trieb Constantin in jener Nacht? Glaubt er wirklich, sich mit Geld alles kaufen zu können? Oder war Precious freiwillig bei ihm? Um endlich Antworten zu finden und die Schuldigen bloßzustellen, lädt Muriel sie unter einem Vorwand zu sich nach Hause ein: Vier Mitschüler, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Vier Geheimnisse, die live übertragen werden. Vier Geständnisse, die alle schockieren.
Große Erwartungen haben oft große Enttäuschungen zur Folge…
Das Cover ist großartig! Kennt ihr „Ich weiss was du letzten Sommer getan hast„? Großartiger Film mit einem Staraufgebot, das seinesgleichen sucht… Sarah Michelle Gellar (Buffy!) und Freddie Prinze jr (ihr späterer Ehemann) sowie Jennifer Love Hewitt, Ryan Phillippe und Anne Heche … nicht zu vergessen der damals noch unbekannte John Galecki – heute undenkbar nach The Big Bang Theory! Aber ich schweife ab… großartiger Film – und da mich die Thematik des Buches sowie der Klappentext sofort daran erinnerten, hatte ich eben großartige Erwartungen… leider.
Wenn Muriel jemals so etwas wie eine Freundin hatte, dann war es Precious. Aber Precious ist seit der Studienfahrt an die Ostsee verschwunden, möglicherweise sogar tot – und Muriel hat eine grausame Theorie, was und vor allem wer dahintersteckt. Was für ein Spiel trieb Constantin in jener Nacht? Glaubt er wirklich, sich mit Geld alles kaufen zu können? Oder war Precious freiwillig bei ihm? Um endlich Antworten zu finden und die Schuldigen bloßzustellen, lädt Muriel sie unter einem Vorwand zu sich nach Hause ein: Vier Mitschüler, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Vier Geheimnisse, die live übertragen werden. Vier Geständnisse, die alle schockieren. (Quelle: dtv)
Die Geschichte wird abwechselnd aus jeweils einer Perspektive der beteiligten Jugendlichen erzählt. Dabei ist die Erzählweise dem jeweiligen Charakter angepasst.
Muriel – das Mädchen dass die Anderen bei laufendem Livestream bloßstellen will – spricht den Leser dabei direkt an und übernimmt den Hauptpart..
Constantin – der Hauptverdächtige – denkt recht wenig und das sehr kryptisch. Typisch skrupelloser Schönling.
Lennard – der wohl den Nerd in der sonderbaren Konstellation darstellen soll – schießt dabei den Vogel ab:
„Ich drücke iwie so Knöpfe, der richtige ist ja vielleicht dabei. Kann ich wohl mal gelassen auf 1 Frauenhintern gucken, ohne gleich an was zu denken?“
Diese Erzählweise ist es, die für mich die Geschichte kaputt macht. Klar, ich bin nicht nicht die Zielgruppe und rede nicht so. ABER ich habe eine Tochter in genau der Zielgruppe… Ja, ihre Whatsapp-Nachrichten hören sich manchmal ähnlich stenographisch an wie Lennards Gebrabbel – ABER: Sie spricht nie und nimmer so. Daher bezweifle ich auch, dass sie so denkt. Diese gewollt hippe Art zu schreiben geht mir komplett gegen den Strich, wirkt zu aufgesetzt. Möchten Jugendliche sowas lesen? Und wenn ja – SOLLEN sie sowas lesen? Oder sollten Jugendbücher nicht wenigstens korrektes Deutsch oder zumindest vollständige Worte vermitteln? Ok … wahrscheinlich erscheine ich nun wie ein bigotter Sprachapostel, aber das regt mich eben auf. Es regt mich vor allem auf, weil das Setting und der Plot von Und dann weiss jeder was ihr getan habt höchst interessant sind. Die Idee, unterschiedliche Jugendliche, die sonst nichts miteinander zu tun haben in einen Raum zu stecken ist nicht neu, das wurde schon diverse Male in Literatur oder Film zelebriert (z.B. Breakfast Club). Aber das Ganze in unsere heutige Zeit zu transferieren und mit dem Medium Internet zu kombinieren ist spannend. „Schon immer hatten die Menschen das Bedürfnis, dann und wann jemanden öffentlich abzuschlachten. Die Römer veranstalteten Gladiatorenspiele und Kreuzigungen, im Mittelalter verbrannte man Ketzer auf dem Scheiterhaufen und flocht Verräter aufs Rad. Heute haben wir Internet.“ (Muriel)
Die 250 Seiten von Und dann weiss jeder was ihr getan habt lesen sich locker und leicht und sind problemlos an einem Abend zu bewältigen. Die wichtige Thematik des Buches wirkt jedoch noch nach – leider aber auch mein Frust über den Erzählstil. Schade! Ich vergebe daher nur 3 von 5 Lieblingslesessel für Und dann weiss jeder was ihr getan habt. Das ist wie immer nur meine ganz subjektive Meinung.
Zuerst muss ich sagen, dass ich es nicht so toll finde, dass der Titel einen Rechtschreibfehler enthält. Ich weiß, es klingt kleinlich, aber "weiß" wird eben nicht mit Doppel-s geschrieben und gerade bei Jugendbüchern sollte das richtig sein - ich korrigiere Deutschaufsätze, und glaubt mir, viele Schüler schreiben das falsch. Ich denke aber, dass das der Schriftart geschuldet ist und insgesamt ist das Cover auch sehr gelungen. Es fällt auf jeden Fall auf.
Zu Beginn lernen wir Muriel kennen - sie ist auch eine der wichtigsten Protagonisten, denn sie möchte die anderen zu ihren Geständnissen bringen. Dass es irgendetwas mit Precious zu tun hat, weiß man schon - aber eben auch nicht mehr. Das sorgt dafür, dass man unbedingt wissen möchte, was denn passiert ist und was die anderen Jugendlichen damit zu tun haben.
Geschrieben ist das Buch in den unterschiedlichen Perspektiven der Jugendlichen. Das ist insgesamt gut gelungen, denn man lernt jeden auf seine Art kennen. Dabei lassen sie sich auch ganz gut allein aufgrund des Schreibstils unterscheiden, denn der Autor scheut sich nicht, auch mal ganz xtrem 1 Jugendsprache anzuwenden. Das macht das Lesen aber auch nicht immer unbedingt leichter - aber vielleicht bin ich da einfach schon zu alt.
Man wechselt immer zwischen der Gegenwart - als sich das Film-Team bei Muriel trifft, um den Abitur-Abschlussfilm fertigzustellen - und Passagen aus der Vergangenheit, bei denen die Begegnungen und das Verhältnis zu Precious im Vordergrund stehen.
Nach und nach lichtet sich also das Dunkel rund um die Geschehnisse damals. Und was hier herauskommt, ist sehr schonungslos und wirklich erschreckend. Damit ist für mich die Altersempfehlung auch unbedingt gerechtfertigt.
Insgesamt konnte ich mich aber mit den Figuren nicht anfreunden. Muriel, die ja eigentlich die Gute ist, war gar nicht mein Fall. Ich konnte ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen und fand ihre Reaktionen teilweise auch übertrieben. Das spitzt sich am Ende des Buches noch zu. Hier habe ich leider nur noch den Kopf geschüttelt. So wirklich überzeugt hat es mich auch nicht.
Das Grundthema war aber gut gewählt, ist sehr aktuell und ich denke, dass es für jugendliche Leser auch sehr spannend ist. Insgesamt kann ich aus meiner Sicht aber nur 2,5 Sterne geben - trotzdem werde ich es als Klassenlektüre vorschlagen, weil ich denke, dass es meinen Schülern gefallen könnte.
Leider musste ich das Buch schon auf den ersten Seiten abbrechen. Die Protagonistin „Muriel”, hat mir leider den Spaß am Lesen dieses Buches genommen. In meinen Augen ist ihr Weltbild extrem negativ und ihre durch und durch negativen Nebensätze, haben mich sehr genervt. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass das eine subjektive Ansicht ist, die wahrscheinlich nur wenige so stört, wie sie mich gestört hat. Falls euch das aber in Vergangenheit schon gestört hat, würde ich euch von dem Buch eher abraten.
Die Idee für diese Geschichte war interessant,auch die verschiedenen Perspektiven haben mir eigentlich ganz gut gefallen. Jedoch wurde jede Sicht so geschrieben,wie sich die Personen ausdrücken würden und das hat mir,besonders bei den Sichten der Jungen nicht so gefallen und mein Lesetempo eher verlangsamt... Vielleicht liegt es auch daran,dass ich nicht mehr zu der Altersgruppe gehöre,die diese Art von Bücher bzw. Schreibstil mag? Mit 14/15 Jahren hätte ich das Buch bestimmt verschlungen. Trotz allem eine tolle Geschichte,die Wendungen enthält,mit denen ich zu Beginn nicht gerechnet habe!
Ein großes Unglück, oder ein Verbrechen? Auf einer Klassenfahrt ist das Unfassbare geschehen. Und alle, die etwas wissen müssten, schweigen. Das kann und will Muriel nicht auf sich sitzen lassen! Sie will diese Ungerechtigkeit rächen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Aber ist das was sie sich ausgedacht hat wirklich der richtige Weg?
Als ich zum ersten Mal von diesem Buch gehört hatte, war ich hin- und hergerissen. Einerseits hat mich die Idee in Kombination mit der Bezeichnung als Thriller neugierig gemacht. Andererseits hatte ich etwas Angst, dass das Ganze zu teeniemäßig werden könnte.
Da ich bislang noch kein Buch aus der Feder von Christian Linker gelesen habe, habe ich ich einfach mal mutig überraschen lassen. Und was solide sagen? Ich habe es nicht bereut!
Die Gründe dafür sind vielfältig, kommen wir zuerst zum Grundgerüst.
Erzählt wird die Geschichte im Wechsel aus den Perspektiven der Charaktere, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Der Leser wird direkt angesprochen und so lernen wir quasi hautnah die einzelnen Personen kennen. Der Pausenclown Lenny, die irre Muriel, die systemkritische Feministin Özge, der coole Partymacher Constantin und die zurückhaltende Daria, der leider eine gehörige Portion Selbstbewusstsein fehlt. Alle erleben wir mit all ihren Facetten, erleben Rückblicke und Ihre Gedanken, was nach und nach immer tiefere Charaktere entstehen lässt. Oftmals offenbaren sich dem Leser so auch ungeahnte Züge und Eigenschaften, die uns jeden von ihnen näher bringt.
Aber das allein war es nicht, was dieses Buch für mich zu einem Highlight werden ließ, sondern eher die Tatsache dass es wirklich vieles ist, jedoch nicht das „reine“ Teenagerdrama, das ich ein Stück weit erwartet hatte. Dieses Buch ist eindeutig mehr als das.
Erahnen konnte man es bereits bei der stellenweise getroffenen Wortwahl und den aufgegriffenen Themen. Es geht um Rassismus -unterschwellig wie offensichtlich-, Hass, Akzeptanz und Toleranz. Wobei wir uns gerade bei den letzten beiden auch ein Stück weit mit dem Unterschied zwischen den Begriffen beschäftigen. Christian Linker verpackt meines Erachtens ein paar sehr gute Themen in seiner Geschichte und gibt somit gelungene Denkanstösse, die nicht selten auch ein gutes Stück weit gesellschaftskritisch sind. Für mich ist dieses Buch so zu einem absoluten Highlight mutiert, denn es ist bedeutend tiefgründiger als erwartet und besticht durch Wortwahl, Themen und Ausdrucksweise. Eine wirklich erfreuliche Wendung!
Auf jeden Fall stachelt es dazu an offen und hilfsbereit sein. Vielleicht einfach nur, „weil man es kann“ ;)