Das erste Buch des Jahres. Meines Jahres. Es hat sich lang gezogen, mit immer wiederkehrenden Lesepausen, die oftmals Monate andauernten. Aber nun Anfang Juni ist das erste Buch ausgelesen.
Alles dreht sich um "M", eine junge Künstlerin aus der Berliner Szene, die versucht ihr Leben zu navigieren. Das Grundgerüst, also die Geschichte an sich bietet nichts neues. Es geht um das Setting und die vielen Anspielungen. Zugegebenermaßen habe ich nicht alle verstanden, also die meisten. Ich kannte die Platten nicht die "M" als DJane auflegt und auch die Besonderheiten Berlins wie gewisse Straßen oder Clubs nicht. Aber als jemand der so gern Teil des Ganzen sein wollte, hat mir dieses Buch bewiesen wie jämmerlich diese Szene doch eigentlich ist. Wie wenig die meisten sogenannten Künstler eigentlich zu sagen haben und wie sehr Machtspiele Bedeutung haben. Strap-on-Dildos und Koks. Girlfriend-Experience zur Studiumsfinanzierung.
Darum ging es den beiden Co-Autorinnen, aber auch, sie wollten die Kunstszene entlarven und aus eigener Erfahrung kritisieren. Das ist ihnen auf jeden Fall gelungen. Stil und Sprache haben mir auch gut gefallen. Kurze Sätze. Modern.
Auch wenn die Geschichte selbst nichts besonderes ist, lese ich solche Coming-of-age Bücher immer wieder gerne. Das verlorene Feiern ohne richtigem Ziel vor Augen scheint mich zu faszinieren. Die Abgründe.
Ein Buch, das von vielen Kritikern als Skandalroman abgestempelt wurde oder die Feminismus Flagge draufgesetzt bekommen hat. Gewollt war weder noch. Oder doch.
Entscheiden darf jeder für sich.