Eine geheimnisvolle Schneekugel. Das Erbe einer starken Frau. Eine Liebe, die sich nie erfüllt hat.
Berlin 1936. Die Sängerin Luzie Kühn steht ganz am Anfang ihrer Karriere und träumt von einem Leben im Rampenlicht. Doch als Jüdin fühlt sie sich nicht mehr sicher und verlässt Berlin in Richtung Wien. Sie verliebt sich in den charismatischen Bela Król und schwebt im siebten Himmel, doch schon bald wird klar, dass Luzie auch in Wien nicht sicher ist...
Berlin 2018. Paulina Willke wird von ihrer mütterlichen Freundin Antonia gebeten, in Wien ein Erbstück für sie abzuholen. Sie ahnt nicht, dass die Reise nach Wien ihr Leben verändern wird...
Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.
Es war wieder eine ganz typische Teresa Simon Geschichte. Mir gefiel es gut, aber es halt auch immer die Gleiche Idee. Historisch wie immer toll recherchiert.
Obwohl die Bücher von Teresa Simon schon länger mein Interesse geweckt haben, ist "Die Fliedertochter" nun das erste Buch, das ich tatsächlich gelesen habe.
Der Einstieg ist mir ein wenig schwer gefallen, da relativ schnell viele Namen und Familienbeziehungen auf den Leser einprasseln, was unter anderem auch daran liegt, dass die Geschichte auf zwei verschiedenen Zeitebenen spielt. Wir haben zum einen die Perspektiv von Luzie Kühn, die während der NS-Zeit von Berlin nach Wien zieht. Mit ihrem Tagebuch, das Paulina in der Gegenwart liest, begleiten wir sie durch die grausame Zeit.
Die Geschichte war wirklich interessant und es gab auch so einige Schicksalsschläge, dennoch war ich nicht so emotional mitgenommen wie ich es bei dem Thema hätte sein können. Luzie mochte ich sehr gerne und habe ihre Geschichte sehr gerne verfolgt. Mit Paulina in der Gegenwart bin ich leider nicht so ganz warm geworden.
Das Buch liest sich sehr gut und der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gefallen, so dass ich mich auf die weiteren Bücher freue, die noch auf meinem Sub schlummern.
All ihre Bücher sind schreckliche Einzelschicksale vor dem Hintergrund des zweiten Weltkriegs, bei dieser hier war ich aber emotional irgendwie noch mehr gefangen, als bei ihren Vorgängern.
Sehr solide erzählte Geschichte von zwei Frauenschicksalen, die über viele Jahrzehnte hinweg miteinander verwoben sind. Wien als Schauplatz wird extrem plastisch gezeigt, sowohl in der Zeit des 2. Weltkriegs, als auch in heutiger Zeit.
Leider waren beide Protagonistinnen irgendwie mit Männerchaos beschäftigt (inkl. zweier mehr oder weniger aufdringlicher Dreiecksgeschichten). In beiden Zeitebenen waren praktisch ALLE männlichen Figuren potentiell romantisch interessiert. Da verdrehte es mir hin und wieder die Augen. Der historische Kontext kam mir an einigen Stellen ein bisschen oberlehrerhaft eingeführt vor und manchmal war mir der erhobene Zeigefinger der Figuren in der heutigen Zeit etwas aufdringlich.
Und als ganz kleinliche Kritik speziell am Hörbuch: Mir ist nicht völlig klar geworden, warum in den Passagen um Lucie manchmal die Erzählperspektiven von 1. zu 3. Person Sg. wechselten. War ein Teil davon dann aus dem Tagebuch (ich) und der Rest Schilderungen darum herum (sie)? Sind diese Teile optisch voneinander unterscheidbar? Im Hörbuch fand ich es jedenfalls verwirrend.
Hat mir ausgesprochen gut gefallen, auch wenn die geschichtlichen Ereignisse bedrückend und eindringlich waren. Dieses Buch spielt auf zwei Zeitebenen und ich fand die Ebene die in der Vergangenheit spielt wesentlich interessanter. Das lag natürlich auch an den dramatischen Ereignissen aber auch an der Protagonistin Luzie. Die Gegenwart empfand ich, wie so oft bei dieser Art von Romanen, eher als Gerüst. Nett das sie da ist aber... Ja. Nett eben. Bleibt selten im Gedächtnis. Kann auch sein, das hier eine gewisse Übersättigung bei mir vorliegt und das es überhaupt nicht an den Roman selber liegt. Die Grenzen für diese Ebene sind ziemlich eng und Spielraum ist da halt wenig. Aber genug gekrittelt, es war ein schönes Buch mit kleinen Makeln (die dieses Genre nun mal mit sich bringt), leicht und fesselnd zu lesen, und das die Autorin Wien sehr mag liest man auch heraus
Dieses Buch hatte Potenzial und hat Vieles davon verschenkt. Ich hasse love triangles - meine Lieben, ihr wisst, wie sehr ich love triangles hasse :'D Und es gab gleich zwei davon in diesem Buch. Das war eindeutig zu viel. Auch unglücklich fand ich den Entschluss der Autorin, die Ereignisse der 30er und 40er Jahre teils über ein Tagebuch mitzuteilen, teils aber wie man es in einem Roman gewöhnt ist, in erzählender Prosa. Das Tagebuch hätte mich weniger gestört, wenn Frau Simon nicht ganze Konversationen (!) in diesen Einträgen wiedergegeben hätte. Das ist etwas, das ich absolut nicht mit Tagebüchern verbinde. Ich habe selbst gelegentlich ein solches geführt und wenn überhaupt wörtliche Rede fiel, dann waren es einzelne Wörter oder Sätze, aber keine kompletten Unterhaltungen. Das hat für mich diese Einträge kaputt gemacht und mir viel von der Lesefreude genommen. Der große Twist war schon im ersten Drittel des Buches absehbar, was ich enttäuschend fand. Ich mochte nicht einen der Charaktere wirklich sonderlich leiden. Die Lovestories waren mir ziemlich egal und Paulina, die Protagonistin, fand ich streckenweise hochgradig unsympathisch und nervig. Außerdem störte mich, dass die Autorin zeitweise in Sachen Formulierungen grobe Stilbrüche begangen hat. Welcher Mensch um die 30 würde denn "Jener Brief?" fragen, statt "Der Brief?/Dieser Brief?" Das passte nicht zum Alter von Paulina. Und Luzie benutzte teilweise Ausdrücke in ihrem Tagebuch, die mir für die 30er Jahre eindeutig zu modern erschienen. Ich bezweifle, dass zur damaligen Zeit irgendjemand "...würde sonst ausrasten" gesagt hat. Oh, und noch etwas: häufig wurden Sätze gänzlich sinnlos mit "..." beendet. Das ist ein nettes Stilmittel, das man gelegentlich gern verwenden kann, doch es kam manchmal seitenweise vor und das ist einfach zu häufig - für meinen Geschmack. Was mir hingegen gut gefallen hat war die Beschreibung Wiens. Ohnehin eine Stadt, die ich gern mal besuchen würde, schon seit meinen Teenagerjahren, woran das Musical "Elisabeth" nicht ganz unschuldig ist ;) Zurück zum Buch: es war flüssig zu lesen, hat mich daher kaum Zeit gekostet, es zu beenden. Wirklich unterhalten hat es mich nicht. Bereits nach 60 Seiten wusste ich, dass es ein Zwei Sterne-Buch wird. Meins war es nicht.
Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Es war eine tolle Geschichte, historisch gut recherchiert und oh mein Gott... Luzie... Ich habe mit Luzies Geschichte gelebt!
In "Die Fliedertochter" begleiten wir zwei Frauen auf ihrer Reise von Berlin nach Wien. 1936 beschließt die Halbjüdin Luzie Berlin zu verlassen und in Wien ein neues Leben als Künstlerin zu beginnen. Sie findet dort Freunde, Familie und die Liebe, aber auch unendliches Leid. 2018 macht sich Paulina dann auf den Weg nach Wien um dort für ihre großmütterliche Freundin Antonia ein Tagebuch in Empfang zu nehmen und auf den Spuren Luzies Wien zu erkunden. Auch für sie ändert sich durch diese Reise vieles im Leben. Teresa Simon nimmt uns mit, und das im doppelten Sinn. Einmal begleiten wir Paulina und Luzie durch das Wien ihrer Zeit und zusätzlich leiden wir mit Luzie unter den Umständen und Grausamkeiten, die Wien während der Nazizeit beherrscht haben.
Cover und Klappentext versprechen einen Familienroman, in dem diverse Geheimnisse aufgedeckt werden. Das Buch ist jedoch viel mehr. Es ist ein Zeichen gegen das Vergessen. Es zeigt wie schlimm die Judenverfolgung in Wien losbrach, als Österreich "heim ins Reich" geholt wurde. Und wie es trotzdem möglich ist, in dieser Zeit seine Menschlichkeit zu behalten. Luzie trifft auf Menschen, die sie hassen und quälen, aber sie hat auch Menschen an ihrer Seite, die unbedingt für sie da sind und ihr helfen. Paulinas Geschichte bringt Licht ins Dunkel von Luzies Geschichte. Mit ihr erleben wir das moderne Wien, das mit kulinarischen Köstlichkeiten, einer wunderbaren Stadt und tollen Plätzen zum Verweilen einlädt. Paulina orientiert sich hier neu, findet die Liebe und auch ihre Familie neu.
Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen. Der Wechsel zwischen hell und dunkel, fröhlichem hier und jetzt und der bedrohlichen Vergangenheit ist der Autorin ganz hervorragend gelungen. Durch die Zeitsprünge hat man immer wieder die Möglichkeit, das Gelesene sacken zu lassen. Der Schreibstil ist einfach toll, ich hatte Wien und auch Berlin sofort vor Augen. Die handelnden Personen waren gut ausgearbeitet und auch die Nebenfiguren hatten ein Gesicht und eine Geschichte. Für mich ist dieses Buch auf jeden Fall eines meiner Jahreshighlights. Da ich von der Autorin sonst noch nichts gelesen habe, wandern ihre weiteren Bücher auf meine to-read-Liste.
Von mir eine absolute Leseempfehlung für dieses berührende Buch!
Hat mir sehr gefallen, obwohl "Flieder-Frühling-Wien" vielleicht ein bissle arg viel Klischée ist? Aber ich war selbst anno 1994 für drei Monate in Wien, genau zu der Zeit, von April bis Juni. Gewohnt habe ich damals in Liesing, in der Pension Pani in der Schlossgartengasse, hach ja.... those were the days...
Aber zurück zum Buch: Wie der Klappentext schon sagt, spielt das Buch auf zwei Zeitebenen, einmal im Wien der Nazizeit und einmal in dem der Neuzeit. Die beiden Zeitebenen sind auch im Hörbuch deutlich getrennt, ich wusste immer, wo ich mich gerade zeitlich befinde, das kann bei Hörbüchern ja schon mal schwierig sein.
Das Geschehen der Nazizeit erfährt man zum größten Teil aus Luzies Tagebuch, das Paulina vor Ort liest. Ich wusste zwar schon, dass die Österreicher nicht alle gleich Hurra und Heil geschrien haben, als die Nazis das wollten, aber wie kontrovers das tatsächlich war, war mir nicht bewußt. Da kann ich auch viel besser nachvollziehen, dass auch die Volksabstimmung zum EU-Beitritt Österreichs, die gerade lief, als ich da war >> von vielen mit sehr gemischten Gefühlen betrachtet wurde.
Es ist natürlich toll, dass ich an vielen Plätzen, die im Buch beschrieben werden, persönlich war und sogar zur gleichen Jahreszeit. Falls Du demnächst einen Besuch in Wien planst, würde sich das Buch sehr gut als "Reiseführer" eignen!
Die Handlung in der Gegenwart ... hm... ich weiß nicht - hätte ich die gebraucht? Mir war relativ schnell klar, woraus das hinauslaufen würde (es stellt sich heraus, dass Paulina mehr mit Luzie gemeinsam hat, als sie anfangs denkt...). Es ist zwar durchaus spannend erzählt, aber ich denke, eigentlich hätte ich darauf verzichten können.
Insgesamt aber ein schönes Buch, ich vergebe 4 von 5 Sternen.
Durch eine Leserunde auf wasliestdu.de bin ich auf dieses Buch gestoßen. Das Cover sprach mich sofort an, auch wenn es anderen Covern dieses Genres sehr ähnelt. Eine Frau schaut, mit dem Rücken zum Leser/zur Leserin, zu einem alten Herrenhaus und von oben fallen Fliederblüten ins Bild. In der Hand hält sie einen Fliederstrauß. Vor ihr liegt ein Weg, der beidseitig mit lilafarbenen Blumen bewachsen ist. Ich finde das Motiv und die farbliche Gestaltung sehr gelungen und passend zur Geschichte.
Auch der Klappentext hat mich sofort gepackt. Es wird eine Geschichte über zwei Frauen bzw. deren Schicksale angedeutet, um die sich ein Geheimnis webt. Diese Konstellation hat mich neugierig gemacht. Zwei Erzählstränge in zwei verschiedenen Zeitebenen, das mag ich persönlich sehr.
Der historische Roman „“Die Fliedertochter“ von Teresa Simon ist am 11. Februar 2019 im Heyne Verlag erschienen und spielt größtenteils in Wien:
Paulina ist eine toughe, junge Frau in der heutigen Zeit, die von einer älteren Dame, die sie schon ihr Leben lang kennt, gebeten wird, nach Wien zu reisen und ein Erbstück in Empfang zu nehmen. Paulina tut der älteren Dame diesen Gefallen ohne zu ahnen, dass das Erbstück mit ihrer eigene Familiengeschichte verbunden ist und das bisher gehütete Geheimnis aufdeckt. In engem Zusammenhang mit Paulinas Geschichte steht die Geschichte um Luzie Kühn.
Luzie ist ebenfalls eine starke, junge Frau, die zur Zeit des NS - Regimes in Berlin lebt. Als Jüdin wird es aber immer schwieriger in dieser Stadt. Zu ihrem Schutz schicken ihre Großeltern sie nach Wien zu Bekannten, die dort behaupten, Luzie wäre die lange verschollene Tochter, so dass niemand ihre wahre Identität kennt. In Wien lernt sie dann einen Mann kennen, ebenfalls Jude, in den sie sich sofort verliebt. Ihre „Eltern“ warnen sie vor möglichen Konsequenzen, doch Luzie lässt sich nicht bekehren. Vor ihr liegt eine schwierige Zeit, in der sie um ihre Liebe kämpft und die geprägt ist von ihrem inneren Konflikt, die eigene Identität zu verschleiern, um seinem Schicksal zu entgehen oder offen zuzugeben wer man ist und mit den Folgen zu leben.
Gut 3 Abende habe ich für dieses Buch gebraucht, das mich aufgewühlt und bedrückt zurücklässt.
Die beiden Protagonistinnen Paulina und Luzie sind selbstbewusst und mutig. Beide wissen im Grunde, was sie wollen und arbeiten hart für ihre Ziele. Paulina ist ein Stück weit auf dem Weg der Selbstfindung, wohingegen Luzie die große Liebe und Sicherheit sucht. Doch manchmal trügt der Schein und sie muss schmerzlich feststellen, dass man auch falsche Entscheidungen trifft, dann aber mit den Konsequenzen umgehen muss.
Beide Protagonistinnen sind sehr authentisch und ihre Schicksale sehr realistisch dargestellt. Gerade Luzies Geschichte hat mich sehr bewegt, aufgewühlt, aufgeregt, bedrückt, erschrocken und traurig gemacht. Ihre zum Teil verzweifelte Situation konnte ich regelrecht spüren. Wie schlimm muss es damals für die betroffenen Menschen gewesen sein.
Auch alle anderen Figuren sind wunderbar entwickelt und gezeichnet und jede ist besonders auf ihre Art. Jede Figur hat ein eigenes Ziel und eine eigene Motivation, was mich wirklich beeindruckt hat.
Die Handlung des Buches hat mir mehr gefallen. Spannung wird stetig über das ganze Buch aufgebaut, so dass man nicht aufhören kann zu lesen. Da ging es mir mit dem Roman, wie Paulina mit dem Tagebuch von Luzie.
Man liest abwechselnd aus den Sichten von Paulina, Luzie oder Paulinas Mutter und ist dadurch immer überall dabei. Auch wenn ich weiß, wie dramatisch die damalige Zeit war, hoffte ich immer auf ein paar positive Entwicklungen, die so wie ich sie mir erhoffte natürlich nicht eintraten und so litt ich in vielen Situationen, vor allem mit Luzie mit.
Besonders die Beziehung zu ihren Großeltern und deren Schicksal sind sehr emotional beschrieben und haben mich sehr berührt.
Aber wie liest sich das Buch nun?
Es sind 23 längere Kapitel, die in der 3. Person Singular in der personalen Erzählform geschrieben sind. Die Tagebucheinträge werden jedoch aus Luzies Sicht in der Ich-Form erzählt. Beides gefällt mir sehr, denn dadurch kann man sich gut in die Figuren und Situationen hineindenken. Insbesondere die Tagebucheinträge sorgen dafür, dass man emotional gefangen wird und mitleiden muss.
Bisher habe ich noch kein Buch von Teresa Simon gelesen, was sich aber ab jetzt definitiv ändern wird. Ihr Schreibstil hat mich begeistert. Er ist sehr flüssig, bildhaft und unheimlich gefühlvoll. Sie schafft es sofort eine Atmosphäre bzw. eine bestimmte Stimmung zu schaffen, die einen in die Geschichte saugt und auch nicht mehr loslässt.
Besonders gelungen fand ich die vielen, tiefen Emotionen der unterschiedlichen Charaktere…wirklich beeindruckend!!!
Mein Fazit nach 472 Seiten im Taschenbuch:
„Die Fliedertochter“ ist ein bewegender historischer Roman, der sehr emotional zeigt, wie viele Leben die NS-Zeit zerstört, wie sie Liebende entzweit und wie sie Menschen in Angst und Schrecken versetzt hat.
Wer einen einen tiefgründigen historischen Roman aus der NS-Zeit sucht, der viele schwierige Themen wie die Judenverfolgung, die Verfolgung Homosexueller, aber auch die Unterdrückung bzw. Einschüchterung durch Gewalt thematisiert, dürfte mit diesem Buch gut beraten sein. Der Schreibstil Teresa Simons passt perfekt zu dieser Geschichte und lässt sie dadurch lebendig werden.
Von mir erhält dieses Buch eine klare Kaufempfehlung (5/5 Sternen), weil die Figuren und die Handlungen so realistisch dargestellt sind und mich wirklich aufgewühlt und nachdenklich gestimmt haben. Schon lange hat mich kein Roman mehr so berührt wie dieser und es gab mehrere Stellen im Buch, die mich zu Tränen gerührt haben. Neben dem Schicksal der Großeltern ist auch das Ende von Luzies Geschichte hoch emotional.
Insgesamt ist es ein rundum gelungener Roman, den ich ganz klar weiterempfehlen kann.
Eine mitreißende Geschichte die in mir viel Emotionen geweckt hat. Gerade die Zeit der Judenverfolgung beschäftigt mich immer wieder. Ich werde praktisch von diesen Büchern magisch angezogen und gerade Teresa Simon schafft es mit diesem Werk mal wieder, einem einen kleinen Einblick in diese grausame Zeit zu geben. Auch wenn es eigentlich am Anfang schon irgendwie klar war, wie es ausgeht, war es trotzdem sehr spannend und unterhaltsam.
Teresa Simon zählt zu meinen Lieblingsautorinnen, wenn es um Romane auf zwei Zeitebenen geht. Ich habe "Die Frauen der Rosenvilla", "Die Holunderschwestern" und "Die Oleanderfrauen" gelesen und alle drei geliebt. Deshalb habe ich schon ungeduldig auf ihren neuen Roman gewartet, der sogar in meiner Heimat Österreich, nämlich in Wien spielt.
Wie gewohnt verfolgt man als Leser wieder zwei Frauen auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart reist die 30jährige Paulina von Berlin nach Wien, um für ihre mütterliche Freundin Toni, die erkrankt ist, ein Tagebuch abzuholen. Es soll sich um ein Vermächtnis eines Bekannten handeln. Paulina, gerade auf "Beziehungspause" von ihrem (Ex?)freund, will noch ein paar Tage anhängen, um auszuspannen und sich betreffend ihrer Gefühle klar zu werden. Im Gepäck hat sie ihren Talisman: eine Schneekugel mit dem Wiener Riesenrad aus dem Jahre 1936. In Wien wird sie liebevoll von der Familie Brunner aufgenommen, die ihr die Aufzeichnungen einer Luzie Kühn überreichen. Paulina vertieft sich in das Tagebuch aus dem Nachlass von Lena Brunners Vater und begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit.... Es sind die Jahre 1936-1944 und wir lernen diese ominöse Luzie Kühn kennen, die ebenfalls von Berlin nach Wien reist. Die junge Soubrette ist Waise und wurde von ihren jüdischen Großeltern aufgezogen. Als Halbjüdin raten sie ihr Berlin zu verlassen und bei ihrer arischen Tante Marie unterzukommen. Diese gibt sie als ihre Tochter aus und nimmt sie liebevoll in die Familie auf. Doch auch in Österreich wendet sich die Bevölkerung immer mehr gegen die Juden und als Hitler einmarschiert wird Wien für Luzie ebenfalls zur Gefahr... In einem weiteren Handlungsverlauf aus der Gegenwart treffen wir auf Simone, Paulinas Mutter, die sich mit ihrer Freundin in Italien auf dem Pilgerweg und den Spuren von Franz von Assisi befindet.
Während Paulina im Tagebuch liest, packt sie die Luzies Lebensgeschichte immer mehr. Sie ist erschüttert über den Judenhass und die grausame Verfolgung der Menschen, die sich gegen das Regime stellen. Die Einträge aus dem Tagebuch werden in der Ich-Form von Luzie erzählt und durch weitere Erzählungen aus der Vergangenheit ergänzt, die in der 3. Person aus Luzies Sicht dargestellt werden. Die Autorin hat hier wieder hervorragend recherchiert.
Der Schauplatz des Romans ist Wien. Teresa Simon hat den Charme und den Flair unserer Bundeshauptstadt wunderbar eingefangen. Ich wanderte mit Paulina durch den ersten Bezirk, besuchte die Konditorei Demel und sah mir das Mahnmal der österreichischen jüdischen Opfer der Schoah am Judenplatz an. Genauso schlemmte ich Wiener Schnitzel mit Erdäpfelsalat, besuchte das Mozartgrab am Sankt Marxer Friedhof und fuhr im Prater Riesenrad. Teresa Simon hat neben den grauenhaften Erzählungen aus der Zeit während des zweiten Weltkrieges den Leser auch an einer Reise durch das Wien von heute teilhaben lassen. Sie hat so bildhaft und lebendig erzählt, dass sie in jedem Leser die Sehnsucht weckt den nächsten Flug oder die nächste Bahnfahrt in die österreichische Hauptstadt zu buchen.
Den Vergangenheitsstrang fand ich wie meistens bei Büchern auf zwei Zeitebenen gelungen. Trotzdem fand ich Luzie anfangs etwas flatterhaft, überschwänglich und naiv. Luzies Verhalten änderte sich mit dem Einmarsch von Hitler in Österreich. Die Liebesgeschichte, die fast in einer Dreiecksgeschichte endet, konnte mich nicht zu 100% überzeugen. Auch Paulina wuchs mir nicht richtig ans Herz. Es gab viele Parallelen zu Luzie und auch hier überzeugte mich die Liebesgeschichte nicht wirklich. Einige Entwicklungen fand ich etwas vorhersehbar und verblüffen konnte mich die Autorin diesmal nur mit einer überraschenden Wendung. Für mich als Teresa Simon Fan war das neu...vorallem, wo der Roman auch noch in meiner Heimat spielt. Das hört sich jetzt alles viel negativer an, als es wirklich ist, denn ich habe an die Romane der Autorin immer sehr, sehr große Erwartungen.... Die restlichen Leser der Leserunde waren begeistert und ich kann ehrlich nicht sagen, warum mich "Die Fliedertochter" diesmal nicht 100ig überzeugen konnte...
Fazit: Wieder ein gelungener Familienroman auf zwei Zeitebenen, allerdings konnte er mich diesmal nicht hundertprozentig überzeugen. Ich wurde mit beiden Protagonisten nicht ganz glücklich und fand auch einiges an der Geschichte vorhersehbar. Die bildhaften Beschreibungen von Wien und seinen schönsten Plätzen, sowie all den Köstlichkeiten, die man bei uns schlemmen kann, waren allerdings ausgezeichnet geschildert. Für mich leider das schwächste Buch der Autorin, aber trotzdem ein toller Roman.
"Weder die Vernunft, noch die Schrift lehrt, daß man jedes gegebene Versprechen halten müsse." (Baruch de Spinoza) Berlin 2018: Antonia soll zu einer Beerdigung und wegen einem Erbe nach Wien. Doch ihr gesundheitlicher Zustand erlauben es nicht das sie diese lange Reise antritt, deshalb schickt sie die 30-jährige Paulina Wilke eine langjährige Freundin für sie hin. Noch ahnen sie beide nicht das dieses Erbstück ihr beider Leben verändern wird. In Wien angekommen wird sie liebevoll von der Familie Brunner aufgenommen. Lediglich das sie dort die identische Schneekugel, vorfindet, macht Paulina stutzig. Wien 1936: Die junge Sängerin und Halbjüdin Luzie Kühn muss Berlin und ihre geliebten Großeltern verlassen. Insbesondere vor Göbbels der Luzie verehrt und nachstellt, hat sie Angst. Sie befürchtet, dass er irgendwann womöglich ihre jüdische Herkunft herausfinden könnte. Noch ahnt sie nicht das die Spannungen zwischen Österreich und Deutschland ebenfalls zunehmen und sie in Wien genauso in Gefahr kommen könnte. Derweil wird sie bei Familie Brunner gut aufgenommen, bis sie die jüdische Vergangenheit nicht mehr verschleiern kann. Zudem lernt sie den Juden Bela Król kennen und lieben, dieser bekommt vor allem von seinem Kollegen aus dem Theater Probleme.
Meine Meinung: Bisher kannte ich die Autorin, bzw. ihre Bücher nur vom sehen, doch das sollte sich nun ändern. Das schöne blumige Cover mit dem Flieder, den die junge Frau in der Hand hält, passte sehr gut zur Geschichte. Fliedertochter ist der vierte historische Roman der Autorin, der diesmal nach Wien führte, zum einen in der Gegenwart und in der Zeit des Dritten Reichs. Im Plot ging es um eine geheimnisvolle Erbschaft, Verrat, Freundschaft, Krieg, Nationalsozialismus, Hass, Judenverfolgung, Liebe und ein Versprechen. Ich empfand das gekürzte Hörbuch von nicht ganz 10 Stunden ausreichend und die warmherzige Stimme von Christiane Marx als recht angenehm. Die Geschichte mit den verschiedenen Handlungen war sehr gut durchdacht und umgesetzt, insbesondere der historische Teil empfand ich grandios recherchiert. Eingeteilt in Gegenwart bei der ich Paulina und im Nebenstrang ihre Mutter Simone auf der Pilgerfahrt erlebte und der Vergangenheit mit Luzie, Bela und Richard. Ich habe inzwischen schon viele Biografien von Holocaustüberlebenden gelesen, die mich emotional bewegten, doch selten wurde ich von einem Roman so berührt. Besonders Luzies Erlebnisse und ihr Schicksal gingen mir nahe, sodass ich besonders im letzten Drittel häufig mit Taschentuch vor dem Player saß. Was Luzies, Bela und Richard erlebt hatten, zeigte das Leben von vielen Juden in dieser Zeit auf. Das Vermächtnis des Tagebuchs zeichnete ein wirklich bewegendes Leben auf. Doch es offenbarte zudem eine starke Frau, die schon recht jung ihr Leben selbst in die Hand nehmen musste. Auch die Liebesgeschichte von Paulina und Tamesch, die zusammen mit Moritz Brunner einen Film über die Spuren von Luzie in Wien drehten, gefiel mir recht gut. Zu lesen wie es in Österreich in Kriegszeiten und danach zuging, speziell auch in Wien war schon etwas ganz besonderes für mich. Was es mit den nostalgischen, geheimnisvollen Schneekugeln und dem Versprechen auf sich hatte, erfährt man erst nach und nach. Bewegt hat mich außerdem Paulinas Mutter Simone die vor Jahren ihrer todkranken Freundin ein Versprechen gegeben musste und das nun immer mehr zu bröckeln begann. Auch die Charaktere waren sehr gut dargestellt, besonders die Frauenbilder wurden hier stark hervorgehoben. Allen voran die smarte, dynamische, ehrgeizige Paulina und die liebenswerte, zuverlässige Luzie. Ein Hörbuch das ich jedem empfehlen kann der mehr über das Dritte Reich, Judenverfolgung und Nationalsozialismus erfahren möchte. Und von mir gibt es obendrein 5 von 5 Sterne.
Im Jahr 1936 möchte die Berliner Soubrette Luzie Kühn die ganz große Karriere als Schauspielerin machen. Doch in einer Zeit in der die Nationalsozialisten in Deutschland immer mehr an Macht gewinnen, ist Luzie als halbjüdische Waise nicht mehr sicher. Daher bricht sie auf nach Wien, wo sie von ihrer Tante Marie adoptiert wird und ein neues Leben beginnt. Endlich scheint Luzies Leben vom Schicksal gesegnet zu sein, besonders als sie sich in den jüdischen Librettisten Bela verliebt. Aber auch in Österreich gewinnen die Nazis immer mehr Macht und bedrohen nicht nur Luzies Glück.
Im Jahr 2018 reist die 30-jährige Paulina Wilke für ihre langjährige Freundin und Mutterfigur Toni nach Wien, um dort einem mysteriösen Vermächtnis nachzugehen. Dabei darf natürlich Paulinas geliebte Schneekugel mit dem Wiener Riesenrat nicht fehlen. In Wien findet Paulina ein Tagebuch aus den Dreißigerjahren mit der tragischen Geschichte der Luzie Kühn und stößt auf die gleiche Schneekugel, wie ihre. Sie ahnt noch nicht, dass beides ihr Leben für immer verändern wird.
Meine Meinung
Die Fliedertochter ist mal wieder ein wundervoller Frauenroman geschrieben von Teresa Simon, dessen Hörbuch ich begeistert gehört habe. Mir haben bereits die vorherigen Frauenromane der Autorin Die Frauen der Rosenvilla und Die Holunderschwestern über Familiengeheimnisse aus der Vergangenheit richtig gut gefallen.
Das Hörbuch wird mitreißend gelesen von Christiane Marx, deren angenehme Stimme die Geschichte sehr gut widerspiegelt. Passend zu den verschiedenen Charakteren verändert Christiane Marx ihre Art zu lesen und verleiht der Handlung damit eine packende Atmosphäre, die mich permanent in die Geschichte gesogen hat.
Erneut erschafft Teresa Simon eine fesselnde Familiengeschichte über die Jahrhunderte, die mich sehr berührt hat. Die Handlung spielt parallel auf zwei Zeitebenen, die durch die Tagebucheinträge von Luzia miteinander verbunden sind. Einmal erlebt Paulina ihren Aufenthalt im Wien der Gegenwart, während Luzia ihr neues Leben in Wien von 1936-1944 aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei beschreibt die Autorin sehr lebendig, bildlich und anschaulich das Leben in Wien zu beiden Zeiten.
Besonders Luzies schweres Schicksal in der Vergangenheit hat mich emotional tief berührt. Ich konnte das Hörbuch gar nicht mehr ausschalten und wurde komplett von ihrem Leben gefesselt. Dabei gelingt es der Autorin herausragend die historischen Geschehnisse zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland und Österreich in eine packende Geschichte zu verpacken. Mit einigen unerwarteten Wendungen in der Handlung und den Figurenkonstellationen, konnte die Autorin mich wirklich überraschen. Wobei ich jedoch sagen muss, dass die Auflösung am Ende dann doch nicht wirklich unerwartet war.
Fazit
Die Fliedertochter von Teresa Simon ist mal wieder ein packender Frauenroman, der als Hörbuch von Christiane Marx sehr fesselnd gelesen wird und eine passende Atmosphäre kreiert. Die Geschichte von Luzia in der Zeit des Nationalsozialismus hat mich emotional tief berührt und ist bisher das beste Werk der Autorin. In Kombination mit Paulinas erfrischender Geschichte in der Gegenwart und dem authentisch beschriebenen Leben im wunderschönen Wien, war das Hörbuch die reinste Freude.
Meine Meinung Wer historische Familienromane mit Geheimnissen auf zwei Zeitebenen liebt, muss unbedingt zu dieser Geschichte greifen, denn auch mit diesem Buch wird der*die Leser*in von der Autorin wieder in die Zeit der Naziherrschaft mitgenommen. Dieses Mal geht es in das wunderschöne, historische Wien.
Wir begleiten Luzie Kühn, die 1936 vor Goebbels von Berlin nach Wien flieht, um dort bei ihrer anderen Familie unterzukommen. Sie lernt Wien lieben und kann am Theater ihre künstlerische Ader entfalten.
Österreich bleibt nicht lange von Hitlers Herrschaft verschont. Die dunkle Zeit bricht auch dort aus, Juden und andere Minderheiten werden gejagt und verfolgt und ermordet. Luzie muss harte Schicksalsschläge einstecken, sich von geliebten Menschen verabschieden. Sie schreibt über ihr Leben in ihre Tagebücher, die die Brücke zur Gegenwart werden.
Paulina, die Protagonistin im Handlungsstrang von 2018 wird in die Familiengeschichte der Matuseks verwickelt, die 1936 ihren ersten Wendepunkt erreicht. Durch die Tagebücher wird sie in die Vergangenheit gezogen, kann sich dem damaligen Schrecken kaum entziehen und entdeckt dabei Geheiminisse, von denen sie ursprünglich nichts geahnt hatte.
Dabei spürt man in jeder Zeile die Liebe der Autorin zur Stadt! Ganz hingerissen liest man über die verschiedenen Sehenswürdigkeiten Wiens, über ihre historische Bedeutung(en) und möchte sich am liebsten in ein Wiener Café auf eine oder mehrere Wiener Melange beamen.
Wieder gelingt Teresa Simon gekonnt die Verknüpfung der Vergangenheit mit der Gegenwart. Mehr als einmal liest man über ihre Protagonisten, wie sie zur aktuellen (politischen) Lage in Deutschland steht und dass sie eine Verfechterin des kulturellen Miteinander ist.
Flüssig und spannend verfolgt der*die Leser*in Luzies und Paulinas Wege, die sich ab und zu ähneln und doch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Beide Protagonistinnen entwickeln sich hervorragend. Aus sehr jungen werden selbstbewusste Frauen, die an Schwierigkeiten wachsen und ihren Problemen die Stirn bieten.
Durch einige Wendungen in der Geschichte bleibt es spannend. Zum Schluss sind alle Fragen und Unstimmigkeiten geklärt. Als Leser*in fühle ich mich klüger, aufgeklärter und sehr gut unterhalten!
Fazit Mit ihrem neuesen Roman ist es Teresa Simon gelungen auf all ihre Geschichten noch eine Schippe draufzusetzten! War bisher das Debüt “Die Frauen der Rosenvilla” mein Lieblingsbuch, wurde es jetzt durch “Die Fliedertochter” vom Sockel gestoßen. Wer vor der Lektüre noch kein Fan von Wien war, wird es spätestens danach sein! Absolute Leseempfehlung!
Luzie Kühn startet gerade durch. Ihre Karriere als Sängerin beginnt im Jahr 1936 in Berlin. Eine Stadt die unter der Führung Adolf Hitlers steht. Das Hakenkreuz ist allgegenwärtig. Luzie fühlt sich schon lange nicht mehr sicher in Berlin, denn sie ist Jüdin. Sie verlässt Berlin und geht nach Wien. Schnell verliebt sie sich in Bela. Aber auch hier scheint sie nicht sicher zu sein. Im Jahr 2018 wird Paulina von Antonia gebeten, in Wie. Ein Erbstück abzuholen. Es ist etwas ganz besonderes was dort auf sie wartet. Diese Reise wird ihr ganzes Leben verändern.
Es gibt keine Autorin die die Zeitenwechsel besser beherrscht wie sie: Teresa Simon. Ihr neuer Roman „Die Fliedertochter“ ist wieder ein absolutes Meisterwerk aus der Feder der Autorin. Die Geschichte um Luzie lässt uns als Leser in eine Zeit eintauchen die einfach unbeschreiblich schrecklich war. Simon bringt den Charakter und die Seele von Luzie dem Leser sehr nahe. So nahe, das es einem die Tränen in die Augen treibt und wir einfach mit ihr mitfiebern müssen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Emotionen sind hier so gut geschildert, das es einem Gänsehaut beschert. Ich habe selten ein Buch, bei dem ich am Anfang schon weinen musste. Und dann kommt wieder der Zeitensprung ins hier uns jetzt und da begegnen wir Paulina. Sie ist einfach nur sympathisch. Ich mochte sie sofort und war genau so neugierig wie sie auf sie Schneekugel. Was sie dann allerdings alles erlebt, hat mich wieder komplett fasziniert. Simon kann so gut Dinge unvorhergesehen einführen, das man als Leser immer wieder sprachlos ist. Die Art und Weise wie dann alle beiden Zeiten zum Ende hin verwoben werden, ist einfach nur grandios. Ihr Schreibstil ist dabei wieder sauber und klar, alle Situationen kommen unverschnörkelt daher. Sie weiß einfach wie es geht. Nach ihren drei Knaller-Romanen „Die Frauen der Rosenvilla“, „Die Holunderschwesten“ und „Die Oleanderfrauen“ ist dies nun ein würdiger Teil der sich auch optisch perfekt in die Reihe einfügt. Ich muss gestehen,mir fehlen vor lauter Begeisterung wirklich die Worte bei diesem Buch! Es ist einfach nur Wow!
Ich danke dem Verlag und Frau Schindler für das Rezensionsexemplar! Dieses Buch ist für mich ein Lese-Highlight 2019!
Berlin/Wien, 2018 Antonia bekommt einen geheimnisvollen Brief aus Wien und bittet Paulina um den Gefallen, sie in dieser Erbangelegenheit zu vertreten. Paulina fährt mit dem Zug in die österreichische Hauptstadt und tritt eine Reise in die Vergangenheit an. Das berühmteste Kind der Donau nimmt sie in seine nostalgischen Arme, die geschichtsträchtige Metropole zieht die junge Künstlerin in ihren Bann. Freud, Klimt, Hundertwasser und Co sind allgegenwertig, die Historie hadert mit der Moderne, ein Widerspruch mit Kultur. Die beste Kulisse, um eins mit dem Leben einer zeitlich Entfernten zu werden. Paulina sucht Spuren und findet Wurzeln in Antonias Erbe. Einem Tagebuch.
Berlin/Wien, 1936 Luzie Kühn liebt das Variete und fühlt sich auf der Bühne zuhause, tanzen und singen ist ihr Leben. Als Goebbels ihrer Talente gewahr wird, hat Luzie Angst, dass ihr Geheimnis um ihre jüdische Abstammung ans Licht kommt. Um den hinkenden Bock von Babelsberg zu entkommen, flieht sie nach Wien und findet Asyl bei Familie Brunner. Doch auch hier färbt sich der bunte Herbst in giftiges Sepia, die braune Suppe gärt und brodelt.
Luzies Traum wird wahr, sie bekommt ein Engagement am Theater an der Wien und betritt die Bretter einer Zarah Leander. Ihre Freude darüber lässt sie unvorsichtig werden, plötzlich gibt es neben Singen und Tanzen auch noch die Liebe, die einen großen Tribut zollt. Das Lichtmädchen Luzie gerät zwischen zwei Brüderherzen, doch den Schatten wirft der Krieg, der Millionen von Menschen verschlingt.
Dramatisch und spannend verbindet Teresa Simon eine Zeitspanne von 80 Jahren. Vergangenheit und Gegenwart - was man daraus macht, formt die Zukunft. Das Tagebuch der Luzie Kühn wirkt so authentisch, dass man beim Lesen den Atem anhält und die Zeit vergisst. Ein großartiges Leseerlebnis.
Teresa Simon steht für berührendes Schicksal, starke Heldinnen und unverfälschte Romantik. Die gute Recherche ist wie immer Ehrensache. Das war ganz großes Gefühls-Kino mit Taschentuch-Bonus! Eine unbedingte Empfehlung: Lesen und Teil einer anderen Zeit werden. Ich bin begeistert.
"Ideologien trennen uns, Träume und Ängste bringen uns einander näher." Eugène Ionesco
Berlin 1936: Die junge Luzie Kühn träumt von einer erfolgreichen Karriere als Sängerin. Doch als Jüdin kann sie nicht mehr sicher sein und deshalb verlässt sie Berlin in Richtung Wien. Doch auch dort wird das Leben als Jüdin immer schwieriger und bald wird ihr klar, dass sie auch dort nicht mehr sicher ist. Berlin 2018: Paulina Willke soll für ihre mütterliche Freundin Antonia in Wien ein Erbstück abholen. Es handelt sich um das Tagebuch von Luzie Kühn, die vor den Nazis von Berlin nach Wien floh. Paulina ahnt nicht, dass diese Reise ihr Leben verändern wird.
Dieser Roman hat mich zutiefst bewegt und zu Tränen gerührt. Dieses Buch war das erste, das ich von dieser fantastischen Autorin lesen durfte. Für mich steht fest, dass ich jedes andere Buch von ihr auch noch lesen muss bzw. werde. Der Schreibstil ließ sich hervorragend lesen, war bildhaft und fesselnd und konnte mich sofort in die Geschichte entführen. Die Charaktere wurden hervorragend gezeichnet, besaßen Authentizität und Tiefe, sie wirkten einfach menschlich. Ihre Gedanken und Gefühle wurden perfekt beschrieben, so dass ich alles miterleben und mitfühlen konnte. Und das war teilweise extrem schwere Kost, die nicht leicht zu verdauen war. Die Geschichte wurde in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen in der Gegenwart um Paulina, die in dem Tagebuch von Luzie liest, und zum anderen in der Vergangenheit um Luzie. Beide Teile gefielen mir sehr gut, wobei der Blick in die Vergangenheit für mich viel berührender und schmerzhafter war, denn die damaligen Schrecken für die Juden wurden äußerst authentisch beschrieben. Mir kamen mehr als einmal die Tränen. Man merkt ganz deutlich, dass die Autorin eine hervorragende Recherche betrieben hat und sich intensiv mit dieser Zeit auseinandergesetzt hat. Die Spannung war bestens vorhanden, denn ich war durchgängig gespannt, wie und durch welche Personen diese beiden Stränge miteinander verwoben sind. Das Ende klärte dann alle offenen Fragen und bildete einen prima Abschluss. Allerdings ist die Geschichte für mich mit dem Zuklappen des Buches nicht beendet, denn sie wirkt noch sehr nach und bleibt im Gedächtnis.
Ein wundervolles Buch, das mich restlos begeistert hat. Ich vergebe eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.
Another great book by Teresa Simon. She's almost as good as Corina Bomann.
Berlin/Wien 1936: Die junge Berliner Waise und Soubrette Luzie Kühn träumt von einer großen Karriere - doch sie ist Halbjüdin und damit in Deutschland nicht sicher. Schweren Herzens verlässt sie daher ihre jüdischen Großeltern und reist nach Wien, wo sie von ihrer arischen Tante Marie adoptiert wird und sich bald in den charmanten Librettisten Bela verliebt. Doch auch in Österreich gewinnen die Nationalsozialisten immer mehr Macht....
Berlin/Wien 2018: Die 30-jährige Paulina Wilke reist auf Bitten ihrer mütterlichen Freundin Toni nach Wien, wo sie sich um ein geheimnisvolles Vermächtnis kümmern soll. Mit im Gepäck ihr Talisman aus Kindertagen, eine Schneekugel von 1936 mit dem Wiener Riesenrad. Noch ahnt Paulina nicht, dass die Schneekugel und ein altes Tagebuch ihr Leben für immer verändern.
Der Roman spielt wieder auf zwei Zeitebenen, die geschickt miteinander verknüpft sind. Einerseits begleiten wir Paulina und ihre Mutter Simone in der Gegenwart von 2018, andererseits Luzie in der Vergangenheit zwischen 1936-1944. Zur besseren Übersicht habe ich mir die Stammbäume gleich mit aufgemalt.
Luzies Schicksal, das wir hier teilweise auch durch Tagebucheinträge in Ich-Form und im Präsens verfolgen, ist mir dabei besonders nahe gegangen. Ihre dramatische Geschichte hat mich tief berührt und so manches Mal kamen mir dabei die Tränen. Denn die beschriebenen Gräueltaten und Schrecken des 2. Weltkrieges sind keine leichte Kost und nicht einfach zu verdauen. Doch wir erleben auch einige glückliche und romantische Momente.
Pauline fährt nach Wien, um ein Erbe, ein altes Tagebuch, ihrer älteren Freundin Antonia zu holen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht reisen kann. Ihre Mutter ist zeitgleich auf einer Pilgerwanderung mit ihrer Freundin. Der Roma spielt nun in Wien und Italien in der heutigen Zeit und in Berlin/Wien der 1930-40er. Wir folgen Pauline, wie sie auf dem Weg der Protagonistin im Tagebuch Luzie folgt. Wie Luzie, die Halbjüdin erst aus Berlin flüchtet, nur um einige Jahre später in einer ähnlichen Situation in Wien zu landen. Das Buch ist sehr spannend geschrieben und kann sich gut in die Zeit hineinversetzen. AN manchen Stellen aber auch sehr traurig und weil man ja auch weiß, wie viele Leben damals endeten auch sehr deprimierend, weil man die Hoffnung von Luzie, es würde gut ausgehen, nicht teilen kann.
Die Sprache, in der es geschrieben ist, ist auch etwas besonderes - sie passt wunderbar in die Zeit Luzies, aber wenn dann Pauline ebenso spricht, wundert man sich, denn selbst mit dem Wiener Schmäh sprechen Menschen in Paulines Alter nicht so. Trotzdem verbindet das Buch wunderbar die Zeiten. Ich hatte es von meiner Mutter ausgeliehen bekommen, die ganz begeistert war und das lag sicher zum Großteil an diesem Schreibstil. Schon auf dem Weg nach Wien und in Wien selber lernt Pauline einige Personen kennen, die wandelnde Stadtführer sind und durch die der Leser mehr über die Stadt und die Geschichte während der NS-Zeit erfahren. (Hermine liest aus 'History of Hogwarts' vor). Das ist manchmal sehr auffällig - vor allem, wenn man schon mal in Wien war. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass ein Wiener dich zur Seite nimmt und einfach mal so etwas zum Stephansdom erzählt. Egal, wie nett du bist. Und auf die Geschichte der Mutter in Italien hätte ich verzichten können. Obwohl ich die Idee, der sich wiederholenden Geschichte interessant finde. So etwas findet man ja häufiger in Familien. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Wer sich für Österreich in der NS-Zeit interessiert und/oder wie man in dieser Zeit als junger Mensch gelebt und geliebt hat, für den ist das Buch das richtige.
Paulina reist für ihre alte und kranke Freundin Toni nach Wien, um dort für sie ein Erbstück abzuholen. Was sie vorfindet, wir ihr Leben verändern. Denn sie lernt die Geschichte von Luzie kennen, die im Dritten Reich vor den Nazis aus Berlin nach Wien geflohen ist. Doch auch bald ist Wien für eine Frau mit jüdischen Wurzeln bald nicht mehr sicher...
Das vierte Buch von Teresa Simon ist für mich ihr bestes und ich mochte die ersten drei schon wirklich. Aber mit der Fliedertochter hat die Autorin sich und ihre Erzählkunst noch einmal übertroffen. Bei der Geschichte um Luzie und Paulina stimmt einfach alles: tolle Charaktere, eine fast greifbare Stimmung und in der Geschichte ein gelungener Mix aus Spannung und Emotionaliät.
Die Protagonistinnen Luzie und Paulina sind beide sehr sympathisch und man wünscht ihnen zu jeder Zeit nur das Beste. Ganz besonders hat mich die erzeugte Stimmung durch das Buch getragen. Das Wien der 1930er und 1940er Jahre und das aktuelle Wien standen mir immer vor dem geistigen Auge, auch wenn das ob der historischen Ereignisse manchmal beklemmend war.
Die Geschichte wird auf diesen beiden Zeitebenen erzählt, zum Teil mit Tagebucheinträgen von Luzie. Zu keinem Zeitpunkt bin ich beim lesen durcheinander gekommen oder war auch nur eine Sekunde gelangweilt. Das ist große Erzählkunst.
Für Leser, die historische Romane mit Tiefgang mögen, die dabei leicht erzählt sind, ist "Die Fliedertochter" das perfekte Buch.
Granted, it was once again a gorgeously designed cover that caught my attention, especially as a lilac lover. I've never read anything by this German author, and an English translation wasn't available. It was a little slow to get into, mainly because of a gazillion of characters and their family relations being dumped on the reader early on. Juggling two different timelines wasn't an easy task, especially as the gruesome war times and the juxtaposition of modern life were as different as they come. In general, I felt it was historically well researched. While both female lead characters were fully fleshed out on the pages, I connected more with Luzie than with Paulina. The novel's constant switch between opposites – past and present, dark and light, sadness and happiness – was extremely well done, allowing the reader to sit with the content for a while. Vividly described scenes almost leaped off the pages, carried by an emotive writing style. I will probably read more of this writer!
Die Fliedertochter hat mich positiv überrascht. Ich hatte das Buch zum Verschenken auf der Straße gefunden und bin beim Mitnehmen von einem gewöhnlichen Liebesroman ausgegangen. Die Einfädelung der Geschichte der Luzie Kühn fand ich sehr gelungen. Leider konnte ich mich mit der modernen Geschichte nicht ganz anfreunden weshalb ich Sterne abgezogen habe. Die heutige Zeit wird aus zwei Perspektiven erzählt was meiner Meinung nach der Geschichte nicht gut getan hat und wie ich fand doch sehr vorhersehbar war. Zudem hat mir Paulinas Verhalten sehr oft das Gefühl gegeben über einen Teenager in der Pubertät zu lesen und nicht einer Frau um die dreißig. Trotz allem war es ein schönes Buch, dass mir ein Teil deutscher/österreichischer Geschichte auf eine besondere Weise nochmal Näher gebracht hat.
Ein guter historischer Roman - der auf zwei Ebenen spielt, die Zeit vor und während des zweiten Weltkriegs und in der Jetztzeit, natürlich sind die beiden Handlungsstränge verwoben. Wien, finde ich, war sehr gut getroffen, ebenso wie der Übergang von Sorge zu Angst zu dem tatsächlichen Schrecken. Das einzige, das mich wirklich gestört hat, waren das Thema der Frau zwischen zwei Männern, das in beiden Handlungssträngen fast schon "ausgeschlachtet" wird. Zumindest in einem der Stränge hätte man auch gut darauf verzichten können. Alles in allem gibt es von mir aber drei Sterne :)
Eine spannende Geschichte, die mich stellenweise zu Tränen berührt hat. Tolle Charaktere und ein schöner Schreibstil. Die Liebesdreiecke hätte ich zwar nicht gebraucht, aber alles andere konnte mich voll und ganz überzeugen