Die politische, soziale und geistige Bewegung der Aufklärung ist ein europäisches Phänomen. Sie hat in ganz Europa der Geschichte des 18. Jahrhunderts ihre charakteristischen Züge verliehen: In Frankreich, England, Deutschland, Italien, Spanien und darüber hinaus, überall wurde der Begriff der »Aufklärung« zum Modewort, die Vorstellung davon, Licht ins Dunkel der Unvernunft zu bringen, den Nebel des Aberglaubens und der Vorurteile zu vertreiben, zum vieldiskutierten Leitbild. Der Überblick der renommierten Münsteraner Historikerin erfasst diese gesamteuropäische Geistesbewegung und schildert sie in aller Vielfalt, wenn nicht gar Widersprüchlichkeit.
Barbara Stollberg-Rilinger FBA is a German historian. She studied German language and literature, history and history of art at the University of Cologne, graduating in 1980 and earning a doctorate in 1985.
Eine überraschend nuancerreiche kulturell-geselschaftliche Darstellung von (West-/Mittel)europa in der Aufklärung. Besonders wertvoll ist die kritische Betrachtung der grundlegende, damals noch entwickelnde kulturelle Logik der modernen Denkweisen über die Rolle des Staates. Letzteres sollte vllt. gar nichts überraschendes für mich sein; Stollberg-Rillingers Fachexpertise steckt genau da, politisch-wissenschaftlich. Jedoch schwächer ist ihre Darlegung der Bedingtheit der Wissenschaft im 18. Jahrhundert, worin allein jener rasender Optimusmus der Ära weitgehend bis ins heute fortbesteht. Ebenso leicht mangelnd erweist sich der Text bezüglich der Beziehung, zwischen Wirtschaft und Gesellschaft, vor allem im Globalkontext.