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Georg

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"Mein Vater heiratete immer dreißigjährige Frauen. [Nur] er wurde älter… Sie hießen Ruth, Litzy, das war meine Mutter, Gisela und Liselotte…" Das ist die private Seite einer Lebensgeschichte, die um die halbe Welt fü Herkunft aus Frankfurt, Odenwaldschule, Paris-London-Berlin, dazwischen Internierung in Kanada, nach der Emigration der Weg in die DDR. Und bei alldem die wiederkehrende "Zu Hause Mensch und auf der Straße Jude." Barbara Honigmann erzählt lakonisch und witzig, traurig und mitreißend von ihrer deutsch-jüdisch-kommunistischen Ein schmales Buch, aber ein großes Buch über Deutschland – und die bewegende nachgetragene Liebeserklärung an einen außergewöhnlichen Mann.

161 pages, Kindle Edition

Published January 28, 2019

13 people want to read

About the author

Barbara Honigmann

24 books9 followers
Born 1949 in East-Berlin – lives in Strasbourg.
Foremost known as author. Paints since 1976. Emigrated from East Berlin to Strasbourg in 1984. Numerous awards for her literary work. Among many: others Kleist-Prize, Berlin 2000 and Max-Frisch-Prize by the city of Zurich, 2011. Exhibitions at Galerie Michael Hasenclever, Munich 1992, 1997, 2002 (catalogues), Brecht-Haus, Berlin 2000, Barbara Honigmann International Conference (Literature and Painting) at Hebrew University, Jerusalem 2011.

Recommended literature: Amir Eshel, Yfaat Weiss, Kurz hinter der Wahrheit und dicht neben der Lüge. Zum Werk Barbara Honigmanns, Munich 2013.

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Profile Image for Kathrin (la_chienne).
64 reviews20 followers
August 21, 2021
Barbara Honigmann erzählt in „Georg“ das Leben ihres Vaters. Er war so vieles – Bohemien, Kommunist, Spion, exzessiver Theatergänger –, hat so viele Stationen gemacht – aufgewachsen als Sohn eines jüdischen Arztes in Wiesbaden und bei seiner Großmutter in "Dammschtadd", Odenwaldschule, Frankfurt, Düsseldorf, Exil in London, Internierungslager in Kanada, sowjetische Besatzungszone in Berlin – und so viele Partnerinnen – stets junge – gehabt. Und doch bleibt er selbst trotz dieser Fülle an Informationen, die Honigmann uns aus seinem sehr ereignisreichen Leben gibt, ungreifbar, ja als Mensch/als ein Ich ziemlich vage. Und dieses Unbestimmte ist genau das, dem Honigmann in ihrem Roman nachspürt, auch um gleichzeitig mehr Klarheit über sich selbst – über die persönliche "Erbschaft", die ihr ihre Eltern für ihr Leben mitgegeben haben – zu finden. Warum war ihr Vater kaum bindungsfähig und wechselte ständig seine Partnerinnen – und mit ihnen gleichzeitig die Freundeskreise und seine Überzeugungen? Das einzig Beständige in seinem Leben scheint die Beziehung zu seinen beiden Töchtern gewesen zu sein. Rührend und erschreckend zugleich, wie er seine Tochter ganz selbstverständlich in Beschlag nimmt ("[...] ich sollte Anteil nehmen, weil ich ja ein Teil von ihm war, wie sein Arm oder sein Bein, so schleppte er mich durch sein Leben."), sie – beinahe wie einen Freundesersatz – mit "wir Männer" anspricht. Und trotz aller Eigentümlichkeiten und Leerstellen im Leben von Georg, die Honigmann zeitlebens vor Rätsel gestellt haben, spürt man diese besondere Nähe zwischen Vater und Tochter sehr stark.
Ich mochte sehr, wie sie ihren Vater beschreibt – sehr anschaulich und oft mit einer humorvollen Note. Seine Lebensgeschichte ist an sich schon sehr spannend, aber was mich insbesondere fasziniert hat, ist, wie Honigmann das Zerrissen-sein ihres Vaters, sein ewiges Zwischen-den-Stühlen-Sitzen, schildert und (sich selbst) mögliche Erklärungen dafür liefert. Er ist stets auf der Suche, kann aber leider nie seinen eigenen Platz finden.
"Vielleicht erhoffte er ja, [...] eine Gemeinschaft zu finden, in der man sich weder für seine prominent nose noch für das doppelte "n" in seinem Namen interessierte, in der er weder Jude noch Deutscher und noch weniger beides zusammen war, sondern einfach ein Mensch."
Ein sehr lesenswertes Buch!
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