Ein junger Mann wartet mit zwei Drinks auf seine Angebetete. Sie kommt pünktlich – im Fernsehen. Ein zwölfjähriges Mädchen will nicht zu schnell erwachsen werden. Und ein Messie findet ins Leben zurück dank einer hübschen Frau, die womöglich noch trauriger ist als er selbst. Ein paar ganz normale Menschen, deren Leben nicht das ist, was sie sich erträumt haben. Die dennoch um ihr winziges Stück vom Glück kämpfen und lieber heute als morgen aus der Kleinstadt in Kentucky wegwollen. Sie holen sich blutige Nasen und geben trotzdem nicht auf. Denn sie wissen: Irgendwann wird es gut.
Adam Joseph "Joey" Goebel III (born September 2, 1980) is an American author whose work centers around the peculiarities of culture in Middle America. He was raised in Henderson, Kentucky, a small town on the Ohio River across from Evansville, Indiana. His parents, Adam Goebel of Louisville, and Nancy Bingemer Goebel of Henderson, were both social workers and met in Frankfort, Kentucky. His older sister CeCe is also a social worker.
Goebel's books have been published in over ten languages and have found their largest audience in Germany, Austria, and Switzerland.
“Irgendwann wird es gut” is a collection of short stories, all of which are set in the small American town of Moberly sometime in the 90s. In addition, the characters in the individual chapters are loosely connected without creating a cohesive whole. Instead, the book thrives on its openness: although there are significant moments for the respective protagonists, how things will continue with them is - of necessity - only hinted at.
What the characters have in common is their quiet forlornness. They have (metaphorically) lost their lives, or they have lost themselves to life, or they have not yet arrived where they want to be. Some want to leave, some want to go deeper into loneliness, some take courage, some don't. These are deeply human constellations in which the characters have to face themselves and assert themselves. In doing so, they realize that the most implacable opponent is themselves.
As much as this sounds like a great book - the characters are mostly too sketchy to actually touch. They are more idea than flesh - it's as if one character overlaps and dissolves the other in the next story. In this respect, Moberly feels more like a ghost town where many have left their affairs unfinished and you can't help but regret this restlessness - even if it has its own charm.
Der Schreibstil erinnert ein wenig an Wells.... auf eine gute Art und Weise. Goebel hat hier eine Kurzgeschichtensammlung geschrieben. Das Besondere hierbei ist, dass alle Figuren eher locker , aber auch nicht immer, miteinander verwoben sind. Tatsächlich sind es hin und wieder nur leichte Berührungspunkte, die jedoch nicht den berühmten Schmetterlingseffekt haben. Auch haben die Figuren eine Gemeinsamkeit, wobei wir wieder bei Wells wären, denn auch ihm scheint diese Thematik zu interessieren. Ein tolles, unaufgeregtes Buch, was mir sehr gefallen hat , denn " Irgendwann wird es gut." 😉
Der Kurzgeschichten Roman entfaltet sich schnell zu einer unglaublich interessanten und emotionalen Reise in die Tiefen menschlicher Abgründe und Hoffnungen, von der jeder Leser (meines Erachtens) noch etwas lernen kann. Die Charaktere entwickeln trotz der kurzen Texte eine geradezu faszinierende Persönlichkeit, die nicht immer den konformen Regeln sozialer Strukturen genügt, aber gerade dadurch brillieren und nachvollziehbar werden. Sprachlich schafft es der Autor in recht einfachen Worten eine packende emotionale Tiefe und Wertigkeit zu erreichen, die ihres gleichen sucht. Die Grenzen moralischer Fragen werden mit einer herrlichen Zweideutigkeit ausgelegt und in Graustufen verpackt, so dass jeder Leser gezwungen wird sich persönlich auf diese Gratwanderungen einzulassen und selbst für sich Position zu beziehen. Ich kann dieses Buch nur jedem wärmstens ans Herz legen.
Auch wenn es sich in diesem Buch nicht um einen Roman, sondern um eigenständige Geschichten handelt, haben sie doch alle einen roten Faden, der sich durchzieht. Das Buch spielt in einer Kleinstadt in Kentucky, USA. Wie in Kleinstädten typisch, ist es für viele Leute langweilig, perspektivlos und sie fühlen sich nicht dazugehörig. So geht es auch den meisten der Progagonisten. Jeder hat seine eigene Geschichte, alle handeln von Einsamkeit, und alle sind irgendwie verbunden. So ist der Nachbarsjunge aus einer Geschichte die Hauptperson in einer anderen und seine Schwester wiederum in einer weiteren. Alle fühlen sie sich verloren und allein, aber alle können sie die Hoffnung nicht ganz aufgeben. Vor allem die letzte Geschichte zeigt dies sehr extrem auf. Mir hat das Buch gut gefallen und ich werde definitiv mehr von Joey Goebel lesen.
Dieses Buch ist so herzerwärmend, menschlich, poetisch, intelligent, witzig, liebevoll... Ich komme aus dem Schwärmen einfach nicht mehr heraus!
Jede Kurzgeschichte erzählt von einer anderen Person aus der amerikanischen Kleinstand Moberly: einem Messie, der sich in unsterblich in eine jeden Abend an seinem Fenster vorbei spazierende Frau verliebt. Einem Vater, der sich nach der Scheidung nach seinem Sohn sehnt. Einem Mann, der jeden Abend vor dem Fernseher Selbstgespräche mit der schönen Moderatorin führt.
Jede dieser Geschichten hat mich berührt. Einige so sehr, dass mir die Tränen in den Augen standen beispielsweise "Antikmarktmädchen". Es schmerzt diese ehrlichen Charaktere mit ihren Ecken und Kanten nun verlassen zu müssen. Ich vermisse sie jetzt schon und das gelingt nur außergewöhnlichen Büchern!
"[...] während seiner Abwesenheit, war das hier irgendwie das zauberhafteste Städtchen der Welt geworden." (S. 305)
Zehn Kurzgeschichten, die miteinander zu einem Portrait der US-amerikanischen Kleinstadt Moberly verknüpft werden. Sehr klassisch erzählt, dabei aber unterhaltend. Allerdings wirkten die Verbindungen zwischen den Geschichten auf mich an einigen Stellen etwas bemüht und auch die Figuren hätte ich mir für Kurzgeschichten noch origineller gewünscht.
Wer die Romane von Goebel mochte - ich fühlte mich besonders an "Heartland" erinnert -, wird sich insgesamt aber bestimmt auch für "Irgendwann wird es gut" begeistern können!
Ein junger Mann wartet mit zwei Drinks auf seine Angebetete. Sie kommt pünktlich - im Fernsehen. Ein Junge träumt von Ausbruch und von einer Musikerkarriere, ein Mädchen möchte lieber noch nicht erwachsen werden und in einem Hotel checkt ein junger Mann ein, der ein Abenteuer erleben möchte. Denn sein Leben ist keines. Wir treffen ganz normale Menschen, die ihr Leben leben aber das Gefühl nicht unterdrücken können, dass dieses Leben ihnen zu wenig ist. Sie leben in Moberly, einer Kleinstadt in Kentucky und betrachten diese gleichzeitig als Zufluchtsort und Gefängnis. Das sind ihre Geschichten.
Es gibt Bücher, die warten viel zu lange auf ihren großen Auftritt. Vor ungefähr drei Jahren habe ich ein Buch von meinem Stapel ungelesener Bücher befreit, das "Vincent" hieß. Geschrieben hatte es ein gewisser Joey Goebel. Mein erstes Buch von diesem Autoren. Als ich die ersten Seiten von "Vincent" las, wurde mir schnell klar, dass ich etwas Besonderes in den Händen halte. Und lange bevor ich die letzte Seite von "Vincent" las, wurde es zu eines meiner absoluten Lieblingsbüchern.
Nun gab es also etwas Neues von diesem wunderbaren Autoren zu lesen, der das ungeheure Talent besitzt seine Figuren so lebendig wirken zu lassen und so einzigartig zu kreieren, dass alles andere neben ihnen verblasst und man jede ihrer Emotionen nachempfindet und immer wieder fühlt. "Irgendwann wird es gut" ist ein Kurzgeschichtenband und vor der Lektüre war ich - zugegeben- etwas vorsichtig. Würde es Joey Goebel auch mit Kurzgeschichten schaffen sich so sehr in mein Herz zu schreiben, wie er es mit "Vincent" getan hat? Die Antwort ist einfach und kurz: Ja.
"Irgendwann wird es gut" ist ein Buch, das man einmal liest und sich sofort verliebt in jede einzelne Figur, weil es Joey Goebel schafft, dass man sofort ein Bild von diesen im Kopf hat, mit das man sich identifiziert. Die Protagonisten der Kurzgeschichten verbindet das permanente Gefühl der Einsamkeit, der Suche nach sich selbst und nach dem Glück, das sich meistens, ihrer Ansicht nach, außerhalb ihrer Reichweite befindet. Man verliebt sich - als Leser - sogar in den, in jeder Geschichte vorkommenden Handlungsort, Moberly, eine verwaiste Kleinstadt in Kentucky, die eigentlich die innere Zerrissenheit der Protagonisten symbolisiert. Sie wollen auf der einen Seite ausbrechen und sehen Moberly als ihr Gefängnis an, das sie daran hindert am wahren Leben außerhalb dieser Kleinstadtwelt teilzunehmen. Auf der anderen Seite allerdings ist immer etwas im Leben dieser Protagonisten, das sie an Moberly bindet und es ihnen unmöglich macht ihre so lang gehegten Pläne in die Tat umzusetzen. Der ein oder andere Protagonist entdeckt in seiner Geschichte sogar eine eigentümliche Schönheit in der Stadt, die sich in besonderen Formen zeigt.
Das hohe Identifikationspotenzial mit Joey Goebels Figuren in "Irgendwann wird es gut" vereint all diese Umstände. Die Figuren scheitern immer wieder, sie sind einsam und haben das Gefühl nicht alles aus ihrem Leben herauszuholen. Das sind Gefühle, mit denen wir uns alle mindestens einmal in unserem Leben auseinander gesetzt haben. Gleichzeitig geben die Protagonisten nicht auf. Sie versuchen alles, um ihrem Leben ein bisschen Glück wiederzugeben oder ihre Träume zu verwirklichen. Sie könnten unsere Nachbarn sein, mit denen wir uns gelegentlich im Treppenhaus oder über den Zaun hinweg unterhalten. Sie könnten unsere Freunde sein, die uns bei einem Bier von ihren Problemen erzählen. Sie könnten wir sein.
Joey Goebel ist mit seinem Kurzgeschichtenband etwas Großartiges gelungen. Ein Buch, das man einmal liest und schon während des Lesens weiß, dass es nicht das letzte Mal ist, dass man danach gegriffen hat. Eine weitere liebenswerte Eigenschaft an "Irgendwann wird es gut" ist zweifellos, dass bereits bekannte Figuren in anderen Geschichten wieder auftreten und das sicherlich noch ein Grund ist das Buch öfter zu lesen, weil man dann erst das ein oder andere 'Easter Egg' in Goebels Erzählungen wiederfindet.
Am Ende meiner Lobeshymne auf dieses großartige Buch möchte ich dann noch das Interview mit dem Autoren am Ende der Erzählungen empfehlen, das Benedict Wells geführt hat und das einige interessante Aspekte zur Entstehung des Bandes verrät und einfach nur wunderbar ist.
„Meine Theorie ist folgende: Es gibt keine Erwachsenen. Wir sind alle nur Kinder. […] Wir verwenden Wörter wie »Weisheit« und »Erfahrung«, wissen aber rein gar nichts. Wenn ich an diese Idee denke, ergibt die Welt für mich mehr Sinn, weil mir klarwird, dass keiner von uns weiß, was er tut. Selbst der bedeutendste Arzt gibt sich nur Spekulationen hin. Es ist erstaunlich, dass wir es lebendig durch den Tag schaffen. Wir sind alle so hilflos.“📺 - kam für mich auf jeden Fall nicht an „Vincent“ ran, aber ich hab die Kurzgeschichten trotzdem gerne gelesen, insbesondere wegen der dezenten Details, die die Geschichten miteinander verknüpfen (3,5-4⭐️)
In der US-Kleinstadt Moberly leben die unterschiedlichsten Menschen. Viele der vermeintlichen (?) Loser beschreibt Goebel in seinen hier versammelten 10 Erzählungen so treffend und herzlich, dass man kaum aufhören kann zu lesen. Gegen Ende hat es 2-3 weniger packende Stories, aber grundsätzlich schreibt er sehr berührende Episoden aus dem Leben dieser Alltagsmenschen. Lesetipps: Sei nicht dumm, Es wird alles schlecht werden oder Antikmarktmädchen.
A collection of interlinked short stories that present a closer look at a small American landscape in the 90s. It's a sensible read full of unfulfilled desire and lost hope, that interestingly never feels completely fatalistic.
Irgendwann wird es gut is a collection of ten stories set in a small Kentucky town called Moberly, with each story focussing on a different character, while most of them make reappearances in other stories as well. They all strive for happiness and are haunted by finding their way out of their individual senses of loneliness.
Most of these stories are pretty bleak. I'm not surprised Goebel is often linked to Benedict Wells, as their characters seem to be driven by the same themes and motifs. There's a thin line between being melancholic and just draining and this book was often quite close at the verge of crossing that line. I really enjoyed the variety in his narratives though – there's a man desperately in love with the local TV news presenter, a 12-year old girl who doesn't want to grow up too fast, a teacher who feels attracted to one of her students as her relationship begins to crumble...
I also enjoyed how Moberly felt like an actual place. I assume Goebel drew from his own experiences growing up in a small town, as this felt like a realistic portrayal. Many of these characters dream of going somewhere else, essentially lacking the awareness that they'll always carry their baggage with them. As many of these characters reappear in other stories we sometimes later passingly find out how their stories developed after we left them and with some characters we get to discover completely new angles about them, which was engaging and interesting to read.
This has an interesting publishing history, as the American writer Joey Goebel wrote it in English as I Know It's Going to Happen for You Someday, but it got published in German first with a much vaguer title (literally it translates as something closer to "One day it's going to get good"). However, neither titles answer the question of whether there truly is hope for these characters – they're all unhappy and lost in a sense, trying to make sense of their lives and while most of them don't succeed, each story does leave us with the sense that it might happen for them one day.
I can't say I loved this – there were too many characters that I openly disliked (even though this might have been the point in order to show their inner struggles) and occasionally a line or description felt a bit too emotionally loaded and as a result cheesy to me. There's definitely a lot of charm in this one, though and while it might not be my new favourite book, it was well worth a read.
Mit "Irgendwann wird es gut" wagt Joey Goebel etwas neues und schreibt Kurzgeschichten. Diese sind zwar durch die Figuren lose miteinander verwoben, könn(t)en aber auch gut für sich alleine stehen.
Das Besondere an diesem Band ist vielmehr das Thema, das sich durch das Leben aller Protagonisten zieht: Sie sind Loser. Sie sind Aussenseiter, jene, die nicht wissen, wie sie Anschluss finden und sich einbringen sollen. Sie sind einsam. Meist leiden sie aber nicht einmal besonders darunter; sie wollen sich gar nicht erst in eine Welt einbringen, die ihnen oberflächlich und künstlich erscheint. Das Problem sind die Anderen. Nur manchmal verfehlen sie die sozial verträglichen Ziele etwas gar weit, beispielsweise wenn sie regelmässig attraktiven Fernsehmoderatorinnen auflauern.
Ich habe diesen Band sehr genossen. Die Figuren haben hohes Identifikationspotenzial – jeder möchte das grösstmögliche Glück aus seiner Lebenszeit herausholen, und die meisten hatten wohl irgendwann einmal das Gefühl, daran zu scheitern. Trotzdem enden die Geschichten immer auf die eine oder andere Art versöhnlich. Ein wunderbares Buch!
wer benedict wells gern liest, liest auch joey goebel gern <3 fand‘s sweet dass die charaktere alle lose miteinander verknüpft waren & jede short story ein optimistischeres ende genommen hat :)
Joey Goebel hat hier Kurzgeschichten zusammengetragen, deren Hauptpersonen eins eint: Sie leben alle in ihrem eigenen kleinen Mikrokosmos in der Amerikanischen Kleinstadt Moberly. Alle sehnen sich nach Liebe, nach Gleichgesinnten oder danach, ihrem Alltag und der Kleinstadt zu entkommen. In dem Interview zum Schluss des Buches beschreibt der Autor die Gemeinsamkeiten der Protagonisten sehr passend so:
"Alle Hauptpersonen dieser Storys fühlen sich von anderen Menschen wie abgeschnitten. Diese Isoliertheit ähnelt der Einsamkeit, aber während ich mir einsame Menschen wie in einer Art durchlässiger Blase vorstelle, leben die Figuren in meinen Geschichten wie hinter einer dicken Glasscheibe. Sie können zwar hindurchsehen, aber irgendwas hindert sie daran, sie zu zerbrechen, mit anderen in Kontakt zu treten und mit ihnen gemeinsam zu leben. In jeder meiner Geschichten hackt der Held oder die Heldin dann aber auf die Glasscheibe ein, trotz aller Rückschläge voller Hoffnung, dass es ihm oder ihr endlich gelingen möge, auf die andere Seite zu gelangen, ein winziges Stück vom Glück zu erkämpfen."
Moberly wird als eine Stadt beschrieben "...in der Leute das dumpfe Gefühl haben, dass sich das Leben anderswo abspielt." Die Sehnsucht danach, aus dem Alltag und der Heimatstadt zu entkommen, erinnerte mich sehr an den Wunsch der Protagonisten aus Benedict Wells Hard Land, die auch in die große Welt fliehen möchten und letztendlich feststellen, dass in ihrer Heimatstadt doch nicht alles schlecht ist. Diese Sehnsucht und die gleichzeitige Ambivalenz kann ich sehr nachempfinden. Eine Figur in der Geschichte Skanky Baby drückt es so schön aus:
"Ich sag dir, wenn ich fröhlich bin, finde ich's hier ziemlich gut, genauso gut wie sonst irgendwo. Aber wenn ich nicht froh bin, wünscht ich, ich wäre irgendwo anders, bloß nicht hier."
Am besten gefiel mir dir Geschichte des Antikmarktmädchen.
Generell eine Leseempfehlung für Personen, die es gerne melancholisch mögen, aber trotzdem Hoffnung aus den Erzählungen schöpfen wollen.
Mein erstes Buch von Jeoy Goebel. Ich würde das Buch (wie auch der Autor selbst) als „Roman in Kurzgeschichtenform“ beschreiben. Mich hatte damals der Klappentext des Buches sehr angesprochen, ohne zu wissen, dass das Buch von Kurzgeschichten handelt. Ich persönlich finde es schöner, mit älteren Romanen eines Autors zu starten, statt mit dem neusten Buch bzw. Kurzgeschichten. Trotz allem hat mich jede Geschichte, die mit allen Geschichten irgendwie zusammenhängt, berührt. Das ein oder andere Mal verwirrt und dennoch bewegt. Ich mag den Schreibstil des Autors super gerne und sehe auf jeden Fall eine Parallele zu Benedict Wells (Kein Wunder, dass mir der Autor zusagt). Ich möchte das Buch in näherer Zukunft definitiv noch mal lesen! Eventuell ändere ich auch noch mal meine Bewertung, da ich das Buch erst mal sacken lassen muss und mir eventuell doch noch mehr im Kopf herum kreist, als ich erwarte;)
In dem Geschichtenband „irgendwann wird es gut“ von Joey Goebel, geht es um die trostlose Kleinstadt „Moberly“. Alle Hauptpersonen der verschiedenen Geschichten sind angeschlagen und vom Leben gezeichnet. Die Geschichten über die verschiedenen, einsamen Einwohner in dem Dorf sind sehr berührend und inspirierend. Wie sie sich eingeschlossen in der Kleinstadt fühlen aber dennoch nie aufgeben und versuchen was zu ändern. Bei den anderen dauert es länger und öfter, klappt es auch mal. Während des Lesens war es auch sehr schön wie sich die einzelnen Geschichten kreuzten. Man hörte zum Beispiel die Band, bestehen aus vier Teenager spielen und die nächste Geschichte handelt von ihnen. Dieses Buch empfehle ich sehr!!!
Das Buch hat mir richtig gut gefallen! Es handelt sich hier nicht um einen gewöhnlichen Roman, sondern um Kurzgeschichten, in denen die Protagonisten alle eine Gemeinsamkeit haben. Das Buch macht deutlich wie sehr der Schein trügen kann und wie leicht man Menschen falsch einschätzt. Wer Bücher liebt, die einen zum Nachdenken bringen können hat in dem Buch meiner Meinung nach das Richtige gefunden.
Es war etwas schwer reinzukommen und einige Figuren sind wirklich schwer erträglich aber das Buch ist zauberhaft geschrieben, die Geschichten machen meistens Freude und die Beschreibungen der Menschen sind feinsinnig und nachvollziehbar.
Besonders gut hat mir die Geschichte von dem Sohn und der Mutter gefallen, weil die echt rührend war. In allen Geschichten ist Einsamkeit das Hauptthema und irgendwie war in jeder der Kurzgeschichten echt viel Traurigkeit aber auch immer Hoffnung und das war schön.
In der amerikanischen Kleinstadt Moberly scheint keiner gern zu Leben. Trotzdem scheinen es die wenigsten zu schaffen, hier wegzugehen. Joey Goebel beleuchtet wie mit einem Scheinwerfer das Leben zehn Menschen (die sonst selten, wenn überhaupt, im Rampenlicht stehen), die in Moberly wohnen, in zehn Kurzgeschichten. Einen anderen Zusammenhang, als den Wohnort gibt es zwischen den Geschichten nicht, auch wenn manche Charaktere auch in den Geschichten von anderen, zumindest am Rande, auftauchen.
Die Figuren in den Geschichten stecken nicht nur geographisch fest, auch ihr Leben scheint an einem Punkt zu sein, an dem es nicht mehr weitergeht. Das Glück der Liebe ist ihnen nicht vergönnt, oft sind auch einfache zwischenmenschliche Beziehungen eine Herausforderung für sie. Sie sind allein, sie sind einsam, auch wenn sie nicht alle allein leben. Dabei spielen Alter und Geschlecht keine Rolle, denn Träume hat jeder, aber nur die wenigsten können ihre Träume verwirklichen.
Es sind rührende, oft ausgepsrochen traurige Geschichten. Und auch wenn es sich hier um die Einwohner einer Kleinstadt in Kentucky handelt, fällt es nicht schwer, sich vorzustellen, dass auch in unserer direkten Umgebung Menschen leben, die nur auf ein gutes Wort hoffen. Allerdings machen es schlechte Erfahrungen diesen Menschen schwer, sich anderen zu nähern, und irgendwann gelten sie als Sonderlinge – über die man zwar tuschelt, mit denen aber nicht geredet wird. Und man kennt sie im Grunde auch nicht, denn im Normalfall ist kein Joey Goebel da, der uns ihre Geschichte erzählen würde.
Deshalb wissen wir nicht, dass der komische Typ, der im Hotel um den Pool herumlungert oder uns vom Balkon beobachtet, eigentlich ein geschiedener Vater ist, der sich nichts mehr wünscht, als seinen Sohn öfter zu sehen, und der sehr einsam ist und sich mit jemanden unterhalten möchte. Oder dass der Kollege, der abends immer rechtzeitig zu Hause sein muss, weil er die Nachrichten sehen will, sich nur nach Liebe sehnt und da keine Frau in seiner Umgebung Interesse an ihm zeigt, sich nun in die Nachrichtensprecherin verguckt hat. Oder dass die Lehrerin, die ihren Schülern anbietet, sie jederzeit anrufen zu dürfen, wenn sie auf einer Party getrunken haben, sie holt sie dann ab, eigentlich nur alle vom Schicksal ihres Mannes bewahren möchte, der wegen Trunkenheit am Steuer hinter Gittern sitzt…
Joey Goebel zeigt in diesem Buch sehr viel Empathie, aus der man lernen kann – und das alleine reicht mir schon, um eine klare Leseempfehlung auszusprechen.
Nach dem Buch glaube ich, dass in mir vielleicht doch noch ein kleiner Kurzgeschichten-Fan schlummert. Bisher war ich von Short Story-Bänden nie besonders angetan, aber hier hab ich mich wirklich gerne durchgelesen. Man findet, obwohl verschiedene Geschichten, einen roten Faden und jeder Charakter bringt einen ganz eigenen Charme mit, um in den Kampf gegen die innere Leere / Unruhe zu treten. Es sind keine einfachen Protagonisten, es sind richtige Persönlichkeiten, an die ich immer noch zurück denke. Auch der letzte Teil mit Benedict Wells hat mir gut gefallen. Für mich ist das Buch ein absolutes kleines Highlight in diesem Monat und ich werde es bestimmt nochmal aufschlagen. Große Empfehlung.
Joey Goebel schreibt Kurzgeschichten, die alle in einer Kleinstadt in Kentucky stattfinden. Diese Kleinstadt gibt den Geschichten einen Rahmen, der sie fast zu einem Roman verknüpft. Allen Protagonisten ist gemein, dass sie unter einer Form der Einsamkeit leiden und doch versuchen, das Glas, das sie scheinbar von ihrem Gegenüber trennt, durchbrechen zu wollen. Eine sehr feinfühlige, empfindsame Art des Autors macht es trotz der Grundtraurigkeit der Geschichten leicht, diese zu lesen. Und dann auch noch die nächste und die nächste, bis all die Personen der kleinen Stadt Moberly dem Leser ans Herz gewachsen sind und man mit ihnen am liebsten die Stadt verlassen möchte.
In 10 Kurzgeschichten wird dem Leser ein Einblick in das Wesen verschiedener Personen aus der selben Ortschaft gewährt. Sie alle tragen eine tiefe Traurigkeit und das Gefühl der Einsamkeit in sich. In vielen Erläuterungen erkannte ich eigene Denkmuster. Die Geschichten lassen sich flüssig lesen, wirken angenehm rund und nahbar. Besonders inspirierend ist die immerwährende Präsenz von Hoffnung, die manch anderer in der gegenwärtigen Situation schon längst verloren hätte.