In einem vergessenen Archiv findet Ludwig Lang den Plan zu einer rätselhaften Erfindung. Er baut die seltsame Maschine nach, aber als sie zum ersten Mal läuft, passiert - nichts. Oder doch? Völlig unerwartet begegnet Ludwig seiner großen Liebe - Elsa, der schönen Geigerin. Ein Roman über die Kraft des Erfindens, die Macht der Musik und die Kunst zu lieben.
Der Autor Ewald Arenz kam 1965 in Nürnberg zur Welt und studierte englische und amerikanische Literatur und Geschichte. Seit Beginn der 1990er Jahre ist er als Autor tätig und hat neben einigen Glossen und Kindergeschichten auch Theaterstücke und historische Kriminalromane. Er ist mittlerweile einer der produktivsten und erfolgreichsten Schriftsteller Süddeutschlands, dessen Gesamtauflage weit über 120.000 verkaufte Bücher zählt.
Auch wenn ich wirklich jedes Buch von Ewald Arenz verschlungen habe, bin ich dieses Mal nicht überzeugt. Ich konnte einfach keine Verbindung zu den Protagonisten aufbauen und deshalb war es eher ein langsames Lesen.
Ludwig Lang, ein zurückhaltender Physiker, arbeitet im Patentamt. Statt Erfindungen zu prüfen und die ersehnten Patente zu erteilen, stöbert er lieber im Archiv in vergessenen Regalen. Als ihm eines Tages der Bauplan einer geheimnisvollen Maschine, entworfen von Gustav Lichtenberg, in die Hände fällt, ist seine Neugier vollends geweckt: Um herauszufinden, welchem Zweck die Maschine dient, baut er sie kurzentschlossen nach. Und während er in seinem Wohnzimmer tüftelt, nimmt seine Leben plötzlich unerwartete Wendungen...
Ewald Arenz versteht es wie keiner, dem unscheinbaren Beamten Ludwig Leben einzuhauchen. Um die Welt begreifen zu können, ist dieser Physiker geworden , aber sein trostloses Dasein im Amt frustriert ihn. Durch den geheimnisvollen Plan der gewaltigen Maschine, die er in seinem Wohnzimmer zum Leben erweckt, wird eine Leidenschaft geweckt, die Ludwig alles vergessen lässt – sogar die Grundbedürfnisse wie Nahrung und schlafen. Als der Körper gestreikt und seinen Tribut gefordert hat, unternimmt er einen nächtlichen Streifzug – und lernt die Geigerin Elsa können, mit der die Kraft der Musik und die Liebe Einzug in sein Leben halten. Nach einer gemeinsamen Nacht trennen sich die Wege wieder und in leisen Tönen erzählt Arenz von der Einsamkeit der Menschen, der Melancholie der rastlosen Seele, die ihren Ausgleich in der kreativen und / oder erfinderischen Schöpfung sucht.
Zwei sich abwechselnde Handlungsstränge erlauben die Einblicke in die Welten Ludwigs und Gustavs, wobei Ludwig als derjenige, der Gustavs Traum leben möchte, eher eine Version Gustavs vorstellt, die zu seinen Vorstellungen passt. In ungewöhnlichem Konjunktiv wird eine Version des Erfinders geschildert, die Ludwig nicht unähnlich ist. Auch dieser hatte in Clara die Liebe gefunden und träumte von einer revolutionären Erfindung und der Erfüllung der großen Liebe. Beide Protagonisten verlieren sich immer wieder in ihrer Aufgabe und ziehen sich von den Frauen zurück, die ihnen aber doch die Welt bedeuten. In meiner Interpretation des Romas versuchen sie, die Liebe und die Kunst (in diesem Fall die Musik) bis in kleinste physische Bestandteile zu analysieren und träumen davon, diese zu rationalisieren und mit Maschinen beeinflussen zu können.
Arenz‘ zauberhafte, bildhafte Sprache, die geschriebene Emotionalität in allen Facetten, die Atmosphäre und Umgebung, die sich wie eine zarte Decke um die Geschehnisse hüllen, beeindruckten mich einmal mehr. Mit sanftem Fingerzeig verweist er einmal mehr auf die Tatsache, dass alles im Leben seinen Preis hat und die wahre Bedeutung von Glück in den kleinen Momenten liegt; in der Komplexität und dem Zusammenspiel von Gefühl und Rationalität, von Vernunft und Leidenschaft, von Pflicht und Vergnügen. Leise ermahnt er, den Fokus zu behalten, ohne sich zu sehr darin zu verlieren und gestaltet gleichzeitig einmal mehr eine wunderbare Liebeserklärung an das Leben!