Seit Jahren steigt die Zahl der Pflegebedürftigen und das Pflegepersonal ist immer höheren psychischen und körperlichen Belastungen ausgesetzt. Viel zu lange wollte niemand hinsehen. Der 22-jährige Pflege-Azubi Alexander Jorde hat den Pflegenotstand über Nacht auf die politische Agenda gebracht. Seine Erfahrungen lassen nur einen Schluss Es ist höchste Zeit, die Würde des Menschen zu achten!
Am 11. September 2017 rückt ein Thema in den Fokus der Öffentlichkeit, das uns alle Pflege. Alexander Jorde, angehender Gesundheits- und Krankenpfleger, konfrontiert Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Wahlarena vor Millionen von Zuschauern mit den unhaltbaren Zuständen in der Pflege. Daraufhin entbrennt die längst überfällige Diskussion um das eklatante Missverhältnis zwischen der Zahl der Pflegebedürftigen und der Zahl der Pflegekräfte. Wie konnte es in einem der reichsten Länder der Welt soweit kommen? Und was sagt dieser Zustand über unsere Gesellschaft aus? Alexander Jorde benennt die herrschenden Missstände, eröffnet Wege aus dem Pflegenotstand und zeigt zugleich, wieviel Erfüllung er jeden Tag aufs Neue in den Begegnungen mit den Menschen erfährt. Ein berührendes wie alarmierendes Buch, das sich einer Thematik widmet, die keinen Aufschub duldet.
Sollte zur Pflichtlektüre für jeden Menschen werden - besonders aber für diejenigen, die darüber entscheiden und/oder dafür (mit-)verantwortlich sind, wie unser Gesundheits- und Pflegewesen zur Zeit aufgestellt ist und zukünftig aufgestellt sein soll. Interessant, verstörend und - im Wissen, wie Politik und Interessenvertretung funktioniert - am Ende auch frustrierend. Der Autor ist kein Schriftsteller, sondern steht gerade am Anfang seines Berufslebens und berichtet als Insider, der sich noch die Hoffnung erhalten hat, Dinge verändern zu können.
Realistische Darstellung aktueller Zustände in der Pflege, ohne allerdings im Detail defizitäre Zustände in Alltagssituationen zu schildern. - Sondern es werden sachlich die Defizite des Systems genannt und analysiert. Es geht hier mehr um die Hintergründe, wie es zum derzeitigen Pflegenotstand kam und seine strukturellen Auswirkungen. Zudem werden auch mögliche Lösungsvorschläge genannt. Es werden Ideen und Umsetzungen anderer Länder betrachtet und überlegt, inwiefern diese auch auf Deutschland zu übertragen sind. Man kann wohl kaum erwarten, dass dieser Auszubildende eine Lösung für die gesamte Krise und politischen Versäumnisse der letzten Jahrzehnte hat. Er macht deutlich, dass nicht er das Gesicht der Pflege sein sollte (wie ihn die Medien nannten), sondern die Pflege beginnen muss für ihre Profession und Ziele einzustehen und zu kämpfen. Sehr empfehlenswert - und betrifft nicht nur Menschen aus der Pflege - sondern sollte gerade von Menschen gelesen werden, die nicht täglich genau diese Erfahrungen machen!
Dieses Buch sollte zur Pflichtlektüre für Menschen mit Entscheidungsbefugnissen im Gesundheitssystem werden. Viele Ansätze, die zur Verbesserung des Gesundheitssystems dienen werden hier genannt. Seit Veröffentlichung des Buches hat sich deutlich zu wenig getan. So braucht man sich nicht wundern, dass Pflege bei so viele Menschen nicht mehr ankommt. Und eine Personalflucht von kompetenten Pflegepersonal besteht.
Toll geschrieben. Das Buch hat so viel Wahrheit und fasst so Viele wichtige Punkte gut zusammen. Das einzige wo ich eine leicht andere Meinung habe ist zum Thema bewegungsförderung. Aber diesbezüglich fehlt auch einfach noch die wissenschaftliche Grundlage. Ich bin zutiefst beeindruckt dass Herr jorde dieses Buch noch während seiner Ausbildung geschrieben hat. Ich danke ihm dafür und würde mich freuen noch mehr in Zukunft von ihm zu hören und zu lesen.
Der krankhafte Zustand der Pflege kommt gut zur Geltung, aber die Lösungsansätze fand ich noch ausbaufähig.. es hilft ja nicht nur ins Nachbarland zu schauen, sondern was für Deutschland passt muss gefunden werden und etabliert werden. Dieses Thema wird so über uns zusammenbrechen eines Tages, das kommt schon im Buch gut zur Geltung. Ich hätte mir gut vorstellen können, das Beispiele von Menschen im Buch geholfen hätten, das Ganze transparenter und greifbarer für den Menschen zu machen... wie geht es der Schwester auf Station X nach dem 7 Nachtdienst, die im Spätdienst einspringt? Die Pflege muss von den Tarifverträgen weg.. das hört sich logisch an! Wie kann es sein, dass die Zeitarbeitskraft 1000 Euro NETTO mehr verdient als die Kraft, die sich da 38 h die Woche ( plus Überstunden) immer wieder hinschleppt... THINGS must change! Fast!