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Entspannt euch!: Eine Philosophie der Gelassenheit

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Wie findet man zu einem sinnerfüllten, glücklichen Leben? Der Schlüssel dazu ist laut Michael Schmidt-Salomon die Überwindung von Schuld und Scham, sowie der Abschied von der Vorstellung des »grandiosen Ich«. Denn um ein gelasseneres Selbst zu entwickeln, muss man von seinem Selbst lassen können. In seinem Buch zeigt uns der bekannte Philosoph, wie wir moralische Schuldgefühle überwinden und zu einer neuen Leichtigkeit des Seins finden, wie wir lernen zu ertragen, was wir nicht verändern können, und zu verändern, was wir nicht ertragen müssen. So gelingt es, die eigenen Fähigkeiten zu entfalten und einen tragfähigen Lebenssinn zu finden. Ein Weisheitsbuch für das 21. Jahrhundert – originell, positiv und wohltuend unaufgeregt.

160 pages, Kindle Edition

Published March 1, 2019

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About the author

Michael Schmidt-Salomon

26 books51 followers

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1 star
3 (3%)
Displaying 1 - 7 of 7 reviews
Profile Image for Buzz Fledderjohn.
31 reviews2 followers
May 24, 2019
Eins vorneweg: Wer Jenseits von Gut und Böse: warum wir ohne Moral die besseren Menschen sind bereits gelesen hat, wird bei der Lektüre dieses Buches nur wenig Neues erfahren. Der vorliegende Band ist eine kondensierte und mehr auf das individuelle Leben konzentrierte Version des Buches von 2009.

Im Großen und Ganzen stimme ich mit dem Autor darin überein, dass man ein besseres und entspannteres Leben führt, wenn man andere und vor allem sich selbst weniger ernst nimmt. Immerhin kann keiner etwas für die Umstände und Faktoren (und Gene), unter denen er geboren und erzogen wurde, und insofern sind sowohl Scham als auch Stolz darüber regelrecht absurd. Ein ähnliches Argument hat auch bereits der große Ethiker John Rawls (in Eine Theorie der Gerechtigkeit und Gerechtigkeit Als Fairness: Ein Neuentwurf) vorgelegt, wenngleich in anderem Kontext. Die Kernaussagen von Schmidt-Salomons neuem Buch sind zwar nicht radikal, aber vernünftig (auch im Sinne von rational) und die daraus folgenden Ratschläge sinnvoll und auch ein Stück weit weise.

Ich möchte hier jedoch noch zwei philosophische Probleme ansprechen. Weil das Buch mehr oder weniger als (rationaler) Lebensratgeber und weniger als philosophische Abhandlung konzipiert ist, fallen diese zwar nicht groß ins Gewicht; trotzdem sollte man sie sich bewusst machen:
1. Willensfreiheit und Hirnforschung:
Schmidt-Salomon nimmt eine Art naturalistischen Neurodeterminismus an, der unterstellt, dass Bewusstseinszustände 1:1 auf Hirnzustände zurückzuführen sind. Einen freien Willen als ursachenfreien Willen kann es seiner Ansicht nach deshalb gar nicht geben; man kann sich in einer Situation nur so entscheiden, wie der jeweilige Hirnzustand es suggeriert, alternative Entscheidungsmöglichkeiten gibt es also gar nicht. Diese Auffassung ist in der neueren Bewusstseinsphilosophie und insbesondere in der Hirnforschung weit verbreitet (z.B. bei Thomas Metzinger in The Ego Tunnel: The Science of the Mind and the Myth of the Self, Gerhard Roth in Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert, Wolf Singer in Ein Neues Menschenbild? Gespräche über Hirnforschung), aber alles andere als unumstritten (siehe dazu vor allem den sehr gute und verständliche Überblick Neuromythologie: Eine Streitschrift gegen die Deutungsmacht der Hirnforschung). Schmidt-Salomon setzt dieses Paradigma voraus, begründet es aber nicht argumentativ.
2. Begriffsverwendung von Moral und Ethik:
Der Autor verwendet eine eigensinnige und untypische Terminologie in Bezug auf die Begriffe 'Moral' und 'Ethik' (was er allerdings auch anspricht). Moral versteht er als Beurteilung von Menschen nach den Kriterien gut und böse, während Ethik die Beurteilung von Handlungen nach den Kriterien richtig und falsch bzw. ethisch und unethisch darstellt. Außerdem setzt er als selbstverständlich voraus, dass die Ethik rein konsequentialistisch ist und sich primär mit den Folgen von Handlungen zu beschäftigen hat. Damit steht er dem Utilitarismus, vor allem in der Version von Peter Singer (dessen Praktische Ethik er auch zitiert) sehr nahe. Auch wenn ich die Begriffsunterscheidung für sinnvoll halte, wird der Ethikbegriff ziemlich verkürzt. Es kann nämlich auch nicht-moralische Ethiken geben, die trotzdem nicht rein konsequentialistisch orientiert sind, z.B. in der Pflichtenethik.
Profile Image for Melanie.
70 reviews33 followers
May 27, 2019
8 Lektionen, die zu einem entspannteren Leben führen können. Das ist das Konzept des neuen Buches von Michael Schmidt-Salomon. In klarer Sprache und mit gelungenen Argumentationen führt der Autor die Lesenden von Einstein über die Beschaffenheit ihres Gehirns bis hinein in ihr emotionales Bewusstsein. Dabei bedient Schmidt-Salomon sich anschaulicher Beispiele und einer angemessenen Portion Humor.
Teilweise finden sich naiv anmutende Formulierungen und Wiederholungen. Ausgeglichen wird dies durch eine sehr gründliche Recherche die sich an den sauber geführten Fußnoten erkenntlich zeigt. Letztere sind für alle Interessierten eine wahre Fundgrube und haben zumindest meine Bücherwunschliste beträchtlich erweitert. Große Themen, leicht verständlich gemacht, befähigen die Lesenden tatsächlich über ein Aneignen und Umdenken eine entspanntere Einstellung zum Leben zu entwickeln.
Profile Image for Tim Dellas.
181 reviews4 followers
March 14, 2025
Ein sehr gutes Buch. Kern und Basis aller weiteren Argumente ist für mich die These, dass wir alle keine freien Willen haben. Dies wird damit begründet, dass wir zu einem bestimmten Zeitpunkt einen gewissen Entwicklungsstand haben, einem bestimmten Kontext ausgesetzt sind und unsere Hirnchemie auch in einem definierten Zustand existiert, der für uns eigentlich immer nur eine Option für eine Handlung oder Entscheidung gibt.

Das ist ein Brecher, oder? Kein freier Wille. Lasst es mich nochmal formulieren: Stattdessen gibt es einen "Lebensprozess", bei dem unser Körper und damit auch unser Ich als Ergebnis im Jetzt vorliegt. Und bei dem wir, gegeben unserer mentalen Programmierung und unserer Ressourcen in einem bestimmten Moment nur bestimmte Gefühle, Gedanken und infolgedessen Handlungen herauskommen können.

Das variable daran ist die unfassbare Zufälligkeit unseres Kontextes. Ob wir also ein Mörder werden oder eine Heilige, haben wir nicht in der Hand. Stattdessen entscheidet, wo wir geboren sind, mit welchem Geschlecht, in welcher sozialen Klasse, mit welchem Set von Genen, zu welcher Zeit, etc. pp. Noch viel zufälliger ist, was dann noch alles passiert, das unseren Weg im Leben vereinfachen oder erschweren kann. Wen wir kennenlernen, was wir erleben, was uns traumatisiert, Unfälle, Glücksfälle, welche Partner und Freunde uns prägen, etc. pp. Das ist Lektion Nummer 1 des Buches.

Das mit dem unfreien Willen ist Lektion 2. Warum lädt dies zu einer Philosophie der Gelassenheit ein? Ganz einfach:

Wenn jemand keine Möglichkeit hatte, anders zu (re-)agieren, dann brauchen wir uns nicht mehr über andere aufregen. Stattdessen können wir Verantwortung übernehmen, und die Ressourcen und Möglichkeiten der anderen Verbessern, damit sie in Zukunft anders handeln können.

Genauso können wir auch entspannter mit unseren eigenen Fehlern umgehen, denn wir können vielleicht gar nicht anders, als diese Fehler in der entsprechenden Situation zu machen. Wir können es nur Teil unseres Prozesses bzw. unserer Persönlichkeit machen, dass wir uns aktiv weiterentwickeln und reflektieren. Nichts desto trotz müssen wir den Anspruch fahren lassen, dass jeder das kann. Ein Trump zum Beispiel hatte das nie nötig, weil er auch ohne Reflexion alles erreicht, was er will.

In jedem Fall müssen wir mit dieser Erkenntnis die Moral hinter uns lassen, also das Bewerten anderer nach unseren begrenzten und sehr subjektiven Maßstäben. Stattdessen wird die Ethik handlungsleitend, die unabhängig von der jeweiligen Person und ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts oder ihrer Religion nach Regeln sucht, die für alle gelten - also der kategorische Imperativ, im Volksmund "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andren zu".

Und zuletzt gibt uns der Autor noch mit, dass das Leben mit dem Tod beendet ist. Kein Himmel, keine Reinkarnation, aber vorallem auch das Ausbleiben negativer Erfahrungen, also auch keine Hölle. Dies soll uns wiederum helfen, das Leben mehr wertzuschätzen und es voll auszuschöpfen.

All das wird gut geschrieben, sehr klar und überzeugend dargestellt. Ich liebe fast alles daran. Aber ich wollte es kritisieren. Warum?

Wir haben Einfluss darauf, wie sich unser Leben entwickelt. Zwar besteht unser Tag zu 99% aus unseren (neuronalen) Gewohnheiten, aber unser Präfrontaler Kortex kann eben diese Gewohnheiten ändern, wenn er grade genug Energie dafür hat. Kann Einfluss nehmen auf unsere Programmierung. Vor allem, wenn wir Mist gebaut haben, und uns schuldig dafür fühlen.

Wenn wir also in einer Situation zwei Möglichkeiten haben, dann werden wir unseren Ressourcen und unserem bisherigen Prozess entsprechend wählen. Unser Kreatives Gehirn kann sich aber auch entscheiden, sich nicht zu entscheiden. Oder eine dritte Möglichkeit erschaffen. Aber auch wieder abhängig von unserer Gelassenheit oder unserer bisher entwickelten Kreativität. Und somit unserer Bildung, unserer Förderung, unserem Intellekt, unseren Genen, unserer Ernährung, unserer aktuellen Lebensphase.

Und irgendwo merke ich, kriege ich diese Kritik nicht durchgeboxt. Und liebe die These umso mehr. Wir sind unser Prozess, und unser Wille ist nicht frei.

Und trotzdem möchte ich eine Lanze für den freien Willen brechen. Viele Entscheidungen werden uns aufgezwungen, aber einige treffen wir auch selbst. Selbst, wenn wir uns nicht frei entscheiden können, so entscheiden wir uns doch auf Basis unserer Möglichkeiten. Wenn wir also aufhören, Entscheidungen zu treffen, weil wir alles für vorbestimmt halten, dann lassen wir uns den Rest unseres Lebens Entscheidungen aufzwingen. Wenn wir aber weiterhin Entscheiden und auch unsere Entscheidungen umsetzen, dann können wir den Prozess unseres Lebens zumindest grob dahin Steuern, wohin wir ihn gesteuert haben wollen. Und auch wenn unsere Entscheidung nicht völlig frei war (was sie in einem umgebenden Kontext ja eh nie sein kann) so haben wir doch unsere Zukunft selbst entschieden.

So, jetzt bin ich zufrieden. Klare Leseempfehlung
Profile Image for Simon.
37 reviews4 followers
January 8, 2025
Ich empfand das Buch als inspirierende Einladung, das Leben entspannter, gelassener & mit einem schärferen Sinn für die Realität zu betrachten. In 8 klar strukturierten Lektionen zeigt er, wie wir durch rationales Denken & ein besseres Verständnis unserer selbst mehr Leichtigkeit in unser Leben bringen können. Dabei geht es nicht um Esoterik od. spirituelle Mystik, sondern um einen auf Fakten & Vernunft basierenden Ansatz, der Raum für Humor & Menschlichkeit lässt.

Das Buch überzeugt durch seine klare Sprache & durchdachten Argumente, die komplexe Themen wie Willensfreiheit, Moral & die Grundlagen unseres Denkens auf anschauliche Weise zugänglich machen. Schmidt-Salomon führt die Lesenden mithilfe lebendiger Bsp. von den Erkenntnissen der Hirnforschung bis hin zu persönlichen Lebensfragen. Seine Perspektive, die stark von Albert Einsteins Gedanken zur ursächlichen Bedingtheit des menschlichen Handelns geprägt ist, eröffnet dabei neue Einsichten. Besonders beeindruckend ist seine Aufforderung, moralische Urteile zu überdenken & stattdessen Mitgefühl & Vergebung in den Mittelpunkt zu stellen - nicht als moralische Pflicht, sondern als rational begründete Haltung, die das Leben leichter macht.

Die Kernaussage des Buches – dass unser Denken & Handeln durch unsere Gene & Umwelteinflüsse bestimmt wird – ist sicherlich nicht neu, wird hier aber mit beeindruckender Stringenz & Aktualität aufgearbeitet. Der Autor plädiert für einen Abschied von der Illusion des freien Willens & zeigt, dass gerade diese Einsicht eine Quelle für Toleranz & Nachsicht sein kann – mit anderen, aber vor allem mit uns selbst. Seine Perspektive erinnert an stoische Werte, die er in zeitgemässer Sprache & mit einer rationalen Grundlage neu interpretiert.

Trotz aller Stärken gibt es auch Kritikpunkte: Schmidt-Salomon setzt viele philosophische Annahmen, wie den naturalistischen Neurodeterminismus, voraus, ohne sie ausführlich zu begründen. Für Lesende, die mit diesen Konzepten nicht vertraut sind, könnten diese Passagen etwas oberflächlich wirken. Doch angesichts des Ziels des Buches – als Lebensratgeber & nicht als philosophische Abhandlung zu dienen – ist dies verschmerzbar.

Besonders wertvoll sind für mich die praktischen Ratschläge: Von der "Kunst des Vergebens" bis hin zur Einsicht, dass Gelassenheit entsteht, wenn man sich von unrealistischen Ansprüchen an sich selbst & andere verabschiedet. Seine humorvolle & poetische Schreibweise macht das Lesen zu einem Genuss, auch wenn einige Formulierungen gelegentlich naiv wirken mögen.

Insgesamt ein kluges, zugängliches & inspirierendes Buch, das Rationalität & Empathie verbindet. Es lädt dazu ein, über die eigene Haltung nachzudenken, mit sich selbst & der Welt Frieden zu schliessen & dabei das Leben in vollen Zügen zu geniessen. Nun wartet die Herausforderung auf mich, die enthaltenen Einsichten in den Alltag zu integrieren.
53 reviews
January 10, 2025
Ein tolles philosophisches Buch, welches einen dazu anregt, sich selbst und anderen gegenüber entspannter zu sein. Der Autor argumentiert hier sehr nachvollziehbar, dass es sowas wie einen freien Willen im Prinzip nicht gibt, weil jede Entscheidung, jeder Gedankengang ja auf unzähligen aktuellen und vergangenen Gegebenheiten und Rahmenbedingungen beruhen. Wenn man das mal akzeptiert, wird es einem laut Schmidt-Salomon leichter fallen, nicht ganz so kritisch durch die Welt zu laufen und dafür mehr Empathie aufzubringen. Einziger Wermutstropfen für mich ist, dass der Determinismustheorie für mich zu wenig Raum gegeben wird. Wenn eh alles durch gegebene Rahmenbedingungen entschieden wird, warum sollte ich mir dann überhaupt Gedanken machen und mein Verhalten reflektieren? Oder ist „Vorbestimmtheit“ nochmal etwas ganz anderes?
19 reviews
December 27, 2023
Am Anfang nicht so gut weil es finde ich auf einem Widerspruch aufbaut. Wie kann man freie Entscheidungen treffen wenn man zu jedem Zeitpunkt genau das tun muss, was man tut?
Es wird aber besser, vor allem den Blick auf Religion fande ich interessant.
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Lorah Tink Battisti.
86 reviews1 follower
June 29, 2025
Ein augenöffnendes Buch, wenngleich man ihm nicht immer folgen kann oder mag. Dennoch bietet es wichtige Denkanstöße!
Displaying 1 - 7 of 7 reviews

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