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Babel

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Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2019: Ein deutscher Archäologe und eine biblische Aufgabe – die Ausgrabung Babylons

1913, unweit von Bagdad. Der Archäologe Robert Koldewey leidet ohnehin schon genug unter den Ansichten seines Assistenten Buddensieg, nun quält ihn auch noch eine Blinddarm-entzündung. Die Probleme sind menschlich, doch seine Aufgabe ist biblisch: die Ausgrabung Babylons. Zwischen Orient und Okzident bahnt sich gerade ein Umbruch an, der die Welt bis in unsere Gegenwart hinein erschüttern wird. Wie ein Getriebener dokumentiert Koldewey deshalb die mesopotamischen Schätze am Euphrat; Stein für Stein legt er die Wiege der Zivilisation frei – und das Fundament des Abendlandes. Kenah Cusanits erster Roman ist Abenteuer- und Zeitgeschichte zugleich – klangvoll, hinreißend, klug.

267 pages, Hardcover

First published January 28, 2019

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Kenah Cusanit

4 books5 followers

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13 (7%)
Displaying 1 - 26 of 26 reviews
Profile Image for Meike.
Author 1 book5,055 followers
April 14, 2019
In 1899, Robert Koldewey and his team started their archaeological mission to find the remains of Babylon, one of the most influential cities in human history, and what they dug up changed people's understanding of ancient history and the Bible (they actually found the Tower of Babel) - oh yes, and on top of that, Koldewey, an architect, revolutionized archaelogical research when it comes to the reconstruction of building structures. So is this the story of a cultural hero? If you want to see the artefacts Koldewey found, especially the overwhelmingly beautiful Ishtar Gate which was constructed by order of Nebuchadnezzar II, you can certainly do so - in the Pergamon Museum, Berlin.

description
(Quelle: By Rictor Norton - https://www.flickr.com/photos/2406574..., CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index...)

I've been there, and yes, it is fantastic, but this is stolen art. Up until World War I, European powers were caught in an archaelogical race to plunder historic sights in Asia, stealing artefacts that hold immeasurable value for humanity. The discussion about stolen art is slowly starting to get real attention all over Europe, and particularly major colonial powers like Britain have to confront questions of restitution when it comes to their massive collections of stolen colonial art.

Kenah Cusanit, who studied ancient Near Eastern languages, wrote a debut novel that paints a vivid picture of Koldewey's expedition, the atmosphere at the site, the political rivalries, the expectations in Europe where the war was approaching, and the attitude of the West towards Eastern cultures during the early 20th century - this is a twisted adventure novel with historical and cultural commentary. Often, the text is very funny when it highlights the absurdity of the German bureaucracy trying to orchestrate an expedition in what is now Iraq that requires a lot of diplomacy on site and that attempts to find, order, catalogue and pack up a part of human history. Accordingly, Koldewey, our main character, spends most of the day we accompany him lying down with what he suspects to be appendicitis while Berlin is desperately trying to make him write a final time table for his endeavors.

Some papers have complained about Cusanit's rich and elaborate language and found it slightly pretentious, but I have to contradict: Just like the Euphrates that is described right at the beginning of the novel, the language flows slowly under a thick narrative heat, swirling up clay and measuring Mesopotamia - it's very fitting. Generally, the book offers a brilliant concept and it is very timely, but the idea is slightly better than its execution. Sometimes, the story is not dense enough, which is particularly challenging because it contains (and has to contain, in oder to be fully understood) so much information.

Still, this book is clearly recommended, and I hope the foreign rights will sell quickly, because this is a conversation to be had all over Europe.
Profile Image for Tim.
248 reviews51 followers
February 22, 2020
Naja. Irgendwie werde ich an Ilija Trojanow‘s Weltensammler erinnert: Beide literarisch ambitionierte, akribisch recherchierte, biografische Fiktionen, jedoch von einer dermassen langatmigen, fiebrig philosophierenden Nicht-Handlung angetrieben, dass einem die 260 Seiten als zu lang vorkommen. Frau Cusanit, Sie dürfen ein Zweites schreiben.
Profile Image for Susanne.
197 reviews27 followers
May 31, 2019
4,5 - Robert Koldewey leitet die Ausgrabungen von Babel, der berühmten antiken Stadt, deren Überreste in der Nähe des modernen Bagdad liegen. Das erste Kapitel (und es gibt nur zwei) beginnt allerdings nicht zwischen Ruinen, sondern im Kopf des Forschers, dessen Perspektive wir als Leser nicht mehr verlassen.

Koldewey hat Schmerzen, weil er sich bei den sehr höflichen und sehr lange andauernden Verhandlungen mit den örtlichen Scheichs am Vormittag literweise Limonade eingeflößt hat. Während er also überlegt, ob er eine Blinddarmentzündung hat und wie er sich am besten verhalten soll (Dem „Grundriss der inneren Medizin“ folgen oder nicht? Sich bewegen oder nicht bewegen? Rizinusöl – ja oder nein?) bewegen sich seine Gedanken frei assoziativ vom Schlamm des Flusses, zur Medizin, Photographie, zum Wesen von Wahrnehmung und Wirklichkeit. Er selbst bleibt erst einmal liegen.

Diese Eingangsepisode gibt das Tempo des Romans vor, der so zeitgedehnt geschrieben ist, dass die eigentliche Handlung nur wenige Stunden an einem glühend heißen Nachmittag auf der Ausgrabungsstätte umfasst, in der Koldewey sich ausruht, Briefe liest und sich nach einem Gespräch mit Buddensieg, seinem Assistenten, auf den Weg macht, um die britische Fotografin (und Spionin) Gertrud Bell beim Turm von Babel zu treffen. Das war's an Handlung und ich habe mich nach den ersten Widerständen diesem gemächlichen Tempo überlassen und es nicht bereut. Nachdem ich den Protagonisten etwas besser kennengelernt hatte, war es mir sogar, als ob er über meine erste Ungeduld tief seufzend den Kopf schütteln würde…

Nicht nur Koldeweys Gedanken winden sich von einem Gegenstand zum nächsten, auch die Sätze selbst sind entsprechend lang und gewunden. Nach einer direkten Verbindung zwischen Subjekt und Prädikat, Satzanfang und –ende habe ich anfänglich mit Mühe gesucht, bis ich mich an diese Art der Satzfortbewegung gewöhnt hatte und es schließlich faszinierend fand, den mäandernden Gedanken zu folgen. Ein bisschen war es so, als ob man mit auf die Ausgrabungen genommen wird, wo man zwar die Richtung ahnt, aber keine Ahnung hat, wie tief man graben muss und worauf man letztlich stößt. Während es für die Arbeiter bestimmt eine Tortur war, die Tore, Gräben und Tempel dieser tief verschütteten Stadt auszugraben, hat mir der Spaziergang durch Koldeweys innere Welt großen Spaß gemacht, vor allem, nachdem der seine Hypochondrie überwunden, sein Zimmer schließlich verlassen hat und den antiken Straßen folgt.

Koldeweys Persönlichkeit hat für mich entscheidend zum Lesevergnügen beigetragen. Er ist nämlich ganz und gar kein typisches Exemplar eines trockenen, nationalistischen wilhelminischen Gelehrten, der seinen Elfenbeinturm nur verlässt, um mit seinen Entdeckungen zum Ruhm des Vaterlandes beizutragen. Ganz im Gegenteil, für ihn sind die „europäischen Imperien, ihre Kolonialverwaltungen – eine einmalige Ansammlung von Kindern, ein Kindergarten.“ (S. 124) Er liegt im Dauerclinch mit der Deutschen Orientgesellschaft, die weniger auf breite und umfassende als auf gezielte Ausgrabungen setzt, um so viele Schrifttafeln wie nur möglich zu sichern und einen glänzenden Abschlussbericht präsentieren und die Briten übertrumpfen zu können. Es ist amüsant mitzuerleben, wie man ihn aus Berlin dirigieren möchte. Cusanit streut dazu Teile des Briefverkehrs mit Förderern und Mahnern ein, die in ihrer Kürze und Dringlichkeit einen deutlichen Kontrast zu Koldeweys entspanntem Sinnieren bieten.

Neben seiner Unabhängigkeit machen ihn auch seine Offenheit und kulturelle Intelligenz zur Ausnahmeerscheinung. So bewegt er sich zwischen Orient und Okzident mit einer Sicherheit, die seinen Assistenten (und vor allem dem von ihm verachteten Buddensieg) und vielen seiner Kollegen völlig abgeht. Er fühlt sich in der Wüste und beim Verhandeln mit den örtlichen Araberfürsten wohler, als bei der Audienz mit dem Kaiser und im schnellen, geschmacklos zugebauten Berlin („In Babylon verwendete man den Baustoff wieder, in Berlin den Baustil“, S. 208), das ihm in der langen Abwesenheit fremd geworden ist. All diese Gegensätze beschreibt er mit viel Witz und Ironie, na, und einer Prise trockenen, bösen Humors. Wenn Buddensieg ihm mit seiner besorgten Art auf die Nerven geht, der Philologe Delitzsch sich zu einer Diskussion über das Verhältnis von Wissenschaft und Religion provozieren lässt, lädt das schon zum Schmunzeln ein.
Jetzt könnte der Eindruck entstehen, dass „Babel“ weniger vom antiken Babylon als von dessen berühmtem Erforscher handelt. Jein. Auf seinem Spaziergang durch die Grabungsstäte sieht und kommentiert Koldewey natürlich auch die Sehenswürdigkeiten und Geschichte der Stadt. Wir erfahren wir von den Prachtstraßen, dem Gott Marduk und seinem „Turm“, frühen und späten Herrschern dieses untergegangenen Reiches, die Koldewey jedoch nicht nur beschreibt, sondern assoziativ mit der modernen Welt verknüpft, um so „die eigene Ordnung mit bestehenden Ordnungen in Einklang zu bringen.“ (S. 99) Ich denke, dass Archäologiebegeisterte hier einen Roman nach ihrem Geschmack finden werden, wenn sie sich mit dem Stil anfreunden können. Zugegeben, mir ist es erst im zweiten Anlauf gelungen. Einen Versuch würde ich auf jeden Fall empfehlen!
Profile Image for Martin.
100 reviews40 followers
April 10, 2020
Babel hat mich zwiegespalten zurückgelassen. Erzählerisch für einen Debütroman wunderbar gelungen, doch an der Geschichte habe ich mich nicht so recht erfreuen können. Mir fehlte eine dichte atmosphärische Stimmung unter exotischen Pflanzen, flirrender Hitze und Dreck inmitten all der Ausgrabungen. Wirklich viel ist nicht passiert. Das sollte besser gehen.
Elke Heidenreich sagte mal, ein Buch benötige zwei Dinge, um gut zu sein: Sprache und Geschichte. Am letzten mangelte es leider.
Profile Image for Christina Dongowski.
258 reviews71 followers
March 15, 2024
Ich habe den Roman gern gelesen, vor allem die Figur des Leiters der Babylon-Ausgrabung Richard Koldewey, dessen POV den Roman bestimmt, hat mir durch ihrer Seltsamkeit gut gefallen. Ihn zur zentralen Erzählinstanz zu machen (wobei er ein indirekter Erzähler ist, das meiste hier ist so eine Art Stream of Consciousness, aber als indirekte Rede), halte ich für eine gute Idee, um die historischen Eckdaten erzählen zu können, ohne dass das zu offensichtlich ein Info-Dump ist. Spaß gemacht hat auch die leichte Buster Keaton-Beckett-hafte Atmosphäre vor allem in der ersten Hälfte des Romans, genauso wie der eher essayistische Erzählstil. Das sind, denke ich, alles gelungene Kunstgriffe, um das, was eigentlich tatsächlich im Roman passiert aus dem Blickfeld zu rücken: Der wichtigste und renommierteste Archäologe des Kaiserreiches trifft sich irgendwann 1913 mit der wichtigsten Forschungsreisenden, Expertin für dem Vorderen Orient, Diplomatin und Agentin des britischen Empires, Gertrude Bell, um für den erwarteten Kriegsfall und die Niederlage des Deutschen Reiches den Schutz der riesigen Ausgrabungen der Deutschen im Vorderen Orient zu klären. Aufgrund dieses Treffens und dass sich Bell an die Absprachen halten konnte, stehen Ischtartor und die Prozessionsstraße überhaupt nur in Berlin, im Pergamonmuseum (aktuell März 2024 sind sie abgebaut, das Museum wird renoviert und massiv erweitert). Der Roman ist das, was Koldewey an dem Tag, an dem er sich mit Bell trifft, auf dem Weg zum Treffen, durch den Kopf geht.
Ich gebe aber trotzdem "nur" 3 (+) Sterne, weil Cusanit dem Roman ein bisschen zu viel an Zeit- und Gedankenebenen zugemutet hat: Koldewey, der die fotografische Aufnahme von Ausgrabungsstätten revolutioniert hat, war gleichzeitig ein extrem guter Zeichner und Aquarellist. Deswegen denkt er über das Verhältnis dieser Medien zueinander und zur sogenannten "Realität" nach. Ausgrabungen und Archäologie von versunkenen Imperien war eine Leitmetapher für Freud und die Psychologie, auch in dieser Richtung denkt Koldewey vor sich hin. Und dann natürlich noch die seltsame Obsession von Kaiser Wilhelm und dem ganzen Kaiserreich und Berlin, dem neuen Babylon, mit den Ruinen des vor tausenden Jahren im Wüstensand verschwundenen echten Babylons. Das alles miteinander irgendwie zu verketten oder sich überlagern zu lassen, klingt so als Konzept wie eine gute Idee, 266 Seiten Text sind damit aber leider doch überfrachtet. Deswegen wirkt es dann alles in allem doch ein bisschen zerfahren, manche gute Idee steht als ihre eigene Ruine oder als Lesefrucht im Roman herum, und man weiß nicht so recht, was damit anfangen.
Profile Image for Mmmmarco.
6 reviews
Read
January 11, 2022
Lo odio, non l'ho finito.

Ho preso questo volume senza saperne nulla, acchiappato dalla tematica mesopotamica. Mancavano tre centesimi di secondo alla chiusura della libreria e quindi l'ho preso così, senza cercare mezza informazione in più.

Quindi, attenzione: se tendete a fidarvi, come me, delle vostre sensazioni a pelle per un libro, fermatevi: tornate un altro giorno in libreria, provate a leggerne due pagine.

Questa - donc - non è una recensione, ma un avvertimento: la scrittura è al limite dell'impossibile. Forse è un problema di neurodiversità? Forse. Forse è un problema di struttura linguistica? Forse. Il risultato comunque è questo: ogni parola è come sentirsela digitata sulla faccia, dai cosi di una macchina da scrivere. Un nervoso...

Di rado decido di non finire un libro. Questo l'ho "archiviato" mentalmente a pagina 20, credo. Però ho continuato a leggerlo: tre righe al secondo. E poi ho comunque deciso di mollarlo, a pagina 80 forse.
Comunque: intollerabile. Intollerabile.

Non do stelle, non sento di essere nella posizione di poterlo fare. Ma per una vera recensione del testo consiglio:

https://www.goodreads.com/review/show...

Altri pensieri a caso:

- la frustrazione è stata decuplicata dal confronto col libro finito poco prima: quello sul banchetto dei beccamorti, di Enard; in entrambi i casi, tornavo spessissimo indietro, di poche frasi per rileggerle più e più volte: nel caso di Enard, meravigliato dalla fluidità della lingua, dalla ricchezza del testo, dall'incanto di un testo denso ma sciolto;
- incredibilmente per Feltrinelli editore, un trattamento grafico davvero invogliante: il blu, l'oro, la finitura tattile della carta;
- questa incomprensibilità per me definisce un nuovo paradigma di macchinosa e inutile complessità; la formula è: (scrittura cuneiforme) x (iperipotassi _à l'allemande_);
- questo libro mi ha fatto capire la bile provata dalla mia professoressa di italiano e storia di prima e seconda liceo; ha commentato sul mio compito delle vacanze (una scheda di un film visto durante le vacanze di Natale: The Nightmare before Christmas): "farraginoso e ridondante"; ho scoperto in quella occasione l'esistenza del termine "farraginoso";


Profile Image for Anna.
77 reviews2 followers
November 19, 2020
als Archäologie Studentin 4 Sterne! Interessant und Anders, würde ich aber auch vielleicht nur anderen Archäologen oder Archäologie Interessierten empfehlen, die vielleicht ein gewisses Vorwissen mitbringen und denen Namen wie Koldewey, Reuther, Virchow, Andrae und so weiter schon bekannt sind, ansonsten kann es glaube ich eher verwirrend sein. Aber probiert es aus.

Nebenbei: Das Buch ist ein ewiger innerer Monolog, der den Gedankengang Koldeweys nachverfolgt. Dadurch das Cusanit selbst Archäologie und Altorientalistik studiert hat, scheint ihr Wissen wunderbar durch, ich hätte mir allerdings einen Anhang zu ihrer Recherche gewünscht.
Profile Image for Tim.
181 reviews7 followers
June 23, 2019
In Studienstiftungskreise unterhält man sich sicherlich angeregt darüber, aber mit Genuss gelesen hat man's dann doch nicht.
Profile Image for Vincenzo Pastore.
Author 13 books10 followers
January 9, 2022
Non ci ho capito molto. Alcune cose sono interessanti, ma per il mio parere resta una brodaglia di informazioni.
Profile Image for Eszter.
40 reviews2 followers
March 27, 2019
Kenah Cusanits Debütroman hat ein faszinierendes Setting. Es ist 1913, wir sind unweit von Bagdad, wo ein deutscher Archäologe seit etwa 15 Jahren dabei ist, das aus der Bibel bekannte Babylon (samt Turm) auszugraben. Koldewey ist studierter Architekt und vielleicht ist das der Grund, warum er so methodisch an seine Grabungen herangeht. Die Wissenschaft der Archäologie hat eine Weile gebraucht, um sich zu entwickeln, in den ersten Jahrzehnten war keine Methode in den Grabungsarbeiten zu entdecken. Ein bekanntes Beispiel dafür ist Heinrich Schliemann, der Funde von diversen Orten und aus diversen Schichten zusammenmischte, damit er einen besseren Eindruck macht, und die ausgegrabenen Schmuckstücke von seiner Frau tragen ließ. Insgesamt ging es den meisten sogenannten Archäologen in erster Linie darum, wertvolle Stücke ins Heimatland zu verschiffen, als Geschichte und das Leben alter Kulturen aufzudecken.

Koldewey ist da ganz anders. Er macht genaue Skizzen, geht behutsam vor. Als er aus Berlin gedrängt wird, mehr Fundstücke nach Hause zu schicken (die Engländer und Franzosen sind ja den Deutschen bereits weit überlegen in dieser Hinsicht), packt er kleinste Fundstücke zusammen – und wir können nun heute alle in Berlin das Ischtar-Tor bewundern.

Ein faszinierender Mensch, eine spannende Grabung und eine noch spannendere Zeit in unserer Geschichte der Gegenwart, kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

Dieses Material müsste ein entsprechend großartiges Buch ergeben, tut es aber leider nicht. Wir erleben im Buch einen kranken Koldewey, der über jeden herzieht und letztendlich 260 Seiten braucht, um sein Zimmer zu verlassen. Im Buch mischen sich Zitate aus damaligen Briefwechseln, die Koldewey und die Ausgrabung ein wenig ins Lächerliche ziehen. Ich musste beim Lesen einige Male schmunzeln, fand es aber gleichzeitig auch sehr schade, dass die Autorin so viel Gewicht auf nichtige Geschichten legte.

Insgesamt fehlte mir jede Spannung aus dem Buch. Es hat keinen Rhytmus, keinen Sog, auch wenn die Sprache durchaus schön war. Während ich es gelesen habe, stieß ich jedoch immer wieder Kritiken von namhaften Literaturkritikern, die alle durchweg vom Buch hingerissen waren. Ijoma Mangold bereitete es ein „intellektuelles Vergnügen“, für Denis Scheck ist dieses Buch „turmhoch allem überlegen, was sonst in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur in diesem Frühjahr erscheint“.

Ich wünschte, ich hätte das Buch genauso erlebt, und wünsche deshalb anderen Lesern, dass sie eine andere Erfahrung mit dem Buch machen, als ich.
Profile Image for Deborah.
86 reviews
October 11, 2021
Babele si inserisce nella schiera dei romanzi che ripensano l'idea stessa di romanzo, portando fino alle estreme conseguenze la dilatazione del genere. Il testo della Cusanit, infatti, alterna al racconto, lettere e fotografia, elenchi; quindi il libro ci concede la possibilità di conoscere la figura di Koldewey attraverso la "fiction" (il libro si apre presentandoci l'archeologo alle prese con un attacco di appendicite) ma anche attraverso documenti storici, che danno la portata del lavoro di approfondimento e ricerca compiuto dall'autrice.
Le vicende del romanzo si svolgono nel 1913, anno in cui Koldewey concepisce l'idea di portare in Germania cinquecento casse contenenti più di centoventimila pezzi provenienti da Babilonia: la maggior parte dei quali già numerati. Vi è il tema della musealizzazione del passato e dell'atteggiamento assai differenti che cultura europea ed extraeuropea hanno riservato alla conservazione dei loro siti archeologici. D'altro canto, la Cusanit mostra come la corsa alle vestigia della mezzaluna fertile fra le potenze aveva ben poco - se non per gli archeologi coinvolti - della curiosità intellettuale disinteressata. Come spesso è accaduto nella storia, gli imperi cercano improbabili filiazioni e fondazioni in un lontano e misterioso passato. Queste e altre interessanti riflessioni, scritte in una lingua densa, descrittiva e lenta, costituiscono la fisionomia di un romanzo-non romanzo, nel senso che non bisogna cercare in Babele le avventure roboanti all'Indiana Jones ma - ahimè - nemmeno un tentativo di creare una storia che catturi anche i lettori poco avvezzi alle tavolette d'argilla e tematiche assiriologiche. Sono del resto del tutto assenti sequenze dialogiche. Il risultato, a mio avviso, è un divertissement colto che pone il libro in un interessante confine fra il reportage documentario e la fiction, ma che stenta a giustificare, solo per fare un esempio, una lista di 202 nomi dei lavoranti degli scavi.
Profile Image for Vera.
Author 0 books30 followers
December 3, 2020
Das Thema - die Ausgrabung Babylons - hat mich sehr angesprochen. Leider gefällt mir die Umsetzung überhaupt nicht. Es ist ein heißer Tag in 1913, der Architekt, Grabungsleiter und Hypochonder Robert Koldewey ist in seinem Arbeitszimmer bei der Grabungsstätte in Babylon und vermutet eine Blinddarmentzündung. In Teil I des Buches sitzt er deshalb nur in seinem Sessel, in Teil II läuft er zum Turm, wo seine britische Kollegin Gertrude Bell sich offenbar aufhält. Das ist dann auch schon die gesamte Handlung in der erzählten Gegenwart. Das Buch besteht quasi aus einem langen Gedankengang Koldeweys, der ab und zu mit längeren Erinnerungen und Briefen - und einer Namensliste der 202 Grabungsmitarbeiter - unterbrochen wird.

Ohne Zweifel bietet das Buch einen Schatz an Informationen und Hintergrundwissen zur Archäologie, Philologie, der deutschen Ausgrabung Babylons, der Konkurrenz mit Großbrittanien, dem Babel-Bibel-Streit und mehr. Leider wird dieses Wissen aber in einer solch komplizierten Art vermittelt, dass ein Publikum ohne Vorkenntnisse eher wenig damit anfangen kann.
21 reviews
March 28, 2020
Merkwaardig, al die goede recensies in Duitsland. Als roman volledig mislukt en zelfs als 'Sachbuch' niet fantastisch.
Profile Image for Inga.
1,603 reviews63 followers
August 22, 2025
Gern hätte ich Kenah Cusanits Roman Babel gemocht. Die Geschichte des Archäologen Robert Koldewey, der den Turm zu Babel ausgegraben hat? 1913 - kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkriegs? Das scheint historisch doch ein spannender Moment zu sein. Zumal es aus deutscher Sicht auch ein Wettlauf mit der Zeit war - konnten die wichtigen Artefakte und vor allem Schrifttafeln rechtzeitig gesichert werden und damit dem nationalen Ansehen zu mehr Glanz verhelfen? Hat man über die geraubte Kunst reflektiert?
Die Autorin hat sich offenkundig intensiv mit der Persönlichkeit Koldeweys auseinandergesetzt, zumal er zahllose Briefe und Notizbücher hinterlassen hat, die der Alltagskommunikation und Dokumentation seiner Funde dienten. So besteht aber auch der Roman aus einer Aneinanderreihung von Koldeweys Gedankengängen, eine Art philosophischer, wissenschafticher, gesellschaftsreflektierender Wust von Ideen, Beobachtungen und Tagträumereien. Dabei bleibt Koldewey keineswegs in seinem Fachgebiet (das sowieso nicht ganz klar umrissen ist von seiner Ausbildung her...), sondern mäandert von Medizin zu Politik, von Theologie zu Geschichte, und so weiter.

Die teils sehr schönen, aber auch sehr verschachtelten Satzgebilde führen meistens nirgendwohin. Dazu kommt die völlige Abwesenheit einer Handlung. Über weite Teile des Buches passiert nichts, Koldewey liegt mit Bauchschmerzen in seinem Zimmer, Koldewey geht hinaus zur Grabungsstelle und tut dort nichts (die Landschaft wirkt auf ihn). Bei der Fahrt nach Berlin, bei der eine gedanklich halbwegs interessante Parallele zwischen dem immer wieder überbautem Babylon und dem zur Großstadt anwachsenden Berlin errichtet wird, passiert auch fast nichts. Hinzu kommen aneinandergereihte Briefe (immer nur eine Seite des Dialogs) und Listen z.B. mit Chiffren oder Arbeiternamen. Dieses Babel war nicht so sehr sprachverwirrend als vielmehr ein verwirrender Querschnitt intellektuellen Gedankenguts zu dieser Zeit mit absurden und sehr vereinzelt weisen Erkenntnissen, die darin versteckt liegen. Wäre das Buch nicht relativ kurz gewesen, hätte ich es vermutlich abgebrochen. Ich habe Hochachtung vor der Arbeit, die Babel zugrunde liegen muss, aber als Lesende hat es mich nicht überzeugen können und mir wenig Freude bereitet.
Profile Image for Christian.
586 reviews42 followers
April 19, 2022
"Babel" könnte viele Romane (oder Bücher) sein, zumindest je eins davon, ganz erfolgreich trifft es aber keins: Ein Abenteuerroman über Ausgrabungen in exotischen Gefilden (flirrende Hitze, merkwürdige Gebräuche, Essen, von dem man Durchfall bekommt) schonmal garnicht, dafür ist hier zu wenig Handlung da. Eine biographische Sicht auf ein Stück deutschen Kulturimperialismus, aber dafür bleibt einem der Protagonist mit seiner Misepetrigkeit dann doch zu egal. Eine kulturtheoretische und -kritische Ausführung über die alle Lebendigkeit zersetzenden (preußischen) Geist, der unentwegt katalogisiert, vermisst und ausstellen muss, aber dafür nimmt dann doch belanglos-persönliches Koldeweys zu viel Raum ein. Statt all dieser Dinge spiegelt "Babel" leider schon auf praktischer Ebene die inhaltliche Beschäftigung mit allerlei Listen, Katalogen und Aufzählungen. Die Welt will minutiös erfasst werden vom Reich und die Autorin tut es dem Gegenstand gleich, indem sie in kleinste Details geht, aber nie das Ganze so richtig erfasst. "Gibt es ja garnicht", würde sie vielleicht sagen. Ganz recht, aber dafür können wir auch alle zu Hause bleiben und es bei der erste, in der Tat brillianten Seite belassen. Ein durchaus lehrreicher Roman, aber nicht ganz am eigenen Anspruch angekommen.
Profile Image for G. Prove.
67 reviews7 followers
October 5, 2023
Il libro è molto ostico.

Non saprei dire se dipende dall'impostazione (a metà tra il saggio e il romanzo), dalla lingua originale (frasi con duecentomila subordinate, di cui almeno una persa nella traduzione -cioè che non aveva nessun senso), dallo stile (molto pretenzioso o colto in alcuni punti, non c'è traccia di discorso diretto, sono TUTTI dialoghi riportati in discorso indiretto) o semplicemente dalla formazione molto accademica della scrittrice. Oppure dal mio gusto.

Ad avere saputo che la quarta di copertina compariva nelle prime tre pagine forse ci avrei pensato un po' di più, in genere non è mai un gran sagno. Mannaggia a me che non prendo mai il tempo di leggere un po' i libri nelle librerie prima di comprarli..

L'argomento è senza dubbio interessante se l'archeologia e la storia del medio oriente dell'età del bronzo vi affascinano. Ma mi aspettavo una specie di racconto alla Indiana Jones e mi son ritrovato tra le mani un coacerbo di informazioni molto varie sul ventesimo secolo, sugli oggetti della fine del diciannovesimo e su babilonia.

Non lo consiglierei

Profile Image for Mirja.
39 reviews4 followers
January 17, 2020
Ich wollte dieses Buch wirklich mögen und hab in mehreren Anläufen versucht, mich auf den Erzählstil einzulassen und in die Handlung einzutauchen.
Leider hat es auch beim dritten Versuch nicht geklappt. Ich kann mich leider überhaupt nicht in die Hauptfigur Robert Koldewey hineinversetzen. Der langatmige Erzählstil liegt mir überhaupt nicht und ich habe mich tatsächlich gelangweilt, während im Buch die Minuten davonschleichen, weil die Hauptfigur gefühlt die ganze Zeit auf dem Sofa liegt und über unwichtige Dinge nachdenkt.
Bestimmt wird archäologisch interessierten Menschen oder Fans eines zeitdehnenden Erzählers a la Mrs Dalloway dieser Roman wahnsinnig gut gefallen. Ich konnte die zweite Hälfte leider nur noch uninteressiert durchblättern.
Profile Image for Otto.
750 reviews50 followers
March 3, 2019
#robertkoldewey legt das antike #Babylon frei, den Turm, den Haupttempel, die Prachtstraße, das Ischtator. Dabei findet er nicht nur die Wiege der Zivilisation sondern hilft auch #wilhelmII bei der Positionierung Preussens als wichtigen politischen Faktor in Europa. Eine kriegerische Auseinandersetzung mit England liegt in der Luft und Koldewey ist klar, dass Deutschland verlieren wird. Die Welt an der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert, das alte Mesopotamien steht im Zentrum eines Wettlaufes um archäologischen Ruhm. #kenahcusanit gelingt ein gescheiter Roman dazu. Lehrreich ist er allemal, als literarisches Werk hat er mich nicht überzeugt.
1 review
April 11, 2020
Ein tolles Buch über einen Exzentriker, in dem man nebenbei noch ganz viel über die Ausgrabungen von Babylon erfährt. Man sollte allerdings kein Sachbuch erwarten. Die Sätze sind lang und können verwirren - wie eine Ausgrabung von Lehmziegeln in Lehmboden wahrscheinlich auch. Für jedermann ist es sicher nicht, auch wenn ich über die Dichte der Atmosphäre und Erzählung begeistert war. Ich empfehle es allen, die Literatur nicht nur zur Unterhaltung lesen - sie werden in diesem Buch, neben so vielem mehr, auch Unterhaltung finden.
Profile Image for Josy.
125 reviews1 follower
July 31, 2021
Richtig mieses, langweiliges, altkluges Buch, das, hätte die Autorin sich ein wenig mehr mit der Geschichte der deutschen Ausgrabungen in Babylon beschäftigt (und zB ein wenig Archiv- und Literaturrecherche betrieben), sie einen wirklich spannenden, historischen Stoff finden und literarisch verwerten können. Stattdessen scheint es hauptsächlich um Koldeweys Bauchweh zu gehen und darum, durchweg plumb-gekünstelte, prätentiöse Andeutungen zu den gängigen Kulturtheorien einzustreuen. Eine verpasste Chance und auch sprachlich ziemlich sperrig.
Profile Image for Tobias.
30 reviews1 follower
March 16, 2019
Ich habe das Buch nicht fertig gelesen, deswegen kann ich inhaltlich nichts darüber sagen. Ich habe nach Seite 40 aufgegeben, weil der Schreibstil einen frustriert zurücklässt. Schachtelsätze über Schachtelsätze, teilweise spannen sich Sätze über ganze Seiten. Schade, gerade weil mich der Inhalt dieses Buches sehr interessiert hätte.
Profile Image for Lili.
10 reviews1 follower
April 5, 2019
Read first half and flipped through the second. Quite boring, unexciting read.
4 reviews
May 27, 2019
Ich habe mich sehr darauf gefreut, das Buch zu lesen, das Thema hat mich sehr interessiert. Ich habe nach 150 Seiten aufgegeben, ich fand es leider sehr langweilig. Schade.
Profile Image for arcticlight.
86 reviews7 followers
August 22, 2025
Historisch und sprachlich sicher ambitioniert, es gibt jedoch keinerlei Handlung. Stattdessen verliert sich der Protagonist in endlosen Beschreibungen und willkürlichen Abschweifungen.
Displaying 1 - 26 of 26 reviews

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