MeToo war ein öffentliches Gesprächsangebot – nehmen wir es wahr! Jetzt haben wir endlich die Chance, offen über Männer und Frauen, über Rollenbilder und Macht zu reden. Lassen wir es nicht scheitern in Zeiten, wo mit »Bikinis statt Burkas« um Wählerstimmen geworben wird. Geben wir der Debatte in Deutschland eine eigene Richtung. Nutzen wir als Frauen die Chance und definieren uns selbst. Erfinden wir neue Held*innenrollen. Und holen die Männer mit ins Boot. Denn im Kampf um Machtmissbrauch müssen alle an einem Strang ziehen. Dafür will dieses Buch ein Anstoß sein und Perspektiven zeigen. Ein Anstoß für all jene, die das längst wissen. Und für die anderen erst recht.
[Edit: Nachträglich auf 2 Sterne geändert, da ich viel bessere Bücher bereits mit 3 Sternen bewertet habe und das so nicht stehen lassen wollte.]
Die Autorin spricht interessante und wichtige Punkte an, jedoch habe ich mir alles in allem mehr versprochen von diesem tollen Titel und dem tollen Cover. Ihre Art und Weise zu formulieren hat mich teilweise sehr gestört und es ist schwer zu beschreiben aber es hat sich einfach nicht gut gelesen. Es klang teilweise zu gewollt und nicht richtig ausgeführt und manche Fragen und Ansätze sind für mich so ins Leere gelaufen und gelegentlich war ich auch verwirrt was sie denn jetzt genau sagen will. Aber alles in allem trotzdem ein wichtiges Buch in der heutigen Zeit. Vielleicht eher für "Einsteiger" ins Thema.
Bei dem Cover habe ich mir erwartet, dass die Erzählung etwas in Richtung nonbinär und fernab von unseren Normen geht. Da wurde ich allerdings enttäuscht, auch die vorhandenen Ausführungen waren relativ oberflächlich. Es war nicht schlecht geschrieben oder uninteressant zu lesen, aber es fehlt schon sehr viel. Möchte mich auch extra nochmal über das Lektorat beschweren: Namen falsch geschrieben, simple Tippfehler, Autocorrect, alles dabei. Sowas dürfte eigentlich nicht passieren.
Das tolle Cover hat mich hier eindeutig reingehauen, mit Recherche hätte ich es mir auch nicht gekauft, aber habe es beim Vorbeigehen in der Bücherei mitgenommen. Von dem her nicht so schlimm, aber keine Empfehlung.
Fand es (vor allem nach den vielen schlechteren Bewertungen) besser als angenommen! Meine Erwartungen waren aber auch eher gering. Manche Ansätze fand ich spannend, es war aber zu spezifisch um einen soliden Überblick zu geben und zu vage um ein bestimmtes Kernthema der Diskussion abdecken zu können. Schön fand ich, dass sie kommentiert hat, wenn sie inzwischen von den Worten Abstand nimmt, und vor allem der Fragebogen am Ende hat dem Ganzen nochmal Mehrwert gegeben! Also eher 3.5 von mir
Jagoda Marinić will die #metoo-Debatte im deutschen Kontext nicht im Sande verlaufen sehen und stellt hier einige Fragen und provokante Thesen auf. Mein Eindruck war, dass es hier eher um gelungene Blockeinträge handelt, als um ein gutes Format für ein Buch. Die Gesprächsfragen am Ende des Buches sind m.E. Teilw. schnell veraltet.
Leider wenig neue Erkenntnisse, spannend war jedoch die Sicht der Autorin auf die #metoo Debatte in Deutschland, dass sie nämlich wenig ausgeprägt ist, im Vergleich zu den usa und wieso das so ist.
Facts only. Absolut empfehlenswertes Buch, was sich schnell lesen lässt. Super kluge und wichtige Gedanken, allerdings immer nur grob angeschnitten. Das Werk hätte noch viel ausführlicher sein können. Es enthält jedoch unglaublich wichtige Denkanstöße und schließt mit sehr guten Fragen für private Reflexionen ab.
Unterm Strich ist „Sheroes“ ein kluges, zugängliches und diskussionsfreudiges Buch, das wichtige Linien in der #MeToo-Debatte nachzeichnet und zugleich auf ein gemeinsames Weiterdenken drängt. Wer eine tiefgehende Analyse erwartet, wird angesichts der Kürze nicht überall satt. Wer aber einen starken Impuls für Reflexion und Dialog sucht, findet hier viele gute Anknüpfungspunkte. Jagoda Marinić setzt in „Sheroes“ an einem Punkt an, der in vielen Diskussionen rund um #MeToo schnell verloren ging. Unter dem Hashtag wurden sehr unterschiedliche Themen miteinander vermischt. Dadurch lenkte die Debatte stellenweise von anderen, ebenso zentralen Fragen ab, etwa von alltäglicher Benachteiligung und den oft unspektakulären, aber strukturellen Formen von Ungleichheit. Marinić macht dabei deutlich, dass #MeToo nicht nur als „Bühnen“-Phänomen verstanden werden darf, sondern sowohl der öffentliche als auch der private Raum mitgedacht werden müssen.
Positiv hervorzuheben ist vor allem, wie klar sie das Ziel der Bewegung beschreibt. Es geht nicht um eine Bevorzugung von Frauen, sondern um einen gemeinsamen Kampf für gleiche Rechte. Daraus leitet sie konsequent ihre zentrale Forderung ab: ein fortlaufender Dialog und eine progressive Bewegung, die Männer und Frauen gemeinsam tragen. Diese dialogische Haltung wirkt verbindend, ohne Konflikte zu verharmlosen, ein Ton, der in einem oftmals polarisierten Diskurs wohltuend ist.
Inhaltlich kulminiert das Buch in der Idee eines „neuen Heldentums“. Marinić fordert ein Heldentum, das sich nicht an veralteten Vorstellungen von heldenhaften Taten, Mustern und Charakterzügen orientiert. Stattdessen soll ein modernes Verständnis entstehen, das Verantwortung, Selbstbestimmung und Solidarität in den Mittelpunkt rückt und zwar für Männer wie für Frauen. Dieser Gedanke ist prägnant und bleibt hängen.
Gleichzeitig zeigt sich eine Grenze des Buches in seiner Kürze. Auf rund 130 Seiten kann die Breite der Themen naturgemäß nur angerissen werden. Marinić streift vieles, von Film- und Musikindustrie über Rollenbilder in Beziehung und Familie bis hin zur „selbstbestimmten Weiblichkeit als Wirtschaftsfaktor“. Das ist anregend, wirkt aber stellenweise wie ein Panorama aus Schlaglichtern, das mehr öffnet, als es vertieft.
Als Stärke erweist sich dabei der Impulscharakter: „Sheroes“ versteht sich vor allem als Aufforderung zum gemeinsamen Gespräch. Machtverhältnisse, Machtmissbrauch und Selbstbestimmung stehen im Zentrum, und der abschließende Fragenkatalog bietet eine praktische Hilfestellung, um die Debatte in Alltags-, Berufs- und Beziehungsleben weiterzuführen.
Ich bin jetzt nicht so der Fan von Jagoda Marinic; ihr Interviewstyle holt mich nicht wirklich ab und ihre große Nähe, zumindest publizistisch, zu Micky Beisenherz finde ich eher off-putting. Marinic würde eher einem einen dummen Witz machenden Beisenherz beistehen und dabei auch mal kleine feministische Accounts auf Twitter exposen, als sich grundsätzlich auf die Seite von Frauen und auch mal gegen Beisenherz zu positionieren. That said, ihr Buch gab’s bei Arvelle für ein Drittel des ursprünglichen Preises und da dachte ich mir, ja komm, ist bestimmt gut, dieses Buch in der eigenen feministischen Bibliothek zu haben. Das wenig diverse Cover (in Marinic’s Welt sind alle Menschen wohl weiß) lasse ich mal außen vor, daher gebe ich aus reinem Wohlwollen 2 Sterne, weil mir bewusst ist, dass es etwas ungerecht ist, dieses obsolete Buch in 2024 überhaupt noch zu bewerten. Vielleicht hätte ich 2019 bei Erscheinen einen Stern mehr gegeben…vielleicht aber auch nicht. Es ist viel weniger, also eigentlich überhaupt nicht, ein Buch darüber WIE dieses Land die von ihr angesprochenen neuen Held*innen bekommen könnte. Eigentlich ist es ein etwas zu lang und wirr geratenes Essy über #MeToo; Marinic guckt sehr begeistert in die USA und auch nach Frankreich, was schon mit einer 2019er-Brille etwas merkwürdig ist. Neue Held*innen braucht das Land also. So wie Beyoncé. Gut, Bey ist insanely talented und hot, das ist für mich jetzt kein erreichbares Beispiel/Vorbild. Gleich zu Beginn wird JM fragen, was mit jenen Männern ist, die aufseiten der Frauen stehen? Interessanterweise wird sie eine ähnliche Frage zur Causa Rammstein im Juni 2023 auf Twitter stellen. Also vier Jahre nach ihrem Buch hat sich noch nichts geändert, Männern schweigen immer noch und machen sich damit – in meiner Betrachtung – gemein mit sexuellen Übergriffen, mit sexueller Gewalt etc. Ansonsten, nix neues, keine neue Idee, aber halt auch kein roter Faden, auch diese Autorin hat als Referenzpunkte und Beispiele häufig Männer und vergisst die Frauen...also aus heutige Sicht und ich vermute mal, auch aus 2019-Sicht hätte es dieses Buch nicht gebraucht. Zumindest hätte es ein sehr viel besseres Lektorat gebracht, teilweise kam es mir eigentlich wie ein Blogeintrag vor.
Als Einstieg ins Thema sicher nützlich, wenn man sich jedoch schon länger mit Feminismus befasst, bietet die Lektüre kaum neue Erkenntnisse. Das zeigt sich vor allem durch den Fragenkatalog am Ende des Buchs (alle Kenner*innen des Themas dürften nach den ersten paar Fragen den Rest augenrollend überblättern). Insgesamt wirft die Autorin in den verschiedenen Kapiteln viele Fragen auf, bietet aber kaum Antworten oder zieht Schlüsse, die mehr Wunschvorstellung als tatsächlich Realität sind. Und wie kann es sein, dass im Titel geschlechtergerecht auf Held*innen hingewiesen wird, die Texte dann aber durch und durch binär und heteronormativ sind? Wenn das - genauso wie die fehlende Intersektionalität - irgendwo fehl am Platz ist dann hier - aber es zieht sich leider sehr hartnäckig durch das ganze Buch.
Jagoda Marinic ist eine fantastische Podcasterin und Moderatorin, es ist wunderbar, ihr beim Nachdenken zuzuhören. Allerdings merkt man ihrem Buch genau das an: ihre Stärke scheint im gesprochenen, nicht im geschriebenen Wort zu liegen. Die Sprache kam mir beim Lesen immer wieder uneindeutig, unklar, umständlich vor; die Kapitel nicht klar von einander abgegrenzt und nicht auf den jeweiligen Aspekt des Themas fokussiert. Und dass der Titel mitunter in die Irre führt, kann ich nachvollziehen: es geht im Buch nicht um Porträts oder Geschichten einzelner Personen, die als SHEROES gelten könnten.
Das Bich ist wichtig und vor allem dann spannend, wenn es Deutschland in den internationalen Vergleich einreiht, wo es nicht gut abschneidet in punkto Geschlechtergerechtigkeit. Es geht allerdings nicht um Sheroes, sondern der Titel ist eher als Konzept gemeint - was ich insgesamt nicht sehr überzeugend fand. Das öffentliche Aufreten der Autorin und ihre dort vorgetragenen Thesen sind zielgerichteter als dieses Buch - ihr sollte man unbedingt auf Twitter folgen.
Ein kurzer Abriss der Gedanken zum Thema Feminismus und vielem weiteren. Es lieferte Denkanstöße, aber nichts, was einen am denken halten würde. Ein gutes Buch zum reinkommen in die Thematik, wenn man zuvor noch nichts in dieser Richtung gelesen hatte.