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Ein Auftrag für Otto Kwant

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Otto Kwant, aus einer Dynastie von Baumeistern stammend, studiert Architektur und findet sich zu seiner großen Überraschung an der Seite des Stararchitekten Holm Löb in Urfustan wieder, einem postsowjetischen, zentralasiatischen Staat mit seltsamen Gebräuchen, merkwürdigen Regeln und dem autoritären Staatschef Zültan Tantal an der Spitze.

Löb scheint verschwunden zu sein, und Otto Kwant soll plötzlich selbst das neue Gebäude der Deutschen Botschaft und sogar, von Zültan Tantal persönlich beauftragt, den "Palast der Demokratie" bauen. Aber bizarre Begegnungen, kuriose Attacken und verwirrende Sanktionen häufen sich, und Otto Kwant möchte bald nur noch eins: weg aus Urfustan. Doch so einfach ist das nicht. Auf seiner Flucht stößt Otto Kwant auf Dörfer der deutschen Minderheit in Urfustan, kapert einen Reisebus mit deutschen Rentnern und gerät immer wieder in fast ausweglose Situationen. Jochen Schmidts neuer Roman erzählt die komisch-melancholische und abenteuerliche Flucht Otto Kwants, der die Welt mit seinen Bauten eigentlich nur ein wenig schöner machen will und dabei in einer ihrer undurchschaubarsten Ecken landet.

347 pages, Hardcover

First published March 14, 2019

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About the author

Jochen Schmidt

124 books11 followers
Jochen Schmidt ist 1970 in Berlin geboren und lebt dort. Er liest jede Woche in der "Chaussee der Enthusiasten". Er arbeitet auch als Journalist für die "SZ", "FAZ", "taz" und andere.

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Displaying 1 - 4 of 4 reviews
Profile Image for Olaf Gütte.
222 reviews76 followers
July 12, 2019
Der Protagonist reist aus beruflichem Anlass nach Urfustan,
einer fiktiven, postsowjetischen Republik in Zentralasien.
Dort schlittert er von einem Fiasko ins nächste, der Schluss
ist die Krönung des Ganzen, hätte ich so niemals erwartet.
Profile Image for Dan Richter.
Author 13 books48 followers
November 24, 2021
(Natürlich kann man heutzutage eine Hauptfigur nicht mehr einfach „K.“ nennen.)
Otto Kwant, ein desillusionierter Architekturstudent gerät, ohne dass er ahnt, wie ihm geschieht, nach Urfustan, um dort dem Chef eines skrupellosen und populären Architekturbüros behilflich zu sein. Die Umstände seine Ankunft und die politischen und Verhaltensvorschriften sind so bizarr, wie man das eben von einer ehemaligen Sowjetrepublik erwartet. (Urfustan ist die phantastische Mischung aus Turkmenistan, Kasachstan, Kirgisien und Usbekistan mit einer kleinen Prise Nordkorea.) Doch die Zumutungen verschärfen sich: Erst kommt das Gepäck und dann der Chef abhanden. Kwant will nicht unhöflich wirken, und versucht, die Regeln einzuhalten, aber rasch wird ihm klar, er muss fliehen. Doch es gibt kein Entkommen. In der U-Bahn wird er verhaftet. Ein Taxi chauffiert ihn zu einer Untergrund-Organisation (die „Innere Exilregierung“ oder ist es der Geheimdienst?). Dieses seltsame Gefangensein erinnert an Kafkas „Schloss“. Allerdings ist Kwants Ziel nicht das Innere des „Schlosses“. (Denn selbst ein persönliches Treffen mit dem Diktator hilft nichts.) Sondern es gelingt ihm nicht zu entkommen, obwohl ihn kaum jemand wirklich daran hindert. Ein Flugzeug nach Moskau landet wieder am Ausgangspunkt in Urfustan. Später landet er in einem Gefängnis, dessen Türen offenstehen, was Kwant erst nach vielen Tagen bemerkt.
Doch Kwant ist auch innerlich gefangen. Als Sohn einer Architektenfamilie bleibt er zur Untätigkeit verdammt. Man erwartet von ihm Großes, aber die Bauten, die ihn umgeben, empfindet er als Zumutung. Wollte man demokratisch bauen, müsste man es diktatorisch angehen, so wie Urfustans Diktator, der sich „Architekt des Vaterlands“ nennen lässt. Und so träumt er von einem idealen Spielplatz. Und träumt und träumt. Und ahnt, dass sein Leben ein Alptraum wird, wenn er Architekt würde. Kwants Blick ist der eines Architekten. Selbst die Wohnung seines One-Night-Stands wird architektonisch vermessen und beurteilt. Jeder Fahrstuhl, die Piktogramme der Toiletten, der Park in der Hauptstadt Mangana… Kwants/Schmidts Perspektive ist die eines Käfers auf der Wiese. Wir sehen die Dinge, die uns umgeben, neu. Gerade auch wegen der irrwitzigen Übertreibungen.
Und damit sind wir bei der Komik. Für mich ist es Schmidts lustigster Roman. Man könnte seine Übertreibungen hemmungslos nennen, doch sie sind letztlich nur eine Verschärfung der Realität: Deutsche Sportler, die wegen der idealen Trainings-Bedingungen in jede Diktatur reisen. Gerhard Schröder, der mit Diktatoren wie Nürsultan befreundet ist. Ein übriggebliebener DDR-Bauarbeiter. Eine fiktive deutsche Minderheit, die es sich in der Steppe eingerichtet hat und der Schmidt einen ausgedachten Dialekt verpasst. Dieses Kapitel wäre schon eine eigene Story wert. Und wie tröstlich wäre es für mich (und wahrscheinlich auch für Kwant) gewesen, wenn hier die Story enden würde. Aber wir treffen außerdem noch auf „Curiosus“-Reisende Deutsche, denen es aus versicherungstechnischen Gründen zu riskant ist, Kwant zu retten.
Jochen Schmidt zieht sämtliche Register. Selbst für Slapstick ist er sich nicht zu schade. (Ein kleinwüchsiger Masseur hört nicht mit seiner Arbeit auf, als die Sachbearbeiterin von ihrem Bürostuhl aufsteht und sitzt nun wie der Kobold auf Sindbads Schulter.) Und natürlich spart er nicht an seiner vielgepriesenen feinsinnigen Sprachkomik, die sich aus den irrwitzigen Dialogen ergibt.
Profile Image for Matthias.
407 reviews8 followers
August 31, 2022
Wie müßte ein «Palast der Demokratie» aussehen, der auf jede Überwältigungsrhetorik verzichtete und durch Transparenz und Raumerfahrung auf subversive Art für eine offene Gesellschaft warb? Ein Gebäude, das soziales Denken förderte und Menschen dazu verführte, ihre persönlichen Interessen dem Gemeinwohl unterzuordnen, ohne daß sie sich in ihren individuellen Freiheiten beschnitten fühlen mußten? Wenn ein Gebäude eine so starke Wirkung auf die Menschen hätte, konnte es dann demokratisch genannt werden?

Otto Kant ist ein "loser", ein Anti-Held, dessen Perspektive auf etwas ermüdend-komische Weise den Rest der Welt als nicht weniger erbärmlich entlarvt. Das Buch gewinnt und wird zusammengehalten durch Reflexionen über Architektur.
Profile Image for Đurđina.
56 reviews
January 23, 2024
U izmišljenoj državi Ufrustan, u čijim aksijalno raspoređenim ulicama možete videti da mile samo beli ševroleti (ne računajući ruske vojne kamione i rasklimane lade u kojima se tiskaju velike porodice sa sela), stambeni soliteri imaju oblik piramida do čijih dvorišta nalik na verande vode stepenice s kojih su ubrzo nakon izgradnje već pootpadali prvi kamenovi, pa izgledaju kao klavijature električnih klavira naslagane jedne na drugu tokom izvođenja ,,Bumbarivog leta’’, a klupe su pravljene od drvenih greda naknadno ofarbanih zahvatajući i kamene delove, se bez svoje volje i opiranja zatekao student Oto Kvant na radnom zadatku - da osmisli kako bi izgledala ,,Palata demokratije’’.

Kročivši na tlo ufrustanske zemlje sve kreće naopako - dr Holm koji je zapravo bio zadužen da osmisli projekat, se misteriozno razboljeva, tako da je Oto, koji je dovoden zbog asistencije, osuđen da se dokaže svojom maštovitošću, odnosno da projektuje objekat u gradu u kom se razni stilovi sudaraju. I nije samo profesorov nestanak ono što je čudno u ovoj zemlji, čitava organizacija i funkcionisanje je strogo kontrolisano, postoje određena društvena pravila, način življenja, izbor hrane i pića. Vi ste i kao turista i kao stanovnik pod budnim okom Arhitekte otadžbine ako bi on sa svog balkona koristio dobar dvogled, kao i pod prismotrom državne policije. Kvant shvata da možda nikada neće moći da se vrati u Nemačku, pa pokušava da na sve načine napusti zemlju.

Duhovita satira sa elementima trilera, tako bih ukratko opisala ovo delo, koje me na momente podseća na Orvelovu 1984. Nisam očekivala da ću se od prve pa do skoro poslednje strane smejati glasno, ali Šmit zaista šarmantno gradi i raspliće priču.
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