Vorsicht, sie sind auf der Jagd nach deinen Träumen!
Leon ist ein Traumspringer. Er kann unbemerkt in die Träume von anderen schlüpfen. Aber nicht nur Eines Nachts taucht er ein in eine verborgene und geheime Welt. Hier sammeln und archivieren Morpheus und seine Geschwister seit vielen tausend Jahren die Träume der Menschen. Doch Morpheus, der Hüter der Nacht, ist dringend auf Leons Hilfe angewiesen. Nur Leon kann wie ein nächtlicher Agent zwischen Tag- und Traumwelt hin- und herspringen und so herausfinden, was Morpheus' Bruder Krato im Schilde führt. Denn nach einem Streit ist Krato spurlos verschwunden. Er hat gedroht, die Traumarchive zu plündern. Will er etwa die Träume der Menschen zu Geld machen und in ein einzigartig neues Handyspiel verwandeln?
Alex Rühle is a German journalist and author. His best known book is Ohne Netz, about his expericences living without internet or smartphone use for half a year.
Traumspringer begeistert zunächst mit einem unglaublich schönen Cover. Mir gefiel auch die Idee mit Morpheus, dem Gott der Träume aber hier fängt meine Kritik leider an. Natürlich hat der Autor das Recht auf künstlerische Freiheit und kann mit den fiktiven Göttern machen, was er möchte, aber die meisten -und vor allem junge Leser- wissen oft nicht im Detail Bescheid über die griechische Mythologie und so bleiben einige Dinge vielleicht falsch im Gedächnis zurück. Schade finde ich auch, dass nicht einmal der Ursprung der Figuren aus der griechischen Mythologie erklärt wird. Leon hätte ja ruhig mal das Internet fragen können. Total toll fand ich, wie gut die Situation von Elias und Elena als Illegale in Deutschland erklärt wurde. Herr Pallenberg hat es zu meinem liebsten fiktiven Lehrer geschafft. Wieder kritisieren möchte ich den Schreibstil. Zu Beginn des Buches habe ich mich gefragt, ob Leon dumm sei. Weil er ständig so erzählt hat. In komischen abgehackten Sätzen. Das war echt nervig, wurde zum Ende hin aber besser. Die Geschichte fand ich spannend, der Plottwist war super. Alle Charaktere blieben ein wenig blass aber alles in allem war es sehr unterhaltsam.
Hier einmal was mich an den Figuren der Mythologie gestört hat: Morpheus ist ein Sohn des Hypnos (Gott des Schlafes). Oft wird Nyx (Göttin der Nacht) als seine Mutter genannt. Ihm werden zwei Brüder zugeordnet, die aber nicht Ombra und Krato heißen, sondern Phobetor (Der Schrecken) oder auch Ikelos (Das Abbild) und Phantasos (Fantasie). Zu dritt sind sie Oneiroi (Träume), also Traumgötter. Problematisch fand ich die Entscheidung, den Bruder in Krato umzubenennen. Denn das klingt schon sehr nach Kratos, dem Gott der Macht. Nett fand ich aber den Hinweis auf Lethe (Vergessen). Dabei handelt es sich um einen Fluss, der durch die Unterwelt fließt. Die Toten trinken aus ihm, um ihr Leben zu vergessen. Die Erwähnung von Lethe deutet auch auf Morpheus Wohnort hin, denn es wird oft gesagt, dass dieser in der Unterwelt sei. Bei Kerberos habe ich allerdings immer wieder die Stirn gerunzelt. Für mich war er im Buch überflüssig. Und es wird ganz deutlich überliefert, dass er ein Hund ist (die Anzahl der Köpfe reicht von einem bis zu dreien) und kein Wolf. Kerberos Aufgabe ist es eigentlich, den Eingang zur Unterwelt zu bewachen; kein Lebender darf hinein, kein Toter heraus. Bei den drei Schwestern habe ich mich lange gefragt, wen sie darstellen sollen. Die Erinnyen (besser bekannt als Furien), Rachegöttinen, schließe ich aus. Ich bezweifle auch, dass es sich bei ihnen um die Moiren, die Schicksalsgöttinen handeln könnte, auch wenn diese in einigen Überlieferungen in der Unterwelt leben. Sie könnten auch die Graien sein, drei Göttinen, die als Greise zur Welt kamen und eigentlich nichts anderes tun, als alt zu sein. Im Buch erwähnt Krato ihre mangelhafte Körperhygiene, das würde passen. Widersprüchlich ist dann wieder, dass sich die Graien zu dritt ein einzelnes Auge und einen Zahn teilen...und wer waren diese Frauen mit den Scheinwerferaugen?
Das Cover ist ein echter Kaufmagnet! Ich bin auch sofort auf das Buch angesprungen ohne den Inhalt zu kennen… Die Goldfolie passt super zu dem sonst recht schlicht gehaltenen Cover. Der Fokus liegt klar auf Titel und Protagonist – und obwohl Leon hier schon klar erkennbar ist mag ich es sehr!
Der Klappentext macht aber nicht weniger Lust auf das Buch: Leon ist ein Traumspringer. Er kann unbemerkt in die Träume von anderen schlüpfen. Aber nicht nur das: Eines Nachts taucht er ein in eine verborgene und geheime Welt. Hier sammeln und archivieren Morpheus und seine Geschwister seit vielen tausend Jahren die Träume der Menschen. Doch Morpheus, der Hüter der Nacht, ist dringend auf Leons Hilfe angewiesen. Nur Leon kann wie ein nächtlicher Agent zwischen Tag- und Traumwelt hin- und herspringen und so herausfinden, was Morpheus‘ Bruder Krato im Schilde führt. Denn nach einem Streit ist Krato spurlos verschwunden. Er hat gedroht, die Traumarchive zu plündern. Will er etwa die Träume der Menschen zu Geld machen und in ein einzigartig neues Handyspiel verwandeln? (Quelle: dtv)
Leider wurde ich beim Lesen recht schnell herb enttäuscht… Denn obwohl mich die Handlung sofort in seinen Bann zog, hat mich die Sprache einfach nur genervt. Hier ein Beispiel: „Ich hab dann Hausaufgaben gemacht und bin später mit dem Fahrrad rumgefahren. Hab bei Robert geklingelt, doch der hat nicht aufgemacht.(…) Am Ende hab ich mir Chips an der Tanke geholt und bin wieder heimgeradelt.“
Ihr erkennt mein Problem? Klar, 12 Jährige reden so. The struggle is real… Aber muss man dann so schreiben und den wortkargen Kindern mit wenig Wortschatz auch noch darin bestätigen, dass das so völlig in Ordnung ist? Nein. Ich habe trotzdem weiter gelesen. Ich gebe zu, hätte ich das Buch nicht als Rezensionsexemplar angefordert, wäre meine Durchhalte-Moral wohl nicht ganz so stark gewesen. Wenn man die Sprache mal ganz außen vor lässt so hat es sich auch durchaus gelohnt. Setting, Idee und Plot machen da schon eigens wett. Die Idee der Traumspringer ist wirklich genial und in so mancher Szene hab ich mich echt gegruselt. Der Spannungsbogen stimmt auch – bis auf das Ende. Das hat mich leider wieder enttäuscht. Der Ausgang ist mir zu offen und zielt sehr auf eien Fortsetzung ab. Das ist ja auch durchaus legitim, bei deiner Kinder- oder Jugendbuch möchte ich aber mehr Geschlossenheit der einzelnen Bände. „Wahrscheinlich war das erst der Anfang. Ende.“
Ich vergebe für Traumspringer nur 3 von 5 Lieblingslesesessel. Idee, Plot und Spannung hatten echt das Zeug zum Lieblingsbuch – Ausgang und Sprachstil waren jedoch leider absolut nicht mein Fall.
Von Alex Rühle hatte ich im vergangenen Jahr sein Vorlesebuch „Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst“ gelesen. Zippel konnte mich hellauf begeistern, daher war meine Neugier sofort geweckt, als ich das neue Kinderbuch des Autors in der dtv Verlagsvorschau erspähte. Das Cover von „Traumspringer“ finde ich genial, es verspricht auf den ersten Blick eine spannende und abenteuerliche Geschichte. Auch der Klappentext überzeugte mich auf Anhieb, sodass ich gar nicht erst zögerte und das Buch auf meine Wunschliste packte.
Leon ist ein ganz normaler 12-jähriger Junge. Zumindest dachte er das immer. Ein kleiner Träumer war er schon immer gewesen. Wie oft wurde er nun schon in der Schule ermahnt, im Unterricht besser aufzupassen und nicht ständig vor sich hin zu träumen. So normal ist Leon aber gar nicht. Nein. Eines Nachts entdeckt er, dass er ein Traumspringer ist! Er kann unbemerkt in die Träume anderer Leute springen und als wäre das nicht schon krass genug, begegnet er bei seinen Traumsprüngen auch noch einen merkwürdigen Mann, der sich Morpheus nennt. Morpheus ist der Hüter der Nacht und archiviert zusammen mit seinen Geschwistern die Träume der Menschen und das schon sehr, sehr lange. Wie lange schon? Nun, eben schon so lange, seit Menschen träumen können. Ja, genau, das ist wirklich lange. Doch seit einiger Zeit stiehlt jemand die Träume. Wer der Dieb ist, wird schnell klar: Krato, der Bruder von Morpheus. Krato führt nichts Gutes im Schilde, das ist offensichtlich. Leons Hilfe ist nun gefragt, da er als Einziger zwischen der Tag- und Traumwelt hin- und herspringen kann. Er soll nun herausfinden, was für Pläne Krato verfolgt. Kein leichtes und alles andere als ungefährliches Unterfangen. Auf Leon wartet ein spannendes, aufregendes Abenteuer, bei welchem unheimliche schwarzen Frauen, eine Zugfahrt nach Ungarn, ein neues Handyspiel und noch so einiges mehr eine große Rolle spielen werden.
Mit „Traumspringer“ ist Alex Rühle ein richtig schöner Abenteuerroman gelungen, welcher mir tolle, kurzweilige Lesestunden beschert hat. Komplett überzeugt hat mich das Buch leider nicht, aber ich bin dennoch begeistert und ich freue mich schon sehr auf den zweiten Band. Diesen wird es, so denke ich doch, bestimmt geben. Zumindest endet das Buch recht offen, da hoffe ich wirklich sehr, dass es noch ein Wiedersehen mit Leon geben wird.
Für mich hat sich die Story als etwas anders herausgestellt, als ich erwartet hatte. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Handyspiel, welches im Klappentext nur kurz erwähnt wird, im Buch so eine zentrale Rolle spielen würde. Ich persönlich habe dadurch den Fantasyanteil als etwas klein empfunden. Na ja, okay, diese Sache mit dem Handyspiel ist natürlich auch sehr fantasymäßig. Aber eben anders fantasymäßig. Ich hatte hier einfach mit einer etwas anderen Story gerechnet und war beim Lesen dann etwas überrascht, in welche Richtung sie sich entwickelt. Schlimm fand ich das aber nicht.
Erfahren tun wir alles aus der Sicht des 12-jährigen Leon in der Ich-Perspektive. Leon habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Mit ihm ist Alex Rühle ein toller Protagonist gelungen, mit welchem sich die Zielgruppe wunderbar identifizieren kann. Leon ist sympathisch, er ist mutig, hilfsbereit und ziemlich verträumt. Von seiner Mutter bekommt er sogar öfters zu hören, dass er seltsam sei. Das fand ich persönlich ja schon etwas hart. Ein klein bisschen schräg mag Leon vielleicht sein, aber auf eine sehr liebenswerte Art schräg.
Ich mochte Leon, wie gesagt, vom ersten Moment an richtig gerne und ich habe ihn liebend gerne bei seinen Traumsprüngen begleitet. Diese Springerei in die Träume anderer und in die Traumwelt, in welcher er Morpheus begegnen wird, haben mir richtig gut gefallen. Sie werden sehr bildhaft von dem Autor beschrieben, sodass man sich alles ganz genau vorstellen kann. Die Atmosphäre, die dadurch entsteht, fand ich auch klasse. Sie ist so schön geheimnisvoll und unheimlich.
Als gruselig würde ich das Buch auch bezeichnen. Besonders zum Ende hin, wenn wir mit Leon und seinem neuen Freund Elias in Ungarn landen, empfand ich die Handlung als richtig schaurig. Schön schaurig. Ich liebe das, wenn einem beim Lesen Schauer über den Rücken laufen und man wie gebannt beim Lesen ist und gar nicht mehr aufhören mag. Ich habe das Buch dann auch quasi in einem Rutsch gelesen und habe dabei an keiner Stelle Langeweile empfunden.
Ein Punkt, der mich nur etwas gestört hat, ist, dass der Bezug zur griechischen Mythologie gar nicht genannt wird, also, sofern ich nichts überlesen habe. Das kann ja immer mal passieren, aber eigentlich kommt das bei mir so gut wie nie vor. Morpheus, Kerberus, Lethe – diese Namen und Begriffe fallen, aber es wird nicht erklärt, woher sie stammen. Ich selbst kenne mich in diesem Bereich nicht so wirklich gut aus und habe daher aus Interesse mal ein bisschen gegoogelt. Ich wurde dann auch sofort fündig: Morpheus zum Beispiel, ist in der griechischen Mythologie der Gott der Träume. Auch Fledermäuse werden im Zusammenhang mit ihm genannt. Fledermäuse, so viel kann ich ja schon mal verraten, werden in diesem Buch auch eine recht große Rolle spielen. Ich hätte es hier jedenfalls ganz gut gefunden, wenn zumindest kurz darauf eingegangen worden wäre, woher die Ideen mit Morpheus und Co stammen.
Bis auf diesen kleinen Kritikpunkt hat mir das Buch aber echt gut gefallen. Der Schreibstil ist top, er liest sich sehr flüssig, einfach und locker-leicht. Die Zielgruppe, sprich Mädchen und Jungen ab 10 Jahren, sollten hier keine Probleme mit dem Lesen haben. Sehr schön fand ich auch, dass die Kapitel angenehm kurz sind.
Die Handlung lädt durchweg zum Mitfiebern ein. Ich habe sie wirklich als richtig fesselnd empfunden. Besonders zum Ende hin, da flogen die Seite bei mir nur noch so dahin.
Wovon ich richtig begeistert bin, ist, dass das Buch auch ernste Themen anspricht. Leon wird sich mit dem Außenseiter der Klasse, Elias anfreunden. Elias stammt aus Tschetschenien und befindet sich illegal in Deutschland. Die Story erhält dadurch eine gewisse Tiefe und regt zum Nachdenken an. Elias ist übrigens auch ein ganz lieber Junge. Er hat sich ebenfalls, wie Leon, sehr schnell in mein Herz geschlichen.
Mädchen und Jungen ab 10 Jahren, die gerne spannende, abenteuerreiche, leicht gruselige Fantasybücher lesen, kann ich „Traumspringer“ sehr empfehlen. In meinen Augen ist das Buch aber auch für eine ältere Zielgruppe absolut lesenswert.
Fazit: Anders als erwartet, aber nicht schlecht anders. Ich habe hier nicht ganz das zu lesen bekommen, was ich erwartet hatte. Mich hatte es beim Lesen etwas überrascht, dass das Handyspiel hier eine sehr große Rolle einnehmen wird. Schlimm fand ich das aber nicht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist richtig spannend, etwas gruselig - besonders zum Ende hin - es ist fantasievoll, es lädt durchweg zum Mitfiebern ein und es geht auch ein bisschen in die Tiefe. Mir hat „Traumspringer“ sehr schöne, fesselnde Lesestunden beschert und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, die es hoffentlich geben wird. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen!
Das Cover von “Traumspringer” ist echt ein Hingucker. Es glitzert schön golden und ich mag es sehr. Auch der Klappentext klingt sehr vielversprechend und ich war echt gespannt auf Leon.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Leon ist ein lieber Junge und ein Träumerle. Oftmals verliert er sich in seinen Gedanken und wird dafür von seinen Eltern immer wieder getadelt. Das fand ich für ihn sehr traurig und man spürte auch richtig, wie nah ihm die Kommentare von seinen Eltern gehen.
Als er dann nachts sich selber im Traum schlafen sieht fängt die ganze Traumspringerei an. Wir lernen Morpheus kennen und seine Aufgaben. Ich mochte das total gerne und war echt gespannt, wie sich alles entwickeln würde. Auch wenn ich dann nach und nach geahnt habe, in welche Richtung es gehen wird, so fand ich die Story dennoch sehr unterhaltsam und spannend. Leon findet einen neuen Freund und mit ihm gemeinsam deckt er so einiges auf. Zwar heiße ich es nicht für gut, dass die beiden 12 jährigen nach Tschechien abhauen, aber ich denke man sollte Kindern sowieso sehr früh beibringen, dass Bücher reine Fikiton sind und sie sich diese nicht als Vorbild nehmen sollten.
Alles in allem hat mich das Kinderbuch sehr gut unterhalten und ich bin echt gespannt, was Leon noch so alles erleben wird.
Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist faz-300x111.png Ein tolles Kinderbuch mit einer spannenden Geschichte. Auch wenn ich sie an einigen Stellen etwas zu vorhersehbar fand, hat sie mir dennoch echt gut gefallen.
Was für eine phantastische, spannende Geschichte! Es geht um Freundschaft, Familie, Smartphonesucht, Mobbing und Hilfsbereitschaft, aber nicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Der Ich-Erzähler Leon ist ein ganz normaler 12-jähriger Schüler. Man kann sich sehr leicht mit ihm identifizieren. Was er erlebt, ist atmosphärisch sehr dicht beschrieben: Wie er sich fühlt, wenn er an Nina denkt oder wenn er einen Nachmittag mit Max verbracht hat, wie er in die Traumwelt gleitet oder wieder aufwacht. Es werden am Ende zwar nicht alle offenen Fragen geklärt und die Lösung des Rätsels fand ich sehr offensichtlich, aber ich bin ja nun auch etwas älter als die Zielgruppe und insgesamt hat mir die Geschichte wirklich sehr gefallen.
Wer hätte nicht gerne den Gott der Träume als Mentor? Bzw. noch besser, wer würde nicht gerne den Gott der Träume retten? Die Antwort Leon! Durch Träume zu hüpfen ist zwar wirklich cool, aber eigentlich wäre das Leben ohne Gewissen viel einfacher.. oh und ohne Gefühle
Lest ihr manchmal Kinderbücher? Ich finde, das ist zwischendurch mal eine schöne Abwechslung. Und ich kann das Buch guten Gewissens an meine kleine Schwester weitergeben. Neulich habe ich mal wieder eines gelesen.
»Es war auch keine Tür hinter mir zugefallen, eigentlich hätte man doch das Klassenzimmer sehen müssen oder diesen Morpheus, aber da war nur Dunkelheit und glänzender Stein und – Atem. Ganz in meiner Nähe. Da atmete jemand! Über mir. Hinter mir. Vor mir. Es war, als ob der Atem aus dem Fels um mich herum kommen würde. Oder als ob die Dunkelheit atmete. Und als ob mich dieser dunkle Atem belauschte. Als ich selbst kurz aufhörte zu atmen, war nichts mehr zu hören. Sobald ich weiteratmete, hörte ich auch den fremden Atem wieder. Ich musste hier raus.«
Dass Träume wichtig sind für uns Menschen weiß vermutlich inzwischen jeder. Aber wer passt eigentlich auf unsere Träume auf, denn die meisten haben wir ja wieder vergessen, wenn wir aufwachen. Wie Leon eines Tages oder besser gesagt eines Nachts erfährt, ist das Morpheus mit seiner Schwester Ophra und eigentlich auch seinem Bruder Krato. Doch der ist mal wieder verschwunden, und das kann nichts Gutes bedeuten.
»Aber warum ausgerechnet mich? Oder war unsere Begegnung im Zoo doch Zufall gewesen? Und hatte ich das Ganze nur geträumt? Aber der Sand in unserer Wohnung… Und an den Traum erinnerte ich mich noch so klar wie an den Tag zuvor: der Tunnel, der Atem im stockdunklen Fels, das gruselige Gefühl als ich mich selbst im Bett gesehen habe, Morpheus´ Erschrecken, als ich ihm davon erzählte – das alles hatte sich wirklich genauso angefühlt wie vorher der Besuch im Zoo oder wie der Moment, als wir von Herrn Pallenberg umgesetzt worden waren.«
Kann es nicht sein, dass uns unsere Träume abhanden gekommen sind? Die Fähigkeit das Gute zu sehen. Wir sind in unserer Mühle gefangen. Viele tun nur das was sie vermeintlich tun müssen, nicht was sie wollen, jagen den Träumen anderer hinterher. Vielleicht ist es Zeit, dass wir uns wieder aufs Wesentliche konzentrieren. Das ich es gerade zu Zeiten dieser schlimmen Krise geschafft habe dieses Buch zu lesen, ist das nicht irgendwie bezeichnend? Krato ist offenbar wieder da und wir müssen alle zusammen helfen, um ihn zu besiegen!
»›Was Krato genau will, kann ich dir auch nicht sagen‹, sagte Morpheus. ›Aber ich weiß, dass ihr Menschen eure Träume dringend braucht. Ihr habt keine Ahnung, wie wichtig sie für euch sind. Weil ihr sie tagsüber vergesst. Dabei ist es, als hätte jeder von euch einen Schatz unter seinem Haus liegen. So was wie eure heimliche Fußbodenheizung. Die ist unsichtbar. Aber ihr wärmt euch trotzdem daran. Genauso wärmt sich euer Leben auch an euren Träumen. Selbst wenn ihr im Alltag nichts davon mitbekommt.‹ ›Und wenn wir keine Träume mehr haben?‹ Morpheus warf zwei Regalbretter ins Feuer, aus der Glut sprühen Funken empor. Dann sagte er: ›Merkst du, wie kalt es jetzt hier unten ist? Ohne eure Träume ist das Leben wie ein eiskalter Steinfußboden. Man kann ein Weile überleben. Aber es ist scheußlich. Als würde euch alle Nahrung fehlen. Als Kratz schon mal zu euch rüberkam, ist nach kurzer Zeit die Pest ausgebrochen. Da sind Hunderttausende gestorben.‹«
Es hat mir sehr viel Spaß gemacht dieses Buch zu lesen, auch wenn ich eigentlich schon viel zu alt dafür bin. Ich habe richtig mitgefiebert und kann das Buch nur empfehlen!
2.5 ⭐ Cover und Titel hatten mich dazu bewegt, dieses Kinderbuch zu kaufen, denn manchmal können Kinderbücher eine schöne Abwechslung sein. Die Geschichte rund um Leon und Morpheus hat mich persönlich allerdings dann leider nicht abgeholt. Es hatte zu wenig mit Träumen zu tun, was ich eigentlich alleine beim Titel Traumspringer erwartet hatte. Morpheus usw wirkten auf mich eher wie Randfiguren und wer waren jetzt die drei älteren Frauen (die ebenfalls gefühlt keinen wirklichen, wichtigen Platz in der Geschichte hatten)? Und die schwarzen Frauen mit leuchtenden Augen?
Leon ist ein Traumspringer. Das heißt, er kann in die Träume anderer Menschen eintauchen und diese somit auch beeinflussen. Natürlich bringt diese besondere Gabe auch viele Gefahren mit sich und schon bald ist Leon in einen spannenden Kampf verwickelt. Spannendes Fantasy-Abenteuer für Jungs und Mädchen ab 10!
"Packendes Abenteuer" ist ja richtig. Ich habe es durch und durch genossen. Der Schreibstil ist nicht komplex, aber die Geschichte schon. Perfekt für jemanden wie mich, der Deutsch lernt.