Kurzmeinung:
Eine bewegende Geschichte über Liebe, Trauer, Schmerz, Verzweiflung und die Bedeutung von Familie. Kuttner gelingt es, großes Leid darzustellen, und trotzdem auch viel Humor und Leichtigkeit in die Geschichte zu legen. Große Leseempfehlung, auch wenn es teilweise kein leicht zu lesendes Buch ist.
Meine Meinung:
Ok, als erstes muss ich folgendes loswerden: Ich liebe, liebe, liebe Kuttners Schreibstil. So echt und authentisch und unprätentiös. So ehrlich und genau darum gleichzeitig so witzig und so ergreifend. Auch die Dialoge wirken vollkommen natürlich. So gut habe ich das in einem Buch lange nicht erlebt.
Die behandelten Themen haben mir auch gut gefallen. Kuttner bietet den Leser*innen interessante Einblicke in das Leben als Patchwork Familie und die Herausforderungen, die das mit sich bringen kann.
Außerdem ist da natürlich noch das große Thema Tod und Verlust. Und zwar der Tod eines Kindes. Man ahnt es schon im Klappentext. Ich habe schon mit einem flauen Gefühl im Magen angefangen zu lesen und immer darauf gewartet, dass das Schreckliche passiert. Auch wenn Kuttner mich mit Szenen voller Situationskomik und witzigen Dialogen auch immer wieder ablenken und zum Lachen bringen konnte, hatte ich doch immer im Hinterkopf, was da unweigerlich noch kommen würde.
Und was dann kommt ist wirklich schwer auszuhalten. Der Verlust eines Kindes. Der unvorstellbare Schmerz, der damit einhergeht. Kuttner stellt die verschiedenen Arten zu Trauern dar, die verschiedenen Phasen der Trauer. Von Verleugnung, sozialem Rückzug, der Flucht in die Einsamkeit. Den Schuldgefühlen, wenn man sich irgendwann wieder über etwas freuen kann. Darf man das überhaupt, wenn das eigene Kind nicht mehr da ist?
Sehr ausführlich wird auch Janas Situation dargestellt. Sie ist die "Stiefmutter". Wo ist ihr Platz zu trauern? Wie traurig darf sie sein? Wie viel Trauer steht ihr zu. Wie viel Geduld kann sie für den großen Kurt, ihren Partner, aufbringen? Kuttner stellt sehr gut dar, wie schwierig trauern auch sein kann. Wie es die Menschen isolieren, aber auch vereinen kann. Und wie es langsam, ganz langsam auch einen Weg aus der Trauer geben kann.
Das alles erzählt sie leise, ohne Pathos und großes Drama und gerade deswegen für mich so ergreifend und bewegend.
Fazit:
Eine Geschichte über Tod, Trauer und Verlust, über den langen Weg zurück ins Leben. Über den Mut, weiterzumachen. Über Liebe, Beziehungen und Familie.
Das Buch hat mir viel abverlangt, aber ich habe es trotzdem unheimlich gern gelesen. Es hat mich zum Weinen, aber auch zum Lachen gebracht. Besonders gut gefallen hat mir Kuttners wunderbar authentischem, ehrlichen Schreibstil und die tollen Figuren, die sie erschaffen hat. So gute Dialoge habe ich wirklich lange nicht mehr gelesen.