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Leben mit dem Asperger-Syndrom: Von Kindheit bis Erwachsensein - alles was weiterhilft

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Gratulation Sie haben Asperger!

So stellt Tony Attwood, einer der weltweit bekanntesten Asperger-Experten, seinen Patienten üblicherweise die Diagnose. Denn Asperger ist einfach eine andere Art, die Welt zu denken, zu fühlen und mit ihr zu kommunizieren. Dieses Buch begleitet Sie durch alle Klippen und Untiefen. Einzigartig in seiner Fülle erläutert es jede Facette von der Diagnosestellung bis zu sprachlichen und kognitiven Besonderheiten.

Sprechen Sie "Aspergisch"?

Menschen mit Asperger-Syndrom jonglieren virtuos mit Fakten oder Zahlen - im menschlichen Miteinander sind sie aber oft hilflos überfordert. Auch wenn das Innenleben eines "Aspies" ihm selbst und seinen Mitmenschen auf den ersten Blick seltsam und unverständlich erscheint, mit bewährten Hilfen gelingt die Verständigung. In diesem Buch finden Sie bewährte Strategien, die die soziale und emotionale Kompetenz fördern. Viele Betroffene erzählen humorvoll und ermutigend, wie sie ihren Weg gefunden haben.

814 pages, Kindle Edition

Published March 6, 2019

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About the author

Tony Attwood

243 books189 followers
Tony Attwood is an English psychologist who lives in Queensland, Australia and is an author of several books on Asperger's Syndrome. He received an honours degree in psychology from the University of Hull, an M.A. in clinical psychology from the University of Surrey, and a Ph.D. from University College London under Uta Frith. His book, Asperger's Syndrome: A Guide for Parents and Professionals, provides information on diagnosis, problems of social relations, sensory issues, motor control and other typical issues which face people with Asperger's and their support networks. The book has now been translated into 20 languages. Attwood also has a clinical practice at his diagnostic and treatment clinic for children and adults with Asperger’s Syndrome, in Brisbane, begun in 1992.

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February 1, 2026
Ich empfehle dieses Buch nicht. Es zeichnet ein falsches und veraltetes Bild vom Autismus und fördert damit ein fehlerhaftes, stereotypisches und engstirniges Bild in der Gesellschaft.

Viele Sachen sind unsauber, problematisch oder sogar faktisch falsch. Das mag zu Teilen auch daran liegen, dass die Quellen zwischen 1952 und 2005, überwiegend jedoch um 2000 datiert sind und scheinbar auch in der neuen Auflage von 2019 keine Anpassungen und Aktualisierungen stattgefunden haben. Die im Buch aufgeführten Diagnosekriterien nach DSM 4 sind veraltet. Das im Jahr 2013 veröffentliche DSM 5 hätte in der Auflage von 2019 korrigiert werden können.

Auch, wenn auf dem Buch „Von Kindheit bis Erwachsensein“ steht, sind doch die meisten Hinweise und Hilfestellungen deutlich mehr für Kinder geeignet und anwendbar als für Erwachsene, bzw. hauptsächlich für Erwachsene, die mit autistischen Kindern umgehen (wollen/können/müssen).

An mehreren Stellen wird für neurotypische Menschen die Bezeichnung „normale Menschen“ genutzt, was ich sehr problematisch, pathologisierend und mangelhaft finde. Bemerkenswerter Weise beginnt der Autor weiter hinten im Buch, das Wort „normale“ in Anführungszeichen zu setzen.

Das Buch beschreibt tendenziell die sehr stereotypische Form von Autismus. Das tritt sowohl in den Beispielbeschreibungen Betroffener auf, als auch in der Beschreibung der Merkmale, in welcher zu wenig Betonung auf dem Aspekt liegt, dass nicht alle Eigenschaften auf jeden Autisten zutreffen müssen.

Dass das Buch veraltet ist, steht auch schon im Titel. Asperger gibt es diagnostisch in DSM-5 und ICD 11 nicht mehr, es wurde durch die Autismus-Spektrumsstörung ersetzt. Weil die Übergänge zwischen Asperger, frühkindlichem Autismus etc. Fließend sind und es fachlich keine getrennten Störungen, sondern ein Spektrum ist. Die Bezeichnung mit Asperger bedeutet auch eine Abwertung von nicht sprechenden AutistInnen und stärker beeinträchtigen AutistInnen und hat eine geringere Unterstützung für „Asperger“ zur Folge. Des Weiteren ist die Benennung nach Hans Asperger im historischen Kontext problematisch. Hans Asperger arbeitete als Kinderarzt im nationalsozialistischen Gesundheitssystem. Er beteiligte sich an der Begutachtung und Selektion behinderter Kinder und überwies mehrere als ‚nicht förderungswürdig‘ eingestufte Kinder an den Spiegelgrund, eine Einrichtung, in der zahlreiche Kinder im Rahmen der NS-‚Euthanasie‘ ermordet wurden. Er handelte dabei innerhalb eines Systems, dessen tödliche Konsequenzen bekannt waren. Diese Tatsache wird direkt im Vorwort des Buches inkorrekt dargestellt, wo er als eindeutiger Gegner der Nazis dargestellt wird und die Tatsache verschleiert, dass er weniger „begabte“ oder „nützliche“ Kinder nicht davor bewahrt hat, ermordet zu werden. Dass diese Erkenntnis neuer ist (2018) als das Vorwort von 2008, entschuldigt nicht, dass in der 3. Ausgabe von 2019 noch kein korrigiertes Vorwort abgedruckt ist.

Das Buch schreibt über AutistInnen in der Mensch-zuerst Form. Das ist vor allem bei vielen Betroffenen problematisch bewertet, weil AutistInnen den Autismus als eine nicht von der Perönlichkeit trennbare grundlegende Wahrnehmungs- Denk- und Erlebensweise erleben. Man würde ja auch nicht Person mit Linkshändrigkeit sagen. Die Mensch-zuerst Form kann von AutistInnen als fremdbestimmend empfunden werden. In der Literatur wird deshalb in der Regel die Identität zuerst Form genutzt.

Weiterhin finde ich problematisch, dass das Buch suggeriert, Transidentität sei eine soziale Strategie; es wird das Beispiel genannt, ein autistischer Junge macht Mädchen nach und kleidet sich wie solche, weil er bemerkt, dass seine Schwester beliebt ist und seine Mutter über soziale Intuition verfügt. Die Krönung ist der Satz „…auch ich selbst habe mehrere männliche und weibliche Betroffene mit Asperger Syndrom erlebt, die eine problematische geschlechtliche Identität hatten“. Wie kann eine Geschlechtsidentität problematisch sein?

Ich finde seltsam, dass im Kapitel „Welche Vor- und Nachteile hat die Diagnosestellung“ aufgeführt wird, dass durch die Diagnose korrigiert werden kann, wenn andere Menschen denken, es handele sich um eine Geisteskrankheit. Weiterhin ist das Kapitel zuerst in die Abschnitte „Welche Vorteile ergeben sich für die Eltern?“, „Was bringt die Diagnose den Geschwistern?“ „Was ändert sich, wenn der Lehrer Bescheid weiß?“ aufgeteilt. Erst dann folgen Vorteile für Betroffene.

Das Buch widerspricht sich selbst. An einer Stelle wird behauptet, dass Social Stories das soziale Verständnis und Verhalten nachgewiesener Maßen verbessern. An anderer Stelle steht, dass das (Verbesserung der ToM-Fähigkeiten) noch nicht in Studien untersucht ist.

Im Buch ist häufig die Rede von „negativen Gefühlen“ und „positiven Gefühlen“, was eine inkorrekte Beschreibung ist. Jedes Gefühl hat eine Funktion (Angst soll uns schützen, Wut soll dafür sorgen dass wir für unsere Grenzen einstehen etc). Gefühle können nur unangenehm oder angenehm sein. Darüber hinaus ist im Kapitel Emotionale Werkzeugkasten folgender Satz zu lesen: „Jeder ist dafür verantwortlich, was seine Gefühle bei anderen bewirken.“ Problematisch, weil man nur die Verantwortung für eigenes korrektes Verhalten tragen kann, nicht aber, ob es beim Gegenüber so ankommt wie es gemeint war. Und in einem Buch für AutistInnen besonders kritisch, da diese Gruppe von Menschen besonders oft die Erfahrung macht, missverstanden zu werden und dann kritisiert zu werden.

Das Kapitel „Langfristige Beziehungen“ beinhaltet die Unterkapitel „Was ist an einem Asperger-Mann besonders attraktiv?“, „Was finden Asperger-Männer an einer Frau anziehend?“ und „Welche besonderen Reize hat eine Frau mit Asperger-Syndrom?“. Einen Abschnitt darüber, was Asperger-Frauen an Männern attraktiv finden, fand der Autor offenbar irrelevant? Das gesamte Kapitel ist so geschrieben, dass meist von einem autistischen Mann mit „normaler“ Frau ausgegangen wird. Der Inhalt ist in meinen Augen extrem stereotypisch ausgelegt, zeichnet ein unvollständiges Bild und bildet nicht die breite Masse der autistischen Beziehungen ab.
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